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Gießener Zeitung

Bezugspreis 40 pfg. monatlich

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( Neueste Nachrichten)

verteljährlich 1,20 Mf., vorauszahlbar, irei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg.- Erscheint Mittwochs und Samstags. Redaktion: Selters: Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der., Gießener Zeitung" G. m. b. H.

mea 83.

Nr. 52.

Telephon: Nr. 362.

Luftkreuzer ,, Schwaben vernichtet.

Die Franks. Nachr." berichten darüber:

Düsseldorf, 28. Junt. Der Zeppelinkreuzer Schwaben" stieg heute früh um 6,05 Uhr in Frank­urt a. M., mit 6 Passagieren an Bord, zu seiner Fahrt nach Düsseldorf auf, nicht ahnend, daß es seine ekte Fahrt sein sollte. Es war eine glänzende Person Refordfahrt, die die Schwaben" diesmal zurück­gte. Jn Inapp Stunden hatte sie ihr Ziel er= est. Ieicht und es bot einen eigenartigen Anblick, als die str. 9. Charlotte", der bis heute in Düsseldorf stationierte Par­lung. Palballon, ebenfalls aufgestiegen war und jetzt beide

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Luftschiffe über der Stadt kreuzten. Zur Ankunft der Schwaben" und zur Unterstützung bei den Landungs­Dorfrbeiten waren 50 Soldaten des 1. Bataillons des Tier- Regiments zum Landungsplatz abkommandiert Mitglie worden. Trotz der großen Anzahl der Hilfsmannschaf­Witgen war es wegen des heftigen Bodenwindes doch erst Brojwa eine Stunde nach der Ankunft möglich, das Schiff,

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pie schon so oft, nur vor der Halle zu verankern. Das ollte ihm zum Verderben werden. Das Schiff wurde ichton den starken Böen auf der Golzheimer Heide et energ hin- und hergeschüttelt. Da plötzlich, kurz nach 1 be Behr, erfaßte eine heftige Seitenböe den Riesenleib des Belfreuzers, drückte ihn zu Boden und knickte ihn in Elon einem vorderen Teile. Die Gaszellen entleerten sich

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dingen und durch die Reibung an den Halteseilen bildeten sich te drunken, die das Gas in Brand setzten, eine rie= gerichte, ige Stich flamme schoß hervor und im Nu stand ifen bilas ganze Luftschiff in hellen Flammen. Da, auf ein­baal ein weithin hörbarer na II und die glühende Franfeuerschlange stürzte mit lautem Strach in sich zusam­Fettment, nunmehr nur noch einen wüsten Trümmerhaufen ildend. Während der Katastrophe hatten die Halte 4.50 mannschaften so viel Geistesgegenwart, sofort vom Luft­hiff zurückzuspringen, sich umzuwenden und davon zu hürzen. Trotzdem wurden 34 Soldaten verletzt, llerdings nicht schwer, sie erlitten zum größten Teil Brandwunden am Hinterkopfe. Auch einige Zuschauer, ich im Augenblick der Katastrophe zu nahe an dem iff befanden, wurden leicht verbrannt. Ein Unter­zier, der sich beim Ausbruch der Explosion in der lafi affagiergondel befand, rettete sich durch einen kühnen cherung zur Erde. Leicht verletzt wurde im Gesicht auch b. erwin Führer des Luftschiffes, Ingenieur Dörr, der wie it Brechy ein Wunder dem Tode entgangen ist. Die Ver­unt. undeten wurden auf dem Plazze sogleich verbunden nd in dem Wagen der Feuerwehr- Sanitäts- Kolonne wie in Privatautomobilen nach den Krankenhäusern der die Soldaten nach den Lazaretten geschafft, doch nnten alle Verletzten mit Ausnahme von zwei bald

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Unter Feinden.

Roman von Karl Matthtas.

