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Viehmarkt. Die Beschickung der deutschen Schlachtvieh­märkte war vor den Feiertagen etwas lebhafter. Der Handel blieb jedoch ruhig., Jn den Preisen ist wenig Veränderung eingetreten.

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Verkehr. Am 9. Juli findet in München die Generalver­sammlung des Zentralvereins für deutsche Binnenschiffahrt statt. Unter Führung der Hapag haben eine Reihe von deutschen Reedereien eine Niederlassung in Prag gegründet, die dafür sorgen soll, daß die Frachten aus der Tschechoslowakei nicht mehr ausschließlich nach Triest, sondern nach Hamburg geleitet werden.

Arbeitsmarkt. Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen hat weiterhin gleichmäßig abgenommen. Es nimmt daneben aber auch die Zahl der Arbeitsuchenden ab.

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Ausland. Im Mai ist der deutsch- österreichische Börsen­index um 2,5 Prozent zurückgegangen. Die ungarischen Zölle für Getreide, Roggen und Mehl sollen noch weiterhin außer Kraft bleiben. In der letzten Zeit hat sich an den inter­nationalen Börsenplägen erneut ein erheblicher Rückgang des französischen Franken gezeigt. Der neue Sturz hat in Pariser politischen Kreisen starke Unruhe hervorgerufen. Man befürchtet eine erhebliche Weiterverteuerung der Lebensmittel und dem­entsprechend die Erhöhung des Notenumlaufes. Die belgische Rheinschiffahrt wird gegenwärtig mit 941 Schiffen von 530 000 Tonnen betrieben. Das ist fast ein Zehntel der gesamten Rhein­flotte. Die diesjährige Kaffee- Ernte in Brasilien wird als sehr gut bezeichnet. Die Steigerung der Kaffeepreise ist auf den stark wachsenden Konsum zurückzuführen.

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gionsbekenntnisses aufs strenste das Amtsgeheimnis gewahrt. Sie werden ausschließlich zu statistischen Zwecken verwertet, und an teine Behörde oder Privatperson werden irgendwelche Aus­fünfte persönlicher Art erteilt. Die Verfassung, die im Artikel 136 festsetzt, daß niemand verpflichtet ist, seine religiöse Ueber­zeugung zu offenbaren, läßt eine solche Frage bei statistischen Erhebungen ausdrücklich zu, weil der Einzelne gegen jede miß­brauchliche Verwendung seiner Angaben genügend sicher ge= stellt ist.

,, Her mit der Flagge Schwarzweißrot!"

Riesenfundgebung ehemaliger Sozialisten.

In einer von der ,, Vereinigung nationalgesinnter Arbeiter­führer, Wirtschaft und Arbeit E. V."( die hauptsächlich aus ehea maligen Sozialisten besteht) einberufenen Riesenkundgebung im Berliner Kriegervereinshaus wurde die Herbeiführung einer allgemeinen Volksabstimmung zweds Wiedereinführung der schwarzweißroten Flagge als Reichsflagge gefordert. Die Haupt rede hielt der politische Leiter der Vereinigung, Emil Unger; nach ihm sprach der ehem, soz. Gewerkschaftler Emil Kloth. Beide wiesen auf die verheerende Wirkung des Flaggenwechsels auf innen- und außenpolitischem-biet hin und verlangten Wieder­herstellung deutscher Ehre. Grüße und Zustimmungserklärungen von Arbeitern aus allen Teilen des Reiches überbrachten die zur Vereinigung übergetretenen weiteren Redner: der ehem. unab­hängig- sozialistische Partei- und Gewerkschaftsführer Herbst­Hannover, der ehem. Vorsitzende des soz. Gewerkschaftskartells Kiel- Schleswig- Holstein Witte- Hamburg, der ehemalige lang=

Bei der Volks-, Berufs- u. Betriebszählung jährige sozialistische Gewerkschaftsfunktionär Bley- Bremen und

