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Giessener Zeitung

( neueste Nachrichten) mit

( Giessener Cageblatt)

Amts- u. Vereinsnachrichten

Bezugspreis:

60 Goldpfennig monatlich frei Haus, bei obligatorisch. Bezug durch Vereine 30 Goldpf. Telephon Str. 1362.

Nr. 3.

Expedition: Südanlage 21.

Redaktion, Druck und Verlag: Albin Klein in Gießen, Perlagsdruckerei, vorm. Keller, gegr. 1783.

Anzeigenpreise:

30 mm breite Petitzeile, Auswärts 30 Goldpfg.

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Donnerstag, den 8. Januar 1925.

Wirtschaftliche Rundschau.

( 3usammenfassende Uebersicht über die deutsche Wirtschaftslage.) ( Nachdruck verboten.)

Allgemeine Lage. Wenn man die verschiedenen Berichte aus den deutschen Wirtschaftszweigen übersieht, dann kann man als Ergebnis buchen, daß die Periode des Tiefstandes unseres Wirtschaftslebens überwunden ist. Die Produktion auf den meisten und wichtigsten Wirtschaftsgebieten ist im Steigen be= griffen.

Geldmarkt. Unverkennbar läßt sich die Börse zur Zeit von politischen Erwägungen leiten. Die außerordentlich glatte Ab­wicklung der Ultimoverpflichtungen machte einen guten Ein­druck und regte zu neuen Termingeschäften an.

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Handel, Gewerbe und Industrie. Der Beschäftigungsgrad sehr vieler Betriebe hat wieder die Friedenshöhe erreicht, geht sogar häufig wesentlich darüber hinaus. Dabei scheint der heimische Markt an Aufnahmefähigkeit bedeutend gewonnen zu haben; der Außenhandel dagegen ist immer noch das kränkelnde Sergenfind unserer Wirtschaft. Auch die Schwierigkeiten der deutsch- französischen Handelsvertragsverhandlungen drücken auf den Markt. Im Jahre 1924 wurden Waren eingeführt von ins= gesamt 9317 Millionen, dagegen ausgeführt 6567 Millionen. Das Passivum beträgt somit 2750 Millionen. Gegenüber 1923 stieg die Einfuhr um zirka 50 Prozent, während die Ausfuhr nur wenig über derjenigen des Vorjahres liegt. An der hohen Passivität ist hauptsächlich die Einfuhrsteigerung von Lebens­mitteln und Fertigwaren schuld. Die Gesamtzahl der Kon­furse im Vorjahre betrug nach amtlicher Zusammenstellung 5985. Ebenso groß ist die Zahl der sonstigen wirtschaftlichen Zu­sammenbrüche. Im Jahre 1913 hat Frankreich 51 000 To. Stahl und Eisen ausgeführt; im ersten Halbjahr 1924 aber waren es nicht weniger als 257 000 To., also das fünffache in der halben Zeit. Deutschland hat 1913 635 000 To. exportiert, 1924 dagegen nur noch 144 000 To. Die mitteldeutschen, schlesischen, Berliner und norddeutschen Bleirohrfabriken und Bleiwalzwerke schlossen sich zur Konvention zusammen. Die Eisenbahnwaggonlieferungen an Frankreich sollen auf mehrere

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Warum werden wir im Winter stärker? Weil uns die Be­wegung in frischer Luft fehlt, auch unsere Nahrung eine hoch­wertigere ist als im Sommer, weil schließlich auch der Körper von Natur aus gerade in der falten Jahreszeit zum Fettansah neigt. Sind Sie forpulent oder besigen Sie Neigung hierzu, so müssen Sie gerade jetzt im Winter eine Zehrkur vornehmen. Wir raten Ihnen, in Ihrer Apotheke Toluba- Kerne, 30 oder 60 Gramm, zu kaufen, die völlig unschädliche Stoffe von fett­zehrender Wirkung enthalten. Verlangen Sie ausdrücklich in den Apotheken Toluba! Sofern in anderen Apotheken nicht er­hältlich, sicher in der Universitäts- Apotheke 3um goldenen Engel".

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38. Jahrg.

Jahre verteilt und die ersten Waggons im Jahre 1926 an­gefordert werden. Die Marktlage in der chemischen Industrie ist nach wie vor sehr still. Frankreich will die Einfuhr deut­scher Spielwaren durch unüberwindliche Zollschranken unter­binden. In der deutschen Zuckerindustrie ist durch einen Zu­sammenschluß eine Einigung erzielt worden. Die Gerüchte von einem bevorstehenden Ausfuhrverbot für Mehl entsprechen nicht den Tatsachen. Im Januar wurden 766 Korkurse neu eröffnet( 562 im Dezember). Geschäftsaussichten wurden 332 ( 204) verhängt. Aufgehoben wurden 209( 239).

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Kohlen. Im Dezember 1924 erreichte die Steinkohlenpro­duktion Deutschlands nahezu die des gleichen Monats 1913( den jezigen Gebietsumfang ohne Saargebiet).

Holzmarkt. Für Nadelholz steht der Markt am Beginn einer Hochkonjunktur, für das Laubholz ist der Markt bereits gut, wenn auch die Preise noch zum Teil in der Entwicklung be­griffen sind. Am auffallendsten sind die Preise für Papierholz in die Höhe gegangen. Uneinheitlich ist noch der Brennholz­markt. Der Markt für Nutschnigholz hat sich noch nicht ge­

festigt.

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Warenmarkt. Infolge der andauernd festen Meldungen von den verschiedenen Gebieten des Weltmarktes zeigen die deutschen Warenmärkte in der Hauptsache eine freundliche Stim­mung. Anderseits fehlt es jedoch noch an der richtigen Unter­nehmungslust, so daß die Geschäftstätigkeit im allgemeinen nicht befriedigen konnte. Der Absatz des Kalisyndikats zeigt im Januar eine erfreuliche Steigerung. Die Gegenwärtigen Preise sollen beibehalten werden. Die feste Lage am Wachs­markt hält bei lebhaftem Geschäft unverändert an.- Der Verein deutscher Zellstoffabriken erhöhte die Preise für Lieferungen vom 1. Februar bis einschließlich 31. März 1925 um 5-6 Prozent.- Am Gerbstoffmarkt hat sich das gute Interesse für Eichengerb­rinde erhalten können. Der Roheisenverband hat die Preise für Februar unverändert gelassen. Der Absatz in Kalk ist im Januar teilweise erheblich zurückgegangen.

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Ausstellungen Messen. Die Nordische Messe in Kiel findet vom 22. bis 25. März statt. Am 20. und 21. April wird in Leipzig eine Deutsche Pelzmodenschau veranstaltet. Im Sommer 1925 wird in Hanau eine Handwerks- und Ge­werbeausstellung stattfinden, ebenso eine solche in Altona.- In Nürnberg wird im Mai eine bayrische Lebensmittelmesse stattfinden. Die Mailänder Mustermesse wird vom 12. bis 27. April abgehalten; die Kunstausstellung in Monza vom Mai bis Oktober.

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Produktenmarkt. Am Weltgetreidemarkt hält die allge­meine Hausse an. Auch die Stimmung an den deutschen Pro­duktenbörsen war im allgemeinen wieder fest. Der Hopfen­markt blieb unverändert ruhig. Jm Weingeschäft ist der frei­händige Verkehr nicht gerade unbelebt bei hie und da steigenden Preisen.

Viehmarkt. Die Marktlage auf den deutschen Viehmärkten