Ausgabe 
13.12.1913 Erstes Blatt
 
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staltete die Studentenschaft einen Kommers. In den letz­ten 6 Jahren allein hat er 779 Kandidaten geprüft.

n Gießen. Zur Abwehr der Maul- u. Klauen­jeuche dürfen nach einer Verfügung des Kreis­amts nur dann Tiere auf den hiesigen Markt gebracht werden, wenn sie aus underfeuchten Gebieten Preußens stammen, höchstens vier Tage vor dem Markt in Gie­Ben eingetroffen sind und wenn ihre Besitzer das Ur­sprungszeugnis vorlegen fönnen, das nicht älter als 8 Lage sein darf. P

o Buzzbach, 9. Dez. Die Butzbach- Licher Eisen­bahn hatte im letzten Geschäftsjahr einen Verlust von 7617 Mart.

* Friedberg i. Hessen, 10. Dez. Heute früh etwa 2 Uhr erhielt die hiesige Bahnhofsrestauration Ein­brecherbesuch. An Geld sielen den Dieben etwa 20 bis 30 Mark in die Hände. Sonst aber nahmen sie Eßwaren, Zigarren usw. mit und entfernten sich so still, daß niemand etwas merkte. Die einzelnen Türen waren augenscheinlich mit Nachschlüsseln oder Dietrichen geöffnet. Bon den Einbrechern fehlt jede Spur.

o Bad Salzhausen. Mit Genehmigung des Hejs. Ministeriums des Innern soll unser aufblühender Badeort mit Wirkung vom 1. Januar 1914 feine eigene Bürgermeisterei erhalten. Seither war Bad Salzhausen mit der Gemeinde Kohden vereinigt.

o Heldenbergen. Hier kann die Maul- und Klauenseuche als erloschen gelten, die Schutzmaßregeln wurden bereits wieder aufgehoben. Dagegen ist in Niederwöll stadt unter den Kühen des Land wirts K. F. Ko st die Seuche ausgebrochen. Die fran­fen und verdächtigen Tiere, die auch aus Berlin ein­geführt waren, wurden sofort abgeschlachtet.

* Alsfeld. Der Treppenbau des Alsfelder Hoch­zeitshauses, in dem sich das Museum des Alsfelder Ge­schichts- und Altertumsvereins befindet, ist jetzt mit den Wappen von 14 alten Isfelder Familien aus­geschmückt worden. Die Wappen sind mit Ölfarben auf Leinwand aufgemalt. Die Ausschmückung hat ein junger Alsfelder Künstler, K. Scheer, in hübscher Weise besorgt. Das Museum ist durch diese Ausgestaltung um einen weiteren Schmuck bereichert worden. Er bildet ein Zeichen edlen Familienstolzes und echten Bürgerfinnes.

Darmstadt, 10. Dez. Die hessische Zweite Ram­mer setzte heute die Generaldebatte über die Besold: ungsvorlagen fort. Die Verhandlungen wurden auf Vorschlag des Seniorenkonvents abgebrochen, um sämt­lichen Fraktionen Gelegenheit zur Beschlußfassung über die Frage zu geben, ob sie geschlossen für eine en bloc= Annahme der ganzen Gesetze nach der Fassung, die ihnen der Finanzausschuß gegeben hat, stimmen werden. Nur, wenn eine derartige en bloc- Annahme möglich ist, und wenn zugleich die Regierung, die bis jetzt noch auf ihrer ursprünglichen Vorlage beharrt, sich mit den Umänder­ungen des Finanzausschusses einverstanden erklärt, wird das ganze Gesetzgebungswerk noch vor Weihnachten er= ledigt werden können.

s Darmstadt, 11. Dez. Die hess. 3 weite Kammer setzte heute vormittag die Beratung der Be= amten Besoldung fort. Wie wir hören, sind die gestrigen Besprechungen der Parteien auf en bloc­Annahme ergebnislos verlaufen.

