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firmation ist für viele auch zugleich ein Sorgentag im Blick auf die Zukunft der jungen Christen, die am Kon­firmationstage zum Altare treten. Väterliche Ermahn­ungen, mütterliche Liebesworte geleitet manches Herz. An die Eltern und Vormünder tritt die ernste Frage heran, in welchem Berufe sie die Schulentlassenen un­terbringen sollen, um nach menschlicher Voraussicht für deren fünftiges Wohl am besten zu sorgen. Die Berufs­wahl ist für viele sehr schwer, da allerlei Umstände in Betracht zu ziehen sind. Die Hauptsache ist aber, daß ein Beruf gewählt wird, welcher geeignet ist, seinen Träger anständig zu ernähren, ihm eine angesehene Le­bensstellung zu schaffen, und zu welchem der junge

Mensch Neigung hat.

n Gießen. Der Großherzog empfing den Geh. Hofrat Professor Dr. Spengel von Gießen und verlieh ferner das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: Für Verdienste", dem Vizefeldwebel Großhaus und dem Bizefeldwebel Kreiling, beide seither im Infanterie- Reg. Kaiser Wilhelm Nr. 116.

n Gießen. Oberlehrer Dr. Karl Weimer, seither an der Augustinerschule zu Friedberg, wurde an das hiesige Realgymnasium versetzt.

n Gießen. Die Gebäude des abgebrannten

Windhofes sind mit 105 000 Mark bei der Brandkasse

versichert. Man schätzt die Kosten der Wiederherstellung auf 50-60 000 Mart. Das gesamte Wirtschaftsinven­tar ist ein Raub der Flammen geworden. Ebenso find zum Verkauf dort aufgestapelte Möbel vernichtet. Ueber die Entstehung des Brandes hört man bis jetzt nur Vermutungen, deren eine dahin geht, daß die Acetilen­gas- Anlage nicht ganz in Ordnung gewesen sei und den Brand verursacht habe.

o Friedberg. Der seit Sams, ag vermißte Leh­rer Weber wurde bei Bad- Nauheim erschossen auf­gefunden.

o Friedberg. Zur Feier des 75jährigen Be­stehens des Friedberger Predigerseminars, die mit der diesmaligen Frühjahrsentlassung der Kandidaten ver bunden war, promovierte Geh. Kirchenrat D. Krüger! als Dekan der theologischen Fakultät Gießen den Prof. Schoell zum D. theol. honoris causa.

Neue Frachtbriefoorschrift. Die Staatsbahn übergibt vom 1. April d. Js. ab den Klein­bahnen nur noch diejenigen Güter zur Weiterbeförder= ung, bei denen in der Frachtbriefadresse der Vermerk hinzugefügt ist: zur Weiterbeförderung mit der Klein­bahn". Wo dieser Vermerk fehlt, werden die Empfän­ger von der Staatsbahn benachrichtigt und weitere Ver­fügung abgewartet. Es liegt im Interesse der Ver= frachter, diese neue Vorschrift genau zu beachten, andern­falls Verzögerungen und Unkosten entstehen.

nun

s Groß- Gerau. Der älteste Ortsgerichts­mann Hessens ist der Altbürgermeister Sch a d von hier, er vollendete sein 91. Lebensjahr. Schad gehört den Ortsgericht schon seit 1853, also volle 59 Jahre an. E liegt den Pflichten dieses Ehrenamtes noch heute mit größter Gewissenhaftigkeit ob.

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Palmar

Collette zum

des Reichstagsabgeordneten Dr. Becker erhalten, nad dem die Pläne für die neue Rheinbrücke bereits

! Bingen. Der Bürgermeister hat ein Schreibere an Orten

Bomm. 9% 1

meinde.

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im Eisenbahnministerium fertiggestellt worden seien. Die om. 11 U neue Brücke soll die beiden Rheinufer zwischen Geisen Militärge schließlich als Eisenbahnbrücke ausgeführt werden, doch heim und Gaulsheim verbinden. Die Brücke wird aus: admittags 2 gängersteg angebracht werden. Ferner soll die Brücke hängen die rosigen Pfirsichblüten. Auch die Frühkir soll an einer Seite, vielleicht auch an beiden, ein Fußbends 6 Uh ausschließlich vom linken Rheinufer Anschluß an Schienenweg rheinauf und rheinab erhalten. Ferner teilte omittags 1 Dr. Becker in dem Schreiben mit, daß die Aussichten

s Darmstadt. Die Mandelbäume, die seit An­fang März in den Orten der obstgesegneten Berg­straße im weißen Blutenschmuck standen, sind verblüht. Statt dessen schimmern überall von den Berg­Schen fangen jetzt an zu blühen, ebenso die Frühbirnen. Die Apfelbäume sind voll dicker Knospen, sodaß an der Bergstraße herrliche Ostertage bevorstehen.

