aus
hielt eine in den stärksten, bewegten Wendungen gehaltene Mahnung, die Verfassung noch vor der Vereidigund umzustoßen. König Friedrich Wilhelm 4. hatte ja, wie man weiß, zeitlebens an dem Gedanken gehangen, die im Sturm und Drang des Revolutionsjahres geborene Verfassung umzustoßen und durch einen, töniglicher Machtwollfommenheit verliehenen Freibrief zu ersetzen. Noch über seinen Tod hinaus hatte er so auf seinen Nachfolger einwirfen wollen. Kaiser Wilhelm 2. hatte ebensowenig wie seine beiden Vorgänger irgendwelche Neigung, diesem Apell seines töniglichen GroßOheims zu folgen, aber er ging weiter, um später vieleinem leicht einen jungen unerfahrenen Herrscher vor verhängnisvollen Schritt zu bewahren. Der Raiser sagte, seitdem war es mir, als ob ich ein Bulverfaß in meinem Hause hätte und es ließ mir feine Ruhe, bis das Testament vernichtet war. Es wurde verbrannt und das Couvert an das fönigliche Archiv abgegeben mit der Bemerkung: Inhalt vernichtet.
Wohlgelungene, begeisterte Raiserfeiern fanden, eingetroffenen Telegrammen zufolge, in allen Residenz- u. Hauptstädten Europas und in vielen anderen Großstädten durch die im Ausland lebenden Deutschen statt.
Dem Präsidium des Kyffhäuserbundes der Deutschen Landeskriegerverbände ließ der Kaiser die Mit= teilung zugehen, daß er das Protektorat über den Kyffhäuserbund der Deutschen Landeskriegerverbände übernommen habe.
„ Euer Majestät huldigt die gesamte Deutsche Landsmannschaft, vertreten durdy tausend im Landesausstellungspark zu Berlin versammelte alte Herren, Inaktive und Aftive, aus allen Teilen des Deutschen Reiches. Die Deutsche Landsmannschaft erneut tiefster Ehrfurcht das Gelöbnis unwandelbarer Treue zu Euer Majestät, zu Euer Majestät erhabenem Herr scherhause und zum deutschen Vaterland."
in
von
Am Montag wurden 4 Vertreter der Deutschen Landsmannschaft, nämlich die Herren Sanitätsrat Dr. Bileger-( Silesiae)-Greifswald, Kammergerichtsrat Drendmann-( Grimenfiae)-Leipzig, Staatsanwalt Koch( Guilelmiae)-Berlin,( Sueviae)-Jena, Direktor Dr. Hillenbrand-( Chibelliniae)-Tübingen,( Plaviae)-Leipzig) von S. M. dem Kaiser empfangen.
Berlin, 16. Juni. Aus Anlaß des 25jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers wird allen denjenigen Personen, die zu Straftaten durch Not, Leichtsinn, Unbesonnenheit oder Verführung veranlaßt worden sind, diese Strafen erlassen oder gemildert. Auch im Heere werden alle Disziplinarstrafen, die noch nicht vollstreckt sind, erlassen. Ein ähnlicher Erlaß ist für die Marine ergangen.
Ebenso haben mehrere Bundesfürsten, darunter u. a. der Großherzog von Hessen und der König v. Sachsen, die Senate von Hamburg, Bremen und Lübeck aus Anlaß des 25jährigen Regierungs- Jubiläums des KaiEin Gnadengeschenk für Kriegsteilnehmer gewährte fers die über Angehörige des Heeres verhängten Disder Monarch, indem er jedem der ihm auf seinen Be- ziplinarſtrafen, soweit sie am 16. Juni 1913 noch nicht oder nur teilweise vollstreckt sind, erlassen. fehl namhaft gemachten 600 Kriegsteilnehmern 50 Mt. zuweisen ließ.
Anläßlich des Regierungs- Jubiläums fanden zahlreiche Ordens- und Titelverleihungen statt, aus denen hervorgehoben sei: den Charakter als Generalleutnant Reichskanzler v. Bethmann- Hollweg; dte Brillanten zum Roten Adlerorden erster Klasse mit Eichenlaub dem Oberhofprediger und Schloßpfarrer, Mitglied des Herrenhauses, D. Dryander in Berlin. Ins Herrenhaus berufen wurden: Geh. Kommerzienrat Arnhold in Berlin, Wirkl. Geh. Rat Dr. Dernburg in Berlin- Grunewald; Geh. Oberregierungsrat, Kurator der Friedrich Wilhelms- Universität in Bonn, Ebbinghaus; Wirkl. Geh. Rat, Präsident des Reichsbankdirektoriums Havenstein in Berlin; Admiral a la suite von Holzendorff; General der Infanterie 3. D., Generaladjutant v. Löwenfeld in Berlin; Bankier Franz v. Mendelssohn in Berlin; Staatsminister vpn Moltke in Klein- Bresa.
