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Wohnungsnot und Wohnungsstatistik.

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Von Stadtverordneten Nicolaus Bogler Frankfurt a. M. Am 18. November reichte ich bei der Frankfurter Stadtver­ordneten- Versammlung den Antrag ein, den Magistrat zu er­suchen, statistisch festzustellen:

1. Wieviel Einwohner hatte Frankfurt a. M. Juli 1914?

am 1.

2. Wieviel Wohnungen waren am 1. Juli 1914 vor­handen? a) Wieviel bewohnt? b) Wieviel leer?

3. Wieviel Personen kamen am 1. Juli 1914 auf eine Woh­nung?

4. Wieviel Wohnungen wurden vom 1. Juli 1914 bis 30. Juni 1924 neu erbaut? a) Neubauten? b) Umbauten?

5. Wieviel Einwohner hatte Frankfurt a. M. am 1. Juli 1924?

6. Wieviel Personen kamen am 1. Juli 1924 auf eine Wohnung?

Von verschiedenen Tagesblättern wurde dieser Antrag als ganz überflüssig bezeichnet, da ja das Wohnungsamt, durch seine sorgfältige Registrierung und Katalogisierung in Gestalt von 17 000Wohnungsuchenden den Antrag bereits beantwortet und er damit erledigt sei. Die Volksstimme versuchte mich sogar als komische Figur darzustellen und meinte, etwas mehr Wissen täte mir not.

Wo ist die Wohnungsnot?

Da ich nunmehr vom Statistischen Amt die Unterlagen er­halten habe, gestatte ich mir anderer Meinung zu sein und werfe die Frage auf: ,, Wo ist die Wohnungsnot?"

Das Statistische Amt teilt nämlich mit: Frankfurt a. M. hatte am 1. Juli 1914= 445 000 Einwohner. Diese waren zu einem Prozentsatz von 4,4 in 101 200 Wohnungen untergebracht, außerdem aber hatten wir 1914 noch 2 700 leere Wohnungen, darin hätten wir zu dem damaligen Prozentsatz noch 11 880 Per­sonen unterbringen fönnen, sodaß wir bereits 1914 die Möglich­teit gehabt hätten, 456 880 Personen in Frankfurt unterzu­bringen.

Nun wurden bis 1. Juli 1924 7 076 Wohnungen neu erstellt, zu dem Prozentsatz von 4,4 verteilt, ist Wohngelegenheit für 31,134 Personen neugeschaffen worden. Also: in den am 1. Juli 1914 vorhandenen Wohnungen fonnten 456 880, in den bis 1. Juli 1924 neu erstellten Wohnungen weitere 31 134, zusammen 488 014 Personen untergebracht werden. Am 1. Juli 1924 hat­ten wir aber nur 471 000 Einwohner, so daß wir für 17 000 Per­Jonen noch Wohnungen überflüssig hatten.

Diese vom Statistischen Amt festgestellten unanfechtbaren Tatsachen, beweisen, daß das Wohnungsamt in Erfassung und Zuteilung von Wohnungen nicht fördernd, sondern hindernd ge­arbeitet hat.

Es hat angeblich 17 000 Wohnungssuchende, diese 17 000 Wohnungssuchende wären innerhalb 8 Tagen befriedigend unter­gebracht, wenn der Schwindel mit dem Wohnungsamt aufhörte, und es sich in Wohlgefallen auflösen würde.

Die entsprechenden Anträge werden von mir gestellt werden.

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grüße

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