Ausgabe 
9.11.1912 Erstes Blatt
 
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Die amerikanischen Banzerfreuzer en nesse" und" Montana" werden innerhalb 24 Stunden zum Schutze der Amerikaner nach den türt schen Gewässern abgehen und am 15. November in Renstantinopel eintreffen.

Paris, 8. Nov. Heute abend wird gemeldet, dah die Verwirrung in Konstantinopel geradezu Gipfel erreicht hat. Der Großwesir hat die Botschafter beschworen, unter allen Umständen den Einmarsch der Bulgaren in Konstantinopel zu ver­hindern. Die Botschafter haben darauf ausweich

achttägigen Regenwetters sind Geschütze, Munition und

Lebensmittel eifrig in das Operationsgebiet geschafft die Pallanmächte notwendig. Es liege fein Gunterftell

werden.

gelöst sei, ist die Aufteilung Albanien Sta Serbien einen Adriahafen zu verweigern. Ko

Die Montenegriner haben Allessio bei Santinopel wird nicht der Sammelpunkt neuer Giovanni di Medua bese 33 1. der Türkei bleiben können, sondern höchstens offene Stadt.

Der neue Balkanstaat.

Der Temps" meldet aus Sofia, daß gegenwär­tig zwischen den Balkanstaaten ein eifriger Meinungs­austausch stattfindet, um die durch ihre militärischen Er­

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Von den Kriegsschauplätzen. ben Kreis Ueber die Kämpfe auf der Linie Lulungen gali gas Bunar- hissar zwischen dem verwal

end geantwortet. Die Minister erklären, daß sie teine folge gerechtfertigten gemeinsamen Ansprüche ber und 2. November liegt folgender Bericht Douges und

Verantwortung übernehmen für den Fall, daß die Bul­garen die türkische Hauptstadt betreten. Die Botschafter verlangten alsdann von Kiamil Pascha Sicherheitsmaß regein für die Fremden, was zugesagt wurde, doch sieht man mit Bangen dem Eintreffen der fliehenden Trup­pen entgegen. Man glaubt, daß die Bulgaren vor­aussichtlich am Montag früh vor den Toren Kon­stantinopels sein werden.

Das Abschneiden der Wasserversorg ung bei Derkos ist eine weitere Quelle von Besorgnis.

Vor allem ist hiervon das europäische Viertel betroffen. Konstantinopel, 8. Nov. Fast alle türki­schen Blätter veröffentlichen in bewegten Worten einen patriotischen Aufruf, in dem alle Ottomanen auf­gefordert werden, an der Verteidigung der Hauptstadt mitzuwirken.

Wie in gut unterrichteten diplomatischen Kreisen verlautet, besteht bei den Balkanstaaten die Absicht, daß jedenfalls die provisorische Bese 33­Konstantinopels durch Truppen der drei gro­Ben Ballanstaaten stattfinden soll. An dem Einmarsch der Bulgaren nach dem Fall von Tschataldscha sollen auch Abteilungen der serbischen und griechischen Armee teilnehmen. Die griechischen Truppen seien im Be­griff. im Golf von Xeros zu landen und sich von dort mit der bulgarischen Armee zu vereinigen. Es sei beabsichtigt, in Gegenwart der militärischen Ver­einen treter Bulgariens, Griechenlands und Serbiens feierlichen Gottesdienst in der Sofienkirche abzuhalten. Bulgarien beabsichtigt aber nicht, nach dem Krie, in Konstantinopel zu bleiben.

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Adrianopel gefallen.

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Adrianopel, die alte Sultansresidenz, die vor 83 Jahren schon einmal erobert worden war, und zwar von dem russischen Feldherrn Diebitsch- Sabalkansky, ist gefallen. Die Bulgaren wollen nun ihren Sieges­zug nach Konstantinopel ungehindert vollenden. liegt in dem ganzen Vorgehen der bulgarischen Ober= leitung etwas man möchte sagen: Bismard- Moltke­sches. Der ganze bulgarisch- türkische Krieg erinnert, im Kleinen natürlich nur, an den deutsch- französischen. Die Bulgaren haben den Fall Adrianopel geheim gehalten, denn sie wissen, daß Europa eingreifen würde, um sie zu verhindern, nach Konstantinopel einzudringen. Set Montag werden übrigens außerordentliche Anstreng­ungen gemacht, um alle Nachrichten vom Kriegsschau platze geheim zu halten.

Der Berichterstatter der Reichspost" meldet vom 7. d. Mts.: In Adriano pel richtet der Typhus unter der Besatzung große Verheerungen an. Mehrere tousend Mann sind schon typhuskrank. Die Besatzung der Festung wird trotz vieler Verluste noch auf 40 000 bis 50 000 geschätzt. Einzelne Stellungen der Türken sind sehr stark. Hunger und Krankheit setzen der Be­sagung mehr als der Feind zu.

