Einzelbild herunterladen

auf rin!

Ite,

ald Stellu

Itüren Branche 3. Nr. 126 Ful

ratverkrümmun

Gießener Zeitung

Bezugspreis 40 Pfg. monatlich

( Neueste Nachrichten)

verteljährlich 1,20 Mf., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg- Erscheint Mittwoche und Samstags. Redaktion: Selters­Für Aufbewahrung oder Rücksendung

-

berraschendem Erlie weg 83. schwersten Fällen, nicht verlangter Manuskripte mird nicht garantiert.

nichts anderes n Haas'sche patenti

Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

ns- Geradehalter. 33

Apparat

ne und Kinder. rthopädisches Instit M., Schillerstrasse

Telephon: Nr. 362.

Reichstag

Berlin, den 22. April 1912. Auf der Tagesordnung am Montag stand die erste ntersuchung und jung der Wehrvorlagen. Der Reichskanzler, Beratung kostenlo her preußische Kriegsminister, der Staatssekretär des Reichsmarineamtes und der Reichsschatzsekretär ergreifen hierzu das Wort.

ac

Der Reichskanzler

ührte zur Vorlage aus: Die Gesetzentwürfe sind nicht orgelegt im Hinblick auf eine unmittelbar drehende Bejahr. In der augenblicklichen europäischen Situation Legt für uns fein Grund zur Beunruhigung. Trotzdem Dürden wir gewissenlos handeln, wenn wir unsere Rüst­ngen nicht auf einem Stand halten wollten, der un­em Mitteln und unseren Kräften entspricht. Der Reichs­angler berief sich auf die zahlreichen Stimmen aus dem Bolt heraus, worauf die Sozialdemokraten mit Hohn­Weinen elächter, die Rechte mit lebhaftem Beifall antworteten. Cognacbrenherei: Diese Stimmung, so sagte er weiter, beruhe nicht auf ACHOLL, igerijden Gelüsten. Deutschland ist triegs­NN. ereit, wenn ihm ein Krieg aufgezwungen ist, Hän Überall erhältlich

OGNAC

haus

nicht

ona­

-16ft!

n!

ngen

aber sucht es nicht. Wir brauchen eine starke Rüst­arig nicht nur zur Abwehr eines möglichen Angriffs auf urs, sondern zur Wahrung unserer Stellung im Frie­de, zur Sicherung unserer Wohlfahrt zu jeder Zeit. Ich habe die Ueberzeugung, und alle Anzeichen sprechen da­in, daß keine Regierung der Großmächte einen Krieg mit uns wünscht oder herbeizuführen sucht.( Hört, hört!) Aber sehr häufig m. H., sind die Kriege nicht von den Fegierungen geplant und herbeigeführt worden, die Willer sind vielfach durch lärmende und fanatisierende inoritäten in Kriege hineingetrieben worden.( Sehr ihtig!) Diese Gefahr besteht noch heute Iurd vielleicht heute noch in höherem Maße als früher ( hört, hört!), nachdem die Deffentlichkeit in der Volks­timmung, die Agitation an Gewicht und Bedeutung genommen haben. Wehe dem, dessen Rüstzeug dann ilidenvoll wäre! Aber meine Herren, nicht nur im usblick auf einen möglichen Krieg liegt uns die Pflicht start, militärisch stark zu sein, unser Ansehen, unsere ohlfahrt, unsere Sicherheit auch im Frieden hängen bmon ab. Nach unserer Wehrkraft bemißt man jeren Wert als Freunde und Bundesge mossen, unsere Bedeutung als eventu= elle Gegner, das Gewicht unseres Wortes in in­ternationalen Fragen, die uns berühren, die Rücksich­tel die andere auf unsere Interessen nehmen. Wir sehen, balle Völker rings um uns nach denselben Grund­den verfahren. Schließlich verbreitete sich der Kanzler iber die Deckungsfrage, Die Vorlegung der Erbschaftssteuer, die von der Linken grundsätz­il gewünscht wird, hätte uns nach den Schätzungen

chäftsverhältniffe heidungs- und Bahlreiche Empfehl

G. m. b

Unter Feinden.

Roman von Karl Matthias.

u n=

( Nachdruck verboten.)

