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Statistisches über Brände in Hessen.

Für die Tagung der Hessischen Schornsteinfegermeister hatte Obermeister Karpfinger= Darmstadt eine Zusammenstellung über die Brände in Hessen und deren Ursachen bekanntgegeben. Recht interessant ist, daß die Schornsteinbrände etwa 200 Prozent gegen die Vorkriegszeit zugenommen haben. Es waren zu ver­zeichnen in Darmstadt 1914, 11 Schornsteinbrände, 1923 deren 33, Offenbach 7:21, Mainz 10:40. Die Zunahme dieser Brände ist in erster Linie auf die schlechtere Beschaffenheit der Brenn­materialien, dann aber auch auf die geringeren Reinigungster­mine der Schornsteine zurückzuführen. Im Jahre 1918 fanden in Hessen 487 Brände statt, davon wurden betroffen 274 Wohn­gebäude, 56 Scheunen, 26 Ställe, 51 Nebengebäude, 9 Kirchen und Schulen, 8 öffentliche Gebäude, 63 gewerbliche Gebäude. 1920 waren 534, im Jahre 1921 613 Brände zu verzeichnen, und zwar 1920 an Gebäuden 311, 1921 350, Scheuern 58: 73, Ställe 16:24, Nebengebäude 51: 49, Mühlen 2: 3, Kirchen und Schu­ien 6:12, öffentliche Gebäude 11:13, gewerbliche Gebäude 79: 89. Die Entstehungsursachen bei den Bränden im Jahre 1918 waren bewiesene Brandstiftungen 2, mutmaßliche Brandstiftung 144, mangelhafte Feuerungsanlagen 53, feuergefährliche Betriebe *, Blitzschlag 81, Explosionen 28, Selbstzündung 5, sonstige be­Kannte Ursachen 18, unbekannte Ursachen 148. In den Jahren 1920 und 1921: bewiesene Brandstiftung 1920: 0, 1921: 8, mut­maßliche Brandstiftung 16: 12, fahrlässiger Umgang mit Feuer und Licht 106: 88, mangelhafte Feuerungsanlage 72: 79, feuer­gefährliche Betriebe 5: 7, Blitzschlag 46: 67, Explosion 29: 32, Selbstzündung 2: 5, elektrische Anlagen 0: 8, bekannte Ursachen 13:14, unbekannte Ursachen 245: 293. In Hessen werden für Brandschäden jährlich etwa 1 und einhalb bis 2 Millionen Mark ausgegeben.

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Die große Zahl von Bränden ist in erster Linie auf die

hat man die Schornsteinfeger als Feuervisitatore obligatoris verpflichtet. Im Jahre 1922 wurde in einer Vorstellung beim Landtage die Schaffung eines Brandschaugesezes angeregt. Die Vorstellung ist der Regierung als Material überwiesen worden. So steht zu erwarten, daß eines Tages auch Hessen, das in Bezug auf die Zahl der Brände mit an erster Stelle steht, im Deutschen Reiche, in ähnlicher Weise vorgehen wird. Das wäre auch in sofern zweckmäßig, als die meisten Schornsteinfeger und dies irifft besonders auf dem Lande zu, sich als Brandmeister u. dgl. bei der freiwilligen Feuerwehr betätigen.

Die Preisausschreiben.

Tie preußische Stantsregierung hat fürzlich gegen den über handnehmenden Unfug der Breisausschreiben Stellung genommen. Der Umstand, daß die Preisausschreiben der Firmen vielfach nicht in ihrem Heimatsstaat, sondern in anderen Gebieten des Reiches neranstaltet werden, und somit u. E. nur ein zentrales Eingreifen diesem unlauteren Geschäftsverfahren Einhalt gebieten kann, veranlaßte uns, in diesem Sinne mit dem zuständigen preußischen Minister für Volkswohlfahrt und dem Reichsjustiz minister dahin Fühlung zu nehmen, daß das Vorgehen Preußen auch auf das ganze Reichsgebiet ausgedehnt werde. Vom Reichs justizminister wurde uns darauf mitgeteilt, daß er die Nund verfügungen der preußischen Regierung zur Kenntnis der außer preußischen Landesregierungen gebracht und dabei zur Erwägung gestellt habe, ob in den auß rpreußischen Ländern entsprechend vorzugehen sein möchte.

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mangelhafte Bauart der Schornsteine zurückzuführen, vielfach gibt, denn in diesem Nährmittel sind alle Vorzüge vereinigt Hoher Vero

auch auf die Feuerungsanlagen. Eine wesentliche Abnahme der Brände, die alljährlich sehr bedeutende Werte vernichten, dürfte zu erreichen sein, wenn bei der Bauabnahme der Schornsteinfeger mitwirkt, und ferner in angemessenen Zeitabschnitten durch diese sogenannte Brandschauen( Feuervisitation) abgehalten würden. In Bayern, Württemberg, Baden, Berlin, Brandenburg u. a.

