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Gießener Zeitung

Bezugspreis 40 pfg. monatlich

( Neueste Nachrichten)

11 erteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus.

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11bgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­abgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Mittwochs und Samstags. Deg 83.

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Erscheint Redaktion: Selters­

Für Aufbewahrung oder Rücksendung tigt verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Berlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. v.

Mr. 41.

Telephon: Nr. 362.

Politische Rundschau.

Deutschland.

und Geschäftsverhält Das Kaiserpa ar unternahm von Homburg bei Ehescheidungs- un da 5. aus Ausflüge in den Taunus, an denen auchh eife. Sabireiche& Oskar teilnahm. Die Kaiserin kehrt heute Mitt­d mit der Prinzessin Viktoria Luise nach Potsdam

ale G. m, um in dem neuen Palais Wohnung zu nehmen.

m.

6 Telef. I.

Der Großherzog hat dem Staatsminister Ewald und dem Finanzminister Dr. Dr.- Ing. eun die Erlaubnis zur Annahme und zum Tra­des ihnen vom Deutschen Kaiser verliehenen Roten ler Ordens 1. Klasse erteilt.

arsameFra Eine Finanzminister- Konferen3 ket nur Sternw

Beste Strumpf- und S

stern hochfeine Sternwol

radh Pfingsten in Berlin stattfinden. Die Kon­eng hat offenbar den 3wed, eine Verständigung der besstaaten über das Besitzsteuerkompromiß, das in Rommission schon angenommen und voraussichtlich cht vom Reichstag bestätigt werden wird, zu erzielen.

Samstags liegt für die Stadtabonnenten der

Illustrierte Wochen- Anzeiger

gratis bei.

Expedition: Seltersweg 83.

Mittwoch, den 22. Mai 1912.

und direkte Wahl unter Beibehaltung des Systems eines abgestuften, plutokratische Aus­wüchse vermeidenden Wahlrechts nnd unter Beseitigung der Drittelung in den Urwahlbezirken. Der volkspartei­liche Haupt- Antrag forderte kurzerhand die Einführung des Reichstagswahlrechts mit gleichzeitiger Aenderung der Wahlbezirke; in der Voraussicht, daß dieser Antrag feine Aussicht auf Annahme hat, forderte die Volkspar­tei in einem Eventualantrag das allgemeine und direkte Wahlrecht mit geheimer Stimmabgabe." In der Abstimmung wurde zunächst der fortschritt­liche Hauptantrag in beiden Teilen abgelehnt, ebenso der nationalliberale Antrag. Die Abstimmung über den fortschrittlichen Eventual An= trag war namentlich: von 347 Abgeordneten stinim ten 188 dagegen, 158 dafür, 1 enthielt sich der Stimme. Damit war die Reform wieder einmal gefallen.

* Berlin. Das preußische Abgeordnetenhaus genehmigte am Dienstag die Auslieferung Berlin. Nur noch einige wenige Sigungen, der Abgg. Borchardt und Leinert wegen Haus­für Hand und Mast schließt, noch che wir Pfingsten feiern, der friedensbruchs und Widerstands gegen die Staatsge= idstag nach getaner Arbeit seine Tore. Das Haus walt, deren sich die beiden Abgeordneten schuldig ge= ustern feinste Sternwolen seiner neuen Zusammensetzung über Erwarten macht haben sollen, als Borchardt auf Veranlassung des n und Braunstern sind geleistet. Unvergessen wird ihm die ein- Präsidenten Freiherrn v. Erffa durch einen Polizeilent­m- Sternwollen! ilije Verabschiedung der Wehrvorlagen mit den Stim- nant und zwei Mann aus dem Sizungssaal des Ab­direkt oder unter der Ander Vertreter aller bürgerlichen Parteien bleiben. geordnetenhauses herausbefördert wurde. Nunmehr ha­merei, Altona- Bahre Lösung der Deckungsfrage wird freilich erst im ben die Gerichte das Wort. Der Streit wird durch alle s Schulze, Friedrich Terbot erfolgen, da die Parteien hier ihre Sonderwün- Instanzen bis zum Reichsgericht durchgefochten werden, . Herm. Schmidt l. e durchzusetzen doch zu eifrig bemüht sind, als daß da sich keine Partei bei der Entscheidung der unteren He baldige Erledigung der Angelegenheit noch vor beiden Instanzen begnügen wird. Es ist geradezu der elatwurst, Singen zu erwarten wäre. Wille des Abgeordnetenhauses, eine grundsätz= Die deutsch- französische Kommisliche Entscheidung herbeizuführen, ob der sog. Haustnechtsparagraph zu Recht besteht und mit der 25 Pf. Schweinsköpfe, die die Arbeiten für die Feststellung der neuen Verfassung vereinbart werden kann oder nicht. Pf. per Pfd., auch Postha en zwischen Kamerun und Französisch- Kongo nfabrik, Langenfelde in eiten foll, wird anfangs Juni in Bern zusammen= Frauen

Pfund 95 Pf. Schweins

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Berlin, 20. Mai. Heute wurde im Abge= netenhaus über die Reform des preußisch en rechts beraten. Drei Anträge standen zur De­ein nationalliberaler und zwei fortschrittliche. Der trong der Nationalliberalen forderte die geheime

3.50, extra fart Wit. 550 ntielchein. Viele Aneitenste 7 N., Schönhauseral

ser Düngekalk

en und Säcken.

ietrich, Fritzlar.

matische Wagendächer.

n Grimma bei Leipzig

Unter Feinden.