Huldigungsfeier der gesamten Deutschen Landmannschaft.
Wie wir bereits berichteten, huldigte am Sonnabend den 14. d. Mts., die gesamte Deutsche Landsmann= schaft dem Kaiser anläßlich seines Regierungsjubiläums. Der stattliche Festzug versammelte sich auf dem Kasernenhof der Kaiser- Alexander- Garde- Grenadier- RegimentsKaserne in der Prinz Ludwig- Ferdinandstraße und zog unter der Begleitung zweier Militärkapellen über die Linden durch das Brandenburger Tor nach dem Landes= ausstellungspart am Lehrter Bahnhof. Jn der Nähe Lehrter Bahnhof. In der Nähe des Pariser Platzes fand eine Begegnung mit dem Kaiser und der Kaiserin statt, die im offenen Automobil vom Schloß fommend, den Huldigungszug in lang= samer Vorbeifahrt, jubelnd begrüßt von den alten und sungen Studenten, überholten. In den Straßen der Stadt harrte eine große Menschenmenge, die mit Sympathie- Rundgebungen nicht fargte, des Zuges. Das hübsche, für Berlin seltene studentische Bild verfehlte seinen Eindruck auf die Berliner nicht und rief überall Freude hervor. Jm Landesausstellungspark hielt Herr Geheimer Regierungsrat Philipp- Afraniae eine mit Be geisterung aufgenommene Festansprache; er schilderte den Kaiser als einen Herrscher, der seine Aufgabe darin gefunden habe, den Frieden zu sichern und zu erhalten, der aber ein Friedenskaiser sein wolle mit gepanzerter Faust, solange es die Ehre des Deutschen Vaterlandes gestatte." Der Redner forderte die deutsche akademische Jugend auf, treu zu Kaiser und Vaterland zu stehen. Im Laufe des Abends wurde folgendes Huldigungs= Telegramm an den Kaiser gesandt:
1.
-
s Darmstadt. Die Technische Hochschule hat dem Kaiser anläßlich dessen 25jährigen Regierungsjubiläum den Titel eines D. h. c. verliehen.
Politische Rundschau.
Deutschland.
* Die amtliche Bekanntmachung über die Aenderung der Vorschriften des Reichstagswahlreglements zu den Wahl urnen ist nunmehr erschienen. Danach erhält die Bestimmung des§ 11 Abs. 2 folgende Fassung:
Wand
„ An diesen Tisch wird ein verdecktes Gefäß( Wahlurne) zum Hineinlegen der Stimmzettel gestellt. Wahlurne muß viereckig sein. Im Innern gemessen muß ihre Höhe mindestens 90 Zentimeter und der Abstand jeder Wand von der gegenüberliegenden mindestens 35 Zentimeter betragen. Jm Deckel muß die Wahlurne einen Spalt haben, der nicht breiter als 2 Zentimeter sein darf und durch den die Umschläge mit den Stimmzetteln hineingesteckt werden müssen. Vor dem Beginne der Abstimmung hat sich der Wahlvor stand davon zu überzeugen, daß die Wahlurne leer ist Von da ab bis zur Herausnahme der Umschiäge mit den Stimmzetteln nach Schluß der Abstimmung darf die Wahlurne nicht wieder geöffnet werden."
In seinem Protokoll hat der Wahlvorstand zu bescheinigen, daß er für die Befolgung dieser Vorschriften Sorgen getragen hat.
England.
* An den großen englischen Flottenma növern dieses Jahres, die in der Nacht des 11. Juli beginnen, werden nicht weniger als 335 Schiffe teil= nehmen.
London, 16. Juni. Der Prinz von Wales, der Mitglied des Freiwilligen Instruktionsforps für Offiziere an der Universität Orford ist, nahm gestern zum ersten Male an einer Uebung teil. Diese Uebung ist für ihn nicht gut ausgefallen, denn die Abteilung, der der Prinz angehörte, wurde gefangen genommen. Der Prinz mußte die ganze Nacht als Gefangener auf einer Bank in einem dunklen Raume zubringen.