s Darmstadt, 12. Dez. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer hatte sich in seiner heutigen Sitz­ung, an der auch die Regierung teilnahm, mit weit

Rom, 12. Dez. Der italienische Unterrichtsmini

):( Sanau. Auf dem Vertretertage der natio­nalliberalen Organisation im Reichstagswahlkreis Haster gab in der Kammer bekannt, daß Lionardo da nau- Gelnhausen- Bockenheim wurde der Plan, mit eini Bincis berühmtes Gemälde die Gioconda( Mona gen benachbarten Wahlkreisen einen nationalliberalen ija) in Florenz wiedergefunden ist. Man Landesverband zu gründen, lebhaft begrüßt. hat das Bild beschlagnahmt; es wird zunächst nach Rom gebracht. Der Jtaliener, der die Mona Lisa ent wendete, ist bereits verhaftet. Bei seiner ersten Berneh mung erklärte er, den Diebstahl begangen zu haben, um Italien für die zahlreichen Kunstdiebstähle zu rächen, die Napoleon seinerzeit in Italien begangen habe Das Gemälde ist beschlagnahmt worden und befindet sich augenblidlich auf dem Polizeipräsidium in Florenz. Es wird zunächst nach Rom transportiert werden. mitgeteilt worden, der sie nach Baris telephoniert hat. Nachricht ist sofort dem französischen Botschafter in Rom

* Mainz. Trotz energischen Widerspruchs von na­tionalliberaler Seite beschloß der Ausschuß der vereinigten bürgerlichen Parteien mit Stimmenmehrheit, die am 4. Dezember stattgehabte Stadtverordnetenwahl anzufe ch ten, und zwar wegen grober Verstöße gegen die Wahlordnung und fälschlicher Abgabe von Stimmen an verschiedenen Wahltischen durch dazu nicht befugte Per sonen. Die alte Kandidatenliste wird von Grund auf geändert und alle Kandidaten, die bei der ersten Wahl in größerem Maße gestrichen wurden, werden wegbleiben und dafür neue Männer aufgestellt. Den Handwerkern und der christlich- nationalen Arbeiterschaft wird je ein Kandidat bewilligt.

):( Braunfels. Beim Aufspringen auf einen schon in der Fahrt befindlichen Zug stürzte der Versich­erungsinspektor Kals. Hierbei wurde ihm ein Bein abgefahren. Der Unglückliche kam in die Universitäts­flinit nach Gießen.

! Wiesbaden. Dr. med. Adolf Homme I aus Zürich, der bekannte Erfinder und Fabrikant des Hämatogens, ist hier im Alter von 67 Jahren gestor ben. Die Leiche wird zur Verbrennung nach Mainz übergeführt.

:( Kassel, 8. Dez. Schon seit mehreren Tagen sind Gerüchte hier im Umlauf, denen zufolge das In fanterie- Regiment Nr. 99, das bisher in 3a­bern garnisoniert war und wegen der bekannten Vor­fälle vorläufig auf Truppenübungsplätze verlegt wor­den ist, Kassel zur ständigen Garnison er­halten werde. Auch der Straßburger Korrespondent des B. T." meldete gestern seinem Blatte, in Straßburger Offizierskreisen verlaute daß das Infanterie- Regiment Nr. 99 nicht mehr nach Zabern zurückkehre, vielmehr nach Staffel in Garnison kommen werde. Nach Zabern soll dann ein Straßburger Regiment tommen. Diese Aenderungen sollen aber erst nach Abschluß der Unter­fuchung und Erledigung der ganzen Affäre eintreten. Eine Bestätigung dieser Gerüchte liegt von zuständiger Seite nicht vor. Jedoch hat diese Kombination immer­hin etwas Wahrscheinlichkeit für sichy, als Kassel zurzeit bekanntlich das 1. oberelsässische Infanterie- Regiment Nr. 167 beherbergt, das möglicherweise zur Verlegung in den Elsaß bestimmt sein würde.

Aus aller Welt.

