Ausgabe 
1.3.1913 Erstes Blatt
 
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::: Stodholm. General Bromwell Booth, Sohn des Begründers der Heilsarmee, ist für den diesjährigen Friedensnobelpreis vorgeschlagen worden.

Aus Stadt und Land.

* Vom 15. Januar 1913 ab werden auch Mit­glieder der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte bei Reisen zur Aufnahme in Heilstätten, zur Besuchsbehand­lung in öffentlichen Krankenhäusern und Kliniken und zum Besuch von Kur- und Erholungsorten auf den deutschen Staatseisenbahnen in der 3. Klasse zum hal­ben Fahrpreis befördert. Die Vergünstigung wird bei Entfendung auf Kosten der Anstalt für alle Versicherten gewährt, deren Gesamteinkommen den Betrag von Mt. 2500 nicht übersteigt. Als Ausweis dient für die Hin­und Rückreise eine Bescheinigung des Vorstandes der Versicherungsanstalt.

Der Großherzog hat den Assistenten bei der Gewerbeinspektion Gießen Dr. Wilhelm Schneider in gleicher Eigenschaft mit Wirkung vom 1. April 1913 an die Gewerbeinspektion Offenbach versetzt.

* Die Großherzogin empfing am 26. Fe­bruar den Pfarrer Schlosser von Gießen.- Der Großherzog empfing am 27. Februar den Prof. Dr. Biermann von Gießen.

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n Gießen. Die Neubauten für die Maschinen gewehrabteilung an der Kaiser- Allee sind begonnen worden. Es besteht ferner der Plan, 1916 auf Höhe des Trieb eine weitere Kaserne zu errichten zur Unterbringung der Mannschaften, die in der Zeughaus­faserne liegen.

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mitarbeitete, fönnten Erfolge erzielt werden. Der Vor­Stand des Arsip und Gartenbauvereins Gießen setzt sich aus folgenden Herren zusammen: 1. Vorsitzender: Regierungsrat Langermann, 2. Vorsitzender: Stadtver­ordneter Simon- Gießen, Schriftführer und Rechner: Kreisamtsgehilfe Schmidt- Gießen, ferner als Beisitzer die Vertreter der Ortsobst- und Gartenbauvereine, die noch ausstehen, sodann die Vertreter der Ortsgruppen: Leh­rer Bender- Steinberg- Watzenborn, Landwirt W. Dietz- Staufenberg, Lehrer Rabenau- Rödgen, Landwirt Theiß­Stodhausen und Landwirt Johs. Kont. Wagner- Lang­göns. Als technischer Beirat wird vorläufig Herr Dr. Soffmann noch das Amt durchführen. Er bittet aber zu seiner Unterstützung noch einige andere Herren her­anzuziehen. Das Programm der Arbeit sei Dr. Hoffmann auseinander: Kleinarbeit in den Orten auf dem gesamten Gebiet des Obst- und Gartenbaues. Wir wünschen dem Kreis- Obst- und Gartenbauverein eine erfolgreiche Zukunft.

n Gießen. Prof. Dr. M. Biermer, ordent­licher Professor für Nationalökonomie, ist im Alter von 51 Jahren an einem Herzschlage gestorben. Biermer, dessen Hinscheiden für unsere Landesuniversi­tät und die Stadt Gießen einen empfindlichen Verlust bedeutet, war am 22. November 1861 zu Bern als Sohn des späteren Breslauer Klinikers A. B. geboren. Er studierte in München, Berlin, Breslau, Göttingen Rechts- und Staatswissenschaften, habilitierte sich 1891! an der Technischen Hochschule zu Aachen und ging 1892 als Handelskammersyndikus( bis 1894) und außer ordentlicher Professor der Akademie nach Münster; 1898 folgte er einem Ruse als ordentlicher Professor nach Greifswald und 1900 fam er in gleicher Eigenschaft nach Gießen, wo er seitdem eine überaus fruchtbare wissenschaftliche Tätigkeit entfaltete. Auch als Mitglied des Provinzialausschusses für Oberhessen und des Gie­Bener Stadtverordnetenkollegiums hat Professor Bier­mer sich um das Gemeinwohl aufs beste verdient ge macht. Nur allzufrüh wurde der so Schaffensfrohe aus diesem Leben abberrufen; sein Andenken aber wird in Ehren bleiben.

