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nopel ein. Die türkische Besatzung versuchte in letzter Stunde die große Eisenbahnbrücke über den Adrafluß zu sprengen, was jedoch nur teilweise gelang. Nach der Fahrt durch die Stadt begab sich Zar Ferdinand mit den Prinzen und seinem Gefolge zum Militärklub, wo Schütri Pascha mit dem Generalstab sich aufhielt. Der König nahm hier die Parade der bulgarischen Truppen ab, worauf er Schütri Pascha empfing, der ihm seinen Säbel überreichte, den der König dem Ver­teidiger Adrianopels mit einigen ehrenden Worten zu­rückgab.

Die türkische Presse nimmt einstimmig den Fall Adrianopels als ein nationales Unglück auf, das aber statt zu entmutigen, als Ansporn für die Fortsetz­ung des Krieges dienen sollte, denn die Tschataldscha Armee sei im Stande, den Fall Adrianopels zu rächen. Die Zeitungen heben den Heroismus Schütri Paschas und der Garnison hervor. Der Fall Adrianopels sei vorauszusehen gewesen. Die Nachricht von dem Fall Adrianopels rief trotzdem in der türkischen Bevölkerung große Niedergeschlagenheit hervor. Viele Beamte began nen zu weinen, als sie von dem Schicksal Adrianopels erfuhren.

Ischataldscha ist wieder in den Händen der Bulgaren und auf der ganzen Front scheinen die Türken zurückzugehen.

Der türkische Kreuzer Hamidie" hat die Stadt St. Giovanni di Medue bombardiert und sie nahezu voll­ständig zerstört.

Das Schicksal Skutaris.

er

Der Oberkommandant der Belagerungsarmee Erb­prinz Danilo sandte durch einen Parlamentär einen Brief an den Kommandanten von Skutari Essad Pascha, worin er bekannt gab, daß der nicht am Kampfe be­teiligten Zivilbevölkerung freien Abzug binnen 50 Stun­den gewährt sei. Essad Pascha erwiderte brieflich, danke für den Edelmut, könne jedoch das Anerbieten nicht annehmen, da er von seiner Regierung hierzu nicht ermächtigt sei. Die montenegrinische Regierung hat daraufhin den österreichisch ungarischen Gesandten in Cetinje von der Weigerung des Kommandanten Stutari, Essad Pascha, der Zivilbevölkerung Abzug zu gewähren, in Kenntnis gesetzt mit dem Bemerken, daß sie die von Montenegro zu beobachtende Haltung dem Gesandten demnächst mitteilen werde. Von dieser Ant­wort Montenegros wird auch das weitere Verhalten Desterreich- Ungarns abhängen.

D

Politische Rundschau.

Deutschland.

von

Stuttgart. Der König hat den Prinzen von Wales unter die Großkomture des Ordens württembergischen Krone aufgenommen.

Spanien.

der

an

Ernannt wurde der Lehrer Staubach der höheren Bürgerschule zu Hungen zum Lehrer an der Ernst Ludwig- Schule in Bad- Nauheim.

o Aus der Wetterau Nach dem Jahresbe­richt des Oberhessischen Bienenzüchtervereins hat die Zahl der Bienenvölker in Hessen im letzten Jahre um 1763 Stöcke zugenommen. Der Staat hat zur Förder­ung der Bienenzucht dem Verein 600 Mart zugewie­sen. Der Verein hat 1200 Mitglieder.

):( Frankenthal. Der Krieg zwischen den eine Zuckerfabriken und den Rübenpflanzern hat nun afute Wendung genommen durch ein kurzfristiges UI­timatum der Zuckerfabriken. Die Zuckerfabrik Fran­fenthal, die Leiterin der Unterhandlungen mit den Rü­benbauern, hat diesen erklärt, daß sie bis 31. März eine Erklärung erwarte, ob sie die von den Fabriken vor­geschlagenen Bedingungen akzeptieren. Erfolgt bis da­hin, keine Antwort, so sollen die betreffenden Land wirte von dem Rübenbezug ausgeschaltet werden.

o Friedberg. Auf der Landstraße zwischen Dorheim und Fauerbach stürzte ein Fuhrmann von sei­nem Wagen, dessen Räder über sein Gesicht gingen. Als das Fuhrwerk ohne Führer hier antam, forschte man nach und fand den Unglucklichen schwerverletzt am Wege liegen.

o Friedberg. Stadtpfarrer D. Dr. Diehl in Darmstadt wurde zum zweiten Professor des hiesigen Predigerseminars ernannt.

o Lang- Göns. Die Scheuern des Johannes

Jung und der Geschwister Wenzel brannten nieder. Die freiwillige Feuerwehr hatte gerade Uebung, die sie abbrach, so daß sie sofort auf der Brandstelle erscheinen fonnte. Das Feuer konnte auf seinen Herd beschränkt werden.

