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einige Stunden geschlafen hatte, legte er kurz nach 5 Uhr Feuer im Hause an, indem er mit Petroleum ge­tränkte Lumpen anzündete. Auf die Hilferufe der ein geschlossenen drei Kinder wurden Nachbarn aufmerksam, worauf die Feuerwehr alarmiert wurde, der es gelang, die drei Kinder zu retten. Der Vater hatte sich inzwi­ſchen am Ofen erhängt. Der Grund zur Tat sind Nah­rungssorgen. Die Familie befand sich in großer Not und hatte an manchen Tagen nichts zu essen.

Essen( Ruhr). Bis jetzt sind bei den Ge­richten über tausend Prozesse aus Anlaß des Bergarbeiterstreiks anhängig gemacht worden. Die Werksverwaltungen des Ruhrkohlengebietes haben sich infolge der zum 1. April normierten Erhöh­ung der Kohlenpreise zu Verhandlungen über eine even­tuelle Lohnerhöhung mit den ständigen Arbeiter­ausschüssen bereit erklärt.

Wien, 1. April. Der Offizierbursche Franz 3änker hat seinen Herrn, den Hauptmann Ed. Wolff­mann vom 94. Infanterie- Regiment in seiner Wohnung mit einem Revolver durch zwei Schüsse zu töten versucht. Glücklicherweise gingen beide Schüsse fehl, worauf der Bursche sich selbst eine Kugel in den Kopf jagte und schwer verletzte. Das Motiv ist offenbar Rache oder gekränkter Ehrgeiz, da der Hauptmann mit 3änter unzufrieden war und ihn zum Regiment zurück versetzen lassen wollte.

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Paris, 1. April. Ein außerordentlich heftiges Schneegestöber hat in den heutigen Vormittags­stunden eingesetzt. Es schneit ununterbrochen in dichten Floden. Der Telephon- und Telegraphenverkehr, be sonders mit dem Auslande, hat durch das Schneegestö­ber große Störungen erlitten.

Petersburg, 1. April. Einem Kurier des französischen Ministeriums des Auswärtigen ist wäh= rend der Bahnfahrt zwischen Petersburg und Luba im Schlafwagen die Brieftasche mit 3000 Franks, sowie Geheimbriefe des französischen Botschafters an das Mi­nisterium gestohlen worden.

London, 1. April. Telegramme aus den Kohlenbergwerksgebieten besagen, daß die Arbeit in wei­teren Kohlengruben heute wieder aufgenommen wor den ist. Infolge des Kohlenarbeiterstreiks werden zwei große Zucker- Raffinerien in Liverpool den Betrieb von Donnerstag ab auf unbestimmte Zeit ei n= stellen. Obwohl einige Kohlenzechen von Nort­humberland und Durham eine Mehrheit zugunsten der Wiederaufnahme der Arbeit zeigen, wird doch die Ab­stimmung in diesen Grafschaften eine ganz erdrückende Majorität gegen die Wiederaufnahme der Arbeit ergeben. Nach Berichten aus Fife Kinroß er­klärte sich dort bisher die Majorität von 3 zu 1 gegen die Wiederaufnahme.

* Cleveland( Ohio). 400 000 Bergleute in den Anthrazit- und Weichkohlengruben stellten die Ar­beit ein. Sowohl die Grubenbesitzer, wie die Arbeiter= führer bemühen sich, die Dauer der Arbeitseinstellung so furz wie möglich werden zu lassen.

Rus Stadt und Cand.

Gießen, den 3. April 1912.

* Von der Post. Wegen des starken Verkehrs in der Osterzeit werden am Karfreitag Pakete und Wertbriefe und am 1. Osterfeiertag Pakete, Wert­briefe und Postanweisungen, sowie Zahlungsanweisun­gen außergewöhnlich( vormittags) bestellt. Außerdem er­folgt am Karfreitag und am 1. Osterfeiertag die Brief­bestellung vormittags erst um, statt wie sonst an Sonntagen um 8 Uhr.

n Gießen. Die Einweihung des Pro= vinzialwasserwerkes Inheiden, an dem seit mehr als 6 Jahren gearbeitet wurde, ist am Sams­tag im Beisein der verschiedensten Behörden und zahl= reicher Teilnehmer aus nah und fern feierlich einge­

