und fürzerer Dauer. Arbeiten von längerer Dauer, d. h. solche für die tatsächlich mehr als 6 Arbeitstage verwendet worden sind, unterliegen nach den gesetzlichen Bestimmungen(§§ 798-99 der Reichsversicherungsordnung) der Nachweispflicht bei der Zweiganstalt der zuständigen Baugewerks- Berufsgenossenschaft. Der Auftraggeber( Unternehmer) auf dessen Kosten die Arbeiten ausgeführt werden, ist verpflichtet, nach Beendigung der Arbeiten, oder bei längerer Dauer, nach Schluß des Monats, an die Berufsgenossenschaft einen Nachweis über die verwendeten Arbeitstage und den den Versicherten( Arbeitern) dafür gewährten Entgelt einzusenden. Auf Grund der nachgewiesenen Lohnsumme wird die nach einem Prämientarif zu errechnende Prämie berechnet und dem Eigenbauunternehmer angefordert. Anders dagegen verhält es sich mit den Eigenbauarbeiten von kurzer Dauer, d. h. solche für die höchstens 6 Arbeitstage verwendet werden. Diese Arbeiten unterliegen der Nachweispflicht bei der Zweiganstalt der Berufsgenossenschaft bisher nicht. Wenn schon der Unternehmer längerer Bauarbeiten( wohl in den meisten Fällen) die Umsatzsteuer und die Versicherungsbeiträge für Kranfen, Invaliden- und Erwerbslosenversicherung erspart, Gewerbeund Reichseinkommensteuer aus dem Umsatz nicht zahlt und in den seltensten Fällen die Reichseinkommensteuer vom Lohn der Arbeiter abführt, so bleibt außer diesen Abgaben der Unternehmer kurzer Bauarbeiten auch noch von den Prämienleistungen an die Berufsgenossenschaft( Unfallversicherung) befreit.
Diese Tatsache ruft in den Kreisen der heute um ihre Eristenz schwer fämpfenden selbständigen Baugewerbetreibenden und Handwerker berechtigten Unwillen und Mißmut hervor. Das Verlangen auf Aufhebung der bisherigen Gesetzesbestimmungen und Erfassung aller Eigenbauarbeiten wird immer brennender. Die wirtschaftliche Notlage verlangt, daß hier baldigst Abhilfe Die Baugewerks- Berufsgenossenschaften sind geschaffen wird. hierzu jedoch nicht befugt. Es kann Abhilfe nur auf dem Gesetzes= wege geschaffen werden.
Nur durch Anwendung schärfster Maßnahmen kann dem Ueberhandnehmen der Pfuscharbeiten gesteuert und zur Wiedergesundung auf dem Baumarkte wesentlich beigetragen werden.
Dies erkennend, hat der Vorstand der Hessen- Naussauischen Baugewerks- Berufsgenossenschaft in seiner Sigung am 23. Oftober ds. Js. beschlossen, an das Reichsversicherungsamt abermals einen Antrag zu stellen, der die Aufhebung der bisherigen Gesezesbestimmungen und Ausdehnung der Versicherungspflicht auch auf die kleinsten Eigenbauarbeiten fordert.
Praktische Vorschläge über die Art der Ermittlung der Arbeiten, die Höhe und Einzug der im Verhältnis zu den verursachenden Kosten stehenden Mindestprämien, berechtigen zu der Hoffnung, daß diesem jüngsten Antrag der Erfolg an maßgebender Stelle nicht versagt werden wird.
Schon jetzt sei hierzu gesagt, daß das vorhandene Aufsichtspersonal der Beufsgenossenschaft alsdann aber nicht ausreicht, um alle vorkommenden Eigenbauarbeiten restlos zu ermitteln. Die tatkräftige Unterstützung seitens der gewerblichen Unternehmer ist hierbei unentbehrlich. Ehrensache eines jeden Genossenschaftsmitgliedes muß es alsdann sein, sich alle derartige Bauarbeiten zu merken, zu überwachen und der Berufsgenossenschaft unmittelbar, oder dem techn. Aufsichtsbeamten, mitzuteilen. Wenn hier ein Jeder seine Kraft einsetzt, dann wird auch der Erfolg nicht ausbleiben.
Gute Kunst für jedes Haus!
