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Mein lieber Sohn!

Ich beantworte deinen gestrigen Brief schon 3even sente, weil Mütter und ich durch die Mitteilungen über deinen Gesundheitszustand so ernstlich beunruhigt hind, daß wir die Zeitungs. Notiz, auf deren Rück­seite ich dies schreibe, so bald als möglich in Deinen schröder's Flätsalznehmung,

da Dr. med. H.

Renascin" wie du dich erinnern wirst, mir selber glänzende dienste geleistet und sich schon in unge­Dienſtbou zelten Bauſenchen von Fällen bewährt hat, wünschen Enemies were vir dringend, daß auch du es versuchst. Deine

nnen vom 6.1.

genommen

Gießen

en tragen

der Reichardt

Mattigkeit und Appetitlosigkeit, ebenso die häufigen üpfschmerzen sind sichere Zeichen falscher Blütmischung, druhige also Mütter und mich durch die baldige Mitteil­ang, daß die Renascin» gebrauchst. Nächstens mehr! Du grüßt dich herzlichst dein treuer

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ürlich Feiernden auf hiesiger Zeche aufmerksam zu ma­herr uns selbst würde es viel lieber sein, wenn wir für wil Fürliches Feiern keine Strafe zu verhängen brauch­

en.

oßen Worten bt toch eine Schaar lang iller, nimmer treue Werbe as muß im Konfumen ont werden: Diese Antwort der Zechenverwaltung auf die An­ein Fabrikat, cetswürdigkeit chuldigungen des Abg. Sachse weist auf einen recht elligens werten Uebelstand im Bergbau hin. Das will­gleidtommt. ürliche Feiern der Bergleute nach Festlichkeiten, Feier­andt Lohntagen ist, wie aus vorstehenden Auslassungen hervorgeht, auf einzelnen Zechen schon zu einer wahren Rallhmität geworden, unter der in der Kohlenindustrie, pies in keiner anderen Industrie, sowohl Arbeitgeber wie Urbeitnehmer zu leiden haben. Der sozialdemokratische Abgeordnete hat es unterlassen, bei den Angaben über bie von den Zechenverwaltungen verhängten Strafen zu beneden, daß ein großer Teil der Strafen, auf einer Becne sogar mehr als vier Fünftel der Gesammtsumme wegen willkürlichen Feierns einbehalten wurde. Seine Ausführungen hätten sonst wahrscheinlich das Gegenteil der beabsichtigten Wirkung erzielt. Welche Summen den Bergluten durch das untentschuldigte Feiern verloren gehen, fann man nach den oben erwähnten Angaben, womadh allein auf einer Zeche 96 783 Schichten ohne Erlaubnis gefeiert wurden, ungefähr errechnen. Unter

al eines Haus hokolade stellt menheit dar, wird Verkauf na Sellbeim,

238.

rdoppelt! 31,-

von 10000 kg

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Gehaltsangabe und

Unter Feinden.

Roman von Karl Matthtas. ( Nachdruck verboten.)

Wen er das Zimmer verließ, legte er den Fin­ge auf den Mund und deutete auf den Kranken, zum Beichen, daß sie ihn nicht sprechen lassen sollte. Walde­anar fam gar nicht in Versuchung, die ärztliche Vor­Acht zu brechen, ihm genügte, der Musik ihrer Rede Bullauschet.

Nach drei Tagen kam Bourlier's Brief aus Se­dan. Er ersuchte die Frauen, sogleich zu ihm zu kom­mon Tante Nataly legte dieses Schreiben ihrer Nichte vor. Aber Desiree hatte statt der Einwilligung nur ein Kopfschütteln. Schon machte sich Frau von Tarandal, dem Zorn thres Bruders fürchtend, damit vertraut, al­

geliefert und ist Teih nach Sedan zu fahren, als dieser selbst unerwartet en Veukaufsstellen antam und, von Laurence geführt, in das Zimmer der

Damen eintrat.

Bourlier sah elend aus. Seine Züge waren ver­

tfabriken bules, noch volles Haupthaar wie mit

W. 35.

ird gewarnt!

h.Gebr. Röver

stalten

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Frost bestreut. Aber seine Haltung war aufrecht und stoz. Er setzte dem Unglück starren Mannesmut ent­

gegen.

Schließe die Tür, Laurence," sagte er grimmig, nachdem er seine Schwester flüchtig begrüßt hatte. emand von den Prussiens, die mein Haus wider­rechtlich in Besitz genommen haben, soll sagen, er habe mil gesehen. Halte draußen Wache, laß niemand

au uns!"