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weiht und dem Betrieb übergeben worden. Als Vertre­ter der hessischen Regierung waren die Minister v. Hom­bergk und Braun erschienen, die Stadt Frankfurt hatte den Bürgermeister Grimm und etwa 30 Stadtverord­nete entsandt. Im Namen der Regierung sprach der Minister des Innern, Provinzialdirektor Dr. Usin ger begrüßte die Erschienenen, Bürgermeister Grimm überbrachte die Glückwünsche der Stadt Frankfurt, Ge heimrat Dr. Breidert- Mainz sprach als Vertreter der Provinz Rheinhessen und Landtagsabg. Brauer namens des Provinziallandtages von Oberhessen. Das fangreiche Werk liegt in der nördlichen Wetterau in Die einer Einsenkung des wasserreichen Horlofstales. ganze Rohrleitung von Inheiden bis Frankfurt beträgt 58 Kilometer, von Inheiden bis zur Landesgrenze bei Vilbel 42 Kilometer. Diesen Teil der Strecke hat die Provinz Oberhessen gebaut, die Strecke bis an den Hei­ligenstock, wo sich ein Spezialreservoir für Frankfurt be­findet, die Stadt Frankfurt. Der gemeinsame Vertrag ist auf 50 Jahre abgeschlossen.

um=

Den um das Zustandekommen dieses großen Wer kes sehr verdienstvollen Männern Forstrat Dr. Weber wurde das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Oberingenieur Müller das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens verliehen.

n Gießen. Bei einem beschränkten Wettbewerb zur Erlangung von Plänen für ein Handelskam­mergebäude in Gießen, welches an die Lonystraße zu stehen kommen soll, ging der Architekt Hamann als Sieger hervor.

n Gießen. Ein achtjähriger Junge hatte auf dem Trieb Hülsen von Platzpatronen gesucht und warf am Samstag abend eine davon in den Ofen der elterlichen Wohnung. Die Hülse war noch geladen, ex­plodierte und das herausgeschleuderte Zündhütchen flog dem Jungen in den Kopf. Der Junge mußte in die Klinik aufgenommen werden, die Verletzung ist aber nicht lebensgefährlich.

o Waßenborn. Der 48jährige Weißbinder J. Eiff 3. fiel beim Aufstellen eines Gerüstes aus einer Höhe von 3-4 Meter herunter und starb alsbald. Nach ärztlicher Feststellung war die Wirbelsäule gebrochen.

o Friedberg, 1. April. Der Verband Wet terauer Apfelweinproduzenten hielt am Sonntag hier eine stark besuchte Versammlung ab, in der Stellung zu der Polizeiverfügung, daß das Maß der Gläser nur auf ¼ und ½ Liter geeicht sein müsse, ge­nommen wurde. Nach längerer Debatte beschloß man, fortan nur noch Aepfelwein in ½ Litergläsern zu ver= schänken. Ein Antrag, den Preis des Liters Aepfelwein im Kleinverkauf von 22 auf 20 Pfg. zu ermäßigen, wurde mit einer Stimme Mehrheit abgelehnt.

o Ober- Seibertenrod. Bei der Bürger- meisterwahl wurde der Landwirt Karl Rühl mit zwei Stimmen Mehrheit gegen den früheren Bürgermeister Schmirmund gewählt.

):( Mainz, 1. April. Dte Rheinische Bierbrau= erei, die vor längerer Zeit in Liquidation getreten ist, stellte am heutigen Tage ihren Betrieb ein. Die große Mehrzahl der von der Brauerei ins Leben gerufenen Filialen und Schankstellen wird von hiesigen Großbrau­ereien gegen eine Abfindungssumme übernommen.

):( Frankfurt a. M. Der Magistrat hat das Rücktrittsgesuch des Oberbürgermeisters Dr. A dices an die Stadtverordneten- Versammlung mit dem Antrag verwiesen, daß für den Oberbürgermeister Dr. Adickes vom Tage seines Rücktritts( 1. Juli 1912) an 16 800 Mark Pension in den Haushaltsplan eingestellt wer­den.- Der Kaiserliche Oberpostdirektor, Geh. Ober­postrat Lauenstein, bisher Oberpostdirektor in Kiel, ist hier eingetroffen und hat die Leitung des Oberpost­direktionsbezirks Frankfurt übernommen.

