Ausgabe 
1.11.1913 Erstes Blatt
 
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wie erinnerlich, mit der Besprechung einer Teuerungs= Interpellation eingeleitet.

Der Reichstag ist durch seinen Präsidenten Dr. Rämpf auf Dienstag, den 25. November, 2 Uhr nachmittags, einberufen worden. Auf der Tagesord= nung stehen Petitionen.

Karlsruhe. Das Gesamtergebnis der am Donnerstag vorgenommenen Nachwahlen zur 2. Badischen Kammer ist folgendes: 4 Fortschrittliche Volkspartei, 11 Nationalliberale, 4 Sozialdemokraten, 1 Zentrum. Die Kammer setzt sich nun wie folgt zu­jammen: 30 3entrum, 5 Ronservative, 13 Sozialde mokraten, 19 Nationalliberale, 1 Wilder. Die Natio­nalliberalen gewannen Donaueschingen, Schopfheim, Freiburg- Stadt 3, Emmendingen, Baden- Stadt, Karls­ruhe- Land, Bretten, Mannheim Stadt 3, Weinheim, Heidelberg- Stadt 2 und Sinsheim, der Fortschrittlichen Bollspartei fielen zu: Konstanz- Stadt, Lahr- Stadt, Frei­burg und Karlsruhe- Stadt 4. Das Zentrum gewann noch den Wahllreis Freiburg- Stadt 2 und die Sozial­demokraten: Lörrach- Stadt, Bruchsal- Durlach, Schwezin­gen 1 und Mannheim- Land. Die Mehrheit der Linken bleibt im neuen Landtag erhalten, aber sie beruht nur noch auf 2 Augen. Die Linke( Großblock) zählt 37, die Rechte 36 Stimmen. Jm vorigen Land­tag betrug das Verhältnis noch 44 Stimmen der Lin­fen zu 29 der Rechten, also ein glatter Verlust der Lin­

fen von 7 Stimmen.

Durch einen gemeinsamen Erlaß der Minister des Innern und des Krieges ist die Zulassung von Fachschülern zur erleichterten Prüfung für Einjährig Freiwillige erweitert worden.

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Aus Stadt und Land.

Frau Clara von Gontard in Berlin und Frau Wilhel­mine Scharer, die Gattin eines Offiziers.

::: München. Am Dienstag abend wurde Dachau bei München ein Flieger beobachtet, d hoch in der Luft eine ganze Reihe von Raketen u

o Lampertheim. Der bisherige Beigeord­men wiedergewählt. Er tritt damit in die 3. Amts Feuerwerk bot einen prächtigen Lnblid. periode.

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nete Herr Ludwig Kirsch 3. wurde mit 757 Stimsogen. römischen Lichtern" steigen ließ. Das feltfar ender des Deutschen S ::: Pilsen. Der Stationsfommandeur der Bluftrationen unter ung vollzog sich am 26. und 27. Oktober die Aus der Jahrhundertfeier der Leipziger Völker, chriffteller Frig Ble

):( Frankfurt a. M. Unter starter Beteilig- sener Garnison hatte den Offizieren die Teilnahme en schlacht im dortigen Deutschen Theater verboten, welde ein patriotisches Programm aufwies.

schuhwahl zur hiesigen Ortsfrankenkasse, die ab 1. Januar etwa 160 000 Mitglieder zählt. Ab­gegeben wurden 38 572 Stimmen. Davon entfielen 32 321 auf die sozialdemokratische Liste( 51 Vertreter), 4842 auf die nichtsozialdemokratische Liste( 7 Vertreter), und 1342 auf eine sogenannte Frauenliste( 2 Vertreter). Bisher war die Leitung der Kasse ganz in den Hän­den der Sozialdemokratie.

):( Bad Homburg. Zurzeit schweben Ver­handlungen wegen der Vornahme größerer Um- bezw. Anbauten an dem Homburger Schloß.

):( Laubus Eschbach, 29. Oft. 2 Flie= ger vom Kölner Flug- Kommando, die sich auf der Reise von Köln nach Gotha befanden, mußten wegen des dichten Nebels hier eine Notlandung vornehmen. Ein am folgenden Tage unternommener Versuch, wei­ter zu fliegen, mißlang, da sich die Maschine wegen des kurzen Anlauf- Feldes überschlug und die Insassen unter sich begrub. Während die Flieger keine Verletz­ungen erlitten, wurde der Apparat stark beschädigt. Die Fahrt mußte infolgedessen aufgegeben werden.

):( Marburg. Der Privatdozent an der philo­sophischen Fakultät an der Universität Marburg Prof. Dr. Bock wurde an die Kgl. Akademie in Posen be­rufen.

