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Viehmarkt. Die Märkte sind recht schwach beschickt, was seinen Hauptgrund darin hat, daß jetzt seitens der Landwirt­schaft eine ziemliche Zurückhaltung an den Tag gelegt wird, da jeder Landwirt versucht, mit der Hoffnung auf eine gute Ernte sein Vich durchhalten zu können. Weiterhin mag die schwache Beschickung der Märkte darauf zurückzuführen sein, daß seitens der Landwirtschaft solange Zurückhaltung mit dem Ab­stoßen von Vieh ausgeübt wird, bis die Schutzzollvorlage ver­beschieden ist. Bei den letzten Märkten haben die Preise allge= mein etwas angezogen, so bei lebenden Schweinen 3 bis 4 Pfen­nig, bei geschlachteten sogar um 6 Pfennig per Pfund. Schafe zogen um 3 Pfennig je Pfund an.

Säutemarkt. Am Rohhäutemarkt hielt auf den letzten Ver­steigerungen im allgemeinen die feste Tendenz an, doch machte sich auch fernerhin für einzelne Sorten immer noch eine kleine Zurückhaltung der Käufer bemerkbar. Am Ledermarkt hält die bessere Nachfrage an und die Käufer sind bemüht, sich Ware zu alten Preisen zu sichern.

Ausstellungen und Messen. 29.- 31. August Landwirtschaft liche Ausstellung in Koburg, 25. September bis 4. Oktober Zentrallandwirtschaftsfest in München.

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Ausland. In Italien rechnet man auf Grund der Ernte­schäzungen eine um 14 Mill. Zentner höhere Ernte als in nor­malen Jahren. Die Zollfreiheit hat Jtalien bis 31. Dezember des Jahres verlängert; die Ausfuhr von Getreide bis zu diesem Termin ist verboten. Rumänien hat die Gerstenausfuhr frei­gegeben. Die Getreidezwangswirtschaft wird dort abgebaut, da recht schlimme Erfahrungen damit gemacht wurden. Un­garn ist in einigen Gebieten von marokkanischen Heuschrten heimgesucht worden. In diesen Gebieten ist ein großer Teil der Ernte vernichtet. Die Schweizer Getreideverwaltung ist be= reit, die Einfuhrbewilligung für ein größeres Quantum Futter­mehl und Kleie zuzusichern. Polen soll auf Grund einer Er­klärung des Landwirtschaftsministers ca. 200 000 Waggon Ge­treide für Exportzwecke zur Verfügung gestellt haben. Die Erntenachrichten aus Amerika lauten günstig. In einigen Ge­bieten soll eine Ueberdurchschnittsernte erwartet werden. In Frankreich besteht die Hoffnung, daß aus der Ernte der heimische Bedarf gedeckt werden kann. Die Ernte in Holland wird als gute Mittelernte angesehen.

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Der Wolkensteiner und die Trostburg.

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Wie an vielen anderen Orten spiegelt auch hier die Ge­schichte der Burg zugleich auch die Geschichte ihrer Inhaber. Die ursprüngliche Feste, klein und eng geschlossen an den jähen Fel­senrand vorgehoben und seinen unregelmäßigen Linien ange­paßt, war der Siz kräftiger und selbstbewußter, aber verhältnis­mäßig schlicht lebender Rittersleute. Erst in der letzten Zeit des Mittelalters, als die alten tirolischen Grafen- und Freiherrn­Geschlechter ausgestorben waren, schwangen sich auch die ehe­maligen Ministerialen zu größerer Bedeutung auf und deutlich kann man an den Wolkensteinern, die seit dem Ende des 14. Jahrhunderts auf Trostberg hausten, verfolgen, wie sie zumal seit dem 15. Jahrhundert in die Geschichte des Landes stärker einzugreifen beginnen gerade die Schicksale Oswalds von Wolfenstein sind dafür ein klarer Beleg dann als Feldhaupt­dann als Feldhaupt­leute und kaiserliche Räte und als Bergwerksunternehmer eine immer weiter ausgedehnte Tätigkeit entfalten und wie ihr wachsender Reichtum in der Erwerbung neuer Burgen und Herr­schaften auch nach außen in Erscheinung tritt. Schon im 15. Jahrhundert spalten sich die Wolkensteiner in zwei Hauptlinien, von denen die ältere auf Michel von Wolkenstein zurückgeht und im Besiz der Trostburg blieb, die jüngere aber sich von Michels Bruder, dem berühmten Minnesänger ableitet, zu Beginn des 16. Jahrhunderts die Feste Rodenegg erwarb und sich darnach nannte. Beide Linien teilten sich aber um die Wende des 16. und 17. Jahrhunderts in mehrere Aeste und da um diese Zeit auch der finanzielle Wohlstand des Geschlechtes seine höchste Blüte erreicht hatte, finden wir bald außer verschiedenen Edel­fizzen auch eine ganze Reihe von bedeutenden Burgen, so z. B. in der Bozener Gegend Rafenstein, Sigmundskron, Greifenstein,

Boymont, Neuhaus kürzere oder längere Zeit in Wolkensteini­schen Händen. Auch in Osttirol( Heimfels und Lienz) und im Trientnerischen und selbst in Schwaben hatten sie ausgedehnte Besitzungen.

