Der dupierte Schwiegervater.
Auf ans Meer!
Der duvierte Schwiegervater.
Gießener Zeitung
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( Neueste Nachrichten)
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Telephon: Nr. 362.
Die Erbschaftssteuer.
Von großer politischer Bedeutung ist eine Nach= richt, die von einer häufig zu amtlichen Publikationen benutzten Korrespondenz veröffentlicht wird. Darin wird ziemlich deutlich die Erbschaftssteuer für den Herbst angefündigt. Zunächst wird erklärt, daß in den Vorschlägen, die das Reichsschazamt auf Grund der BesitzsteuerResolution des Reichstages den verbündeten Regierun gen vorlegen wird, eine Dividendensteuer aus
dem
Grunde nicht figurieren dürfte, weil eine solche Lösung des Besitzsteuer- Problems mit dem Grundgedanken jener Resolution taum vereinbar sei. Deshalb werde wahr= scheinlich auch von der Berücksichtigung des Gedankens abgesehen werden, die Besitzsteuerfrage im Wege der Landesgesetzgebung unter gewissen reichsgesetzlichen Richtlinien und der Erhöhung der Matrikularumlagen zum Ausdruck zu bringen. Das Besitzsteuerkompromiß von 1909, das einen ähnlichen Gedanken verfolgte, ist seinerzeit bekanntlich von den verbündeten Regierungen einstimmig abgelehnt worden. Für dieſes Verhalten waren grundsätzliche Fragen finanzpolitischer und finanz
technischer Natur in erster Linie maßgebend. Für eine Reihe namentlicher Kleinerer Bundesstaaten trat noch die Erwägung hinzu, daß keinesfalls die Gewähr über= nommen werden könne, eine Landesbesitzsteuer nach den com Reiche vorgesehenen Richtlinien in annehmbarer Form zustande zu bringen. Da diese Bedenken auch jetzt noch bestehen, wird, so behauptet die Sorrespondenz, das Reichsschazzamt den verbündeten Regierungen den Entwurf einer Reichsvermögenssteuer mit verschiedenen Varianten( Vermögenszuwachssteuer und dergl.), neben Entwürfen für die Einführung von Erbschaftssteuern zur Beschlußfassung unterbreiten. Diese Mitteil
Unter Feinden.
Roman von Karl Mattbias.
( Nachdruck verboten.)
Der Zufall kam der Wirtin zu Hilfe. Der Santtätsoffizier Pres stellte sich mit Morgengrauen ein, um nach d'lincourt zu fragen. Er verordnete Eisumschläge und eine fühlende Arznei, welche er selbst in der nächsten Apotheke zubereitete und der Kranken einflößte. Die Krämpfe blieben aus, aber das Fieber nahm zu. Pres versprach, einen Zivilarzt zu schicken, und ver= ließ das Haus. Der halbe Vormittag verging, ohne daß fich jemand sehen ließ. Endlich öffnete man die Haustür, die Josnes eilte hinaus. Graf d'Alincourt trat ihr entgegen.
Der wackere Offizier, deffen Pferd auf der Gasse von einem Soldaten gehalten wurde, sah übernächtig und verstört aus. Seine Uniform war beschmutzt und zerfetzt. Er hatte die Umgebung von Orleans abge= streift, von Vorposten zu Vorposten, war mit einer feindlichen Patrouille ins Handgemenge gekommen, fast gefangen genommen worden und kehrte dennoch ohne fichere Nachricht zurück. Das 204. Regiment befand sich tm Zustand völliger Auflösung, die Kompanien waren Aberall hin versprengt, die Offiziere. zum großen Teil gefallen. Das war alles, was er hatte erfahren können. Er hatte draußen nur Kopflosigkeit und Aufregung ge= funden, denn der Vorstoß der Bayern wurde stündlich erwartet. Nun war er gekommen, Desiree zu bitten, ste möge ihm aus der aufs Neue bedrohten Stadt folgen ung er fand the in dieſem Zustande.
Was ist geschehen? Woher die plötzliche Krantett? fragte er die bebende Frau.
Der Doktor sagt, es ist ein Nervenfteber," jammerte fte, das Fräulein hat schon die ganze Nacht phanaftert. Ach, Herr Graf, ich bin in heller Verzweiflung
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Mittwoch, den 17. Juli 1912.
