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Giessener Zeitung
( neueste Nachrichten)
mit
( Giesseuer Cageblatt)
Amts- u. Vereinsnachrichten
Bezugspreis:
60 Goldpfennig monatlich frei Haus, bet obligatorisch. Bezug durch Vereine 30 Goldpf.
Telephon Nr. 1362.
38. Jahrg.
Expedition: Sudanlage 21.
Redaktion, Druck und Verlag:
Albin Klein in Gießen, Verlagsdruckerei, vorm. Keller, gegr. 1783.
Anzeigenpreise:
30 mm breite Petitzeile, Auswärts 30 Goldpfg.
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Samstag, den 7. Februar 1925.
Wirtschaftliche Rundschau
( Zusammenfassende Uebersicht über die deutsche Wirtschaftslage.) ( Nachdruck verboten.)
Allgemeine Lage. Das Bild der allgemeinen Wirtschaftslage zeigt auch in der abgelaufenen Berichtszeit, daß trotz der bestehenden erheblichen Schwierigkeiten, die die Wirtschaft noch zu überwinden hat, diese sich doch in einer gleichmäßigen Aufwärtsbewegung befindet. Die Entwicklung vollzieht sich freilich zu langsam, um wesentlich sichtbare Erfolge zu zeitigen.
Geldmarkt. Die Aufwertungsgesehentwürfe beeinflussen naturgemäß die finanzwirtschaftliche Entwicklung der Dinge in Deutschland ganz wesentlich. Während der Geldmarkt flüssig ist, ist die Kreditfrage nach wie vor scharf angespannt. Die Entwicklung der Spareinlagen hat in letzter Zeit einen günstigen Fortschritt gezeigt. Die deutschen Sparkassen haben heute mehr als 2000 Millionen an Einlagen gegen 400 im Januar ds. Js. Seit August allein beläuft sich die Steigerung auf etwa 500-600 Millionen. Die Börse stand in der Berichtszeit ganz unter dem Eindruck des Regierungsentwurfes zur Aufwertungsfrage.
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Handel, Gewerbe und Industrie. Die Passivität der deutschen Handelsbilanz ist auch im Februar mit 494 Millionen Mark sehr bedeutend. Der heurige Industrie- und Handels tag wird am 29. April in Berlin abgehalten. Krupp erhielt einen Auftrag, 40 Lokomotiven nach Brasilien zu liefern. Eine Frankfurter Firma hat die Konzession zur Entwässerung Vertreter des Sumpfes von Amatow( Bulgarien) erhalten. Moskauer Feintuchtrusts haben in Deutschland bedeutende Wolleinkäufe betätigt. Die Preßglasfabriken haben sich zusammengeschlossen. Der Verband bezweckt vor allem ein gleichmagiges Vorgehen in der Preisfrage. Jm Januar und Februar betrug die französische Einfuhr aus Deutschland 301,9 ( gegen die gleiche Zeit des Vorjahres+ 33,8), die Ausfuhr nach Deutschland 629,(+ 305) Mill. Fr.-
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Kohlen. Mit Wirkung vom 1. April wird die Ruhrkohle A.-G. eine Preisherabsehung für eine Reihe von Kohlensorten eintreten lassen. Die Absatzkrise im Ruhrgebiet nimmt von Tag zu Tag größeren Umfang an. Auf den Halden der Ruhrzechen und auf den Syndikatslagern liegen zurzeit 9-10 Millionen Lonnen Brennstoff. Das Wutteldeutsche Braunkohlensyndikat ist bis zum 8. Mai verlängert worden.
Holzmarkt. Die Haltung der Käuferschaft hinsichtlich der Bewertung von Rohholz ist recht vorsichtig geworden, so daß es vereinzelt auch schon zu Zuschlagsverweigerungen wegen zu ge= ringer Gebote fam. Die Verkehrslage am Markte für Nadelschnittwaren blieb sehr ruhig, wodurch die Verwirrung in den Preisen anhäít.
Baumarkt. Der Bedarf an Wohnungen wird heuer auch durch eine rege Bautätigkeit nicht annähernd gedeckt werden kön= nen. In ganz Deutschland würde die Aufrichtung der notwen= digen Wohnhäuser die Summe von 5 Milliarden Mark erfor
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Nr. 16.
dern überall fehlt es aber an Mitteln. Die Baukosten haben sich heute gegenüber der Vorkriegszeit um ca. 50% erhöht.
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Warenmarkt. Die Kreditbeschaffung mit ihren Schwierig keiten ist noch immer der Stein des Anstoßes, der sehr start lähmend auf die Unternehmungslust wirkt. Demzufolge konnDie ten die Umsätze keine erheblichen Dimensionen erreichen. Kalipreise sollen vom 16. April ab um durchschnittlich 5 Prozent erhöht werden. Bei der Frankfurter Häuteauktion stellten sich die Preise für Rinderhäute 4-6 Prozent, für Kalbfelle 5-6 Prozent und für Schaffelle 3-10 Prozent höher als im Vormonat. Da in der Zementindustrie neue Lohnkämpfe bevorstehen, ist mit einer Erhöhung der Zementpreise zu rechnen. Die neuen Preise für Kali treten ab 16. April in Kraft. Ausstelungen und Messen. Der geschäftliche Erfolg der Kölner Frühjahrsmesse ist zum Teil nicht unerheblich größer gewesen als auf den übrigen vorausgegangenen diesjährigen Messen. Die dritte Fachmesse der Schuh- und Lederwirtschaft Messen. wird vom 9. bis 12. August 1925 in Berlin abgehalten.
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