Gießen. Eine wichtige Neuerung bringt die am 1. April d. Js. in Kraft tretende M a ß- und Gewichts Ordnung. Von diesem Tage ab, worauf wir besonders hinweisen, gelangen neue Ge­wichtsstücke von 125 und 250 Gramm in dem öffent­lichen Verkehr zur Einführung. Es bedeutet das eine wesentliche Erleichterung im Ladengeschäft. Man möge beim Einkauf dieser Gewichtsstücke darauf achten, daß dieselben auch geeicht sind.

o Lich. Nach Beschluß des Gemeinderats bemüht sich die Stadtverwaltung um die Erlangung einer Gar­nison.

s Darmstadt. Die Kriegerkamerad= Schaft Hassia hat beschlossen, am 6., 7. und 8. Juli eine Kyffhäuserfahrt auszuführen, falls sich mindestens 230 Teilnehmer melden. Die Fahrt geht über Eisenach zur Besichtigung der Wartburg und von dort nach Frankenhausen. Am zweiten Tage wird die Barbarossahöhle besichtigt und das Kaiser Wilhelm= Denkmal bestiegen. Am letzten Tage geht die Fahrt von

30.

o Hungen. Das im Sommer hier stattfindende Bundesfest des Lahntalsängerbundes ist auf den Juni und 1. Juli festgelegt.

Roßla über Nordhausen nach Kassel, wo das Schloß Wilhelmshöhe besucht wird. Die Fahrt kostet für die Person 13,20 Mt. Für die Bestrebungen des Jung­deutschland bundes sollen aus der Verbands­kasse der Hassia 1000 Mark bewilligt werden.

o Friedberg. Der seit Samstag vermißte Leh­der Feier des 75jährigen Bestehens des evangelischen Predigerseminars dem Direktor des Seminars, Profes­sor der Theologie und Pfarrer zu Friedberg Dr. Karl Eger den Charakter als Geheimer Kirchenrat erteilt und dem Professor der Theologie am Predigerseminar und Pfarrer zu Friedberg Dr. Jakob Schoell, das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

1

-

* Aus Hessen. In 3 wingenberg wur. den bereits die ersten Spargeln gestochen. Der Bezirkstag für beide Hessen und Nassau des Deutschen Fleischer- Verbandes findet dieses Jahr in Bens= heim statt. Die Einweihung der Bismarc säule bei Ober- Ingelheim findet am Sonntag, den 12. Mai, statt.

o Friedberg. Die freien Gewerkschaften grün­den noch im Laufe dieses Frühjahres einen Arbei­ter Konsumverein dahier, welcher von Gie Ben aus geleitet wird. Die Einzeichnungslisten zirku­lieren bereits unter den freien Gewerkschaften hier, in Bad- Nauheim und den benachbarten Ortschaften.

Unter Feinden.

Roman von Karl Mattbta 3.

( Nachdruck verboten.)

in

s Darmstadt. Kommerzienrat H. Klener Frankfurt a. M. hat der Technischen Hochschule dahier ein Kapital von 30 000 Mt. unter dem Namen Kleyer­stiftung" zur Förderung des Automobilbaues und der Luftschiffahrt zur Verfügung gestellt.

|

o Offenbach a. M. Hier ist eine Ortsgruppe der Hessischen Reichspartei ins Leben gerufen worden.

Beruhige Dich, Tante," bat Desiree, es wird so schlimm nicht werden. In wenigen Tagen wird die Be­Lagerung zu Ende sein; dann gehen wir nach der Villa zurück, wo Dir die Stille doppelt wohl tun wird."

Nach der Villa," versetzte Bourlier mit schmerz­vollem Hohn. Sieh zu, ob dergleichen draußen noch steht. Wo die Brussiens hinkommen, rauben, zerstören, verbrenner. sie alles. Rauchende Trümmer und ver wüstete Felder bezeichnen den Weg, den die Barbaren nehmen."

vier?"

Hast Du teine Nachricht von meinem Neffen Olt Das ist es eben, was mich rasend macht. Es leidet mich nicht mehr hier, unbeschäftigt, hoffend, fürchtend, grübelnd dazusißen. Ich werde versuchen, bis zum Markt vorzubringen."