Auch die Trostburg selber erzählt vom Glanz des Geschlechtes zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Gerade damals trat in der Geschichte der tirolischen Burgen eine entscheidende Wendung ein. Schon begann sich der Umstand, daß der Adel immer mehr in den Hofdienst trat und nach den Städten drängte, darin zu äußern, daß er seine alten Höhenburgen vernachlässigte, zumal auch ihre militärische Bedeutung immer mehr illusorisch wurde und ihre Wehranlagen mit der neuzeitlichen Entwicklung der Angriffswaffen nicht mehr gleichen Schritt hielten. Immerhin war ein guter Teil der Burgen damals noch bewohnt und ge­rade die Wolkensteiner wehrten sich wie kein zweites Geschlecht im Lande um die alte Art ritterlichen Wohnens und reichbegü­tert, wie sie gerade damals waren, schufen sie ihre Hauptburgen zu wahren Festungen um, die es auch mit der neuen Zeit noch aufnehmen sollten. Auch die Linie Wolkenstein- Rodenegg blieb da nicht zurück, wie die ausgedehnten und späten Vorwerke auf Rodenegg beweisen, am meisten aber ließ es sich Engelhart Dietrich von Wolkenstein- Trostburg kosten, der nicht nur seine Stammburg umbaute und nach den modernsten Grundsätzen neu befestigte, sondern dasselbe auch auf Heimfels im Pustertale tat, ja nahe der verfallende Feste Wolkenstein sogar eine vollständig neue festungsartige Anlage, die Fischburg errichtete, das letzte Beispiel eines wirklich wehrhaften Herrensizes in unserem Lande.

Sowohl die Fischburg als auch die Neubauten auf der Trostburg lassen auf den ersten Blick erkennen, daß sie bei allen militärischen Tendenzen doch auch künstlerische Absichten verfol= gen und einer architektonischen Blütezeit entstammen. Nur ein wirklicher Architekt vermochte die alte Burg mit den neuen Tei­len und den ganzen Bau mit der landschaftlichen Formation zu einem derart einheitlichen und großzügigen Bilde zu vereinigen, das dem Beschauer noch in seinem teilweisen Verfalle die Kraft und den Glanz seiner Erbauer überzeugend vor Augen führt.

Der Rittersaal mit den plastischen Figuren der alten Wol­kensteiner beweist übrigens, daß Engelhart Dietrich sich der Be­deutung seiner Familie auch selber hinlänglich bewußt war. Und in der Tat, mustert man die alten Ahnenbilder in der Burg oder noch besser den schön gemalten Stammbaum, der auch die Size der beiden Hauptlinien, Trostburg und Rodenegg, noch in ihrem vollen Glanze und mit den weitausgedehnten Lustgärten wieder­gibt, so sieht man erst, wieviel das Haus Wolkenstein Feldhaupt­leute, hohe Verwaltungsbeamte, Stiftsdamen, Domherren und Bischöfe( einen von Trient und zwei vom Chiemsee) gestellt hat. Und es tut einem fast wohl, daß unter den hohen Herren und Damen auch etliche einfache Kapuziner zu finden sind.

Freilich, der fortgesezte Hofdienst zog schließlich auch die Wolkensteiner von ihren Burgen in die Stadt. Sie besaßen nun ihre adeligen Behausungen in Innsbrud, von denen eine, das heutige Palais Trapp, wenig geschmackvoll Wolkenburg ge= nannt wurde und ihre Palazzi in Trient, für ihre alten Burgen aber waren die guten Zeiten nun vorüber. Die Zimmerreihe mit den einfachen Stuckdecken, die im südlichen Nebentrakt der Trostburg liegt, ist das einzige Zeugnis, daß auch im 18. Jahr­hundert sich noch jemand um die Burg kümmerte. Die ehemali­gen Wohngemächer dagegen wurden offenbar als altfränkisch und unbehaglich empfunden und daher vernachlässigt. Aber auch hier hat sich das Schicksal der Burg von dem ihrer Besitzer nicht gelöst. Nicht ungestraft verließen damals die adeligen Familien die alte Basis ihres Wohlstandes und die Freiherren- und bald darauf die Grafentitel änderten nichts an der Tatsache, daß der Hof- und Staatsdienst nicht dieselben Erträgnisse abwarf, wie einst die Naturalwirtschaft und der Herrschaftsbesitz und daß der höhere Aufwand des städtischen Lebens den ehemaligen Wohl­stand allmählich aufzehrte.

Aber auch die Zahl der Wolkensteinschen Familienmitglieder ist in neuerer Zeit sehr zusammengeschmolzen. Zwar existieren noch beide Hauptlinien und besitzen ein seltener Fall auch noch ihre Stammburgen, ihre mannigfachen. Seitenzweige

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