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Gießener Zeitung

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Bezugspreis 25 Pfg. monatlich

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( Neueste Nachrichten)

vierteljährlich 75 Pfg., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 60 Pfg.- Erscheint Mittwoche und Samstags. Redaktion: Selters. veg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b.§.

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Nr. 44.

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Telephon: Nr. 362.

Die aufzubringenden Kosten

für die Webrvorlage

rik Deutz. Taunusstr. 47. werbstreifen seit Wochen eingehende Beratungen ver­ben in den Regierungs- wie audy in den Partei- und

Cin wahrer Scha

acht. Es war von nornherein flar, daß bei dem tigen teuren Lebensunterhalt die kleinen und nied­en Einkommen vor neuen Steuern verschont bleiben üssen, also daß die finanziell besser gestellte Bevöl­ung in der Hauptsache die Lasten auf sich zu nehmen In der letzten Donnerstag- Sigung der Budget= mmission des Reichstages lagen nun zur Beratung Relau's Selbstbewahru einmaligen Wehrbeitrages Anträge verschiedener rteien vor, die fast durchweg eine Staffelung der ein­Ligen Vermögensabgabe und der Abgabe von den Laserleidetzanden ogea o feren Einkommen forderten. Nach längerer Debatte

alle durch jugendliche Verirrung krankte ist das berühmte We

verb. Aufl. Mit 27 Abb, Preis 3 M

Expedition: Seltersweg 83.

Samstag, den 31. Mai 1913.

serzeit abgehalten hat.

*

Berlin, 29. Mai. Heute mittag trafen der Prinz und Prinzessin Ernst August, Her­zog und Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg, zu einem furzen Besuche beim Kaiserpaar im Neuen Pa­lais ein. Nachmittags erfolgte die Abreise nach Alm­tal bei Gmunden.

* Generalfeldmarschall und Armeeinspekteur Frhr. v. d. Golzz, der am 12. August das 70. Lebensjahr vollendet, tritt nach 52 Dienstjahren demnächst in den Ruhestand. Diese Absicht des hochverdienten Strategen wird im Heere und im ganzen deutschen Volke aufs tiefste bedauert.

* Berlin. Der Reichsanzeiger veröffentlicht das Gesetz betreffend die Gewährung von Beihilfen an die Kriegsteilnehmer.

Laster leidet.Zu bezieh.durch das der Vorsitzende an, daß je zwei Mitglieder jeder wird dem Vernehmen nach spätestens Mitte Juni zur

rlags- Magazin in Leipzig -Ritterstr. 4.

mie durch jede Buchandlang, heren Besprechung zusammentreten möchten, um so tei mit dem Reichsschatzsekretär Kühn zu einer be­einer Verständigung zu gelangen. Diese Besprechung Strickmaschinen Ergebnis wird folgendes gemeldet: bereits am Donnerstag nachmittag statt. Ueber Systeme, m. M. 30 Die Besprechung dauerte drei Stunden. Anzahlung Katalog frei Kirsch, Braunschweig de eine Einigung erzielt, die im großen und ganzen folgender Grundlage beruht:

Darin

Das Einkommen wird kapitalisiert, und zwar

Flechter den Einfommen von 5000 bis 50 000 Mart dem ass.u. trock Schuppenflechen Vermögen, Einkommen von 50 bis 100 000

artflechte, skroph. Ekzen

M

dem 12% fachen Vermögen, Einkommen über 000 Mark dem 15fachen Vermögen gleichgestellt. offene Füß m Einkommen werden 5 Prozent als Vermögens utausschläge, Aderbein abgezogen.- Einstimmig angenommen wurde se Finger, alte Wund ind oft sehr hartnäcki Seranziehung der Einkommen von 5000 er bisher vergeblich an aufwärts.- Vermögen unter Mark eilung hoffte, versuche 000 sollen freibleiben, jedoch mit der Ein antung, daß Vermögen von 30 bis 50 000 Mark Rino- Salbejenigen steuerpflichtig sind, der gleichzeitig ein

ie bewährte u. ärztl, empl

rei von schädlich. Bestandelenommen von 2000 Mark und mehr hat. Dose Mk. 1,15 u. 2 Die Steuersätze werden ausgestaffelt, doch sind die Man achte auf den me Rino und Firm e der Höhe noch nicht festgelegt. Bich. Schubert& Weinböhla- Dresden

Zu haben In allen Apotheks

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rkannt.

llte.