( Nachdruck verboten.)

will Fräulein Bourlier begleiten und sie sicher birthin bringen," erbot sich d'Alincourt großmütig. aller tebe mit meinem Ehrenwort für sie ein."

eck, haltiges

Sie wollten das? Nun denn, so will ich auch die ten Bedenken fallen lassen. Gehen Sie, mein Fräu­Nr. 10 in, Sie find fret. Viel Glück zu Ihrer verzweifelten pedition. Indes- ich habe die Ehre, mich Ihnen Ich empfehlen, Herr Oberstleutnant d'Alincourt. erde mir erlauben, Ihnen Ihr Patent nach Orleans Stechzusenden."

Der Graf nickte dem Kommissar zu und bot Desiree Arm. Mit furzen Worten des Dankes schieden sie n Sem Militär- und Zivilgewaltigen und verließen angefochten das Stadthaus.

In der Vorhalle blieb das Mädchen stehen und aute dankbar zu dem schönen stolzen Manne empor. " Ich habe Ihnen viel abzubitten, Herr Graf," be­Conn sie mit zitternder Stimme. Sie werden mich ver­nzen, und dennoch erbarmen Sie sich meiner in der

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Abbitten? Etwa, daß Sie mir Ihre Herzengeschichte

pr. 1 ferrieten, schöne Desiree?" sprach er lächelnd. Das

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verlangen, wäre indiskret gewesen. Erraten habe ich längst. Daß Ihr Verlobter ein Deutscher ist, schadet

120, 1 in meinen Augen gar nichts. Ob Feind, ob Freund,

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fann nur ein Ehrenmann sein, da Sie ihn lieben, und babe um so mehr die Pflicht, einem, wenn auch feind= Den Kameraden, feine Braut zu erhalten."

Wie edel Sie sind," sprach das Mädchen leise. Ich chtete gerade, daß dieser Umstand Sie mir entfrem­n würde. Ich hatte sogar die Absicht, mich heimlich or Ihnen in Sicherheit zu bringen, denn ich durfte nicht hören, daß Sie mich lieben."

Samstags liegt für die Stadtabonnenten der

Illustrierte Wochen- Anzeiger

gratis bei.

Expedition: Seltersweg 83.

Samstag, den 29. Juni 1912.

wieder als ungefährlich verwundet entlassen werden.

Das Luftschiff war mit 650 000 Mark bei Lloyd in London versichert, so daß der Schaden, den die Delag erleidet, in materieller Hinsicht gering ist. Das Unglück spielte sich in kaum einer halben Minute ab. Die Passagierkabine und die Motore sind gleichfalls zer­stört, das Metall geschmolzen.

Düsseldorf, 28. Juni. Morgen tritt eine Kom­Ursachen der Katastrophe feststellen wird. mission unter dem Grafen Zeppelin zusammen, die die

*

Politische Rundschau.

Deutschland.

Berlin, 28. Juni. Der Kaiser trifft vor­aussichtlich morgen zu einem furzen Besuch bei der Kai­ferin im Neuen Palais bei Potsdam ein. An dem Programm für die bevorstehende Fahrt nach den Fini­schen Schären wird dadurch, wie amtlich mitgeteilt wird, nichts geändert.

* Der Kaiser begibt sich morgen Sonntag von Kiel an Bord der Hohenzollern" nach Danzig. Die Mittwoch früh, und zwar wird die Hohenzollern mit Abfahrt von Danzig erfolgt am Dienstag abend oder dem Kaiser an Bord direkt nach den finischen Schären abdampfen, wo auch die Zusammenkunft mit dem Za­ren stattfindet. Nach der Rückkehr aus den Schären be­

gibt sich der Kaiser auf kurze Zeit nach Berlin zurück,

um dann am 7. Juli von Swinemünde aus die Nord­landreise anzutreten. Voraussichtlich werden die beiden Kaiser in Baltischport an Land gehen und das Leib regiment Wiborg besichtigen.