Roman von Karl Matthtas.

( Nachdruck verboten.)

Grlauben Sie, Mademoiselle, daß ich Ihnen auch dte jage," sprach er mit komischer Rührung. Sie ha= Tmmer fo'n freundliches Gesichte für unsereinen hast, daß das Aufscheuern hier ein förmliches Ver­tügen war. Anderes ließen Sie mich ja doch nicht tun, Ceil sie so eifersüchtig auf dem Herrn Leutnant seine flege waren. Das war nu sehr nett für den Herrn uthent und ich nahm es Ihnen auch nich een biscken

brik, welche direkt f. Private Pel denn darum keene Feindschaft nich, sagte Mau­fert. Verlangen Sie umsonst palier Kluck, mit dem ich mich Ihnen zu geneigter

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cimmerung empfehle."

Reisekörb, Rohrkoff, Kupee rben verlange, wer hiervon ch

Deffree hatte von dieser Rede freilich wenig ver­

bedürf. extra verlang. Eine anden, aber sie reichte dem braven Wärter die Hand, Industriekörben auch aller eldte kieze kräftig drückte, worauf er seinen Rückweg örbe u. A. Sagen Sie, welcher cau von Tarandal einfrat.

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20 Beiden wollten ihm auf dem Fuße folgen, als

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Sonte Ihnen was Treppensteigen sparen, Sorolt fagte sie einfach, dem Rekonvaleszenten Chand reichend, da ich doch wußte, Sie würden nicht hgehen, ohne der Tante Lebewohl zu sagen." Seben waren wir im Begriff zur gnädigen faut entgegnete Tyrolt

atürlich, natsirlich. Laurence sagte mir, daß man Santen einsteigen läßt; da dachte ich, jetzt ist es an Het Nun denn, leben Sie glücklich, lieber Freund, rdon sie bald gesund und lassen Sie von sich hören. Antwerpen, nicht hierher müssen Ste schreiben, auch wir wollen dieses Hans verlassen, wo wir gentlich nur geduldet sind."

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Ich darf also auf einen regelmäßigen Briefwechsel blea, fragte Waldemar ganz entzückt. Banz aewiß. Und damit Sie meine Adresse nicht

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Für die Reichstagsersawahl in Saarburg Merzig Saarlouis, dem bis­herigen Wahlkreise Roerens, der sein Mandat niederges legt hat, stellten die Nationalliberalen als Kandidaten den Bergmann Otto Bid aus Saarbrücken auf. Es handelt sich nur um eine Zählkandidatur, da das Man­dat ein sicherer Zentrumsbesitz ist. Uebrigens wird dort

vergessen, nehmen Sie dieses Kouvert. Es enthält alles Wissenswerte."

Sie leg: e einen verschlossenen Briefumschlag in Ty­rolts Hand. Dieser steckte thn, ohne nach seinem Inhalt zu forschen in die Tasche. Dann beugte er sich auf die Hand der Dame und füßte diese.

Gnädige Frau, Sie waren meine erste Pflegerin in diesem Hause," sagte er mit tiefinnigem Dankgefühle. ,, Als mich noch der Fieberwahn umfangen hielt, erschte­nen Sie mir als ein Engel. Mein Traum gab Ihnen das Attribut, das Ihnen gebührt, ja, Sie waren unser guter Engel. In der Stunde der Not standen Sie uns zu Seite. Verlassen Sie nun auch meine Liebe nicht, Lassen Sie nicht von der Liebe zu uns. Auf Sie setzen wir unsere Hoffnung; ich weiß, Ihre Engelsgüte ver­mag mich nicht zu täuschen."

,, Vertrauen Sie mir," sprach Frau von Tarandal gerührt, vertrauen Sie unserem Herrgott! Er wird al­les zum Besten lenken, leben Sie wohl, Herr Tyrolt." Noch einmal tüßte er die Hand der alten Dame, noch einmal den Mund der Geliebten, dann ging er zur Tür

Auf Wiedersehen, Desiree!" rtef er mit bewegter Stimme, vergiß mich nicht. Du wirst dennoch mein, und legte sich; eine Welt zwischen uns, ich werde Dich erringen."

Leb glücklich, mein Waldemar," hauchte das Mäd­chen und brach ohnmächtig in den Armen Natalys zu­sammen.

Tyrolt sah es nicht mehr. Der Ton ihrer Stimme flang hoffnungsreich an seinem Ohr wieder während er die Zimmer durcheilte und die Treppen der Veranda hinabschritt.