* Wie die Süddeutsche Zeitung" in Stuttgart er­fährt, wird die Heeresverwaltung in absehbarer Zeit den Bau ihrer halb starren Luftkreuzer aufgeben, obwohl sie mit berechtigtem Stolze darauf hinweisen kann, daß der M. 4" das zurzeit schnellste deutsche Luftschiff iſt, schneller noch, als die neuesten Zeppeline. Die Heeres­verwaltung wird dem M. 4" keinen Neubau gleicher Art folgen lassen, sondern im wesentlichen nur noch große starre Luftkreuzer einstellen. Man kann also mit vollem Rechte von einem Siege der Idee Zeppelins sprechen.

::: Sämtliche medizinischen Fakultäten der deutschen

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Welchen Wert schon die Zeitgenossen diesem Bilde beimaßen, geht daraus hervor, daß Franz 1. v. Frank reich wenige Jahre nach dem Entstehen die Kunstschöpf ung mit 40 000 Francs erwarb, ein ganz unerhörter Preis für die damalige Zeit. Und heute schätzt man den Wert des Biides auf 4 Millionen Mark.

Der Kaiser und die Turner.

Beim Frühstück, das gelegentlich der Einweihung des Völkerschlachtdenkmals im Neuen Rathause zu Leip zig stattfand, hat der Kaiser den allbekannten Senior der deutschen Turnerschaft, Herrn Geh. Sanitätsrat Dr. Ferd. Goetz, in die Unterhaltung gezogen. Der Rei ser lenkte das Gespräch auf die Eilbotenläufer, die ihm und dem König von Sachsen Rundgebungen aus allen Teilen des Reiches zur Denkmalsweihe überbracht ha ben. Geheimrat Dr. Goeß erklärte dem Kaiser den Lauf der einzelnen Sendlinge und die Strecken, die zur durch eilen waren. Zur besseren Aufklärung bediente er ih einer die Eilbotenläufe genau verzeichnenden Karte, des weiteren erstreckte sich die Unterhaltung auch auf das Turnen inbezug auf die Dienste, die es den in das Seer eintretenden Refruten leistet. Der erste Vertreter der deutschen Turnerschaft hatte dabei Gelegenheit, mit den Kaiser ausführlich darüber zu sprechen, wie der dunh sachgemäßes Turnen vorgebildete Refrut Disziplin, Kraft und Ausdauer erprobt und gelernt habe, und wie groß die Zahl derartig durch das Turnen vorgebildeter jum ger Leute sei, die alljährlich einberufen werden, um den Waffenrock mit der Turnkleidung zu vertauschen. De Raiser stimmte den Darlegungen des greifen Turnerfüb rers allenthalben mit Wohlwollen zu und pries selbit die Vorzüge förperlicher Uebungen, insonderheit bei der Jugend.

Verantwortlich: bin Klein, Gießen.

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ist der Titel eines in unserem Verlage erschienenen

es Mittel. Grosse E

Pflanzenkur beschrieben wird. Dieses Büchlein wie Dankschreiben und der Hals- und Lungenkranke sollte es sofort verlangsatser Allee 134 b.

selbst wenn sein Leiden harmloser Art zu sein schein Denn jede schwere Ertranfung der Lunge, vor all die mörderische Lungenschwindsucht, beginnt mit b bißchen Husten" mit dem kleinen Katarrh und nichtet oft in wenigen Wochen ein blühendes Mensch

über 60 Anträgen zur Besoldungsvorlage zu Universitäten haben sich in einer Eingabe an den Reichs- leins, in welchem eine neue tombinierte Milchpunchen in discr. Fällen befassen. Alle diese Anträge werden aber an der Gefanzler gewandt, um einer allgemeinen Einigung zwi­ſtalt des Gesetzes kaum etwas ändern können. Die Beschen der Aerzte- Organisation und den Krankenkassen im denken, die in der Plenarsizung hinsichtlich des Gesetzes Reiche die Wege zu ebnen. über die Kosten der höheren Schulen von einzelnen Red­nern geäußert worden sind, werden nicht dazu führen, die Vorlage zu Fall zu bringen, da die Regierung un­ter allen Umständen daran festhalten will, daß das Ge­setz über die Kosten der höheren Schulen zu Stande kommt. Um die notwendige Dedung zu erlangen, wer­den die einzelnen Abgeordneten ihren Widerstand wohl aufgeben, da sie nicht die Verantwortung für das Schei­tern der Beamtenbesoldungsvorlage übernehmen fönderung betr. Einführung des zahnärztlichen Doktortitels gegeben hat.

