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Jugend!

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Band II:

Gießener Beifung

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( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 25 Pfg. monatlich sterteljährlich 75 Big, vorauszahlbar, frei ins Haus. abgeholt in unferer Expedition oder in den Zweig ausgabeftellen viertelfährlich 60 Pfg. Erscheint Mittwochs und Samstags. Redaktion: Selters. toeg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Berlag ber Gießener Zeitung" G. m. b. S.

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Nr. 98.

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Telephon: Nr. 362.

Der Kronrat in Donaueschingen. Nachdem der Reichstanzler zwei unglückliche Redert gehalten und sich die Bescheinigung geholt hatte, Daß im Reichstag nur 54 Abgeordnete auf seiner Seite tehen, reist er nach Donaueschingen. Dorthin Find zugleich der Graf v. Wedel, der Statthalter von Ellah- Lothringen und der kommandierende General v. Deimling befohlen worden. Es findet dort also eine Art Kronrat statt. Man erwartet eine Entscheidung Des Raisers zur Klärung der Lage in 3 a bern, die trotz aller Ministerreden in Berlin noch sehr verworren and Kritisch ist. Herr v. Bethmann Hollweg hat seinen politischen Kredit verloren. Er hat einen Fehler gemacht,

be des Eremiter ad einem praftischen Staatsmann nicht passieren darf: er

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achts- Saison 1913!

auch, wo brave Kinder

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wohl dazu ange Jugend- Verlages ner neuen Märchen- A älteren Personen, weld hes und neues geboten

It und Jung durch ihre für unsere Jugend aud Charlottenburg heraus Goldaufdruck, dunkel orfenen Massen- Artikel

hat ich zwischen zwei Stühle gesetzt; anfangs auf die Seite der Militärdiktatur, später wollte er einlenken und winrenken. Der Versuch ist mißlungen. Sogar ein sonst Mehr regierungsfreundliches Blatt, die Köln. 3tg.", glaubt warnen zu müssen vor einer Militärdiktatur" and vor einer Autorisation des Militärs 3. Gesetzes= überschreitung". So etwas läßt sich durch eine nachträg­liche Auslegungsorder nicht aus der Welt schaffen. Der Sanzler hatte die Autorität des Gesetzes hinter die Autorität der Militärgewalt gestellt. Die nachträglich ausgeflügelten Worte beruhigen nicht einmal die na=

Expedition: Seltersweg 83.

Samstag, den 6. Dezember 1913.

Der Kaiser, der zurzeit in Donaueschingen weilte, begab sich mit einem Hof- Sonderzuge nach Baden- Ba­den, wo er am Bahnhofe von dem Großherzog und dem Prinzen Max mit den Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden empfangen wurde.. Als Geschenk überreichte der Kaiser der Großherzogin- Witwe eine in der Kgl. Porzellan- Manufaktur hergestellte Statue Fried­richs des Großen.

* Der Kommandierende General des 11. Armee­korps, General der Infanterie Frhr. v. Scheffer Boyadel, hat seinen Abschied eingereicht, wie es heißt, aus Gesundheitsrücksichten. Frhr. v. Scheffer- Boyadel steht im 62. Lebensjahr. Am 5. März 1908 wurde er als Nachfolger des Herzogs Johann Albrecht von Würt­temberg zum Kommandierenden General des 11. Armee­korps ernannt. General v. Scheffer ist 1851 in Hanau geboren, trat 1870 in die Armee ein, wurde 1871 zum Leutnant, 1883 zum Hauptmann und 1889 zum Major im Großen Generalstab befördert, im Jahre 1905 in den Freiherrnstand erhoben.

D.

* Berlin, 3. Dez. Jn parlamentarischen Strei­sen war heute das Gerücht verbreitet, daß die elsa B= Lothringische Regierung die Absicht habe, zurückzutreten. Auf eine telegraphische Anfrage des Lokalanzeigers" antwortete der Statthalter Graf Wedel: Ich habe ein Rücktrittsgesuch nicht einge­den Rücktritt des Grafen von Wedel für sicher hält. Gegen den Einfluß des Herrn von Deimling, des kommandierenden Generals in Straßburg, fomme die Zivilverwaltung nicht auf.

tio malliberale Partei. Auch sie stimmte geschlo reicht". Aus" Straßburg wird gemeldet, daß man dort

en mit der Mehrheit. Und was für eine Mehrheit var das? 293 gegen 54 Stimmen. Wenn man die 110 Sozialdemokraten abzieht, so bleiben immer noch 183 gegen 54 Stimmen. Also eine Dreiviertel­mehrheit der bürgerlichen Parteien. Und das Programm dieser gewaltigen Mehrheit ist sehr einfach flar: Gesetz und Recht soll in Deutsch and herrschen, nicht die Willkür von militärischen wder sonstigen Machthabern.