Der Gärtner tat nach seinem Befehl, und Bourlier lie fich schwerfällig auf einen Sefsel niedersinken.

Wo ist Desiree?" fragte er, mißtrauisch um sich Buitenb. Ich will nicht hoffen, daß sie allein im Hause und Garten umherschweift."

Beruhige Dich, Deine Tochter wird gleich zur Stelle fein," entgegnete die Dame in tödlicher Verlegen

Vatern

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stehenden Befugnis, die Leute zu bestrafen, Gebrauch machen, denn die Bekämpfung dieser Unsitte liegt nicht nur im Interesse der Zechenbesitzer, sondern namentlich auch im Interesse der Arbeiterfamilien und der arbeits­willigen Kameraden in der Grube, die durch das un­erwartete Wegbleiben unter Umständen sogar ernster Gefährdung an Gesundheit und Leben ausgesetzt sind.

Politische Rundschau.

Deutschland.

* Berlin, 6. Mai. Der Reichskanzler begibt sich Ende der Woche nach Karlsruhe, wo er dem Kai­ser Vortrag über schwebende wichtige Fragen halten

wird.

*

Berlin. Der Staatssekretär von Tirpitz gab bekannt, daß es in der Absicht der Marineverwaltung liege, die Zahl der deutschen Unterseeboote auf 72 Boote mit großer Seeausdauer zu bringen.

Graf Posadowsky hat vor wenigen Tagen beantragt, daß die nicht durch mindestens 15 Mitglie­der und Hospitanten im Parlament vertretenen Parteien nicht mehr als Fraktionen anerkannt werden, infolge. desse auch über die Geschäfte des Hauses nichts mehr

heit. Du bist selbst hergekommen? Ich war im Be­griff, nach der Stadt zu fahren."

" Nun, und Desiree? Was hältst Du hinter( m Berge? Was verbirgst Du mir? Du willst allein to men, das Mädchen schußlos hier zurücklassen? O meid Gott!" rief er plößlich in verändertem Tone, ich ahne Desiree ist tot!"

-

,, Nein, nein, um Gotteswillen, wie kommst Du auf diesen Gedanken," wehrte die Schwester. Sie ist ge= sund und glücklicher als je.

Ich will sie sehen, und dann fort von hier!" " Das ist nicht so leicht," wandte Nataly angstbe­bend ein, habe doch ein wenig Geduld, lieber Jean, laß mich Dir erklären, weshalb wir nicht sofort Dei­nem Befehle folgten. Es ist wie Gottes Fügung. Hier in diesem Hause befindet sich ein Mann, der als Ver­wundeter hergekommen. Ein unglücklicher Zufall führte Desiree mit ihm zusammen, und nun nun will sie ihn nicht verlossen."

" Waldemar Tyrolt!" fuhr der Hausherr wild auf. " Derselbe," antwortete Nataly tonlos. Tyrolt, und meine Tochter ist bei ihm, dem Mör­der meines Sohnes? Sie pflegt ihn, und er wird ge= nesen unter ihrer Hand, während ihr Bruder ungerächt in der Erde liegt, schmählich umgebracht von dem Schur­ken, den ich mit Wohltaten überhäufte!"

Aber Jean, Du tust ihm Unrecht, schmähe den Unglücklichen nicht."

Schweige! Du littest es, daß Deftree zu ihm ging, zu ihm, den sie hassen, verabscheuen sollte! Schande Dir, verächtliches Weib! Aber ich will der Schmach ein Ende machen. Mit meinen Fäusten will ich die Liebes­tolle von seinem Bette reißen und ihn würgen, wie er meinen Sohn gewürgt hat."

Du bist von Sinnen," sprach Frau von Tarandal, welche gegenüber der ungerechten Wut ihres Bruders ihre ganze Kaltblütigkeit wiedergefunden hatte. So

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er Gießener Verlagsdruckerci.

on Nr.: 362. 24. Jahrg.

ch keine rechtlichen, sondern nur noch che auf Kommissionsvertretung haben tionsverzeichnis des neuen Reichstages hn Namen auf: Konservative, Reichs: iche Vereinigung, Reformpartei, Zen­- Lothringer, Welfen, Dänen, Bauern­erale, Fortschrittliche Volkspartei, So­Benn nicht alles täuscht, wird in der ung der Antrag angenommen und al der Reichspartei als Fraktion be=