Politische Rundschau.

Der Kaiser hielt Donnerstag früh auf dem uppenübungsplatz Döberiz eine Parade über die bele Gardeinfanteriebrigade, die sogenannte Kaiserbri­ida ab. Diese Uebung findet in jedem Jahre am 29. lai statt zur Erinnerung an die Parade der 2. Garde­fa nieriebrigade, die Kaiser Friedrich vor 25 Jahren 29. Mai als einzige Parade während seiner Kai­

Die Nachbarn vom Heideland.

26)

Roman von Ludwig Blümde.

( Nachdruck verboten.)

War Thorö auch so ziemlich erhaben über den en Aberglauben, der hier auf dem platten Lande schte, in diesem Augenblicke wurde ihm doch angst 6 bange. Das nahm der Lumpenhendrik mit Genug­g wahr und ein triumphierendes Lächeln um­elte sein unschönes Raubvogelgesicht. Er gab dem setzten Thorö dann eine völlige wahrheitsgetreue jelderung des Vorganges, wiederholte Wort für t, das da gesprochen wurde und erhöhte die Wir­noch, indem er schloß: Es ist in meiner Macht, ald fofort zurückzuzitieren, damit er sich vor Gericht tjertigen tann."

War diese letzte Behauptung auch aus der Luft ge­Fen, der Müller glaubte sie.

Oh, was würde er darum gegeben haben, wenn er en Wicht da zehn Klafter tief in die Erde verwün­fönnte! Aber was sollte er nun sagen? Nach em Ueberlegen mußte er zu der Erkenntnis kom­, daß Hendrik an jenem Abend hinter einem Busch en und alles aus nächster Nähe mit angesehen gehört hätte. Ausreden würden demnach nichts en. Räumte er aber ein, daß es so war, dann hätte Kerl ihn in seinen Krallen.-

Nun, der fluge Gauner kam ihm entgegen, indem riedfertig sagte: Herr Thorö, wir wollen nicht wie törichten Kinder sein, wollen uns vertragen und hünftig handeln. Ich weiß ja noch viel, viel mehr, te auch beschwören, wer Lorenzens Schweine ver­et hat."

Das war wieder eine dreiste Lüge, aber die ver­te ebenfalls ihren Zweck nicht, denn der gänzlich virrte glaubte fie.

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( Gießener Tageblatt)

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B

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Telephon Nr. 362.

25. Jahrg.

anderer Stelle eingehend behandelten Beschluß gefaßt hat). Den Rest der kurzen Junitagung werden die noch von den jüngsten Kammerverhandlungen zurückgestellten Beratungsgegenstände bilden.

von

s Darmstadt, 29. Mai. Der Finanz aus­schuß der zweiten Kammer trat heute unter Vorsitz des Abg. Mothan zur Beratung der Besold= ungsvorlage zusammen. Zunächst wurde die Vor­lage über den Wohnungsgeldzuschuß einer eingehenden Beratung unterzogen. Von verschiedenen Seiten wurde die Abschaffung der Wohnungsgelder im Interesse der Gleichstellung der Beamten in Stadt und Land ver­langt, während eine unterschiedliche Behandlung anderer Seite als durch die Verhältnisse in den Städten begründet, verteidigt wurde. Bei Erörterungen der Ser­visklassen wurde angeregt, an Stelle der jetzigen 81 Ge­haltsklassen eine Beschränkung, wie sie in Ba= den und anderen Bundesstaaten vorhanden ist, eintreten zu lassen. Der Unterschied, den die Regierung bezüglich des Wohnungsgeldes an unverheiratete Beamte aufge­stellt hat, wird grundsätzlich vom Ausschuß gutgeheißen. Von einer Seite wird angeregt, den verheirateten, noch nicht angestellten Staatsdienstanwärtern die Hälfte des Wohnungsgeldes zu gewähren. Ueber den Gesetzent= Bewurf betreffend die Besoldung der Staatsbe= amten, berichtete alsdann eingehend Abg. Molthan. Bei der Betrachtung der Uebergangsbestimmungen fand eine Aussprache über die Nebenbezüge der Staatsbeam­ten statt. * Straßburg, 30. Mai. Beide Kammern des elsaß- lothringischen Landtags wurden heute abend durch den Staatssekretär 3orn von Bulach geschlossen.

