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dem belasteten Unternehmer zu tragen, sie ermäßigen sich viel­mehr, sobald die Umlegung der Verzinsung und Tilgung der Gesamtlast nach dem Aufbringungsgesetz erfolgt ist, daß hierzu alle Unternehmer mit einem gewerblichen Betriebsvermögen von über 20 000 Mart heranzieht.

Handwerker dürfen keine Firma führen.

Von Rechtsanwalt Paul List.

Handwerkern steht die Befugnis zur Führung kaufmännischer Firmen nicht zu. Diese wichtige Entscheidung des Kammer­gerichts ist noch nicht überall bekannt. Ein Amtsgericht war gegen einen Handwerker eingeschritten, weil er als solcher zur Führung einer Firma kein Recht habe, aber die Firma L. R. Nachfolger R. B." führe. In einer Beschwerde gegen den Be­schluß des Amtsgerichts führt er aus, daß auf ihn, als Hand­werker, die Vorschriften über die Firmen nach dem Handelsge­setz nicht anwendbar seien. Deshalb wäre auch die Bezeichnung ,, L. R. Nachfolger R. B." feine Handelsfirma im Sinne des Han­delsgesetzbuches. Diese Auffassunghat auch das Sächsische Ober­landesgericht in einem Falle geteilt, in dem zwei Dekorations= maler, die in einem Geschäftsverhältnisse standen, ihr Handwerk unter der nicht in das Handelsregister eingetragenen Bezeich­nung ,, Str. u. Fr." betrieben. Nach der Ansicht des Kammer­gerichts hat aber das Registergericht darüber zu wachen, daß niemand eine ihm nicht zustehende Firma gebrauche. Dem Hand­werker und dem Minderkaufmann wäre aber der Gebrauch einer Firma untersagt. Sie sollen von den Vollkaufleuten gerade da­durch unterschieden werden, daß sie sich im gewerblichen Leben nur ihres bürgerlichen Namens bedienen dürfen. Ihr Name wäre keine Firma und auch nicht bei Veräußerung des Gewerbe­betriebes übertragbar. Gebraucht der Erwerber den Namen des Vorbesitzers mit oder ohne Zusatz über den Nachfolger, so ge= brauche er damit eine ihm nicht zustehende Firma. Denn er er­wedt im Publikum dadurch den unrichtigen Anschein, als sei der von ihm gebrauchte Name seines Vorgängers ein kaufmännischer Name.

Auslandskredite.

Von parlamentarischer Seite wird uns geschrieben:

Dieser Tage wurde mitgeteilt, daß das Newyorker Bank­haus Morgan allein bisher für die deutsche Industrie Kredite in Höhe von 100 Millionen Dollar vermittelt habe. Weitere Kre­dite im Ausmaß von 350 Millionen Dollar seien in Bearbeitung. Wenn auch diese zum Abschluß gelangen, so würde das innerhalb Jahresfrist eine Auslandsverschuldung allein für diesen Fall in Höhe von fast 1,9 Milliarden Mark bedeuten. Wie hoch sich die Summe aller im Ausland aufgenommenen Beträge beläuft, ist nicht zuverlässig bekannt. Nehmen wir an, daß es nur drei Milliarden Mark sind, so sind für Zinsen und Rückzahlung jähr; lich mindestens 500 Millionen Mark erforderlich. Daß das eine schwere Belastung der deutschen Zahlungsbilanz darstellt, leuchtet ohne weiteres ein. Es ist ein verhängnisvoller Fehler, daß das Kreditproblem fast immer nur als ein Ding an sich behandelt wird, während nur die Betrachtung begründet ist, die die volks­wirtschaftlichen Zusammenhänge mit umfaßt. Der deutsche

Außenhandel hat für 1924 mit einem Fehlbetrag von 2,7 Mil­liarden Mark abgeschlossen. Es ist viel Aufhebens davon ge= macht worden, daß dieser Fehlbetrag teils durch die Dawesan­leihe, teils durch Mobilisierung der im Ausland angelegten Ka­pitalien, teils durch den Abfluß von Devisen ausgeglichen wer­den konnte. Das ist aber kein Normalzustand, denn Auslands= anleihen und Devisen stehen uns nicht jederzeit in beliebigen Mengen zur Verfügung. Der Monat Januar 1925 hat eine er­hebliche Verschlechterung der Außenhandelsbilanz gebracht. Wenn­auch wahrscheinlich ist, daß der Februar und die folgenden Mo­nate nicht Fehlbeträge in Höhe von 650 Millionen Mark bringen, wie es im Januar der Fall war, so ist immerhin mit einem beträchtlichen Einfuhrüberschuß zu rechnen. Betrug er im Vor­jahre 2,7 Milliarden Mark, so ist es nach dem Ablauf des Ja­nuar möglich, daß er für 1925 rund 4 Milliarden Mark erreicht. Dazu kommt die Belastung der Zahlungsbilanz mit den Zinsen