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Db Herr v. Bethmann als Kanzler von Do­maueschingen zurückkehrt? Schon möglich. Aber als auf­echter und kräftiger Leiter der Hauptregierung" fann er nicht zurückkehren; denn er hat das politische Rück­gif gebrochen.

Die Damen der Zaberner Gesellschaft waren von Gattin des Kreisdirektors aufgefordert worden, an apeln die Waldmärchen einer Weihnachtsbazar teilzunehmen. Sie haben rtikel der jetzigen Zeit einstimmig geantwortet daß sie nicht erscheinen wür­hkünstlerischen Märchenben, wenn Oberst v. Reutter an dem Feste teilnehmen den Büchern, nach Wahl wird...

erden in modern, ausge

Berlin, 5. Dez. Der Anstellungs- Befehl für General- Leutnant Liman v. Sanders als General in der türkischen Armee und Chef der deutschen Militärmission ist vom Sultan unterzeichnet worden. General v. Liman wird mit einigen Offizieren in der nächsten Woche in Konstantinopel erwartet.

Ein Reichsamt für Heimat- und Fi=

na nz wesen verlangt ein neuer Antrag Bassermann­Schiffer behufs Uebernahme der lektinstanzlichen Ent­scheidungen in Rechtsstreitigkeiten aus dem Wehrbeitrags­gesetz und dem Besitzsteuergesetz.

Hus Stadt und Land.

n Gießen, 4. Dez. Das aus Gesundheitsrück­sichten vom Oberbürgermeister eingereichte En t- In 3abern herrscht Ruhe, und die Bürgerschaft lassungsgesuch ist von der heutigen Stadtver' In Rahmen( Mahagoni mi birebt fich, diejenigen Lügen zu trafen, die behaupten ordneten- Bersammlung unter Anerkennung der guten dienſte, welche der Scheidende der Stadt geleiſtet hat, der zwei Gutscheine und ben. Dem stellvertretenden Bürgermeister folgen die Ar­Sar oder Marken ohne Re beiter willig, wenn er sie auffordert, nach Hause zu April einstimmig angenommen worden. In einem

ck franko zugesandt. Dhe TI.

den 5 fachen Wert, diene

Durch einen Regimentsbefehl sind alle Hotels und

unter zuerkennung der gesetzlichen Pension per 1. Artikel über das Wirken des Stadtoberhauptes schreibt der Gieß. Anz.": Zweifellos hat die Stadt Gießen

es

er zur großen Zierde un Gasthäuser, in denen der Zaberner Anzeiger" gehalten ihrem Oberbürgermeister sehr viel zu danken, und ne dauernde Freude fird, für das Militär verboten worden. Der 3a- wird sich niemand innerhalb der Bürgerschaft finden, end. Auf Wunsch sende burner Anzeiger" stand an der Spitze der gegen das Mi- der sich weigert, dies anzuerkennen. Mag es sich um lder- Prämien gleich mit geführten Kampagne.

g gegen einen Aufschla

ark 0,60 der Nachnahm ist eri u m s, der zweifellos auf die durch die 3a- herauszugreifen, so war er stets der bahnbrechende

tell- Karte). Diese hod ebundenen Waldmärche in 2 Bänden à Mark 25 beide Bände Mark 45

Rotationsdruck E. Heckendorf

Straßburg, 5. Dez. Ein Erlaß des Mi baner Vorgänge gereizte Stimmung zurückzuführen ist, heute herausgekommen. Nach diesem Erlasse dürfen nftighin alle Vereine und ähnliche Gemeinschaften Ausflügen feine französischen Musik­ide oder Kompositionen aufführen lassen.

Politische Rundschau

Deutschland.

Großherzogin Luise von Baden, die einzige Tochter Kaiser Wilhelms 1., die seit 1907 Wit­e it, beging am Donnerstag ihren 75. Geburtstag.

das neue Straßenpflaster, das Stadttheater, das elektr. Licht, die Ueberlandzentrale handeln, um nur einiges Schaffer, und besaß die zähe Energie, seine Pläne durch­zuführen. Oberbürgermeister Mecum steht jetzt im 57. Lebensjahre. Am 15. Dezember 1900 wurde er in sein Amt eingeführt. Ueber seinen Bildungsgang und seine vorausgehende Tätigkeit erfahren wir, daß er das Gymnasium zu Köln absolvierte, im Herbst 1878 die technische Hochschule besuchte und dort das Bauführer= Examen bestand. Als Bauführer war er 5 Jahre lang in Bonn und Köln im Staatsdienst beschäftigt. Nach weiterem Studium in Berlin bestand er im Jahre 1886 die Baumeister- Prüfung und wurde zum Königlichen Regierungsbaumeister ernannt. Später war Herr Me­

Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 15 pig.

bte 44 mm breite Petitzeile für Auswärts 20 Vig Die 90 mm breite Reklame 3eile 50 Pfennig Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs­zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Plagvorschriften ohne Verbindlich feit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei, Albin Klein.