Die Erste Kammer der hess. Landstände Abhaltung einer Plenarsizung zusammentreten, um über den voraussichtlich von der Zweiten Kammer zu geneh­migenden Ausschußantrag auf Bewilligung staatlicher Hilfsmittel für die Zentralkasse der hessischen landwirt­schaftlichen Genossenschaften Beschluß zu fassen.

In der Mittwochsitzung des Finanzausschusses der zweiten Kammer, die sich ausschließlich mit der ratung über diese wichtige Hilfsaktion für die landwirt­schaftlichen Genossenschaften im allgemeinen und ihre neue Zentralfasse im besonderen zu beschäftigen hatte, konnte die Regierung bereits flipp und flar ihre Stellungnahme zu den Sache präzisieren in Form einer Regierungser­klärung. Folgende Resolution wurde einstimmig ange­nommen: Der Finanzausschuß beantragt, die Großh. Regierung zu ersuchen, alsbald eine Vorlage einzubrin gen, wonach der Zentralkasse der hessischen landwirtsch. Genossenschaften aus den Vermögensbeständen der Gr. Hauptstaatskasse Mittel bis zu einem Betrag von einer Million Mart zur Verfügung gestellt und geeignete Vorschläge für die Verzinsung, die Sicherstellung und die Rückzahlung dieser Mittel gemacht werden." Ein an= deres erfreuliches Moment bezüglich dieser Darlehensge­währung möchten wir besonders darin erblicken, daß durch diese jetzt vorgeschlagene Beteiligung des Staates an der Zentralkasse die Regierung auch ein wesentliches Interesse an der Geschäftsführung der Kasse erhält. Die Zweite hessische Kammer ist für Dienstag, den 3. Juni, wieder zur Abhaltung einer Plenarberatung zusammenberufen worden. Auf der Ta­gesordnung steht an erster Stelle die Beratung des dring­lichen Antrags Dr. Osann, Brauer, Reh, Ulrich und 31 Genossen, die Zentralkasse betreffend, und in Verbind­ung damit der Antrag und die dringliche Anfrage im gleichen Betreff( worüber der Finanzausschuß den an

Also seie wir flug! Sie sind ein reicher Mann und ich bin ein armer, gebrechlicher und hinfälliger Mann. Das Hausieren ist mir zu beschwerlich, ich müß­te mich zur Ruhe sezen. Es wohnt ein Neffe von mir drüben in Preußen, in einer großen Stadt. Zu dem will ich ziehen. Es fehlt mir aber das Reisegeld. Geben Sie mir 100 Taler und die Reise geht noch heute Los. Niemand seht den alten Hendrik wieder in Arendrup."

Eine Frage!" feucht Thorö in größter Verlegen­heit: Wo hält sich der Ewald Lorenzen auf? Ist er nicht in Amerika?"-

Hendrik hatte keine Ahnung, erwiderte aber sehr schlagfertig: Darüber möchte ich mich nicht äußern. Ich könnte sonst womöglich mit der Polizei in Konflikt geraten. Geben Sie mir die 100 Tater und Ihnen fann es gleich bleiben, wo er steckt."

Nein, fällt mir nicht ein! Wenn ich nicht gern möchte, daß die Sache nicht wieder in aller Leute Mund fommt, dann würde ich Dich wegen Erpressung ver­flagen. Aber ich bedarf der Ruhe. Aufregung ist mir verboten von den Aerzten. Darum will ich Dir, wo ich weiß, daß Du ein armer Wicht bist, und wo es mir leid tut, daß ich Dich vorher so derbe anfuhr, 10 Taler Trinkgeld geben. Da nimm, hier sind sie."