Saloniki gefallen. Athen, 8. Nov. Nach offiziellen Berichten, die gestern nachmittag hier eingetroffen sind, ist die unter dem Kommando des Kronprinzen Ruit an= tin stehende Armee nach der Schlacht bei Yenidze über Kurdjilan gegen Saloniti vorgerudt. Das bei Saloniti konzentrierte griechische Heer besteht aus etwa 66 000 Mann und ist mit 60 Feldbatte: ien aus

gerüstet.

Saloniti ist vollständig von der Welt isoliert, die Bevölkerung ist äußerst aufgeregt. Mit der gewaltigen Menge der entwichenen Soldaten sind 50 000 flüchtende Muselmanen mit ihren Familien hier angelangt. Die überfüllte Stadt zittert vor einem Ge­metel.

Die türkische Garnison habe sich aus Salo nifi zurüd gezogen, nachdem sie die Brücken, die die Zugänge zur Stadt bilden, zerstört haben. Es wird offiziell bestätigt, daß die griechischen Truppen ge­stern Abend den Vardarfluß überschritten haben. Athen, 8. Nov. Die Griechen haben heute miltag Saloniti besetzt. Die Straßen Athens sind illuminiert.

Vom montenegrinischen Kampsplay. Die letzten Vorbereitungen für den Hauptan griff gegen Skutari sind beendet. Trotz des

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Die türkische Armee war über 120 000

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fanterie start und zählte 65 Eskadronen und ibsverfi

schütze. Während der 5tägigen erbitterten Käm der türkische rechte Flügel unaufhörlich den linde garischen Flügel an. Den Bulgaren gelang es

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festzusetzen. Die Grundlagen dieser Verständigung bilden die von Bulgarien mit Serbien, Griechenland und Mon­tenegro abgeschlossenen Verträge. So sei in dem zwischen Bulgarien und Serbien im März 1912 unter­zeichneten Vertrag die künftige bulgarisch- set­Ochridasee nach der Adria gehende Linie festgesetzt wor­bische Grenze durch eine von Vranja über den durd) einen tapferen Angriff und dank der mächtig heute v tillerie den Feind zum Rüdzug zu zwingen, hollweg m den. Zur Regelung etwaiger Streitigkeiten verpflichten sich die Parteien, erforderlichenfalls den Schiedsspruch dritten Tage nahm das bulgarische Zentrum, Do Warquis

des Kaisers von Rußland anzurufen.

In dem im Juli d. Js. abgeschlossenen griechisch bulgarischen Abkommen ließ Griechenland En= loniti außerhalb der von ihm beanspruchten Zone.

von einem mörderischen Feuer verfolg

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Infanterie ging mit einem Bajonett- Angriff gegenger als ei Artillerie unterstützt, energisch die Offensive auf. Die G uneinnehmbar scheinenden Befestigungen vor. Es ihr, diese zu besetzen. Hierauf machte sie sich an Verfolgung des Feindes, der unter dem Feuer garischen Artillerie sich in Panik zerstreute. Am Tage ging der linke bulgarische Flügel, durch Truppen verstärkt, zum entscheidenden Angriff vor

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In dem montenegrinisch- bulgarischen Abkommen sei Montenegro, wie in der angeblich zwischen Mon­tenegro und Desterreich- Ungarn im Jahre 1910 abge- eriprengte den Feind auf der ga blok, a schlofienen Konvention, ein Teil des Sand- Linie, so daß dieser seine starken Stellungen gab und flüchtete. Die Bulgaren erbeuteten 48 G schats zugesichert worden. feuergeschütze, mehrere Fahnen. 150 Waggons bensmitteln und Munition, zwei Lokomotiven un ten 2800 Gefangene. Die bulgarischen S belaufen sich auf 15000 Tote und Verwund der Türken auf mehr als 40000. In

Diese territorialen Vereinbarungen seien durch Mi­litärfonventionen vervollständigt und die aus denselben erwachsenden Verpflichtungen für 25 Jahre übernommen worden.

Aus Rücksicht auf Rußland sei die Frage von Konstantinopel beiseite gelassen, jedoch beschlossen worden, nicht zuzugeben, daß diese Frage in den Händen gewisser Mächte ein Mittel bilde,

un die Empfindlichkeit Rußlands wachzurufen.

Paris, 8. Nov. Der offizielle Petit Parisien meldet, der hiesige serbische Gesandte habe gestern dem Ministerpräsidenten Poincare mitgeteilt, daß Serbien einen 3ugang zum Adriatischen Meer ver­Iange und sich zu diesem Zweck einige Häfen, darun­ter Lurraza und San Giovanni di Me dua, aneignen wolle. Von dieser Absicht hätten die Vertreter Serbiens auch noch mehrere andere Groß mächte verständigt.