Eine sonderbare Sommerfrische.

Von Waschmann. Fortsetzung.

Ich bin Weltmann genug, um auch in der Heide meine Kinderstube nicht zu verleugnen. Leider wurden die Ver­beugungen, mit denen ich meinen Pensionsherrn begrüßte, von diesem nur mangelhaft verstanden. Müller- Meier schien übler Laune zu sein. Statt meinen Gruß zu erwidern, gab er mir eine dreizinkige Gabel in die Hand, wies auf einen stattlichen Haufen Dünger und sagte: Böran!"

Meine Mitpensionäre mußten mit den Gewohnheiten des Hofes schon besser vertraut sein. Rüstig waren sie längst dabei, mit ihren Forken den Mist, der in der Morgentühle dampfte, aufzuladen, wobei sie hin und wieder kräftig in die Hände spuckten. Sie waren derart in diese Beschäftigung vertieft, daß sie von meiner Vorstellung faum Notiz nahmen.

In dem Inserat, das mich veranlaßt hatte, die Heide als Erholungsaufenthalt zu wählen, war mit keinem Wort die Rede davon gewesen, daß es sich in der Pension Müller- Meier um ein Sanatorium oder etwas ähnliches handele. Sanatorien unter­scheiden sich bekanntlich von gewöhnlichen Sommerfrischen in der Regel dadurch, daß sie ihren Gästen außer Diät( das heißt magere Kost) eine gewisse Arbeitsleistung vorschreiben. Mein Freund Kröfelmann ist in einem Sanatorium gewesen, in dem er vier Wochen lang vom frühen Morgen bis zum späten Abend Holz sägen mußte, wobei er morgens, mittags und abends mit nichts anderem als mit Spinat ernährt wurde. Für sechs Mark pro Tag! Inklusive!( das heißt einschließlich Holzsägen und Spinatessen). Angesichts dieser Erfahrungen meines Freundes Krökelmann hatte ich Wert darauf gelegt, meine Ferien in einer gewöhnlichen Sommerfrische zu verleben; nicht in einem Sanatorium. Und nun war ich, wie mir schien, doch herein­gefallen. Trotz aller Vorsicht. Und befand mich in einem Sana­

die man an eine tägliche Kost stellen kann: hoher Nähr­und Gesundheitswert, Wohlgeschmack und leichte Verdaulich: feit. Illustrierte Broschüre über Säuglingspflege kostenlos und unverbindlich durch:" Linda"- Gesellschaft m. b. S., Abt. 7, Berlin W 57. 1 Originaldose ist in allen Apotheken und Dro­gerien usw. für Mark 1.50 erhältlich.

torium. Mitten in der Lüneburger Heide. Ohne daß ich es gewollt hatte. Auf Grund eines unvollständig abgefaßten Inserates.

Zwar verlangte niemand von mir, daß ich Holz sägte und Spinat. Aber ich mußte Mist aufladen. Ganz gewöhnlichen Stallmist.

Gegen die Verpflegung war nichts einzuwenden. Um 8 Uhr gab es Kaffee mit Buchweizen- Pfannkuchen; um 10 Uhr ein Schinkenbutterbrot und einen Kümmel; mittags Erbsen mit Speck; nachmittags Kaffee mit Buchweizen- Pfannkuchen; abends Erbsen ohne Spec. Zwischendurch wurde Mist aufgeladen. Bis abends um acht Uhr.

Erbsen sollen ungemein viel Vitamine enthalten. Die Aerzte behaupten es. Und ich glaube, daß sie Recht habe Wenigstens hatte ich nach achttägigem Erholungsaufenthalt bei Müller- Meier das Gefühl, so viel dieser lebensnotwendigen Stoffe in mich aufgenommen zu haben, um damit bis zu den nächsten Sommerferien bequem auskommen zu können. Unter diesen Umständen hielt ich eine weitere Ausdehnung meines Aufenthaltes in der idyllischen Heide für überflüssig und erklärte meinem Wirt, daß ich abreisen wolle.

Müller- Meier war keineswegs von meinem Entschluß über rascht. Im Gegenteil: er schien ihn erwartet zu haben und sich darüber zu freuen. Und als ich ihn wegen der Abrechnung fragte, winkte er ab. Jd mein, dat weer all god so, Krischjohn!" sagte er. Und wohlwollend fügte er hinzu: ,, Villichte versöken Seit mal als Midepinn. Dat mag Sei woll beeter smaken a Meßupladen! Beetern Se sick! Un dann adschüs!" Damit nahm er gleichmütig seine Forte wieder auf und half beim Dünger aufladen, ohne sich weiter um mich zu kümmern.

Warum er mir das Pensionsgeld erlassen und was er mit seiner Abschiedsrede gewollt hat, ist mir nicht klar geworden. Bei so einem Heidebauern mag sich der Teufel auskennen. Im nächsten Jahre werde ich doch wohl ins Gebirge gehen.

( Schluß)

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