Telef. I. 43 Die fürchterliche Wunde Waldemars erwies fich

sen ihn

serdem

-Ersatz

merzhaft­

Koffein

sal aus­

in W.9.

alles Erwarten nicht als tödlich. Der Stahl hatte Inte Lunge nur gestreift, nicht durchbohrt; auch das war nicht getroffen worden. Nur die heftige Blu­aut ftillen, machte dem Arzte Sorgen; es gelang vieler Mühe. Drei Tage lag Tyrolt in heftigem Cletium, dann trat Abkühlung des Blutes und ein hnlicher Schlaf ein. Die Nahrung mußte ihm fünft­betgebracht werden, da er gar nicht zu erwecken und fich apathisch gegen seine ganze Umgebung bekchielt.

Die ganze Nacht über hatte Frau von Tarandal ge­belt, ob Laurence die Wahrheit berichtet habe. Als bere morgen tam, ließ ihr die Ungewißhett keine Ruhe Sie begab sich zum Oberarzte, Herrn Dr. Köhler, ambot thre Dienste als Krankenwärterin an.

Der Arzt nahm ihr Anerbieten mit Freuden an. Das Personal reichte lange nicht für den schweren Dienst aus. Er bat fte, sogleich anzufangen, und führte afetnem vornehmsten Patienten im linken Erfer­timmer.

Diesen Kranten möchte ich Ihnen ganz besonders pfehlen, gnädige Frau," sagte er, auf Tyrolt deutend. Or wurde sehr schmerzhaft verwundet, und leidet viel. De fetnen Finger der gnädigen Frau werden hier ander tun. Darf ich darauf rechnen, daß Sie sich des men annehmen?"

Frau ven Tarandal antwortete nicht sogleich. Ihr tlig war fast so bleich wie das des Verwundeten. Deleid, Zuneigung, Schreck, Abscheu, Furcht vor dem lärlichen Geschickt, das den Verlobten ihrer Nichte uid in dies Haus brachte, machten ihr das Herz stok­er Endlich antwortete fie leise:

Samstags liegt für die Stadtabonnenten der

Illustrierte Wochen- Anzeiger

gratis bei.

Erpedition: Seltersweg 83.

Mittwoch, den 24. April 1912.

einen Ertrag von etwa 60 Millionen geliefert, gegen­über einem Ertrage von 36 Millionen, den wir von der Aufhebung des Branntweinsteuerkontingents erwar= ten. Kann man nun wirklich behaupten, daß eine Dif­ferenz von 25 bis 30 Millionen bei einem Milliarden Etat unsere Vorschläge von vornherein zu unsoliden Vorschlägen stempeln muß? Die Erbschaftssteuer habe nicht eingebracht werden können, weil sie den Hader un­ter den Parteien wieder entfacht und noch keine Mehr heit gefunden hätte, denn die Sozialdemokraten hätten die Wehrvorlage doch nicht genehmigt. Meine Herren, die Genehmigung der Vorlagen, die die Verbündeten Regierungen im Interesse der Wehrkraft des Deutschen Reiches für erforderlich halten, ist ein Erfordernis, das hoch über den Kämpfen der Parteien stehen sollte.

Kriegsminister von Heeringen führte sachliche Gründe aus.

Mehr beachtenswert sind die Ausführungen des Staatssekretärs der Marine.

im

Staatssekretär von Tirpit sagte: Zwei Mißstände soll die neue Vorlage beseitigen, einmal die Entlassung der Reservisten alljährlich Herbst, und zweitens das geringe Verhältnis der sofort verwendbaren Flotte zu unserer Gesamtflotte. Jede Na­tton wird heutigen Tages ganz mit der Wahrscheinlich keit rechnen, mit der Möglichkeit eines plöblichen Ausbruches des Kriege s. Jch erinnere an das historische Beispiel von Port Arthur. Alle Nationen ha ben Maßnahmen getroffen, um sofort verwendbare af tive Streitkräfte auf Kosten der Reserveformationen auf­zustellen. Unsere Marine ist nach dieser Richtung be sonders ungünstig gestellt.