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Berlin, 28. Juni. Anscheinend als Revan­che für die Festnahme des Kapitäns Kostewitsch hat die russische Regierung jetzt einen deutschen Offizier, den Leutnant Dahm vom Niedersächsischen Feld- Art.­Regiment Nr. 46 in Wolfenbüttel verhaftet in dem Augenblick, als er auf der Rückreise aus Rußland, wo er sich studienhalber aufhielt, in Alexandrowo die Grenze wieder überschreiten wollte. Leutnant Dahm hat seinem Regiment sofort in einem Telegramm Mitteilung von seiner Festnahme gemacht. Vom Regiment aus sind sofort bei den zuständigen Stellen die notwendigen Schritte unternommen worden, um eine Freilassung des Verhafteten herbeizuführen. Wie das Regimentsbureau bestätigt, ist Leutnant Dahm nicht auf Kommando Rußland gewesen, sondern hat einen dreimonatlichen Urlaub genossen, den er dazu benutzen wollte, seine russischen Sprachkenntnisse durch einen Aufenthalt in Ruß­land zu verbessern. Das Auswärtige Amt hat sofort die erforderlichen Schritte unternommen, um die Frei­lassuna Dahms zu erreichen.

Ich liebe Ste trogdem noch immer, Fräulein Bourlter, und Ste werden has wohl gefallen lassen müffen, obwohl ich die Verlobte etnes Ehrenmares zu respektieren weiß. W GIR, daß mich ebue ge­wisse Eifersucht so schnell to with auf die Beine brachte. So leicht wäre mir n andern Salle Ihre Be­fretung nicht geworden."

Einen besseren Bürgen tone ich wohl nicht fin­den. Was haben Sie alles te Entlastung ge­fagt?" Das Blaue vom Himmel Hometer habe ih gelo= gen, scherzte d'Alincourt me be gertagten Gents­sensbisse. Der Herr Generator muß denken, daß ich mit Ihrem Vater o Harra Escolt mehrere Scheffel Salz gegessen habe. been, ohne Feheres Geschütz ging es einmal nicht. Rollen wir Ihren Koffer aus dem Klatschneste terveen. Gie#nder in einem Hotel Unterkunft. I denke, GA flater sich jetzt micht mehr vor mir?"

"

Nein, Herr Graf. Ich vertraue Ihnen unbedenk lich. Sie verließen das Stadthaus. Es fand sich auch etn Wagen, der sie nach dem Hotel Bourbon brachte. Eigentlich ist es doch schade, daß Sie mich nicht lie= ben können," sagte unterwegs der Graf mit einem schwe= ren Seufzer. Ich hatte Sie fest in mein Herz geschlos= sen und träumte von Hochzeit und noch schöneren Din­gen. Das ist nun alles vorbet. Sie werden einen Prus­sien nehmen. Das mag Ihren patriotischen Papa arg in den Harnisch bringen."

Desiree beichtete nun dem Freunde ihre ganze leid= volle Vergangenheit. Er hörte aufmerksam zu und sagte nur zuweilen: Schade, schade!"

Desiree fand endlich Gelegenheit, zu Malvezin zu geben. Man wußte aber gar nichts von dem Geschäfts­freund, der dort sein Geld niedergelegt hatte und nicht mehr zum Vorschein gekommen war.

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(( Sickener Tageblatt)

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die 44 mm breite nieratenzeile. 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs­zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Kouture in Wegfall. Plapvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei.

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Telephon Nr.: 362. 24. Jahrg.

den

In der gestrigen Sitzung des Bundesrats wurde dem Antrag des Königreichs Sachsen wegen Prägung von Denkmünzen aus Anlaß der Ein­weihung des Völkerschlachtdenkmals bei Leipzig die Zu­ſtimmung erteilt. Zugestimmt wurde ferner u. a. Bestimmungen für die Vornahme einer Vichzäh= lung am 2. Dezember 1912, dem Entwurf einer Ver­ordnung betreffend die Inkraftsetzung der Vorschriften der Reichsversicherungsordnung, dem Entwurf der Aus­führungsbestimmungen für die Angestelltenversicherung und der Vorlage betreffend die Uebergangsbestimmun­gen für die Unfallversicherung nach der Reichsversicher­ungsordnung.- Der Bundesrat war nach dem§ 33 des Weingesetzes ermächtigt, im Großherzogtum Luxemburg gewonnene Erzeugnisse des Wein= baues den deutschen gleichzustellen, wenn dort ein dem deutschen Gesetze entsprechendes erlassen würde. Da dies geschehen ist, hat der Bundesrat nunmehr die erwähnte Gleichstellung beschlossen.

