Ausgabe 
27.11.1912 Erstes Blatt
 
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Dens B

Braun

eral- Major

Aus Stadt und Cand.

Gießen, 26. Nov. Der Geburtstag des Groß­

des Verbias ist hier, wie im ganzen Lande, in der her Dr. Brei Gießen. Die Fest vorstellung um Men­laßlich Großherzogs Geburtstags im Stadtthea­

Lihen herzlichen Weise gefeiert worden.

trauten wußten damals, daß dieser Führer eigentlich tein Führer war, sondern eine Führerin: eine junge Dam. aus Belgrad, die heute in ihrem Vaterland als nece Jungfrau von Orleans berühmt ist. Die friegs= ßen Schlachten teilgenommen, und sich durch ihren ver­lustige, tollkühne junge Serbin, die bereits an drei gro­esfelben Drochte eine vorzüglich gelungene Aufführung Jwanowitsch und ist die Tochter eines biederen wegenen persönlichen Mut auszeichnete, heißt Sophia Dem Bri Der Königsleutnant". Hierbei fonnte nian wie Fleijchermeisters, der sonst mit viel Ruhe und noch grö­obald mal sehen, daß ein gut geleitetes Theater eine Berem Gewinn in Belgrad sein Geschäft betreibt. Schon laffe des ie Runststätte ist, und in dem sich immer recht viele bner en: dem i es 3. B. bei dieser Festvorstellung der Fall war. auch junge Leute einfinden müßten, Geh. Gießen. Von Pfarrer a. D. Lendhecker

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xentfurt a. M. ist zur Ergänzung seiner im Jahre zugunsten der Gießener Universitäts- Bibliothek ge­ten Stiftung ein weiteres Kapital von 2000 Mt. it der Ather Werke aus dem Gebiete der inneren und äu­id worden, aus dessen Zinsen für die Universitäts­önige Mission beschafft werden sollen.

selben D Darm it a dt, 26. Nov. Der Finanzausschuß eg., Prof weiten Kammer hatte sich heute in einer ausgedehn­ouis Gigung in Gegenwart der drei Minister mit dem irch- Göns Adelung zu befassen, der den Kammerbe­DIt- Gen ebenso wie den Staatsbeamten die Vorteile r. Wein Besoldungsreform zuwenden will. Es wurde aus Ausschuß heraus vorgeschlagen, den Beamten der felben Damer eine sogenannte Funktionszulage austen er

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rer Grifonds zuteil werden zu lassen. Die Regierung er­Lehrer ge daß sie gegen eine solche Zulage prinzipiell nichts er Wen wenden hätte, irgend ein Beschluß wurde aber ingler gefaßt.

( Biedenkopf. Zwischen Medenbach und desselben shausen verirrte sich ein Knecht im Schneegestöber gerichtspurde erfroren aufgefunden.

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Vermischtes.

Krone Vom serbischen Generalstabschef Sungen, uit der Belgrader Korrespondent eines englischen Robles eine interessante Schilderung, die ein lebendi­Raben Bild gibt von dem eigenartigen Mann, der die Be­

ungen des serbischen Heeres von seinem Studier= n Ordensrer oder von seinem Salonwagen aus leitet. Denn partasse, alte General Putnic ist ein gebrechlicher Greis von Assistenter Gesundheit, aber sein Geist ist noch rege wie je, icolaus nicht umsonst hat man ihn die Seele des serbischen

ses und die Seele des Krieges genannt. Wenn man Drdens: Belgrad zu dem alten General Zutritt erlangte, dann

beman sich einem gebeugten, mißlaunigen Greise ge­dailleber, der in einem fissengepolsterten Sessel ruhte, atharina Dwollene Decke über den Knien und einen dicken u Wazenlenen Schal um den Hals. Vor ihm lag eine Karte daneben stand die unvermeidliche Tasse Kaffee, die chen" General als Anregung des Geistes nicht entbehren dem F. In seinen jungen Jahren waren Putnic das Games albild eines gesunden, beweglichen, intelligenten Of­is; jetzt lebt er von der Welt streng zurückgezogen

chen mi e" am nütigen:

teht nur noch in Berührung mit den Offizieren s Stabes, die ihm ihre Berichte überreichen oder bungen abſtatten, während er dann mit einer kurzen os sofort seine Verfügung trifft. Der General spricht hen milie ein Wort, hört schweigend dte Berichte an, nicht dem schüttelt den Kopf; nie hat einer seiner Offiziere ein ( Kr. Giusiges oder gar ein freundliches persönliches Wort ppel 1 ihm gehört. Jetzt folgt er in einem sorgsam ge­nes Sien Eisenbahnwagen den Spuren des Heeres, das leinen Plänen kämpfte und siegte. Im Vorraum hen mit Bagens und im Gang stehen die jungen Ordo­des Veroffiziere und lauschen, ob in dem Heiligtum des bisherige cherungs Gießen

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talstabschefs am Ende gar ein Husten ertönt. alles hängt von diesem Manne mit dem zarten pa und der zarten Gesundheit ab. Draußen auf Schlachtfeldern können Tausende dahinsterben, wenn General Pitnic keine Erkältung davonträgt. Denn kiner geistigen Frische und seiner Gesundheit ruht Glück der serbischen Waffen.