Afrika.
* Nordwest afrika macht seit einigen Wochen, besonders in letzter Zeit, den Franzosen und Spaniern schwere Sorgen. Die Gärung im Mulunagebiet nimmt bedenklich zu. Gegen die Franzosen und Spa nier werde der Heilige Krieg gepredigt.
Aus Stadt und Land.
Wenn Sie den besten Matzlaffen haben wollen, dann müssen Sie ausdrücklich Seidelberg und Marburg beteiligen sich daran. Sams
Kathreiners Malzlaffen realomojan.
der Chehalt macht's!
n Gießen. Am 28. und 29. Juni findet hier das zweite Akademische Turn- und Sportfest unter dem Protektorat des Großherzogs v. Hessen statt. Angehörige der Hochschulen in Darmstadt, Gießen, Heidelberg und Marburg beteiligen sich daran. Sams tag, 28. Juni, nachm. 2% Uhr, findet in der Militärschwimmanstalt ein Wettschwimmen statt, bei dem auch Ballspiele und Reigen gezeigt werden sollen. Daran soll sich ein Wettrudern anschließen. Zugleich finden auf den beiden großen Sportplätzen an der Hardt sportliche Ausscheidungskämpfe und ein Hoffen statt, das die Darmstädter Mannschaft als Propagandaspiel vorführen wird. Sonntag früh beginnt der große turnerische Zwölffampf. Um 9 Uhr finden Tenniswettspiele statt. Zugleich be ginnt der sportliche Dreikampf. Nachmittags treten die Turner zu Freiübungen an, während Gießener Studenten eine Schauftafette vom Gleiberg herablaufen; wir zeigen damit, daß wir hier auch in größerer Menge et was leisten. Dann folgen Musterriegenturnen, Sport= mannschaftskämpfe, Turnspiele, sportliche Endlämpfe und
zum Schluß der große Eilbotenlauf um den Kranz des Großherzogs, der vergangenes Jahr in Darmstadt blieb. Auch ein volkstümlicher Dreikampf gewesener Studierender ist vorgesehen.
o Wölfersheim. 23 Orte sind jetzt an die elektrische Kraftzentrale für Oberhessen angeschlossen und fortgesetzt werden weitere Ortsnetze ausgebaut. So fonnten dieser Tage wieder die Orte Hungen, Trais- Horloff, Salzhausen, Gambach, Nieder- Wöllstadt und NiederRosbach angegliedert werden.
o Ostheim. Nachdem das unter Denkmalschutz stehende altehrwürdige Rathaus vollständig wieder hergestellt worden ist, soll jezi auch die Erneuerung der Dorfkirche erfolgen, die ebenfalls ein beachtenswertes altertümliches Bauwerk ist. Die Kosten sind auf 10 000 Mart veranschlagt.
o Bad Salzhausen. Am 22. Juni findet die Einweihung des vierten Heimes der Deutschen Gesellschaft für Kaufmanns- Erholungsheime in Begenwart des Ministers des Innern, Freiherr v. Hombergk zu Vach in Bad Salzhausen statt. Herr Landtagsabgeordneter Kommerzienrat Molthan wird die Festrede
halten.
s Darmstadt. Wegen umfangreichen und jahrelang ausgeübten Schiffs diebstählen in Mainz und Kelsterbach wurde am Samstag der Angeklagte K. Men z zu 1 Jahr 6 Monaten Zuchthaus, der Zollhilfsbeamte Edert zu 5 Monaten Gefängnis, der Steuermann Ritter zu 1 Jahr 8 Monaten Zuchthaus, der Schlof
ser Popliolef zu 6 Monaten Gefängnis, der Metzger Heisad zu 6 Monaten Gefängnis und der Händler Rudolf Kirig zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt.
s Darmstadt, 14. Juni. Heute morgen wurde in dem Nieder- Modauer Prozeß das Urteil verkündet. Es lautete gegen Adam auf insgesamt 5 Jahre und 6 Monate Zuchthaus, 1500 Mark Geldstrafe; 1 Jahr 3 Monate werden auf die erlittene Untersuchungshaft angerechnet. Außerdem werden dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren aberkannt. Der Angeklagte Ja af wird zu einer Zuchthausstrafe von 1 Jahr und 9 Monaten verurteilt. Auf die Untersuchungshaft wird ihm ein Jahr angerechnet. Der Angeklagte Bed erhält 1 Jahr 3 Monate Gefängnis und zweimal 100 und zweimal 200 Mark Geldstrafe. Jm Nichtvermögensfalle für je 100 Mark zehn Tage Gefängnis. Auch ihm wird ein volles Jahr auf die Untersuchungshaft angerechnet. Der Angeklagte 3 h rig wird zu 6 Monaten Gefängnis und 1500 Mart Geldstrafe verurteilt.