nen und wollen.

o Wald- Michelbach. Für die am 18. De­zember im hiesigen Wahlkreis stattfindende Land tagserfaßwahl sind vier Kandidaten aufgestellt, Reichstagsabg. Hasenzahl von den Sozialdemo fraten, Bayernbündler- Sekretär Hofmann vom 3en­trum, Rechtsanwalt Carmer von der Fortschrittlichen Volkspartei und Oberamtsrichter Win 3er von den Nationalliberalen, die bisher den Wahlkreis in der 2. Hess. Kammer vertraten. Alle Parteien entfalten eine außerordentlich rege Tätigkeit, besonders sucht die Na­tionalliberale Partei ihren Besitzstand mit aller Kraft zu verfeldigen. Dr. Osann, Dr. Linse, Dr. Keller- Oppen­heim, Finanzrat Bangel Darmstadt, Lehrer German, halten in allen Orten des Bezirks zugunsten des tionalliberalen Kandidaten Versammlungen.

na­

::: Berlin, 12. Dez. Von heute an werden die Studierenden der Zahnheilkunde an den Universitäts= Zahnkliniken in Berlin, Breslau, Halle, Greifswald, Heidelberg und Freiburg i. B. in den Streik eintreten, und zwar bis zum 15. Januar 1914, wenn bis dahin die Regierung feine befriedigende Antwort auf die For­

* Berlin, 12. Dez. Die seit längerer Zeit betrie­benen Bohrungen in der Umgebung des Scharmützelſees haben zu der überraschenden Feststellung geführt, daß sich dort nicht weniger als rund 30 000 Morgen Kohlen­felder befinden. Die Untersuchungen und Bohrungen, die Herr Henckel von Donnersmarck vornehmen ließ, sind noch nicht abgeschlossen. Es steht aber schon heute fest, daß viele Millionen Hektoliter Braunkohlen in jener Gegend lagern, die teils im Tage, teils im Tiefbau ge­wonnen werden können. In Anbetracht des enormen Kohlenbedarfes der Stadt Berlin sind die Kohlenfunde von besonderer Wichtigkeit.

::: Dresden, 10. Dez. Bei den Dresdener Orts­frankenkassenwahlen wurden von den Arbeitgebern 28 Vertreter der Ordnungsparteien und zwei Vertreter der Hanau. Die Ortsgruppe Hanau des Jungdeutsch Freien Vereinigung der Arbeitgeber, von den Arbeit land- Bundes hat im alten Gymnasiumsgebäude ein eigenehmern 55 Vertreter der freien Gewerkschaften und 5 nes Heim eingerichtet, das auch mit einer Bücherei und nationale Vertreter gewählt. zahlreichen Spielen aller Art ausgestattet ist. Auch zur Herstellung eines Spielplatzes und Anlegung eines Schul­gartens find der Ortsgruppe die Mittel gespendet

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::: Brü, 10. Dez. Oberlandesgerichtsrat Senats präsident Karl Fischer vom Bruxer Kretsgericht, ein bedeutender und vielfach ausgezeichneter deutscher Jurist, schnitt sich aus unbegründeter Furcht, frebstrant zu sein, die Kehle durch. Der Unglüdliche war sofort tot.

Das englische Unterseeboot C 14 von der De vonport Flottille ist auf der Fahrt von Torquay nach Plymouth, 20 Meilen von Plymouth, infolge eines Zu fammenstoßes gefunden.

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