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Der König von Preußen hat den Grafen von Ingelheim zum Erzkämmerer des Herzogtums Nassau ernannt.

Die zweite Verhaftung in der Berliner Spionageangelegenheit des russischen Hauptmanns) Kok stevitsch ist insofern von besonderem Interesse, als sie den

russischen Oberleutnant a. D. Nikolski betrifft, der bei der rheinischen Metallwarenfabrik( Ehrhardt) angestellt ist. Nikolski hatte Kostevitsch zu einer Besichtigung der Fabrik eingeladen.

* Die Erweiterung des Kriegshafens He l- goland soll nicht den Zwecken der kaiserlichen Ma­rine diener, sie ist vielmehr als Hafenplatz für die deutschen Handelsschiffe bestimmt.

Der neue bayerische Geheimerla ß, der sich gegen den Guttempler- Orden richtet, weil dieser auf in­terkonfessionellem Boden steht und vor dem Eintritt in diesen Orden warnt, trotz des guten Zwecks, der För­derung der Enthaltsamkeit, ist bereits im Abgeordneten­hause zu München besprochen worden, sodaß an seiner Echtheit nicht mehr zu zweifeln ist.

Die Verhandlung gegen die preußischen Abgeordneten Leinert und Borchardt wegen der bekannten peinlichen Vorgänge im Abgeordneten= hause findet am 8. Juli vor der Straffammer 1 des Landgericht 1 in Berlin statt. Als Zeuge ist von der Staatsanwaltschaft Abg. Schifferer( natl.) geladen.

Rußland.

Petersburg, 28. Juni. Der Gerichtshof von Odessa verurteilte den Deutschen Haase wegen Militärspionage zu drei Jahren Gefängnis.

Zwei Tage ser ging ein Militärgag na Orleans ab Jede andere Eisenbahnverbindung nach Dan No .ben hatte aufgehört. Nicht einmal erfomenwagen- den den Netsenden Verfügung; e Offe bte Manichaen en tit eb- und Transpor gen ohne Berbed vorab nehmen. Bei der falten sch man Bitterung was bus cine were Angabe. De Free Babe fi in alles. In Befehaft von Oftateren mast mefelbetter att see, frie in einer Ede des Bogen er oftare e mo wich the, der er fonte - weben bic gates Bote, die Mühe wehmen, og i bebeptember naille on the been offer, die Def ve Iegen gen.

Jubeffen tacourts Rube beat paben thr den Bolt, ben sie mitten in ben Strapon G fabren nicht entbehren konnte. Trogdom He überaus elend. Immer mehr fab se em, daß Widerstandskraft erschöpft hatte. Mtt lettet flammerte sie sich nur noch an die Hoffnung, den Like wiederzusehen. Wenn diese fehlschlug

,, Wie wäre es möglich," sagte sie halblaut zu sich, er muß leben und sich versöhnen lassen. Was ich ge­tan, tann nicht vergeblich gewesen sein."

In tiefem Weh schlug sie ihre Händchen vor die Augen und schluchzte leise vor sich hin.

Grübeln Sie nicht, Fräulein Destree," bat der Graf, der sie wohl beobachtet hatte, weinen Sie nicht. Es nüßt nichts und nimmt Ihnen die Kraft, so tapfer zu sein wie bisher. Nehmen Sie lieber ein Schlückchen von diesem vortrefflichen Lafitte. Auch Sie ziehen in den Kampf, fleine Desiree, stärken Sie sich."

Desiree schüttelte den Kopf. Der Graf sah sie von der Seite an. Er war mit ihrem Kräfteverfall sehr un­zufrieden.

( Fortiebuna solat