In vier Jahren verjähren
die oben bezeichneten Ansprüche, wenn die Leistungen für den Gewerbebetrieb der Schuldner erfolgten, ferner Ansprüche auf Rückstände von Zinsen mit Einschluß der als Zuschlag zu den Zinsen zwecks allmählicher Tilgung des Kapitals zu entrichtenden Beträge und Ansprüche aus Miet- und Pachtzinsen.
Wer also Forderungen schon länger ausstehen hat, muß prüfen, ob die Verjährungsfrist nicht Ende dieses Jahres abläuft. Dabei ist zuerst festzustellen, ob die Leistung für den Gewerbebetrieb oder etwa für den Privathaushalt erfolgt ist. Um die Verjährung von Forderungen zu verhüten, ist eine Unterbrechung herbeizuführen. Das geschieht durch Anerkenntnis in der Weise, daß der Schuldner den Anspruch des Gläubigers ausdrücklich anerkennt. Eine Anerkennung kann auch durch eine Abschlagszahlung, Zinszahlung, Sicherheitsleistung oder in irgend einer anderen Meise, die eine Anerkenntnis des schuldigen Betrages einschließt, erfolgen. Die Verjährung wird ferner unterbrochen durch Zustellung eines Zahlungsbefehls oder durch Einreichung einer Klage auf Zahlung oder Feststellung des Anspruchs oder auf Erteilung der Vollstreckungsklausel oder auf Erlaß des Vollstreckungsurteils. Ein Anspruch, der im Klagewege rechtskräftig festgestellt wurde, verjährt dann erst in 30 Jahren.
Die Berjährung wird nicht unterbrochen durch eine gewöhnliche Mahnung, insbesondere nicht durch Uebersendung einer Rechnung. Bei der Verjährung ist zu berücksichtigen, daß rückständige Forderungen aus Werk- und Lieferungsverträgen unter Umständen in vollem Maße aufgewertet werden müssen.
Rettet die Ehre!
Von Rechtsanwalt Paul Markwardt.
Wie in den ,, alten guten Zeiten" vor zehn und mehr Jahren arbeitet die Geschäftswelt jetzt wieder im großen Maße mit
Weihnachtsbücherschau
vom Verlag I. P. Bachem, Köln.
Im Vorjahr machten wir unsere Leser mit Ludwig Mathars ,, Niederrhein" bekannt. In diesem Jahre legt uns Bachem den zweiten Band der herrlichen Reihe vor: Ludwig Mathar,„ Die Mosel"( mit 117 Kunstdruckbildern nach Sonderaufnahmen und einem Titelbild in Vierfarbendruck, vornehm gebunden 20 Mt.) Wer den Niederrhein kennt, dem brauchen wir nichts zu sagen von stets glücklich arbeitenden Künstlerhand Mathars. Unverfennbar bleibt auch Mathar als Romanschriftsteller:„ Glück der Delbers" und andere geschichtliche Romane. Sein Stil ist überaus frisch. Der Roman„ Um die Scholle" von Georg Julius Petersen, geb. 6 Mark, das stärkste an diesem wirklich empfehlens= werten Buch, dem agrarreformerische Leitgedanken einen ernsten Gegenwartston geben, ist die warme quellende tief innerlich erlebte Heimatsliebe, dieses letzte Krongut des Deutschen. Der Roman Meerland- Menschen" von Dora Hohlfeld( geb. 5 Mk.) ist ein seltsames Buch. Alles kommt uns wie Andeutung, duftige Skizze vor und ist doch ein kleines Kunstwerk voll Zartheiten und Feinheiten. Wie wohltuend ist es, daneben einmal ein Buch zu lesen, wie„ Goldengel von Köln" von Ernst Pasque, Kulturgeschichtlicher Roman aus Kölns Franzosenzeit, neu herausgegeben von Franz Bender( geb. 8 Mark). Nicht nur jedem Kölner wird beim Lesen das Herz ordentlich warm werden. Die„ Illustrierte Geschichte der Stadt Köln", dieser stattliche vornehme Band von Prof. Dr. Franz Bender, mit reichem Bilderschmuck( 186 Abbilbungen 12,50 Mark), Karl Rademacher gibt uns in„ Caesarius von Heisterbach" eine Künstlergeschichte aus dem Klosterleben des 13. Jahrhunderts mit 15 Bildern, geb. 8. Mart. Henriette Brey hat in ihrem„ Joseph Ben David, der Getreue"( geb. 4Mt.), in lebendigen Farben die Geschichte des Nährvaters Christi, zu bringen vermocht. Auch in ihrem neuen Priesterroman„ Der Heidevikar( geb. 9 Mark) bietet sie uns eine Priesterstudie von guter tiefer Art, frei von Tendenz und Sentimentalität. Eine fehr zarte, wohl ziselierte Gabe von Hugo Strauch:„ Valentins Magnificat"( geb. 5,50 Mark). Ein Musikerroman ist es, der mit zeicher Seelenkunde und hellhörigem Herzenstakt den Lebensweg
Wechseln. Der Wechselverkehr scheint sogar einen größeren Umfang angenommen zu haben, als früher. Früher besaß man immerhin noch einen festen Fond, hatte Wertpapiere, auf die man in fünf Minuten Bargeld erhielt, wenn das Verfügbare zur Deckung eines Wechsels nicht zureichte, man hatte sonstige Ersparnisse, die im Notfall ebenfalls schnell flüssig gemacht werden konnten. Heute ist alles anders. Die Ersparnisse sind vernichtet, Wertpapiere entwertet, man zahlt seine Ausgaben von seinen Einnahmen, und wenn die Einnahmen, mit denen man rechnete, ganz oder teilweise ausbleiben, so kann auch der ehrlichste und gewissenhafteste Geschäftsmann ins Gedränge kommen. Am schlimmsten, wenn ein von ihm des notwendigen Kredites wegen ausgeschriebener Wechsel vor der Türe steht. Kann er den Wech sel nicht pünktlich einlösen, so wird dieser protestiert, und es entstehen leicht unliebsame Kosten. Aber es entsteht noch mehr, noch viel Schlimmeres: die Kreditfähigkeit, der gute Ruf, und damit die Ehre wird untergraben, am Ende gar vernichtet.