! Von der Bergstraße. Die Traubenblüte ist nun glücklich vorüber, was als ein großes Glück zu bezeichnen ist, denn in den letzten Tagen hat sich noch vielerorts der gefürchtete Heuwurm eingestellt, der aber bekanntlich, wenn die Gescheine verblüht haben, nicht mehr viel schaden kann.
Gespannte Verhält
! Nieder- Saulheim. nisse herrschen eben in unserer evangelischen Gemeinde. Wie verlautet, soll ein Austritt von etwa 200 Familien aus der Landeskirche bevorstehen. In den nächsten Wochen werden Vorträge durch einen freireligiösen Prediger stattfinden.
Aus aller Welt.
::: Rheinbusch. In den Rheinischen Tropenwerken brach in der Nacht zum Sonntag Fewer aus, dem ein Tropenspeicher von 7 Stockwerk Höhe, 90 Mtr. Länge und 50 Meter Breite vollständig zum Opfer fiel. sind vernichtet. Der Schaden ist außerordentlich hoch. 150 Waggons Getreide und 100 Waggon Futtermittel
::: Bremerhaven, 17. Juni. Auf der Werft von Tecklenborg in Geestemünde, der größten deutschen Segelschiffwerft, ist ein Riefenfeuer ausgebrochen. Der Tischlereibetrieb ist völlig vernichtet. Der Schaden wird auf über eine Million geschätzt.
::: Flaren 3, 17. Juni. Hier hat sich ein Ehedrama abgespielt. Der Oberst Rossi hatte in Erfahrung gebracht, daß seine 43jährige Gattin ihn mit einem jungen Studenten betrog. Es gelang dem Obersten, das Frau war sogleidy tot, ihr Liebhaber starb furze Zeit Liebespaar zu überraschen. Er schoß beide nieder. Die darauf. Die Frau des Obersten war Mutter von sieben Kindern. Der älteste Sohn ist Oberleutnant.
12. Deutsches Turnfeßt.
Die Turn- und Festordnung für das 12. deutsche Turnfest in Leipzig vom 12. bis 16. Juli gestaltet sich folgendermaßen: 22. Juni: Probewetturmen auf dem Festturnplatz. 6. Juli: Probeturnen der Turner Leipzigs und der Umgegend; Abends Konzert und Sondervorführungen. 10. Juli: Schulturnen, abends Turnerinnenturnen. Konzert. 12. Juli, Samstag: Offi zieller Empfang der deutschen Turner und der Gäste. Nachmittags Konzert auf dem Festplate. Kampfrichterjizung. Abends Eröffnungsfeier, Uebergabe des Bundesbanners. Sondervorführungen. 13. Juli, Feſtſonn tag: vormittags Sechstampf in zwei Gruppen. Festzug. Allgemeine Freiübungen. Turnen des 14. deutschen Turnkreises( Agr. Sachsen). Spiele. Einzelwettkämpfe. Turnen der Ausländer. Sondervorführungen. Konzert des Leipziger Gausängerbundes. 14. Juli, Festmontag: vormittags und nachmittags 3wölffampf, Spiele, Tur nen der Kreise. Einzelwettkämpfe, Sondervorführungen, Turnerinnenturnen. Abends Konzert des Leipziger Turn
angerbundes nachmittags He Einzelwe
Fren Surmen d
Des Leipziger
ormittags
Gowin
nen, G
bends Mi Beginn
G
om von A
Band 23: ten( Mt. 5.
Ida alle 2 Lorge des ri e Schweiz
ein unenth orden, denn
on gründ reidlichem
Fremdes Gel bende, die a cortum Gur Die Liebe g eren Seiten m filing, Neiz u
Raufm Beiten fta O Fremplar
beiträge p Faray- Fabrit
P
Ein
For