der Dawesanleihe. Es ist so gut wie gar keine Aussicht vor­handen, diese beispiellos hohen Summen aus dem Ertrag der Wirtschaft zu decken. Wenigstens dann nicht, wenn dieser Er­trag nicht steigt, was in Hinsicht auf die Gleichgültigkeit, mit des wir allgemein dies wichtigste Problem behandeln, kaum an­zunehmen ist. Wir haben im Kriege allgemein einen Kursus in praktischer Wirtschaftspolitik durchgemacht. Wir haben unter allerdings außergewöhnlichen Verhältnissen lernen müssen, daß Deutschland der Einfuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen be­darf. Dieser Anschauungsunterricht hat leider keine Spuren hinterlassen, obschon unsere wirtschaftliche Lage infolge der Ge­bietsverluste im Osten und Westen ungünstiger ist als in der Vorkriegszeit. Wir verlassen uns vielfach auf den Dawesplan, der unsere Zahlungsverpflichtungen feststellt, die wir als solche aber ganz allein zu erfüllen haben. Auslandskredite, Ab­stoßung von angesammelten Devisen reichen dazu nicht aus, sind überdies nur Behelfe, die nur für ganz kurz bemessene Fristen Erleichterung verschaffen. Es ist notwendig, in diesem Zusam­menhang auf den Jahresbericht der Hapag" zu verweisen, in dem mit dürren Worten auseinandergesetzt wird, daß das Fracht­geschäft im vorigen Jahr sehr schlecht war, weil es an Waren für die Einfuhr mangelte. Wenn wir auf Grund der Auslands­kredite die Einfuhr steigern können, so sind die deutsche Wirt­schaft und die deutsche Schiffahrt damit noch lange nicht über den Berg. Die Einfuhr muß bezahlt werden, was nur geht, wenn die Ausfuhr gesichert ist und die Kaufkraft des Inlands= marktes steigt. Auf diese Kaufkraftsteigerung kommt es wesent­lich an. Sie seht Mehrleistung und Mehrarbeit voraus. Ist also nicht etwa durch den einfachen Mechanismus der Einkom­menserhöhung zu schaffen, wie leider immer noch vielfach ge= glaubt und behauptet wird. Einkommenserhöhung ist nur mög lich, wenn sie mit der Gütererzeugung parallel läuft, denn nicht die Geldzeichen sind es, die wachsende Kaufkraft schaffen, son­dern nur das steigende Angebot von Ware.

Universität Köln. Das Sommersemester 1925 beginnt am 15. April. Vorlesungsbeginn 30. April. Das Vorlesungsver­zeichnis kann vom Universitäts- Sekretariat gegen Voreinsen­dung von M 0,60 und 0,10 Porto bezogen werden.

Literarisches.

Frühjahrsmode heißt das Leitmotiv der neuen Nummer der ,, Eleganten Welt". An hundert zeichnerisch oder photographisch wiedergegebene Modelle illustrieren eindrucksvoll Art und Stil der kommenden Mode und geben einen umfassenden Begriff von den ideenreichen Plänen und phantasievollen Einfällen der Puzmacherateliers.

Bruch, Blas, Muttervorf-, Unterleibs-, Bein-, Nerv-, Rheu­matis-, Kropf, Gallensteinleid., Schwerhörige usw. machen wir auf die im heutigen Anzeigenteil erwähnte kostenlose Sprech­stunde des Herrn Dr. med. Herman aufmerksam.

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Universität Köln.

Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche-, Rechtwissenschaftliche-, Medizinische- und Philosophische Fakultät. Handels- und Verwaltungs- Hochschulstudium. Vorlesungsbeginn: 30. April

Die Einschreibefrist läuft vom 15. April bis 6. Mai. Das Vorlesungsverzeichnis kann vom Universitäts­Sekretariat gegen Voreinsendung von 0,60 Mk.( dazu Porto 0,10 Mk.) bezogen werden.