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Wie die Deutschen in Kamerun leben.

Wie die Deutschen in Kamerun leben.

Von Richard Rohde.

Trotz des erschlaffenden Klimas in Kamerun, verstehen die dort lebenden Deutschen, sich körperlich und geistig frisch zu erhalten. Die dem Klima entsprechend luftig gebauten Häuser sind meistens komfortabel eingerichtet, und die jedes Haus um­gebende breite Veranda bietet mit ihren Korb­

fesseln, Longchairs und Schaukelstühlen be­

queme Ruhesitze. Nach des Tages

Last und Size nimmt jeder Europäer

ein erfrischendes Bad, dann zieht

er sich einen bequemen leichten

Sausanzug an und macht

es sich auf der Veranda bequem. So eine Veranda ist der Kulminations. punkt einer jeden Häus­lichkeit in Ramerun; dort bespricht man mit seinen Kollegen und Angestellten die Tagesereignisse empfängt Besuche, und debattiert bei einer fühlen Whisky­Soda und einer aro­matischen Zigarette

stark über Weltpolitik. Ein Grammophon darf auch nicht fehlen. Bald ertönen süße Walzer, oder die ganze Gesellschaft singt

eine ihnen bekannte Melodie

mit. Nach der vierten oder

fünften Whisky- Soda fängt die

Periode der Wize an. Selbst die

bekanntesten und faulsten Kalauer werden mit fröhlichen Gelächter belohnt. Wenn

man diese singende, lachende, trinkende und Ein Ausflug in die rauchende Gesellschaft sieht, denkt man nicht

davan, mit wieviel Mühe und Arbeit diese paar fröhlichen Stunden erkauft sind, denkt auch nicht daran, daß man vielleicht nach einigen Tagen dem einen oder dem anderen vom Schwarz­wasserfieber sehr schnell Dahingerafften das letzte Geleite gibt. Manchmal sucht man sich auch ein schattiges Plätzchen vor dem Hause aus und genießt die letzte Stunde

vor Sonnenuntergang oder die frühen Morgen­

stunden in Gottes freier Natur. Trunken

schweift der Blick über die meist ent­

zückende Tropenlandschaft, und mancher Gruß wird dann aus fröh­licher Kehle der fernen Heimat zu­gesandt.

Der vornehmste Sport der dort lebenden Europäer ist die Jagd. An Sonn- und Festtagen, wenn nicht gearbeitet wird, geht vor­mittags alles auf die Jagd. Die herrlichen Urwälder bieten ein reiches Tierleben, und manche Schopfantilope, manches lustige Affchen verfällt dem tückischen Rohr des Jägers.

In den späten Nachmittags­stunden schießt man nach der Scheibe oder unternimmt hoch zu Roß wenn keine Pferde vorhanden sind, auf dem Rücken des ewig friedlichen Lang­ohrs- einen Ausflug nach einer nahe­liegenden Pflanzung.

würde das auch landschaftlich schöne Kamerun ein Eldorado sein, wenn es nicht so heiß und gesünder wäre.

Wer weit im Lande reisen will, muß sein Gepäck, Proviant, Handelsartikel, Maschinen, Boote, wissenschaftliche Instru­mente usw. durch Träger befördern lassen. Für einen längeren Aufenthalt im entlegenen Innern muß man natürlich ganz anders ausgerüstet sein, da auf Ersatz der verbrauchten Sachen

im Lande oft nicht gerechnet werden kann. Der Reisende führt dann seinen ganzen Bedarf an Proviant, Bekleidung, Wäsche, Stiefeln, Munition und dergl. mit sich. So gehören zu einer längeren Reise von 1-2 Jahren etwa: 2-3 weiße Anzüge für Festiage und besondere Gelegen­heiten, 3-4 Khaki­röcke, 4-5 Khaki­hosen, 12 Paar Strümpfe, 2-3 Paar derbe, feste Schnür­stiefel, event. hohe Stiefel, 1 Paar leichte Lagerschuhe und 1 Paar leichte, weiche Lagerstiefel mit halbhohem Schaft, um die Beinkleider hin­einstecken zu können( Moskitostiefel), Lodenmantel, großer fester Regen­schirm, einige warme Bekleidungs­stücke für kühle Tage und Nächte, genügend Munition, event. photographische Platten, Briefpapier, Nähzeug, Seife und alle kleinen Bedürfnisse, welche auf jeder Reise mitzunehmen sind. Nicht zu vergessen einige Bücher, doch diese in sorgfältiger Auswahl, da sie das Gepäck sehr erschweren. Europäer, die auf einer Station bleiben, haben 6-8 weiße Anzüge nötig. Als Haupt­Fußbekleidung dienen hier weiße Segeltuchschuhe. Vor­zuziehen sind halbhohe, weiße Tuch schnürstiefel, da sonst der Fuß am ungeschüßten Knöchel mit Vorliebe von Moskitos zerstochen wird. Jm großen und ganzen hat man zur Reise außer dem Zelt usw. dasselbe nötig wie bei Wanderungen zu Hause, nur Ober- und Unterkleidung aus anderem Stoff und alles in größerer Menge. Als Kopfbedeckung ist der Tropenhelm wegen der intensiven Sonnenbestrahlung unerläßlich.

Umgegend von Duala.

Radsport in Kamerun.

Am Weihnachtsfeste und Neujahr ver­einigen sich meist sämtliche Europäer eines Distriktes zum fröhlichen Mahle. Frohe deutsche Lieder er­schallen dann durch die stille Tropennacht. Mit schäumendem Sett stößt man auf das Wohl seiner Lieben in der fernen Seimat an. Die aus­gelassenste Fröhlichkeit herrscht dann bis tief in die Nacht hinein. Die Verpflegung der Europäer ist in Kamerun eine vorzügliche. Für geistige Nahrung ist auch gesorgt, denn auf jeder Faktorei oder Pflanzung findet man eine große Auswahi von Zeitungen, illustrierten Zeitschriften und Büchern. Da die europäischen Angestellten hier meist sehr gut bezahlt werden,

Humor.

Mahnung.

இகு

Direktor( einer Schmiere, als

er einem Schauspieler vor der Vor­stellung einen Vorschuß von 80 Pfg. auszahlt): Hoffentlich spielen Sie mir nachher den Bettler trotzdem mit der gewohnten Natürlich keit!"

Ganz unmöglich.

Vater: Liebe Helene, diesen Trot mußt Du Dir abgewöhnen. Deine Mutter war früher gerade so. Den Eigensinn hast Du mit der Muttermilch ein­gesogen. Helene: Aber Papa, ich habe ja eine

Amme gehabt."

Durchschaut.

Neffe: Heute habe ich eine Maschine gesehen, die die Arbeit von dreihundert Männern leistete!"- Onkel: Das will nicht viel heißen... wenn die Männer alle soviel tun, wie Du!"

Ständchen in Duala.

Eine Fächer- Banane.

Kamerun- Szenen.

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Kamerun- Szenen.

Ein Sonntag- Nachmittag auf der Mukonje- Farm des Verfassers unseres Artikels. Angestellte einer Faftorei in Edea auf einer Eselpartie.

Im Busch.

Hütte in Batoni.