Reichsschatzsekretär Kühn:

Wir hoffen Deckung für die Ausgaben zu schaffen. Wir wissen, daß wir mit den Anforderungen an un­sere Finanzen bis auf die äußerste untere Grenze her­abgegangen sind. Wir haben das mit vollem Bewußt­sein getan, weil wir die Steuerkraft des Volkes schonen wollten, nicht bloß, wie einige der Herren zu meinen scheinen, inbezug auf die Erbschaftssteuer, sondern inbe­zug auf die Steuern schlechtweg. Wir halten es für nö­tig, aus finanzwirtschaftlichen und politischen Gründen. Es muß eine Reserve da sein. Meine Herren, eine Na tion, die wie die unsrige unausgesetzt auf die Gefahr eines Angriffskrieges gerüstet sein muß, muß ihr Pul­ver trocken und ihre Einnahmequellen flüssig erhalten. ( Beifall bei den bürgerlichen Parteien.)

Dann folgt sofort die Besprechung.

Abg. Haase( S03.): Die heutigen Erklärungen lassen vermuten, daß wir sehr bald wieder mit einer neuen Heeresvorlage zu rechnen haben müssen. Unser

Ich werde mir seine Pflege angelegen sein lassen, nur fürchte ich,

Was gnädige Frau?"

Daß dieser Offizier gerade durch meine Hilfelet­stungen sehr erregt werden dürfte."

" Kennen Sie sich denn?"

Wir trafer früher einmal zusammen, tn einer glücklicheren Beit," erwiderte fie ausweichend. Glau­ben Sie nicht, daß ein Wiedererkennen schlimme Folgen haben kann?"

Wenn damit nicht schmerzliche Erinnerungen ver­knüpft sind, keineswegs. Und selbst diese würden ihn aus seinem apathischen Zustand aufrütteln, der seine Kräfte verzehrt und ihn langsam hinüberschlummern lafsen wird"

Nun denn, in Gottes Namen, ich will mich des Aermsten annehmen, und damit Sie sehen, daß ich es mit dem Samariterwerk ernst nehme, bleibe ich gleich hier."

Der Chefarzt ging feiner Pflicht nach. Frau von Tarandal ließ sich an dem Krankenbette nieder. Ste ordnete den Verband und nette die Lippen des Ver­wundeten. Er mochte die Nähe seiner Pflegerin spü­ren, denn der schmerzlich verkniffene Zug um den Mund verschwand und machte dem Ausdruck des Behagens Plaz.

Frau von Tarandal betrachtete ihn mit Unruhe. Wie sah er verändert, so elend und leidend aus! Ttefe Schatten lagen unter den Augen; der Bart war verwil­dert, das Haupthaar hing wirr in die Stirne, welche an den Schläfen eingefallen war, und zuckend arbeiteten die Arterien unter der gelblich- weißen Haut. Die Hände lagen kraftlos auf der Bettdecke; Baust, Schultern und Rücken hüllte der Verband ein. An diesem jungen Le­ben war der Tod hart vorbeigestreift, das sahen der Frau tränenfeuchte Augen.

|

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 20 Pfg.

die 44 mm breite Inseratenzeile.- Die 90 mm breite Zeile im Neklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs­zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konture in Wegfall. Plazvorschriften ohne Verbindlich: eit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei.

Telephon: Nr. 362.

24. Jahrg.

Vorgehen in den Rüstungen ist nur das Signal für die anderen Mächte. Das Wettrüsten kann nur ein Ende mit Schrecken nehmen. Wir werden in der Kommission an der Beratung teilnehmen und für die Aufbesserung der Mannschaftslöhne und der Veteranengelder eintreten. Sind Ueberschüsse vorhanden, dann heraus damit.