):( Marburg. In der letzten Kreistagssizung wurde eine Anfrage betr. des Bahnprojektes Mar burg- Wildungen seitens des Landrats dahin beantwortet, daß alle Gemeinden, die an der Trace der projektierten Bahn liegen, sehr dafür begeistert In Sachen der hessischen Genossen sind. Die Bahn würde der betr. Gegend durch Er­schaftstrise hat die Fortschrittl. Volksschließung von Erzfeldern regen Verkehr bringen. Sache partei in ihrer letzten Fraktionssizung einen Antrag der Stadt Marburg sei es, das Projekt weiter zu ver­Reh an die Zweite Kammer beschlossen, worin die Re folgen. gierung ersucht wird, der Kammer baldigst einen Ge­setzentwurf vorzulegen, in welchem bestimmt wird, daß denjenigen in Hessen wohnenden Mitgliedern hessischer landwirtschaftlicher Genossenschaften die infolge ihrer Mitgliedschaft bei einer derselben einen erheblichen Ver­mögensverlust erlitten haben, aus der Großh. Landes­kreditkasse oder aus anderen staatlichen Mitteln Dar lehen bis zu 85 Prozent der beliehenen Objekte währt werden, und zwar zu den für die Beleihung von Geldern an der Landeskreditkasse bestehenden Bedingun gen. Die Begründung dieses Antrages weist darauf hin, daß für alle diejenigen Mitglieder der in Zahl- ungsschwierigkeiten geratenen oder zusammengebrochenen Genossenschaften, welche infolge ihrer Haftverbindlichkei­ten vollständig an den Ruin gebracht worden sind, eine staatliche Hilfe dringend notwendig sei, da die bisher in der Kammer beschlossenen Anträge bezw. Maßnah men zur Abwendung der Gefahr nicht ausreichten.

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n Gießen. Die letzten Vorstellungen im Stadt­Theater haben gezeigt, daß das Gießener Publikum er­höhtes Interesse für die dort gebotenen Vorstellum gen hat. Der Besuch war ein guter. Die Direktion ist ja bekanntlich fortgesetzt bemüht, gute Stücke auf's Re­pertoir zu setzen, sodaß jeder Besucher immer mit der Befriedigung die im Theater verbrachten Stunden zu seiner Erholung, Erziehung und Belehrung verlebt zu haben, nach Hause gehen kann. Das Wochenprogramm findet der Leser an anderer Stelle dieser Nummer.

n Gießen, 1. Novbr. Bakhofs Kammerlichtspiele ( Seltersweg 81) haben seit einigen Wochen einen neuen Besitzer, der es Union Theater nennt und mit dem auch ein wesentlich anderes Programm verfolgt wird. Heute z. B. stehen neben vielen anderen Vor­führungen zwei recht schöne und interessante Schlager auf dem Programm, Die letzten Tage von Byzanz" ( 3 Afte) zeigt die Konstantinopeler Schreckenszeit, da die Anhänger der Christenheit im Kampfe gefallen und

Frauen und Kinder in die Sklaverei verkauft sind. Das andere ebenfalls 3 Afte umfassende Stück ist das Lust spiel Seine Kammerjungfer". Dieser Titel sagt schon, daß es dabei toll zu lachen gibt, sonst wäre es nicht wie die Uniontheater- Direktion schreibt über 500 Mal im Berliner Residenztheater, gegeben worden. Man sehe sich das heutige Programm, welches auch morgen Sonntag und übermorgen Montag wiederholt wird,

an.

o Bad Nauheim. Im Juni wurde der Land­wirt A. Müller aus Oberrosbach von dem hiesigen Hotelbesitzer Gustav Horn mit einem Automobil ange­fahren und schwer verletzt. In der Gerichtsverhandlung wurde festgestellt, daß Horn mit einer übermäßi­gen Geschwindigkeit an dem Unglückstage fuhr und auch kein Warnungssignal gegeben hat. Während der Amtsanwalt 200 W. Geldstrafe beantragte, ver­urteilte das Gericht den Horn zu 600 Mark Geldstrafe und Tragung sämtlicher Kosten. Außerdem reichte der Verunglückte eine Entschädigungsklage über 5000 Mt. gegen Horn beim Gießener Landgericht ein.

):( Allendorf a. W. Von Donnerstag abend bis Freitag mittag wütete hier eine verheerende Feuers­brunst, der 6 Gehöfte zum Opfer gefallen sind. Der Schaden ist sehr bedeutend, da nur ein kleiner Teil durch Versicherung gedeckt ist.

):( Kassel. Ein hier ausgebrochener Straßen- bahner- Konflikt hat eine Verschärfung erfahren, da die Direktion der Großen Kasseler Straßenbahn die Zurück­nahme der Kündigung der seinerzeit wegen Agitation entlassenen Angestellten verweigerte.

! St. Goarshausen. Im Auftrage des K a i- ers legte der Landrat des Kreises St. Goarshausen einen Lorbeerkranz am Geburtstage des Freiherrn von Stein an der Gruft in Frücht bei Nassau nieder.