n Gießen. Am letzten Sonntag wurde in der Bezirkshauptversammlung des Oberh. Obstbauvereins der Bezirk Gießen einstimmig in einen Kreis- Ob st= Mit und Gartenbauverein umgewandelt. großer Freude ist diese Umwandlung zu begrüßen, ar­beitet doch in Zukunft der Kreisverein selbständiger und mit mehr Mittel, sodaß ein regeres Leben als bisher mit Bestimmtheit zu erwarten ist. Der Vorsitzende, Herr Regierungsrat Langermann setzte aber auseinander, daß nun zwar mehr Freiheit gegeben sei, daß aber auch mehr Arbeit geleistet werden soll. Dr. Hoffmann Friedberg appellierte an die Mitarbeit und zwar in­tensivster Art seitens der Obmänner und Mitglieder des Vereins, nur dann, wenn alles freudig und selbstlos

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n Gießen. Vor dem Schwurgericht, das in der fommenden Woche hier tagt, fommen zwei Meineids= anflagen und ein Duell mit tödlichem Ausgang zur Verhandlung.

n Gießen. Die Ehefrau M. S. von hier hat zum Nachteil eines hiesigen Dienstmädchens diesem eine Schürze weggenommen. Mit Rücksicht auf die Raffi­niertheit des Diebstahls und die Persönlichkeit der An­geklagten, wurde diese vom Schöffengericht in eine Ge­fängnisstrafe von 10 Tagen genommen.

o Hungen. Heute feiern der Flurschütz Jokel und dessen Frau Juliane geb. Leidner aus Villingen goldene Hochzeit.

o Offenbach. Der Assistent der hiesigen Ge­werbeinspektion, Karl Schweifert, wurde mit Wirkung vom 1. März zum Gewerbeinspektor in Mainz nannt.

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Rühmen deine große Kunst.

Gute Arbeit laß beiseite,

Qual' dich nicht mit Handwerksbrauch. Billige Preise nur bereite,

Dann hast du die Arbeit auch.

Baukunst ist nur öde Lehre, Kalkulieren, das ist Blech, Daß der Auftrag dich beehre, Unterbiete immer frech;

Denn von unten bis nach oben Gutes Werk man nicht mehr fennt, Ueberall hört man nur loben Stets den bill'gen Submittent.

Brauchst auch keine Warenkunde,* Mensch! laß das Studieren sein! Mit dem allergrößten Schunde Seif' den Auftraggeber ein. Denn die Menschheit hier auf Erden, Die verzeiht dir jede List,

Sie will gern betrogen werden, Wenn du nur recht billig bist.

Literarisches.

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? Unser Körper, Handbuch der Anatomie, Physiologie und Hygiene der Leibesübungen. Von Sa­nitätsrat Professor Dr. med. F. A. Schmid t. Vierte neu bearbeitete Auflage mit 576 Abbildungen und einem Anhang: Erste Hilfe bei plötzlichen Unglücksfällen. G. 8. 661 Seiten. 1913. Ungeb. t. 12.50, geb. 14 Mk. R. Voigtländers Verlag in Leipzig. Ein schönes Zeugnis für das Interesse, das heute den Lei­besübungen und dem Studium unseres Körpers ent­gegengebracht wird, legt die Tatsache ab, daß das Handbuch von F. A. Schmidt nun bereits zum vierten Male eine Auferstehung begehen kann. In einem ein­leitenden Kapitel orientiert der Verfasser über das Wich­

o Offenbach. Der 18jährige Ph. D., ein Schütigste aus der menschlichen Entwickelung und bespricht ler der Oberprima des hiesigen Gymnasiums, hat durch einen Schuß in die Schläfe Selbstmord verübt.

s Darmstadt. Die 8. hess. Landessynode be­gann ihre Beratungen am Mittwoch unter dem Vorsitz des Geh. Schulrat D. Stamm- Gießen. Zum stellvertre= tenden Vorsitzenden wurde gewählt der Synodale Din­gelden, zum Schriftführer Synodaler Walter- Worms.