Abg. Spahn( 3entr.): Viel mehr als die fi= nanziellen Lasten der Wehrvorlagen sollen die persönlichen, die unsere Bevölkerung tragen muß, uns eingehend prüfen lassen, ob Bedarf für diese Ver­mehrungen vorhanden ist. Wir haben zu prüfen, ob die Notwendigkeit vorhanden ist, oder ob die Vorlagen durch die politischen Verhältnisse begründet sind. Wir sehen, daß die benachbarten Völker keine Opfer scheuen, um ihre Rüstungen intakt zu halten und zu vervollständigen. Wir müssen dafür Sorge tragen, daß die Erhöhung der Mannschaftslöhne nicht erst mit dem neuen Etatsjahr, sondern schon am 1. Oktober Tatsache wird. Was zur Verteidigung des Vaterlandes notwendig ist, das wird bewilligt. Bei den beiden neuen Armeekorps handelt es sich nur um Annehmen oder Ablehnen, in Einzelhei­ten abändern geht doch nicht. Wenn wir hier schwere Opfer für das Heer bringen, wenn wir unsere Kinder in seine Reihen schicken, dann verlangen wir aber auch, daß die religiösen Gefühle des einzelnen ge­achtet werden. Auch beim Heere müssen die zehn Ge­bote Gottes befolgt werden.( Beifall im Zentrum.) Das ist aber nicht der Fall, wenn die Duellerlasse nicht be­achtet werden.( Beifall im Zentrum.) Hier haben die obersten Stellen die Pflicht, endlich einzugreifen. Ein­stimmig sind meine Freunde einig darin, daß die Be­feitigung des Branntweinkontingents nicht der Ausgang zu einer neuen Branntweingesetzgebung wird. Die Er b= schaftssteuer lehnen wir unter allen Um­ständen ab.

Abg. Herzog( W. V.): Wir haben Vertrauen zu den militärischen Sachverständigen. Den Anforderun­gen können wir nur zustimmen.

Die nächste Sitzung war gestern Dienstag 1 Uhr.

Politische Rundschau.

Deutschland.

Berlin. Die schweizerische Gesandtschaft in Paris teilt dem Bundesrat offiziell mit, es bestehe die Absicht, eine deutsch- französische Konfe= ren 3, die in Ausführung des Marokkovertrages die ge­nauen Grenzen der abzutretenden Gebiete am Kongo fest­setzen soll, im Mai 1912 nach Bern einzuberufen. Die Konferenz soll aus vier deutschen und vier französischen Delegierten bestehen.

206 Millionen Ueberschuß. Die Reichseinnahmen an Zöllen und Steuern im Rechnungs­

Aber Deftree durfte nicht wissen, wem fie thre Pflege angeweihen ließ.

Als sie um die Mittagsstunde ihrer Nichte mittellte, daß sie sich fortan bei der Verwundetenpflege beteiligen werde, bat Desiree, wie vorauszusehen war, fie mit hiuunterzunehmen.

Ich höre die Seufzer der Kranken bis zu mir her auf. Laß mich ihnen Hilfe und Linderung bringen." Frau von Tarandal konnte darauf nicht eingehen. Unmöglich, mein Kind," sagte fie, ganz undent bart Bergiß nicht, es find deutsche Männer, die unser Haus füllen. Papa würde Dir nie verzethen, wenn Du thnen den geringsten Dienst letstest."

Es sind Verwundete, Unglückliche, Hilfsbedürftige. Was hat das christliche Erbarmen mit der Nationalität zu schaffen? Aber es Itegen unten auch Franzosen ge mug, deren ich mich annehmen kann. Der Arzt zählte fünfundzwanzig Mann."

" Ich darf Dich nicht in Berührung mit den Prus­ftens bringen. Ich verbiete Dir deshalb, die Kranken­zimmer zu betreten. Ist Laurence nach der Stadt?"

" Ja, seit aller Frühe," antwortete Deftree traurig, thren Wunsch nicht erfüllt zu sehen. Hoffentlich bringt er keine ungünstigen Nachrichten über Papa. Ach Tante, mir ist das Herz so beklommen, ich habe die Ahnung etnes noch schrecklichen Unglüds."

Das möge Gott verhüten," sagte die alte Dame. Ich hoffe, das Schlimmste Itegt hinter uns, nachdem der Todesengel der Schlachten über uns dahingeflogen. Nun wird der Friede wieder einkehren, wenigstens Friede für uns. Dazu gehört auch Dein Vater. Er wird seinen Schmerz überwinden, seinen Haß begraben, und zu uns zurückkehren. Ein kluger Mann wie er, schickt sich end­lich in die Verhältnisse, und die Deutschen sind in der Tat nicht die Barbaren, für die man sie ausgeschrieen."

( Fortsetzung folgt.)