Die sich seit einem Jahre hinzieh­erbürgermeisterkrise steht nun unmittel­ing. Der Oberbürgermeister Kirschner igen Wochen eingereichtes Abschiedsge= teuern. Zu seinem Nachfolger ist von er Berliner Stadtverordnetenversamm­trigen Fraktionssizungen mit großer here Staatssekretär des Reichsschazzam­f Wermuth, ausersehen. Wermuth eten entsprechen. Damit erübrigen sich en, die an eine Kandidatur Wermuths furter Oberbürgermeisterposten ge­

17. Mai. Der deutsche Botschafter in frhr. v. Marschall, ist heute morgen Noch im Laufe des Vormittags stat­) skanzler einen Besuch ab. Es wird 3 Frhr. v. Marschall für den Lon­sich nur, ob er nicht zunächst eine Spezialmission er­Doner Bonchasterposten in Betracht kommt, es fragt hält, ähnlich wie Lord Haldane sie für englische Seite zu erfüllen hatte, in London den Faden der deutsch= englischen Verhandlungen neu anzuknüpfen und fort= zuspinnen.

Berlin, 7. Mai. Aus Tanger wird gemel­det: Die der deutschen Firma Rensch) hausen gehörende große Ansiedelung bei El Ksar im Nordwe­sten Maroffos soll von 16 Reitern der in der Nähe lagernden und von französischen Offizieren be­fehligten Truppen überfallen und in Brand gesteckt worden sein. 20 Feldarbeiter der Firma wurden hierbei gefangen genommen. Herr Renschhau­sen, der 3. 31. in Nieder- Lößnitz bei Dresden weilt, hat bisher noch keine Nachricht von dem Ueberfall er= halten und glaubt, daß die Meldung jedenfalls über­

trieben sei. Der deutsche Gesandte hat bei der fran­zösischen Gesandtschaft sofort energische Vorstellungen er­hoben. Die französischen Behörden haben daraufhin die sofortige Untersuchung des Vorfalles zugesagt. Der Vor­fall stellt einen der zahlreichen Fälle systematischer Be­lästigungen deutscher Schutzgenossen zum Schaden deut­scher Interessen dar.

lange Du nicht Vernunft annimmst, führe ich Dich nicht zu dem Kranken und nicht zu Detner Tochter. Was Du gegen Tyrolt vorbringst, sind unwahrheiten. Ich kenne den unseligen Konflikt zwischen ihm und Olivier ganz genau. Den Mann trifft keine Schuld, im Gegen= tell, er wurde heimtückisch von Olivier angefallen und zu Tode verwundet. Tyrolt's Hand ist rein von Deines Sohnes Blut."

Lug und Trug! Ich glaube dem Zeugnis feines Prussiens. Nicht einen Augenblick dürfen sie länger zusammenbleiben. Führe mich zu ihr!"

Versprichst Du mir, ganz ruhig zu sein?" " Ich werde mich bezwingen, auch ohne dieses Ver­sprechen. Ich denke nicht daran, den Barbaren Gelegen­heit zu geben, mich bei Seite zu bringen."

" Das ist vernünftig. Aber noch eins höre. Ich fürchte, Desiree wird Dir Widerstand leisten." Meine Tochter, mir? O, glaube es nicht. Aber würde sie es wagen, ich wüßte sie zu zwingen."

,, Keine Gewalt, Jean. Bedenke das Aufsehen. Be­denke auch die Aufregung des Verwundeten. Man wür­de ihm zur Seite stehen, Desiree schüßen

Ich bedenke alles. Ich werde meine Tochter durch Güte zum Gehorsam bringen. Aber komm nun, ich er­trage das Zögern nicht länger."

Er hatte seine Worte fast zu einem Flüstern herab­gedämpft und schien äußerlich ganz ruhig. Nur aus sei­nen Augen sprühte die unheimliche Glut des Fanatis­mus, der Rachsucht, der Tücke. Frau von Tarandal streifte seine Züge mit furchtsamem Blick. Bourlier sah schrecklich aus. Das Gesicht war erdfahl, dunkle Ringe zogen sich um die Augen; die Lippen schienen blau, als ob sie in Frost erstarrt seien. Frau von Tarandal seufzte tief; eine Schwäche kam über sie; sie hätte vor Schmerz aufschreien und den Tränen freien Lauf lassen mögen. Aber sie bezwang sich. Langsam öffnete sie die Tür.

( Fortsetzung folgt.)