" Tue es nicht, Papa," flehte Desiree ängstlich. Olt­vier tommt ron selber hierher, sobald es thm möglich ist. Bleibe bet uns! Lasse uns nicht schußlos zurück."

Schließt die Tür hinter mir und laßt niemand herein. Hinter der unscheinbaren Mauer scheint die­ses Haus unbewohnt. Ich tehre bald zurück, gleichviel, ob ich Olivier treffe oder nicht."

" Und wenr Du zu Schaden kommst," warnte Na­taly, wenn Du in dem Gewühl überfahren, zertreten, getötet wirst? Was fangen wir armen Frauen an?"

Der Feinschmedier

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den Som.

der Stadt Bingen zur Erhaltung einer Garnison gün bends 6 Uh

stige wären, und er hoffe in den nächsten Tagen darü ber erschöpfende Auskunft geben zu können.

! Wörrs rst a dt. Ein neues rheinhessisches Bahn projekt steht gegenwärtig im Vordergrunde des Interes ses. Es handelt sich hierbei um die Weiterführung der Nebenbahn Nierstein- Undenheim über Undenheim hin

Beichte u

hannesge rer jeder

bends 7% lichen Ju 61

aus nach Armsheim, wo die neue Bahn in die Strede Bingen- Alzey- Worms einmünden soll. Dadurch er hielten nicht nur die Orte Schornsheim, Gabsheim, Spiesheim und Ensheim den lange schon gewünschten Anschluß an den Eisenbahnverkehr, sondern auch die seit Jahrzehnten geforderte Verbindung zwischen dem Osten und dem Westen Rheinhessens, die Durchquerung der Provinz, wäre erreicht.

6 8 10 f. das Stück.

r Wetzlar. Im Mai d. Js. kann die Krieger kameradschaft Wetzlar auf ein 25jähriges Bestehen zu­rückblicken. Aus diesem Anlaß ist derselben die kaiserliche Fahnenauszeichnung verliehen worden. Für die Feier des 25jährigen Stiftungsfestes ist Samstag, den 9. Juni in Aussicht genommen.

Sie füllen nicht die Straßen, und die verirrten Geschosse bringen mir nicht mehr Gefahr, als hier im Hause."

bends 6 U Beichte Martusg rer jeder

r. Wetzlar. Die geplante Handwerker- Ausstell ung wird nicht im Sommer 1912, sondern im Jahre 1913 und zwar in Verbindung mit der Feier der 100­jährigen Zugehörigkeit Wetzlars zu Preußen veranstaltet. Nur Aussteller aus Stadt und Kreis Wetzlar werden zugelassen, die dieselbe nur mit eigenen Erzeugnissen be schicken dürfen. Eine Ausstellung von Lehrlingsarbeiten und wenn erforderlich oder erwünscht, eine solche von Gehilfenarbeiten soll angegliedert werden. Die Prämi ierung der ausgestellten Arbeiten soll durch Medaillen und Diplome erfolgen. Die Dauer der Ausstellung ist auf 10 bis 14 Tage berechnet. Eine Ausstellungs- Lot terie ist mit vorgesehen.

Troß aller Einwendungen und Bitten ließ er sich nicht zuückhalten. Er eilte auf die Straße, und Frau von Tarandal schloß hinter ihm zitternd die Tür. Drau ßen schrie, freischte, johlte es mit tausend Stimmen, da zwischen blökten die Rinder, blötten die Schafe, zeterten die Schweine, welche man vorsorglich in die Stadt ge= trieben hatte und für die es kein Unterkommen gab. Un­aufhörlich flutete die Menge, Uniform an Uniform, fet­neswegs Verwundete und deren Pfleger allein, die von Haus zu Haus zogen und sich den Eingang mit Gewalt erzwangen.

):( Weilburg. Dem Vernehmen nach soll das Gasthaus zur Traube" hierselbst demnächst Don der Domänenverwaltung zum Verkaufe gestellt und öffent lich ausgeboten werden.

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::: Ein Urteil über das Streitposten stehen. Wie aus Solingen gemeldet wird, ist es dort im Schneiderstreik den bestreikten Arbeitgebern ge lungen, das Streikpostenstehen auf zivilrechtlichem Wege zu beseitigen. Drei Konfektionsfirmen, denen die Streil posten die Kundschaft abgehalten hatten, erwirkten beim Landgericht Elberfeld, 3. Zivilkammer, eine einstweilige Frankf Verfügung, die fast sämtlichen Schneidergehilfen und der Organisation der Schneider zugestellt wurde und mit Frankfu der diesen, gestützt auf die§§ 938, 940 und 850 der Zivilprozeßordmung, unter Androhung einer Haftstrafe bis zu 6 Monaten, das Postenstehen untersagt wird.