Telephon Nr. 362.

25. Jahrg.

cum Stadtbaurat und besoldetes Magistratsmitglied in Königshütte und endlich erster Beigeordneter in Solin­gen, wo er die städtischen Bausachen, die Baupolizei und die dahin gehörigen Verwaltungsstreitsachen bear­beitete, auch die Aufsicht über den Betrieb der städtischen elektrischen Straßenbahn leitete und den Oberbürgermei­ster vertrat. Aus diesem Amte wurde er nach Gießen berufen. Da hier eine ganze Reihe technischer Arbeiten ihrer Erledigung harrten, hatte Herr Mecum in reichem Maße Gelegenheit, sein fachmännisches Wissen in den Dienst der Stadt zu stellen." 2c. Demgegenüber ist aber auch bekannt, daß viele Bewohner der Stadt mit der Aera des Herrn Oberbürgermeister Mecum nicht zu­frieden gewesen sind. Der Gießener Anz." läßt dies ebenfalls in seiner gestrigen Ausgabe zwischen den Zei­len durchblicken, indem er über die Abstimmung der ge­heimen Stadtverordnetensitzung am letzten Donnerstag schreibt:

Gießen, 5. Dez. Gestern beschäftigten sich die Stadtverordneten in nichtöffentlicher Sitzung mit dem Entlassungsgesuch des Oberbürgermeisters Mecum. Bedgeordneter Grünewald führte den Vorsitz und be­richtete zunächst über die Vorverhandlungen und Be­schlüsse der Kommission. Diese beantragte, dem Oberbürgermeister eine längere Kur zur Wiederherstell­diger eingehender Beratung wurde beschlossen, das vom ung seiner Gesundheit zu bewilligen. Nach drei stün­Oberbürgermeister eingereichte Entlassungsge= such zu genehmigen und ihm das gesetzlich fest­gelegte Ruhegehalt zu bewilligen.- Das von ihm vorgelegte ärztliche Zeugnis wurde als ausreichender Nachweis für die Tatsache seiner Dienstunfähigkeit er­achtet. Der Anregung, durch Gewährung eines Ur­laubs von 3-6 Monaten zu versuchen, ob nicht eine Besserung des Gesundheitszustandes des Oberbürgermei­sters erreicht werden könne, wurde keine Folge ge­geben. Daß der Oberbürgermeister mit Fleiß und Eifer sich den städtischen Geschäften gewidmet und in Gießen vieles geschaffen hat, das der Stadt zum Nutzen und zur Zierde gereicht, wurde von vielen Seiten anerkannt." ( Also nicht von allen Seiten!)

* Die Maul- und Klauenseuche zeigt sich, wie wir kürzlich bereits meldeten, neuerdings wieder in erheblichem Maße im östlichen Deutschland. Nach einer uns heute vorliegenden Meldung ist die Maul- und Klauenseuche in Heldenbergen, Kreis Friedberg( Ober­hessen), bei Kühen festgestellt worden, die von einem Händler aus Berlin eingeführt sind.

n Gießen. Am gestrigen Abend gelangte im hiesigen Stadttheater die fünfattige Komödie Pyg= malion" von dem englischen Dichter Bernard Shaw zur Aufführung. Das Stück konnte auch hier, wie auf den übrigen deutschen Bühnen, durch die es zur Zeit die Runde macht, unter Leitung des Herrn Direktor Herm. Steingoetter einen vollen Erfolg erzielen. Es soll da gezeigt werden, ob ein Mensch die Macht be­sigt, auf wissenschaftlichem Wege, ausgestattet mit den vollkommenſten technischen Hilfsmitteln der Pädagogik, einen Menschen von Grund aus umzuwandeln; aus einer auf der niedersten Kulturstufe stehenden Straßen= dirne eine äußerlich und innerlich vornehme Dame zu machen. Diese Verwandlung vollzieht sich in Stück. Man sieht, wie das einstige Blumenmädchen allmählich zu immer höherer Vervollkommnung gelangt. Aber der Dichter hat angedeutet, daß nicht die phone­tische Wissenschaft Prof. Higgins Eliza zu verwandeln imstande war. Geheime seelische Beziehungen waren es, die plötzlich als Liebe in Erscheinung traten und die zwischen Lehrer und Schülerin ein Gefühl hervorriefen, ohne einander nicht leben zu können. Das Lustspiel

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