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Telephon Nr.: 362. 24. Jahrg.
auf der„ Hohenzollern" einen kriegsgeschichtlichen Vortrag. Die Nordlandreise des Kaisers wird, ohne verlängert zu werden, programmmäßig ihr Ende finden. Am 7., 8. und 9. August wird, wie bekannt, die Firma Krupp in Essen ihr Jubiläum begehen und an einem dieser Tage, wahrscheinlich am 9. Aug., wird der Kaiser dort weilen.
* Der Reichskanzler Dr. v. Betmann Hollweg ist Montag morgen nach Berlin zurückgekehrt. Der Reichskanzler hat sich über die Ergebnisse seiner Petersburger Reise zu seiner Umgebung in höchstem Maße befriedigt geäußert. Er wird zunächst noch einige Tage in Berlin bleiben, um verschiedene laufende Ge
ung ist ohne weiteres als die Ankündigung der Wieder einbringung der Erbschaftssteuervorlage anzusehen. Es ist auch bemerkenswert, daß von einer Dividendensteuer, die hauptsächlich von konservativer Seite vorgeschlagen wurde, Abstand genommen hat. Aus der offiziösen Anfündigung geht allerdings nicht hervor, wie die Erb schaftssteuer beschaffen sein wird, die dem Reichstag im Oktober beim Wiederzusammentritt unterbreitet werden soll. Daß eine Mehrheit bei der jetzigen Zusammensetzung vorhanden ist, haben die verschiedenen Abstimmun gen kurz vor der Vertagung des Parlaments bekanntlich ergeben. Bis man aber erst so weit ist, wird es noch zunächst zu lebhaften Preßerörterungen und dann scharfen Auseinandersetzungen bei den Beratungen Reichstage selbst kommen. Ein Urteil über die neue Erbschaftssteuer wird man sich erst dann bilden können, wenn der Regierungsentwurf im Wortlaut vorliegt, was indessen kaum vor dem Beginn der neuen Reichstags= verhandlungen der Fall sein dürfte. Kürzlich ging durch stimmt. Der Staiſer hat sich vorbehalten, die Medaille
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die Presse die Nachricht, daß der bayerische Ministerpräsident Freiherr von Hertling die Gegnerschaft zur Erb schaftssteuer aufgegeben habe. Ist diese Meldung richtig, dann wird auch das Zentrum seinen Widerstand auf gegeben haben, und in diesem Falle würden sich die Reichstagsdebatten über die Frage wesentlich einfacher gestalten. Noch schwebt aber alles in der Lust, immerhin ist die bloße Ankündigung der Erbschaftssteuer von nicht zu unterschätzender politischer Bedeutung.
Politische Rundschau.
Deutschland.
Der Kaiser machte vorgestern vormittag einen längeren Spaziergang in Molde und hörte abends
d'Alincourt winkte ihr zu schweigen und ließ sich neben dem Bett nieder.
„ Armes Mädchen," sagte er traurig,„ bedauernswertes, tapferes Kind, soll das das Ende Deiner Wallfahrt sein? Ich wollte, ich hätte Dich in Bordeaux ge= Lassen, dort blieb Dir doch noch die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit Deinem Vater. Ich habe sie aufgegeben. Wie kam die Krankheit denn so plößlich zum Ausbruch?" fragte er die Alte.
„ Das Fräulein betrachtete das Bild dort, welches der Kapitän vom 204. Regiment zurückgelassen hatte!" " Herr Bourlier?"
" Ja, so hieß er wohl. Ich sagte, daß sie ihn drüben an der Ecke gemordet haben."
„ Die Bayern? Wer hat Ihnen das erzählt?" „ Leute von seinem Regiment, welche bei mir nach feinem Koffer fragten, der gar nicht da war."
„ Dann haben Sie der Tochter, dem franken Kinde, welches ausgezogen war, seinen Vater zu suchen, dessen Tod verkündet und sind schuld daran, wenn das Kind nun auch sterben wird."
Die alte Frau brach in etnen herzzerreißenden Jammer aus.
" O heilige Jungfrau, das wollte ich nicht, Herr Graf!" schrie fie. Wie konnte ich nur wissen, daß gerade das Fräulein die Tochter- nein, nein, das wollte ich wahrhaftig nicht!"