am 16. Juni ds. Js. wird zum erstenmal wieder seit der Volks­zählung 1910 die Frage nach dem Religionsbekenntnis erhoben. Sie ist nicht nur vom Standpunkt der Kirchen und Religions­gesellschaften, sondern auch vom Standpunkt der Bevölkerungs­wissenschaft von großem Belang. Denn die Verschiebungen inner­halb der Konfessionen, wie wir sie von Volkszählung zu Volks­zählung feststellen können, sind zum kleinsten Teil auf Ueber­und Austritte zurückzuführen. Vielmehr sind sie das Ergebnis der starken Wanderungsbewegung, die sich jahraus jahrein innerhalb unseres Volkes vollzieht und unter den Schlagworten Landflucht, Zug nach der Stadt", Zug nach dem Westen" hinreichend bekannt ist. Aus dem Religionsbekenntnis lassen sich deshalb interessante Rückschlüsse auf die Binnenwanderung der Bevölkerung ziehen. Es ist klar, daß es der Statistik bei der Frage nach der Konfession nicht auf die Erfassung der reli­giösen Gesinnung ankommt, zumal sich innere Zustände und Merkmale naturgemäß jeder statistischen Erfassung entziehen, daß sie vielmehr nur die äußere Zugehörigkeit zu einer Reli­gionsgesellschaft feststellen will. Deshalb muß sich jeder solange noch als evangelisch, katholisch, israelitisch usw. eintragen, als er nicht formell aus diesen Religionsgemeinschaften ausgetreten ist. Die Bekenntnisse werden wie folgt gegliedert: 1. Christen, 2. Israeliten, 3. andere nicht christliche Religionsgesellschaften ( Mohamedaner, Buddhisten usw.), 4. Personen, die keiner Re­ligionsgesellschaft der Gruppen 1-3, aber einer Vereinigung zur gemeinschaftlichen Pflege einer Weltanschauung angehören ( z. B. Freireligiöse, Anthroposophen, Theosophen, Spiritisten und dergl.) 5. Personen, die keiner Religionsgesellschaft und keiner solchen Vereinigung angehören( Dissidenten, aus der Kirche Ausgetretene, ohne Bekenntnis usw.) Die Christen wer­den wieder geschieden in a) Evangelische, b) Römisch Katholische ( einschl. Unierte), c) Griechische und Russisch Orthodoxe, d) Alt­Katholiken e) sonstige. Die Evangelische weiter in:

1. Angehörige der Landeskirchen,

2. Angehörige evangelischer Freikirchen a) evangelisch- luthe­rischer, b) evangelisch- reformierter Freikirchen, c) der Brü­dergemeinde( Herrnhuter) und ähnliche,

Mennoniten, b) Baptisten,

3. Sonstige Evangelische: a) Mennoniten, b) Baptisten, c) Methodisten, d) Neuapostolische, e) Advendisten, f) son­stige( wie z. B. Ernste Bibelforscher, Quäfer, Darbysten usw.)

Wie über alle übrigen Angaben wird auch über die des Reli­

der ehemalige Vorsitzende der kommunistischen Betriebsräte­zentrale Mitteldeutschlands, Dörr- Halle. Der Schriftleiter des nationalen Arbeiterwochenblattes Der Deutsche Vorwärts", Oskar Krüger, wies sodann auf die bisherigen Versuche zur Wiederherstellung der alten Farben hin, forderte ihre sofortige Durchführung und brachte folgende Entschließung ein:

,, Die auf den Ruf der Vereinigung nationalgesinnter Ar­beiterführer, Wirtschaft und Arbeit E. V." am 27. Mai 1925 im Berliner Kriegervereinshaus über 3000 versammelten deutschen Männer und Frauen aller Schichten und Stände fordern, daß der Streit um die Reichsfarben durch Volks­entscheid zur Ruhe gebracht werde.

Sie sind der Ansicht, daß die schwarzrotgoldene Flagge das Sinnbild nationaler Schwäche, Unterwürfigkeit, Demüti­gung und deutscher Zwietracht darstellt und fordern darum die Wiedereinführung der alten ehrenvollen schwarzweiß­roten Reichsflagge, da mit jedem Tage, an dem die vielum ftrittenen Parteifarben Schwarz- Rot- Gold als Reichsfarben weiterbestehen, die Zwietracht im deutschen Volte sich immer schärfer auswirkt.

Deshalb rufen wir das deutsche Volk auf, überall in wuch­tigen Rundgebungen die schwarzweißrote Reichsflagge zu­rückzufordern.

Wir fordern die vaterländischen Parteien und Organi­sationen auf, möglichst bald einen Volksentscheid für Schwarzweißrot herbeizuführen!"

Sämtliche Redner wurden von der Versammlung, die würde voll verlief, mit stürmischer Begeisterung begrüßt. Die einge= brachte Entschließung wurde unter unbeschreiblichem Jubel ein­stimmig angenommen. Die Vereinigung( Berlin SW. 61, Lank wigstr. 5) erwartet, daß die Riesenkundgebung im Reiche Wider­hall und Nachahmung finden wird.

Mietpreise einer Baugenossenschaft.

Die gesetzliche Miete für München betrug im Monat Mai 77% der Friedensmiete. Genossenschaften, die der Wohnungs­zwangswirtschaft nicht unterstehen, sind auch hinsichtlich der Mietzinsbildung nicht an die obrigkeitlich geregelte Mietzins bildung gebunden. Aber es ist immerhin nicht uninteressant, wie Genossenschaften vereinzelt ihre Mietzinsregelungen vor­nehmen. So kommt uns ein Schriftstück zu, das die neue Mai­

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