Eine serbische Jungfrau von Or en mins. Unter den Banden von serbischen Komitat­vebeln is, die sofort bei Ausbruch des Krieges in die Türkei svizefeld

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angen und den türkischen Truppen schwer zu schaf= machten, noch ehe die regulären serbischen Truppen elen, zeichnete sich vor allem eine Truppe aus, die dem Befehle eines auffallend jugendlichen, bart= of schlanken Führers stand. Nur die wenigen Ver­Leciferin

beadend begutachtet zur Kräftigung der Nerven sowie des ofratten Organi8wu8; hebt die Lebensenergie und macht

förper widerstandsfäbig. Leciferin wird mit Vorliebe both Merten bei Bleichsucht, Blutermut und Schwächezuständen edizin duet. Tausenden hat Leciferin in Kürze neue Kräfte geschafft. Breis M. 8.- die Flasche, überall erhältlich. Jer- Di Balenus" Chem. Industrie, G. m. 5. H., Frankfurt a. M.

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vo: Ausbruch des Krieges begann das Fräulein Jwa­nowitsd; mit der Organisierung ihres Freiwilligenforps, in dem auch ihr Bräutigam ebenso wie die Braut mit Gewehr und Patronentasche Dienst tut.

Wo ist die berühmte sozialdemo= fratische Freiheit? Diese Frage hat der Gen. Regierungsrat Professor Dr. Kahl- Berlin in einer Wah­lerversammlung sehr richtig folgendermaßen beantwor tet. We die Sozialdemokratie den Fuß hinsetzt mit ihrer Organisation, erlischt jeder Schimmer von Frei­heit; fie fennt teine Autorität im Himmel und auf Er­den außer der eigenen; außer der eigenen Theorie ist keine andere berechtigt. Von Wahrheit und Wahrhaf­tigkeit im öffentlichen Leben keine Spur, wenn es gilt, die großen Massen aufzuklären, was im Staate erreich­bar ist, wenn es gilt, anzuerkennen, was erreicht wor­den ist unter großen Opfern aller geſellſchaftlichen Klas­sen. Nur der Ausdruck des Tadels, der Unzufrieden= heit, nur Zukunftsträume, die unter normalen Verhält­nisser nicht in Erfüllung gehen können. Brüderlichkeit sucht man auch auf ihren Parteitagen vergebens, immer nur Verheizung und Agitation von dem unbeweglichen Prinzip des Klassenhasses aus. Dazu die Weigerung, : Heer und Marine die Mittel zu gewähren, die er­forderlich sind, unser Vaterland zu schützen, zumal in der heutigen Zeit.

Literarisches.

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duktien ihrer Bezüge um den Betrag der Versicherungs­sunimen einverstanden erklären. Ein anderes Geschäft hat die Zahl seiner Angestellten von 40 auf 31 redu­ziert und rechnet darauf, daß diese verminderte Zahl durch intensivere Arbeit die Differenz ausgleichen werde. Eine Anzahl anderer Geschäfte wiederum sucht die bis­her im Dienste befindlichen Beamten durch weibliche An­gestellte, also durch billigere Kräfte, zu ersetzen, indem man zugleich den Leitern der Bureaus eine Zulage ge­währt. Besonders stark ist endlich die Nachfrage nach Beamten, die aus irgend einem Grunde bereits eine Ben­sion ziehen. Das genannte Blatt fügt hinzu: Im­merhin machen sich hier Erscheinungen geltend, wie sie bereits Fürst Bismard bei den ersten Debatten des Reichstages über die soziale Versicherung befürchtet hat, als er immer wieder seinen Zweifel betonte, ob die deutsche Industrie der fremden Konkurrenz gegenüber die Lasten auf sich nehmen und ohne schwere Schädigung ertragen werde. Sollte hier die Wohltat wirklich zur Plage werden?