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In Petersburg fritisiert man den Plan De­sterreichs und Italiens über die Autonomie Albaniens. Man sträubt sich gegen jedes Programm, daß Serbien einen Teil seines Sieges entreißen würde. Anderseits will man hier die Bestätigung erhalten haben, Desterreich- Ungarn, unterstützt von Deutschland und Ita­lien, fid) jeden Anspruchs Serbiens auf einen Zugang zum Adriatischen Meer widersetze. Die Dreibundstaaten sind in den letzten Aussprachen ihrer Staatsmänner da­hin übereingekommen, daß Albanien nach Been­digung des Krieges zum Puffersta at im Orient werden solle, es soll ein autonomes Albanien werden, von einem europäischen( ohne Zweifel einem deutschen) Prinzen regiert, unter der nominellen Souveränität des Sultans. Man spricht auch schon von der angeblich bevorstehenden allgemeinen Mobilisierung in Cesterreich- Ungarn, und wenn man den mannigfachen alarmierenden Nachrichten hier keine allzu hohe Bedeutung beilegt, hält man nichts desto weniger die Situation für ernst.

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Schlacht, die sich mit der bei Mukden vergleiche es wurde die türkische Armee fast völlig und der Wo

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Stara Zagora, 8. Nov. Alle mi, fowie rischen Streise loben hier die vorzügliche in dem Be

de: bulgarischen Artilleriegeschosse, die Do Firma Krupp geliefert worden sind.

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Rom, Die deutschen Interessen im Orient dofe na liegen zum größten Teil in der asiatischen Einberufur obgleich auch in der wohl nunmehr bald genomein an, d deutschen Türkei erheblich viel Deutsche dort dergrund hab beit und deutsche Kultur eingeführt haben und Sapital festliegt. Die deutsche Regierung hat 5 schiffe in den Bosporus entsandt, um die deutsde teressen der Würde unseres Reiches entsprechend ren. Direkt in die Kriegs- resp. die Friedensvern Iungen einzugreifen, dazu liegt bis zur Stunde Veranlassung vor.

Politische Rundschau. Der Kaiser ist heute nachmittag um 10 Minuten von Wildpark im Sonderzug nach lingen in das Hofjagdrevier abgereist.

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* Der Reichsanzeiger" gibt bekannt, daß Reichstag der Entwurf des neuen Post schedeit gefeßt. set es zugegangen ist.

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Hessische Verfassungs- und Verwaltungsänderunge Ein Verfassungstonflift scheint den beiden hessischen Ständelammern und der fischen Staatsministerium auszubrechen, da das gen und ministerium sich weigert, einen im Juli d. Js. vodes Institu den Kammern gemeinsam zu der Besoldun ordnung gefaßten Beschluß trotz seiner in den schüssen gegebenen Zusage auszuführen. Sowohl Budapest, 7. Nov. Im Ausschuß für Ausbauernbündlerischen wie die sozialdemokratischen wärtige Angelegenheiten, der zur Zeit in Budapest tagt, freisinnigen Abgeordneten haben deshalb an die ist offen ausgesprochen worden, daß Oesterreich den ge- mern dringende Anträge und Anfragen änderten Verhältnissen Rechnung trage, teine terri tet, zu denen auf die schriftlichen Anfragen der toriale Expansion anstrebe, aber die Interessen denten der Ersten wie der Zweiten Kammer von der Monarchie vor jeder Einbuße schützen wolle. Der des Staatsministeriums Erflärungen abgegeben Baltan solle den Balkanstaaten gehören; in wirt- den, die mit den protokollarischen Feststellungen in schaftlicher Beziehung aber müsse angestrebt wer- derspruch stehen. Die Anfragen sollen in der ersten S den, daß der Balkan mit den industriellen Produkten mersizung, die im Dezember zu erwarten ist, beha von Desterreich versorgt werde. Infolge der Erwägung, daß durch die beträchtlichen Gebiets erweiterungen der südslawischen Staaten die Forderungen der Südslawen in Desterreich ins Maklose anwachsen fönnen, durch die die Stellung der Deutschen in Dester reich uno in wiiteleuropu ocup noch schwieriger würde, und angesichts der Lebensinteressen Desterreichs an der Küste der Adria dürfe Serbien keinen Zweifel darüber lassen, dah Al­banien seiner politischen Einflußsphäre entrüdt bleiben muß. Rumäniens Bestrebungen bezüglich der Dobrudscha müßten unterstützt werden. Der Dele­gierte Kramarsch verlangte eine definitive Regelung der Ballanfrage, weil sonst späterhin ein Weltfrieg un­ausbleiblich sei. Damit die Balfanfrage für alle Zeit

werden.

Die Abgg. Bähr und Genossen haben in Zweiten hessischen Kammer einen Antrag eingebrac dem sie die Regierung ersuchen, bei den Borsch über die Vereinfachung der Staatsverwaltung die gliederung des Staatsministerium das Ministerium des Innern vorzu Ferner sollen Beamtenstellen im Staatsministerium vorher zur Erledigung kommen, nicht mehr befekt den. Der Antrag bezweckt noch, dem in Aussicht e den Rücktritt des Geh. Staatsrats Krug von Ridd wohl die Beseitigung dieser Stelle und insbesor auch die Beseitigung der Stelle des jetzigen Legati rats, sowie endlich die ganze Beseitigung des bis ge: Staatsministeriums, das zur Vereinfachu

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