! Rüdesheim a. Rh. Der frühere Wächter am Nationaldenkmal, Feldwebel Lazzau, ist in Rüdes­heim im Alter von 73 Jahren gestorben. Er war bei allen Besuchern des Nationaldenkmals durch seine viele Jahre währende Tätigkeit und durch sein freundliches Wesen geachtet. Latzau war Teilnehmer an den Feld­zügen 1864, 1866 und 1870-71 und war Besitzer des Eisernen Kreuzes. Vor kurzer Zeit feierte er sein 50­jähriges Militärdienstjubiläum.

! Koblenz. Der Redakteur der Rheinisch- West­fälischen 3tg.", Karl Helling, verunglückte auf einer Radtour von Koblenz nach Boppard so schwer, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. In dem Automo­bilschuppen der Automobilgesellschaft Koblenz sind vor­gestern 6 Automobile im Werte von 80 000 Mark ver­brannt.

):( Wiesbaden. Der Kaiser ließ aus seiner Privatschatulle dem acht Jahre alten Sohn des Kauf­manns Ruff, der bei der letzten Anwesenheit des Kai­

Wien. Prinz Wilhelm zu Wied soll die A nahme der albanischen Fürstenwürde vm der Errichtung eines Krondominiums, von der Zurid ziehung der fremden Truppen aus Albanien und ven einer genauen Grenzfestlegung abhängig machen.

Mexiko. Die Aufständischen haben einen Militärzug in der Nähe von San Saivadora mi Dynamit in die Luft gesprengt. 115 Soldaten find tot und zahlreiche verwundet.

Stadttheater Gieken.

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Abends 7 Uhr bei kleinen Preisen, unter Mi wirkung der Kapelle des hiesigen Inf.- Rgts. Kai ser Wilhelm" Nr. 116: Puppchen". Große Po mit Gesang und Tanz in 3 Aften von K. Kraa und Jean Kren. Musik von Jean Gilbert. Dienstag, den 4. Nov., abends 8 Uhr, bei ge wöhnlichen Preisen: Die Hermannsschlacht". Dram in 5 Aften von Heinrich von Kleist. Mittwoch, den 5. Nov., abends 7 Uhr, bei gew Preisen: Jugend". Ein Liebesdrama in 3 After von Max Halbe.

Freitag, den 7. Nov., abends 8 Uhr, bei gewöhn Preisen: Das Geheimnis". Schauspiel in 3 A zügen von Henri Bernstein. Samstag, den 8. Nov., nachm. Uhr, b. Volls Preisen: Die Hermannsschlacht. Drama in fünf

Aften von Heinrich von Kleist.

Sonntag, den 9. Nov., nachm. 3% Uhr, bei fleinen Preisen, unter Mitwirkung der Kapelle des hiesigen Inf. Rgts. Kaiser, Wilhelm Nr. 116: Puppchen. Große Posse mit Gesang und Tanz in 3 Aften D. K. Kraatz und Jean Kren. Musik von Jean Gi bert. Abends 7% Uhr, bei fleinen Preisen: Majolika". Lustspiel in 3 Atten von Leo Walter Stein und Ludwig Heller.

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::: Leipzig. Nunmehr hat auch Rußland für eine Beteiligung an der Internationalen Buchge­werbeausstellung Leipzig 1914 seine Teilnahme zugesagt. Der russische Minister hat nach langem Zögern die Summe von 260 000 Mark dazu bewilligt. in=

::: Dresden. Der Frau Toselli soll folge der Taktlosigkeiten, die sie mit der Aufführung der tollen Prinzessin" in Rom beging, vom Jahre 1914 ab die Rente von 40 000 Mt. entzogen werden. gerschaft wurde über die Universitätsnorlage ::: In der letzten Sitzung der Hamburger Bür­abgestimmt. Der Antrag des Senais, der die Univer­sität befürwortete, wurde abgelehnt. Dagegen wurde ein Antrag Dr. Dücker angenommen, der unter Ableh­! Mainz. In St. Louis wurde das Testament nung der Senatsvorlage den weiteren Ausbau des des hier geborenen und fürzlich in Langenschwalbach hamburgischen Kolonialinstituts als einer selb= verstorbenen Adolphus Busch( bekannt als Bierständigen, der Forschung, der Lehre und der praktischen könig) eröffnet. Es ergab sich, daß sein Vermögen sich auf 200 Millionen Mark beläuft. Ein Achtel des Ver­mögens erhält die Witwe, ferner fällt ihr die Villa " Lilly" in Langenschwalbach und verschiedene Grundbe­fitzungen in mehreren Staaten Nordamerikas zu. Der Rest des Vermögens wird zu 7 Teilen unter die zwei Söhne und 5 Töchter des Verstorbenen verteilt. Unter den 5 Töchtern sind zwei in Deutschland verheiratet.

Ausbildung gewidmeten Anstalt erstrebt. Damit ist die Gründung einer Universität in Hamburg abgelehnt.

::: Würzburg. Hier wurden in den Ring= parfanlagen zwei abgeschnittene menschliche Finger ge­funden. Die Erhebungen ergaben, daß ein junger Mann, der vor einigen Tagen beim Militär hätte ein­rüden sollen und als vermißt angemeldet war, sich selbst verstümmelt hat.

packen.

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