o Lauterbach. Der langjährige Vorsitzende des Lauterbacher Handelsvereins, Fabrikant H. Dür­beck, Inhaber der Preßspan- und Pappenfabrik von A. Finger u. Cie., ist im Alter von 53 Jahren gestorben, nachdem er vor etwa 3 Wochen einen Schlaganfall er­litten hatte.

o Groß- Felda. Der diesjährige Obstmarkt war von auswärts so stark besucht, wie faum einer seiner Vorgänger.

o Groß- Felda. Die Bürgermeisterstichwahl findet am 3. April statt.

):( Frankfurt a. M. Gestern wurden an der Reichsbank hier die ersten Jubiläums- 3weimarkstücke ausgegeben.

):( Hanau. Jm hiesigen Eisenbahnregiment sind nur noch 15 Typhuskranke zu verzeichnen, worunter sich 2 Schwerkranke befinden.

! Mainz. In der Nacht auf Montag wurde am Gonsenheimer Tor ein Soldat des 27. Feld- Art.­Regiments angeblich überfallen und durch mehrere Schüsse verletzt. Hierbei soll dem Geschossenen auch ein Portemonnaie mit 48 Mark geraubt worden sein.

! Mainz. Die Schmiede- Jnnung für den Kreis Mainz macht bekannt, daß sie infolge der fortwähren­den Preissteigerungen des Eisens, der Kohlen sowie * Der König von Spanien ist beim Golfspiel aller sonstigen Materialien die Preise vom 1. April ab ziemlich ernst verletzt worden.

*

Amerika.

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Der Neffe des Präsidenten Huerta, der Distrikts- Gouverneur 3 epeda, begab sich mit einer Reiterschar vor das Gefängnis und kündigte der Wache an, daß er vier Gefangene, darunter den früheren Gou verneur, töten wolle. Die Wache weigerte sich, die Gefangenen auszuliefern. Zepeda erklärte darauf, daß seine Leute das Gefängnis beschießen würden, ihm die Wache nicht Hernandez, den früheren Kom­mandeur der Rurales, ausliefere. So eingeschüchtert gab die Wache nach, worauf die Reiter Hernandez schossen und auf Befehl Zepedas die Leiche ver= brannten. Die Freunde Zepedas erklären, er sei betrunken gewesen. Hernandez habe ihn früher entlas­sen und seine Verhaftung veranlaßt. Das Kriegs­gericht verurteilte 3epeda daraufhin zum Tode. Das Urteil wird wahrscheinlich noch vor Tagesanbruch vollstreckt.

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Aus Stadt und Land.

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* Der Großherzog hat dem Leibarzt Dr. Happel zu Darmstadt den Charakter als Geheimer Medizinalrat" erteilt, und den ordentlichen Professor Dr. Hübner in Rostok zum ordentlichen Professor in der juristischen Fakultät der Landesuniversität Gießen

ernannt.

Kathreiners Malzkaffen comedinnt den Noumnu minns Volksgetränkes.

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Über 34,000 ähnlich lautende schriftliche Anerkennungen!

entsprechend erhöhen wird.

! Lampertheim. Auch hier fand eine Ver­sammlung der Rübenpflanzer statt. Es wurde einstimmig dem Beschluß der Vereinigung, so lange feine Rüben zu bauen, so lange nicht die Zuckerfabriken be­reit sind, einen Lieferungsvertrag gemeinsam mit der Vereinigung aufzustellen, beigetreten.

! Sprendlingen. Hier verschwand vor zwei Wochen ein junger Geschäftsmann. Dieser Tage traf ein Brief, von ihm ein, aus dem zu vermuten ist, daß sich der junge Mann zur Fremdenlegion hat anwerben lossen.

Zur Bekämpfung der Crunklucht.

Bei der Bekämpfung der Trunksucht, bei der Hilfe, die Einzelne oder menschenfreundliche Vereinigungen den Alkoholl'canten zu ihrer Heilung und ihren Familien zur Errettung aus dem Elend, das das Leiden des Vaters oder der Mutter über alle Angehörigen bringt, haben zu Teil werden lassen wollen, hat sich mehr und mehr die Auffassung durchgerungen, daß nur die Ueber­sicht über alle Verhältnisse und eine Zusammenfassung aller Hilfskräfte an einer Stelle zum rechten Ziele führt, weil viele Fragen erst geklärt werden müssen, ehe der richtige, im Einzelfall einzuschlagende Weg erkannt wird. Die Ursachen der Trunksucht sind zu erforschen, der gei­stige Zustand des Leidenden, der Grad der Krankheit, die Art der sozialen Folgen für die Familie. Danach ist zu entscheiden, ob schon ein Anschluß an gute, hilfs= der in dem bestimm­bereite Kreise Rettung verspricht ten Falle günstigste ist dann auszusuchen oder ob nicht vielmehr eine offene oder geschlossene Heilanstalt vorzuziehen ist. Bet Unbemittelten fällt sehr die Kosten­