Wenn der Sommer ausklingt, die Bäume ihr buntes herbstliches Gewand abstreifen, die Abende beginnen lang zu werden, mischt sich in die leise Wehmut, die das Schlafengehen der Natur in uns auslöst, schon versöhnend und zauberisch der dem Weihnachtsfeste vorausleuchtende helle Glanz. Und mit ihm erwacht in unseren Herzen immer wieder das Bedürfnis Freude zu spen= den, das so entzückende geheimnisvolle Hin und Her, das schwierige Rätselraten nach unausgesprochenen Wünschen und dabei, leider! auch meist das sorgende Abwägen der Wünsche und des Geldbeutels. Ja, ob man es nun diesmal wagen kann, den Weihnachtstisch von dem reinen Nützlichkeitsgedanken loszulösen,
wieder ein gutes Buch darauf zu legen oder gar ein schönes Bild? Freilich rechnen muß man noch sehr! Aber man hat schon in den letzten Jahren immer wieder verzichten müssen und man möchte nun gar zu gern einmal wieder seiner Freude am Schönen, seiner Liebe zur Kunst sichtbaren Ausdruck verleihen. Wird da nicht mancher für einen guten Rat dankbar sein, für einen Hinweis darauf, daß die herrlichen farbigen Künstlersteinzeichnungen, wie sie z. B. der Verlag B. G. Teubner in Leipzig herausbringt, eine wertvolle und zugleich preiswerte Gabe man dente an sind? Es sind Bilder erster deutscher Meister Namen wie Hans von Volkmann, Biese, Ernst Liebemann, Sied, Hodler, Trübner von höchstem Kunstwert, Lithographien, die tatsächlich Originalgemälden entsprechen, denn der Künstler überträgt ja selbst die Zeichnung auf den Stein und überwacht den Druck. Und doch kann man ein solches Bild, je nach Größe schon für 2,50 M bis 8,- M erstehen.
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Diese Künstlersteinzeichnungen sind nicht falt und seelenlos, wie noch so gut gelungene photomechanische Farbendrucke; es geht ein eigentümlicher Zauber von ihnen aus, blutwarmes Leben, ein farbenfrohes Leuchten. Das Zimmer ist anheimelnder, ist lichter geworden, wenn ein solches Bild von der Wand grüßt, wie ein liebes vertrautes Gesicht. Und dazu wird jeder etwas seinem Geschmack und Empfinden Gemäßes finden: Eine Landschaft im Blühen des Frühlings, in schneeiger Winterpracht, den heimlichen Winkel einer alten malerischen Stadt, ein Blumenstück, ein Tier- oder Genrebild. Besonders reizvoll sind auch die Friese für das Kinderzimmer, meist Märchenbilder in fröhlich leuchtenden Farben, zu denen jetzt zwei neue hinzugekommen find„ Die Wanderfahrt der drei Wichtelmännchen". Auf jedem der beiden Friese sind zwei Bilder zusammengestellt, die uns in die geheimnisvolle belebte bunte Wunderwelt des Waldes führen: Auf dem ersten der wanderfrohe Abschied vor der Fahrt und die Freuden einer wohlverdienten Rast, auf dem zweiten eine feierliche Hochzeit im Walde und ein Tanz mit den leuchtenden Blumen des Kornfeldes. Eine bunte Märchenwelt ist es, die Jung und Alt entzücken muß. Für sämtliche Bilder können auch vornehme, geschmackvolle Rahmen aus den eigenen Werkstätten des Verlages B. G. Teubner bezogen werden. Zum Schluß wollen wir noch Freunde der Schattenkunst auf K. W. Diefenbachs Schattenbilder„ Per Aspera ad Astra“ und„ Göttliche Jugend", auf die reizenden Biedermaier- Motive der Gerda Luise Schmidt hinweisen und verraten, daß über alle diese Kunstwerke ein mit etwa 200 Abbildungen ausgestatteter Katalog näheren Aufschluß erteilt, der gegen Einsendung von 85 vom Verl. B. G. Teubner, Leipzig, Poststr. 3, zu beziehen ist.
Literarisches.
Fridericus. Ein Kalender auf das Jahr 1925 für echtes Deutschtum und für alle Kreise, in denen der vaterländische Gedanke mit Selbstbewußtsein starke Wurzeln geschlagen hat. 112 Seiten stark mit 4 Kunstblättern. Preis: 1. Mark. Verlag Deutsche Scholle, Leipzig- Stö. Der Name des großen Königs bildet heute für weiteste Kreise ein Programm: Der Kalender will darin bewußt einen wesentlichen Teil ausfüllen, deutsch sein bis ins Mark, den vaterländischen Gedanken mit aller Kraft betonen, das Selbstbewußtsein pflegen und stärken, die Achtung vor dem Deutschtum heben, dem deutschen Namen den ihm gebührenden Platz wieder verschaffen helfen. In kurzen, übersichtlichen fesselnden und kennzeichnenden Geschichten und Abhandlungen bringt er dem Leser Bilder aus der großen Vergangenheit wie aus dem gewaltigen Weltkriege nah und weiß daneben die wirtschaftlichen Seiten, die für uns Deutsche in Betracht kommen, ins rechte Licht zu sehen.
Panit
Kulturspende: Wir bringen unseren Lesern zur Kenntnis, daß durch einen Förderer und Verehrer des bekannten Schriftstellers Reinhold Eichacker für das deutsche Lesepublikum je 8000 Exem plare der beiden Romane: Der Kampf ums Gold insgesamt also 16000 Romane gespendet wurden und durch den Universalverlag München 19 als Geschenk, lediglich gegen Erstattung der Versandspesen( 30 Pfg.) zur Verteilung kommen. Jeder Interessent beeile sich daher, sich sofort an den Verlag zu wenden.
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