Die Ruhe, welche Desiree vorhin zur Schau getra­gen hatte, war nun über ihn gekommen. Er vertraute seinem Glücke. Mit freundlichem Gruße an seine Be­gletter bestieg er den Wagen, welcher ihn zur weit ent­

( Gießener Tageblatt)

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die 44 mm breite Inseratenzeile.- Die 90 mm breite Zeile im Reflameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. Izteles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bet Konkurs in Wegfall. Plazvorschriften ohne Verbindlichleit. Druck der Gießeuer Verlagsdruckerei.

Telephon Nr.: 362. 24. Jahrg.

es

das Zentrum unter sich einen Kampf austragen: stehen Kandidaten der Berliner und der Kölner Richtung gegeneinander.

* Berlin. Innerhalb der nationalliberalen Par­tei haben mehrere Herren beschlossen, eine besondere Or­ganisation unter dem Namen Bennigsen- Bund" mit einer besonderen Zentralstelle in Berlin zu schaffen, der der frühere Abg. Fuhrmann als geschäftsführender Direktor vorstehen soll. Von dieser Zentrale wird eine täglich erscheinende Korrespondenz für Zeitungen sowie ein Wochenblatt herausgegeben werden.

Eine Demokratische Bürgerpar te i" soll jetzt aus der Demokratischen Vereinigung der Herren von Gerlach und Konsorten werden. Die De­mokratische Vereinigung" hält ihren diesjährigen Partei­

tag vom 26. bis 28. Mai in Nürnberg ab. Un­ter den eingebrachten Anträgen befindet sich ein Antrag der Ortsgruppe Steglitz, den Namen der Partei in ,, Demokratische Bürgerpartei" umzuändern.

Der Streit innerhalb der württember=

9ischen Sozialdemokratie ist noch immer nicht beendet. Der Revisionist Dr. Lindemann, der, wie erinnerlich auch für den Posten des Stuttgar­ter Oberbürgermeisters fandidiert hatte, wird zum Land­tag nicht mehr aufgestellt werden. Eine sozialdemokra= tische Parteiversammlung hat beschlossen, einem radika­len Kandidaten das Mandat zu übertragen.

England.

Jm englischen Unterhause erklärte ge­stern gelegentlich der Beratungen des Postetats General­postmeister Samuel, daß Schritte getan würden, um die telephonische Verbindung auf die Schweiz, Holland und Teile von Deutschland auszudehnen. Samuel er­wähnte ferner, daß ein neues Kabel zwischen England und Deutschland gelegt werde, sodaß der telegraphische Dienst mit dem Festland verbessert werde.

Rußland.

Die Dum a bewilligte den Etat der Haupt= artillerieverwaltung und schloß sich den Wünschen der

fernten Bahnstation bringen sollte. Waldemar war der Letzte gewesen. Die Kolonne setzte sich in Bewegung.

Es waren zehn Gefährte, meist primitiver Art, Lei­terwagen und Kästen auf Rädern, wie man sie hatte auftreiben können. Die Sanitätssoldaten marschterten nebenher; eine Kavallerie- Patrouille, bayerische Che­vaurlegers, eskortierte die Fuhrwerke bis zur Bahn­station.

Der Wagen war schon lange auf dem Wege, die Sonne netgte sich dem Untergange zu, als Tyrolt endlich Gelegenheit fand, das geschlossene Kuvert Natalys zu öffnen.

Er fand darin ein kurzes Schreiben, ein Bild Defi­rees aus früheren Jahren und ein Wertpapier.

" Ich weiß, daß Sie kein Portrait Ihrer Braut be­sizen," schrieb die wackere Dame; ich trenne mich daher von dem einzigen, welches ich mein Eigentum nenne. Ich weiß, Ste werden mir dankbar sein. Aber auch ich werde Ihnen Dank wissen, wenn Sie die einliegende Geldnote nicht verschmähen, welche ich Ihnen als Dar­leben anbiete. Vom Oberarzt habe ich erfahren, daß Ihre Gelder ausgeblieben sind. Ich möchte nicht, daß Ste in Verlegenhett geraten; darum zürnen Sie mir nicht, wenn ich diese belgische Tausendfrantsnote bet lege. Es steht Ihnen jederzeit fret, fie mir nach Antwer pen zurückzubringen, nicht zu schicken. Ich erwarte Ste in Luekwarden in Antwerpen."

Ein wenig verstimmt steckte Tyrolt Brief und Geld in das Kuvert und in die Tasche. Und dennoch wußte er ihr Dant. Hatte sie ihn nicht zu sich eingeladen? Ste rechnete darauf, daß er Desiree in ihrem Hause wieder treffen sollte, ste stand treu zu ihm.

Indeffer trafen die Frauen Anstalten, die Villa Bourlier zu verlassen. Es litt fie teinen Tag länger in dem Hause, das jetzt vereinſamter als je dastand. ( Fortsetzung folgt.).

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