Nichts da, hundert will ich, keinen Schilling da­runter tu ich es."

Unverschämter Kerl, dann bekommt Ihr gar

nichts!"

Garnichts? Vielleicht aber die Prämie, die auf Ewald Lorenzens Festnahme gesezt ist. Nun, ich bin durstig und müde. Adieu, Herr Thorö. Wenn Sie nicht wollen, dann kann ich Ihnen nicht helfen." Ein Höhnisches Lachen beglettete diese Worte.

Du bleibst hier! Keinen Schritt weiter," brüllte der Müller, außer sich vor Wut. Komm mit nach der Mühle, sollst das Geld haben, aber gib mir Dein Wort

Die Wahlprüfungskommission des Reichstages trat in die Prüfung der Wahl des Abgeordneten Fr. Werner- Gießen( Reformpartei) ein, ohne indes die Prüfung zu beendigen.

Oesterreich.

* Wien. Der am Mittwoch beerdigte österreich­isch- ungarische Generalstabs oberst Red I( er hat sich er­schossen) ist tatsächlich, wie jetzt nicht mehr bestritten wird, der Spionage zugunsten Rußlands überführt worden. Das Begräbnis fand ohne alle militärischen Ehren statt. Der Bursche des durch Selbstmord ge­endeten Generalstabs obersten Redl hat gleichfalls Selbst­mord begangen. Allem Anschein nach hat er mit seinem Vorgesetzten in sträflichem Verkehr gestanden.

wer­

Ueber die Affäre des Generalstabs obersten Redl, die in ganz Desterreich ein Riesenaufsehen erregt, den dem Kaiser und dem Thronfolger direkte Berichte erstattet. Jm Parlament gingen zahlreiche In­

darauf, daß Du mir nie wieder unter die Augen treten wirst."

,, Gilt Ihnen denn das Wort des- Lumpenhend­rik so viel? Na, ich komme morgen früh. Bei Abend ist mir das nicht geheuer. Bin auch zu müde. Oder wollen Sie mir das Geld hierherbringen? Dann war­te ich solange am Wege."

Thorö überlegte eine Weile und kam zu der Ein­sicht, daß es am besten wäre, das Geld sofort zu holen. Das geschah denn auch und Hendrik verabschiedete sich mit dem gewohnten höhnischen Lachen.

De: n Müller war die Lust vergangen, noch ins Wirtshaus zu gehen. Der Gedanke, Ewald Lorenzen könnte ihm eines Tages wieder in den Weg treten, be­unruhigte ihn so, daß er beschloß, sobald als möglich aus Arendrup zu verschwinden.

IX.

Krieg und Jammer. Was die alte Großmutter auf dem Sterbebett pro­phezeit und was Lehrer Holm schon lange aus den Zei­tungen ersehen, stand jetzt nahe bevor. Alle Welt redete jetzt von einem Krieg zwischen Deutschland und Frank­reich. Als dann Doktor Schroeder heute einen Ab­stecher nach dem Eichhof machte, um einmal zu sehen, wie es dort ginge, da sagte er sehr ernst zu Vater und Sohn Hinrichsen: Die Kriegserklärung fann jeden Tag eintreten. Es wäre schlimm, Hans, wenn Du mitmüßtest. Ich will gern mein möglichstes tun, daß Du durch Reklamation frei kommst, denn ich kann mit gutem Gewissen bestätigen, daß Du bei Deines Vaters Gesundheitszustand hier unentbehrlich bist."

" Das ist gut gemeint, lieber Doktor," sagte darauf der alte Hinrichsen und dafei reckte sich seine Riesenge­stalt hoch in die Höhe, und in seinen Augen leuchtete wieder das Feuer, das der Doktor längst verglommen wähnte. Aber ein Schuft wäre ich, wollte ich mich verstellen. Gottlob habe ich mich lange nicht so gesund und stark gefühlt wie in dieser Zeit.( Forts. folgt.)