Da nun die meisten Geschäftsleute jetzt nicht voraussehen können, ob sie die acceptierten Wechsel auch am Verfall einzulösen in der Lage sind, so sollte man beizeiten dafür sorgen, daß eine Protestation unterbleibt und der gute Ruf nicht leidet, daß die Ehre gerettet wird. Der sicherste Weg ist immer, überhaupt keinen Wechsel zu geben, der zumeist längere Zeit läuft, sondern zu vereinbaren, den Rechnungsbetrag in Zeit- Abschnitten von 8 bis 14
Bruch-, Blas.-, Muttervorf.-, Unterleibs-, Bein-, Nerv.-, Rheumatis-, Kropf-, Gallensteinleid., Schwerhörige usw. machen wir auf die im heutigen Anzeigenteil erwähnte kostenl. Sprechstunde des Herrn Dr. med. Schmitt aufmerksam.
eines Komponisten und seiner Braut und Gattin, der schlankgliedrigen zierlichen Beatrix Inden, der Konzersängerin, schildert. Als Geschenkwerke des Verlages Bachem sind außer„ Mosel" und„ Niederrhein" die Prachtwerke von Walter Rothes,„ Die Madonna“ und„ Chriftus", mit 233 Abbildungen, Lexikonformat, geb. 15 Mark. Theodor Büzler's„ Deutsche Geschichte" mit besonderer Berücksichtigung der Rheinlande und der Stadt Köln. Erster Teil 4 Mark.„ Der Weg zur Kunst für Schule und Haus". Eine leichfaßliche Einführung von Dr. H. G. Lempertz und Karl Becker, 3 Teile mit 216 Abbildungen, geb. 4 Mark zu empfehlen. Zeit: gemäß sind noch die Werke des Münsterer Professors zu Bonsen, „ Das zweite Gesicht",„ Die Völkerschlacht der Zukunft am Birken baum“,„ Prophezeihungen zum Weltkrieg" und„ Neuere Borgeschichte". Das„ Spoefentieken" ist ja heute wieder modern. Auch das große, leicht faßlich geschriebene Werk von Professor Pohle, ,, Die Sternenwelten" und ihre Bewohner", mit einer Karte, 6 Tafeln und 60 Abbildungen, geb. 10 Mark, wird manchem wissenschaftlich interessierten Laien Anregung und neue Kenntnisse vermitteln. Den Roman„ Die Tochter des Kunstreiters" von Ferdinande von Brackel bringt der Verlag in einer prächtig ausgestat teten Fest- Ausgabe zum 75. Male heraus, geschmückt mit Einschaltbildern des Malers Doubek, 30. Mark. In neuer, der 21.- 30. Auflage, liegt vor Freiin von Kranes Lebensbeschreibung der Seherin von Dülmen, Anna Katharina Emmeric, „ Die Leidensbraut", mit 5 Bildern, geb. 3,60 Mark, Geschenkaus gabe in Ganzleinen 5 Marf. Auf die bekannten Bachem'schen Sammlungen von Volks- und Jugendschriften mit historischem und kulturgeschichtlichem Hintergrund, für Knaben und Mädchen gesonderte 3 Mark Bände, sei hingewiesen. Von der Sammlung der kleinen 1,20 M Bändchen, Bachems Volks- u. Jugenderzählungen, sei erwähnt: Pole Poppenspäler und Theodor Storm und Parzival der Gralsucher von Gerhard Hennes. Gesamtverzeich nisse stehen jederzeit zur Verfügung. Die Ausstattung der Bachem- Bücher ist gediegen und gut. Sie zeigt das erfolgreiche Bestreben des nun über 100 Jahre alten Verlags, auch auf den Wegen der modernen Graphik und des fünstlerisch durchsetzten Buchgewerbes Schritt zu halten. Wem diese kleine Blütenlese. nicht genügt, dem sendet der Verlag auf Verlangen gern sein ausführliches, reich bildergeschmücktes Verzeichnis.