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frage ins Gewicht, die Frage, wie find Mittel zur Hei­

lung zu beschaffen, kann die Krankenkasse, die öffentliche

Fürsorge oder die Invalidenversicherung helfend

ein­

greifen. Bei schwerer Erkrankung tritt die Frage auf, was ist bei Gefahr für das Vermögen, für Leben und Gesundheit der Angehörigen, für die Erziehung der Kin­der zu tun. Haben Alkoholfranke ihre Genesung in einer Anstalt gefunden, so tritt uns die ernste Sorge entgegen, was muß man tun, um sie im Leben drau­ßen auf dem guten Wege zu halten, damit sie und ihre Familie für immer gegen die drohende Gefahr des Rüd­falls gefeit bleiben. In allen größeren Städten erwuch­sen zur Lösung dieser Fragen und als Sammelpunkte für alle hilfsbereiten Kräfte zur Bekämpfung des Trin­

ferelends die Trinterfürsorgestellen und haben schon recht erfolgreich gearbeitet. Wie an vielen anderen Dr ten hat auch in unserer Stadt der Deutsche Verein ge gen den Mißbrauch geistiger Getränke mit Hilfe der Nüchternheitsvereine für die Stadt und den Landkreis Gießen eine private Trinkerfürsorgestell in Gießen, Afterweg 9 unterer Stod, ins Leben ge rufen, die unter ärztlicher Leitung unentgeltlich Rat und Beistand gewährt, auch briefliche Anfragen beantwortet und allwöchentlich am Dienstag- Abend von 6% bis 8 wie für ihre Angehörigen.

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Uhr eine Sprechstunde abhält für Alkoholkrante sowohl Mainz erschiene

Aus aller Welt.

::: Heidelberg, 28. März. Gegen 11 Uhr überflog der 3. 14" unsere Stadt, wobei nur das Blink­licht sichtbar war. Er nahm die Richtung nach Darm­stadt auf.

Die große Ueberschwemmung in Amerika, die seit Ostern wütet und ganze Provin zen verwüstet hat, geht zurück.

Der Gesamtverlust an Menschenleben wird auf mindestens 133 000, der Materialschaden aul über 100 Millionen Dollars geschätzt. Eine Million Arbei­ter ist brotlos. Die Verluste des Handelsverkehrs ent­

ziehen sich jeder Schätzung.

Präsident Wilson hat einen Aufruf an die Nation erlassen um Unterstützung der Ueberschwemm­ten. Er sagt darin, daß das furchtbare Hochwasser die Größe eines nationalen Unglüds angenommen habe.

Geschäftliches.

:: Die 2. Eisenacher Geldlotterie fin­der garantiert am 5. und 8. April statt und kann man für nur 1 Mr. 20 000 bare Mark gewinnen. Es kom men aber noch weitere 3332 Geldgewinne zur Ausspie lung und zwar zusammen 45 000 Mart. Lose a 1 Mt. sind zu haben beim Generaldebit Lotteriebant G. m. b. H. Eisenach, sowie auch bei allen durch Plakate kennt- lichen Verkaufsstellen.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde in Gießen. Sonntag, den 30. März, Quasimodogeniti. Kollekte für die Armen.

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In der Stadtkirche. Vorm. 9% Uhr: Konfirmation der Kinder aus Matthäusgemeinde, in Verbindung damit Feier des hl. Abendmahls. Pfarree D. Schlosser. Abends 6 Uhr: Pfarrer Schwabe.

Entlassung der konfirmierten Chorschüler.

In der Johanneskirche. Vorm. 9% Uhr: Konfirmation der Kinder aus der Lukasgemeinde, in Verbindung damit Feier des hl. Abendmahls. Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 6 Uhr: Pfarrassistent Hoffmann.

Katholische Gemeinde in Gießen. Samstag, 29. März.

Nachm. um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl Beicht.

Sonntag, den 30. März. Weißer Sonntag. Vorm. Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

Feier der ersten hl. Kommunion der Kinder. Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe.

Nachm. um 3 Uhr: Festandacht mit Gegen. Montag vormittag um 8 Uhr ist Amt für die Erst­

fommunifanten.

Freitag um 7 Uhr ist hl. Messe mit Segen.

Knorr

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liebte, pikante Suppe. Ein Würfel für 3 Teller 10 Pfg.

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