? Die Kochkunst der Neuzeit. Großes Handbuch des gesamten Küchenwesens. Für den ein­fachen und feinen Tisch unter Berücksichtigung aller Fortschritte auf dem Gebiete des heutigen Küchenwesens. Mit weit über 2500 neuen erprobten Rezepten und An­weisungen. 800 Seiten Umfang. Preis 6 Mark, Ge­schenkband 7 Mark( Porto 50 Pfg.) erschienen bei E. Abig in Wiesbaden 35. Es ist wirklich ein modernes Hilfsbuch in unserem Zeitalter der Reformen und des Fortschrittes auf allen Gebieten, das man gern in der Hand aller Derer sehen möchte, die für unser leibliches Wohl zu sorgen haben. Man glaube ja nicht, kurz vor Gründung eines eigenen Herdes in einem Koch- oder Haushaltungskursus sich alles wesentliche aneignen zu fönnen. Schon das schulentlassene Mädchen muß ler­nen, sich im Haushalt mit dem Kleinsten und scheinbar Unbedeutendsten vertraut zu machen, sich alle Vorteile beim Einkaufe anzueignen, das Wirtschaften und Ko­chen möglichst gründlich zu betreiben, denn man fann nicht erst dann mit dem Lernen beginnen, wenn man Meisterin sein sollte. Gewiß fann man später noch vieles nachholen und es gibt auch immer wieder neues zu lernen. Deshalb können alle Hausfrauen auch aus einem derartigen ganz modernen Handbuche sehr viel neues lernen, was viel Wirtschaftsgeld ersparen läßt und zum Wohlergehen und zur Behaglichkeit des Fa­milientreises beiträgt. Die Hausfrau muß heute nicht nur schlicht und recht ein Essen bereiten können, sie soll auch wissen, was der Gesundheit abträglich, was zuträg- terung, wenn man nicht rechtzeitig durch erwärmende, lich und besonders nahrhaft ist, also etwas Küchenche­mie verstehen. Nun gar erst die Kost für Kranke, wenn ichon mit Sorgfalt ausgewählt werden muß, was Ge­sunden bekommen soll. So sehen wir, daß zum Fa­milienglüd in erster Linie umfassendes hauswirtschaft­liches Können, die wirkliche der Jeztzeit angepakte Roch tunst gehört. Deshalb ihr Mütter lehrt Eure Töchter diese Wissenschaft und vervollkommnet Euch selbst da­rin, denn es trägt goldenen Lohn ein.

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Unerfreuliche Früchte der Ange­stellten Versicherung. Aus Berlin wird den Le pz. N. N." geschrieben: Die soziale Wirkung der jüngster: Leistung auf dem Gebiete der sozialen Gesetz= getung scheint in mancher Hinsicht wenig den gehegten Heffnungen zu entsprechen. Glaubt man, dem Privat­beamter den Segen der Arbeiterversicherung und allem ein gesichertes Alter zu schaffen, so scheint die Han­dels welt vielfach entschlossen zu sein, die ihr zugedachten Lasten möglichst von sich abzuschütteln und den Zweck des Gesetzes illusorisch zu machen oder sogar in sein Gegenteil zu verkehren. So wird berichtet, daß ein gro­ßes Berliner Geschäft seinen 400 Angestellten zum 1. Januar gekündigt hat, mit der Maßgabe allerdings, jic von neuem anzunehmen, wenn sie sich mit einer Re­

Geschäftliches.

:: Schnupfen, Heiserkeit und Ka tharre sind die Folgen der jetzigen naßkalten Wit­

belebende Getränke vorbeugt. Grog, sowie sonstige Spi­rituosen sind nicht nach eines jeden Menschen Geschmack, auch nicht bekömmlich. Wohl aber bekommt jedem eine Tasse heiße Bouillon, die man auch in anerkannt guter Qualität aus Bouillonwürfeln der Bouillon- Würfelfa­brit Germania", Jnh. Wessel Meylink, Hamburg 31, für wenige Pfennige herstellen fann. Wir verweisen auf

unser heutiges Inserat.

Aus dem Tagebuch einer jungen Frau. ,,... Nun ist der Dienstboten- Merger auch mir nicht er­spari geblieben, und ich hatte mir fest vorgenommen, mich nicht hinreißen zu lassen; aber bei solcher Dumm­heit ist es unmöglich, seine Ruhe zu bewahren. Bringt mir doch mein neues Mädchen gebrannte Gerste statt Kathreiners Malzkaffee und bleibt dabei, der Kauf­mann hätte ihr gesagt, gebrannte Gerste wäre dasselbe wie Kathreiners Malzkaffee. War das eine Arbeit ihr flar zu machen, daß Kathreiners Malzkaffee aus bestem Malz seit nahezu 25 Jahren nach bewährtem Verfah­ren hergestellt wird, und daß er nur in geschlossenen Ba­teten mit Kneipp- Bild, niemals lose ausgewogen, den Handel kommt! Hoffentlich hat fie's aber min be ariffen und verlangt für die Zulunft stets ausdrücklich Kathreiners Malzkaffee".

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Die da glaubten,

es gäbe nichts Besseres, haben sich schnell und gern

zu der Ansicht bekehrt, daß der Hornfranck" tatsächlich etwas Beson­deres ist. Er kann niemand enttäuschen.

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