Je näher Bourlier der Nue neuve tam, je mehr staute sich der Menschenstrom. Die Läden und Weinknet­pen waren geschlossen, denn die verdursteten, gewalttätt­gen französischen Soldaten nahmen, ohne zu zahlen, was ste fanden, sie raubten, um Hunger und Durst zu stillen. Die Offiziere, welche dem Unwesen steuern wollten, wa­ren machtlos, ste wurden verhöhnt, gestoßen und ge­schlagen, überall tönte ihnen das Wort Verräter entge gen; nannten doch die Offiziere ihre Generale auch nicht anders, Verrat war das Losungswort, das von Mund zu Mund ging. Und weil sie verraten worden waren, wollten die Opfer die kurzen Stunden bis zur gänz lichen Vernichtung noch genteßen. Ste tranfen, um zu vergessen. Was nach dem Nausche geschah, das kümmerte ste nicht.

Ich bin eir Mann und wehre mich meiner Haut," antwortete er eigensinnig. Das sind alles Faseleien. Woher sollen die Menschenmengen kommen? Die Sols baten liegen außerhalb der Stadt, ste verteidigen uns und machen unaufhörlich Ausfälle, die dem Feinde für bare Verlust zufügen. In der Stadt sind mur Ver­wundete, flüchtige Bauern. Kranke und deren Pfleger. I

Darum Hörte Bourlier in dem Soldatenschwarm nur fröhlichen Gesang, lallende Reben, Witzworte und Buffauchsen der Trunkenheit. Die Männer, welche in feiger Flucht sich mit genauer Not vor den Geschossen und blanten Waffen der Deutschen gerettet hatten, spran­gen und tanzten, wo es der Plaß erlaubte, und füßten die Weiber, welche sich schamlos zu ihnen gesellt. Ane Zucht war dahin. Die Verworfenheit feierte Orgien, das Laster vertroch sich nicht mehr in dunkle Winkel,

es brüstete sich in dem Lichte der Sonne, welche gedämpft durch die Nebel eines Weltbrandes auf die unglückliche Stadt herniederleuchtete.

Entsetzt über die scheußlichen Szenen wollte Bour Iter von dannen fliehen; aber es gelang thm nicht, in der eingeschlagenen Richtung weiter zu kommen. Ein Haus brannte, in allen Stockwerken. Niemand dachte daran, zu löschen, niemand zu retten. Man ergötzte sich an dem Schauspiel und freute sich, daß das Nebenhaus, eine baufällige Baracke gleichfalls Feuer zu fangen begann Laß das alte Gerümpel brennen", schrte ein Dra goner, welcher Arm in Arm mit einem anderen das Feuerwerk betrachtete, so haben wir doch Beleuchtung für die Nacht, denn die Gaswerke der Stadt sind längst in die Luft gegangen."

" Bündet die andere Spelunke links auch an," rtet der Reiter, dessen grüner Rock über und über mit Wet besudelt war, ob das Nest stehen bleibt oder nicht Morgen sind wir doch alle tot."

Als ob seine Prophezeiung zur Wahrheit werden sollte, zischte es unheimlich durch die Luft. Eine Gra nate schlug in das feuerbedrohte Haus ein und über schüttete mit einem Hagel von Etsen, Steinen und Holz splittern die Neugierigen und die Spötter. As sich der Rauch verzogen hatte, lag dte Gasse voll zuckender und blutiger Menschenleiber und ein durchdringendes Jam mergeschret stieg zum Himmel empor und weďte weit und brett ett schauerliches Echo.

Bourlier eilte zurück, woher er gekommen. Er hat

te genug gesehen. Nun fürchtete er nicht nur allein für seinen Sohn, sondern mehr noch für seine Tochter und

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seine Schwester, die er zurückgelassen. Mühevoll gelang Angebo

te er in die Gasse zurück. Wie er angeordnet fand e die Tür verschlossen. Es blieb ihm nichts übrig, als den großen Klopfer zu rühren, um Etnlaß zu erhalten. Aber er mithte sich vergeblich. Niemand schien zu hören. ( Fortsetzung( vigt.)

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