„ Ich will es gerne glauben," beruhtgte sie der Offizier. Doch was helfen alle Klagen. Geschehen ist geschehen. Wir können ihr nicht helfen, wenn die Nas tur fich nicht selber hilft, und die tft so geschwächt, daß man das Schlimmste befürchten muß."
" Ich will ja alles tun, um das Fräulein zu retten," versicherte die Fosnes weinend.
Pflegen Ste die Dame gut, verlaffen Ste fte nicht," fagte d'Alincourt. 8, foll der Kranken an nichts feh< len. Oter haben Sie Geld."
schäfte, die sich während seiner Abwesenheit angesammelt haben, zu erledigen. Dann wird er nach Hohenfinow übersiedeln, wo er bis zur Rückkehr des Kaisers
bleibt.
* Die vom Kaiser gestiftete neue Kolonial denkmünze ist für Teilnehmer an den militärischen Unternehmungen in den Schutzgebieten beauch für die Teilnahme an militärischen Unternehmungen zu verleihen, die im Ausland außerhalb der Schußgebiete zum Schutz deutscher Reichsangehöriger oder deutscher Interessen notwendig werden. Die Denkmünze
sollen nachträglich noch die deutschen Teilnehmer an dendie jenigen militärischen Unternehmungen erhalten, seit der im Dezember 1884 in Kamerun ausgeführten Aktion stattgefunden haben. Für die Teilnahme an den friegerischen Ereignissen in Ostasien in den Jahren 1900 und 1901 und für die Teilnahme an der Niederwerfung des Aufstandes in Südwestafrika in den Jahren 1904 bis 1908, für die bereits besondere Denkmünzen geftiftet wurden, wird die Kolonialdenkmünze nicht verliehen. Die neue Medaille erhalten alle Angehörigen des Reichsheeres, der Marine, der Schutztruppen und der Polizeitruppen in den Schuhgebieten, die an den Unternehmungen teilgenommen haben. Sie kann jedoch auch onderen Personen verliehen werden. Die neue Kolonial=
Die Alte nahm die funkelnden Goldstücke, nur eins gab sie zurück.
Sie hat mir befohlen, ich soll den Louis zurückge= ben," sagte sie zögernd.
Der Graf achtete nicht auf ihre Rede. Sein Bitd haftete auf dem Brief, der am Spiegel lehnte.
„ Ein Schreiben an mich?" fragte er. " Jawohl, Herr Graf," ein Offizier brachte es, ein schöner Mann, aber kurz angebunden. Ich habe den Empfang bestätigt."
d'Alincourt öffnete den Brief.
,, Befehl des Generals Bourbakt, sofort zu seinem Stabe zu stoßen, dem Sie als Oberleutnant attachtert sind. Wohl! Soumis hat Wort gehalten, so sei es denn. Wir stehen am Vorabend großer Kämpfe, und hier,"- er seufzte tief hier habe ich nichts mehr zu tun."
Noch einmal blickte er mit innigem Bedauern auf das reizende Wesen, welches mit den fieberglühenden Wangen ein Zerrbild der Gesundheit bot. Noch einmal ergriff er ihre heiße, weiße Hand und drückte einen Kuß darauf.
" Fahr wohl, Du schönes, süßes Weib! Ich werde Dich schwerlich wiedersehen, Dich, das ich so geltebt habe, und dem ich dennoch entsagen mußte. Fahr wohl und Gott gebe, daß Dein tapferes Herz nicht zu schlagen auf hört, bevor Du de wiedergegeben bist, der test mob in fernen Landen mit Schmerzen und Sehnen Dein ge denkt. Mag mich das Sptel bes Arteges auch fretben, wohin es will, immer werde ich Dein gedenken, Du stol zes, tugendreines Wetb, Du arme, geknickte Blume, De ftree."
Er schritt, von der Josnes beglettet, aus dem m mer. Als sich die Tür hinter ihm schloß, schreckte bi Kranke zusammen und rief, die Arme ausbrettend:
„ Waldemar, tch habe Papa gefunden.. Komm, tomm nun dürfen wir endlich glütalich sein!" ( Fortlegung folgt.
An der Ostsee.
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