! Mainz. Buben begaben sich in der Nacht zum Mittwoch auf das Grab ihres jüngst verstorbenen Lehrers, rissen die Kränze herunter und zerfetzten die Schleifen in tausend Stücke. Hoffnungsvolle Jugend.

):( Marburg. Am letzten Sonntag fand hier der diesjährige Vertretertag des Kreiskriegerverbandes Marburg statt. Das Kriegerdenkmal soll noch in die­sem Herbst eingeweiht werden. Am 10. März werden die Kriegervereine eine Gedenkfeier an das Jahr 1813 begehen. Zum Schluß wurde Geheimrat, Profes­sor Dr. Schend einstimmig zum Vorsitzenden des Ver­bandes gewählt.

Vermischtes.

Traurig aber wahr. Eine zeitgemäße Beleuchtung des Submissionswesens, und zwar in ge­bundener Form, finden wir in der Ostpreuß. Handw.­3tg.". Das fleine Poem ist überschrieben Der Bil lig st e" und kann nach der Melodie Strömt herbei, ihr Völkerscharen" gesungen werden. Es lautet:

Kannst du gut die Preise drücken, Stehst du überall in Gunst, Staat und Bürger, voll Entzücken,

äußere und innere Formverhältnisse, Körperproportionen, Wuchsformen 2c. in raschen Zügen. Der erste Haupt­teil befaßt sich sodann mit der Knochen, Gelenk- und Muskellehre, während der zweite Herz und Kreislauf des Blutes, Lunge und Atmung, Haut, Verdauung und Ernährung, Harnorgane und das Nervensystem be­handelt. Jedes Organ des menschlichen Körpers wird im Spiegel der Anatomie, Physiologie und, soweit es die Leibesübungen verlangen, auch der Pathologie be­trachtet, wobei der Schulhygiene die gebührende Be­achtung geschenkt wird. Dieser Darstellung des Baues und Lebens unseres Körpers schließt sich in einem drit­ten Abschnitt als Bewegungslehre der Leibesübungen" der in allen Beziehungen gelungene Versuch an, nicht nur die Mechanik der verschiedenen Uebungsarten, so­wie deren physiologische und gesundheitliche Einwirkun­gen zu erörtern, sondern auch stete Hinweise auf den praktischen Betrieb zu geben. Die Neubearbeitung des Buches erstreckt sich auf alle Abschnitte. Kein Kapitel ist ohne Aenderung und größere Zusätze geblieben; manche Abschnitte sind gänzlich umgeschrieben; einzelne neue hinzugesetzt worden. Alle Ergebnisse auf dem en­geren Gebiete der Leibesübungen sowohl, wie auf dem der Anatomie und Physiologie sind bis in die jüngste 3eit hinein berücksichtigt worden. Eine wesentliche Be­reicherung hat das Buch durch einen Anhang über Die ersten Hilfen bei Unglücksfällen", die im Betrieb von Leibesübungen sich ereignen fönnen, erfahren. Die gute Ausstattung mit mustergültigen Illustrationen, Stizzen von der Hand des Verfassers, die das Wesent­

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Das kann aber nur erreicht werden durch unausgesetzte Aufmerksamkeit und Tätig­keit. Kann doch

vergeht, an dem nicht wenigsteus einige neue Kunden ge­wonnen werden.

ohne Mitteilung das Publikum garnicht wissen, dass

Es ist deshalb notwendig, unausgesetzt sachgemässe

man etwas gutes und neues zu liefern hat.

Reklame

zu machen, wofür die vorliegend.Zeitungein. gute Gelegenheit bietet,

Ziel

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4

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LOSE

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Giessen: Buchack

Dany, Joh. Faber, Erns