):) Kassel, 1. April. Auf der Baustelle der Ed­dertalsperre in Hemfurth leiteten zwei jugendliche Schloß­ser aus Uebermut den elektrischen Strom der Elektrizitätszentrale in die Türklinke der Baubude. Als ein Schmied auf die Klinke faßte, wurde er vom Strom hoch empor geschleudert und eine Hand wurde ihm ab­gerissen. Ein anderer Arbeiter, der helfend hinzusprang, brach wurde vom elektrischen Schlage getroffen umid tot zusammen. Die Urheber des Unglücks wurden ver­haftet.

Nach dem Bergarbeiterstreik im Ruhrgebiet. Es wird uns geschrieben:

Das schnelle Ende des von den Blättern aller Par­teirichtungen als unberechtigt und aussichtslos bezeichne­Müde, Unpäßlich,

Blaß, Bleichsüchtig, Abspannung, Schloflosigkeit, Nervosität, sind sichere Zeichen, daß Leciferrin notwendig ist, die Kräfte zu heben, Lebens frische herzustellen, das Blut zu bereichern und wieder gute Farbe und Aussehen herzustellen.

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Heinrich Stern

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fere Berg arbeiterausstandes im Ruhr­revier wird in der bürgerlichen Presse allenthalben mit Genugtuung begrüßt. Besonders bemerkt zu werden verdienen die Auslassungen der freisinnigen Presse, die sich gleichfalls zum großen Teil gegen den Ausstand ausgesprochen und das arbeiterschädigende Verhalten der Verbandsführer abfällig kritisiert hat. Eine Ausnahme und die bilden allerdings das Berliner Tageblatt" Frankfurter Zeitung", die auch diesmal aus ihrer Ab­neigung gegen die Kohlenbarone" fein Hehf machten. Wie im Gegensatz zu den Aeußerungen dieser Blätter der Ausstand von anderen freisinnigen Zeitungen be­urteilt wird, zeigen die nachstehenden, in Nr. 146 der Bossischen Zeitung" vom 20. März veröffentlichten Aus­führungen. Das Blatt schreibt:

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an

Nach neurtägiger Dauer hat der Bergarbeider- Aus­stand im Ruhrgebiet sein Ende erreicht. Nicht äußere Einflüsse, nicht ein erneutes Entgegenkommen der Ze­chenverwaltungen, die von Anfang zu Lohnerhöhungen bereit gewesen, hat diesen Ausgang herbeigeführt, seiner inneren Schwäche, arr der Spaltung in den Ar­beiterreihen ist der Ausstand gescheitert. Schon die ge ringe Beteiligungsziffer, sie hat selbst auf ihrem Höhe­punkt, am vergangenen Dienstag, nur wenig mehr als 60 vom Hundert betragen, ließ diesen Kampf als nahe­zu aussichtslos erscheinen. Ob dieser Streik, der zeitlich mit der großen Krisis in England zusammenfiel, seinen Ursprung von politischen oder wirtschaftlichen Erwägun­gen herleitete, mag dahingestellt bleiben. Der Kon­fraktbruch, mit dem er begonnen wurde, sekte die Ausst& nbigen offensichtlic ins Unrecht. Mit diesem rechtswidrigen Vorgehen hatten sie sich, das haben wir schon vor einer Woche be­tont, die Sympathie des Volkes verscherzt, auf die jede große soziale Bewegung angewiesen ist. Mag das Auf­gebot von Militär, das die Regierung in den Parla­menten als dringend nötig verteidigte, vielleicht einen: Tatsache bleibt, übertriebenen Pessimismus verraten.

daß die Mahnung zur Besonnenheit seitens der Streik leitung nicht überall ein volles Echo gefunden hat. Ein­zelne Vorkommnisse, die nicht abgeleugnet werden können, haben gezeigt, doß den Führern die Zügel entglitten waren. Umsomehr ist das Ende des Ausstandes zu be grüßen, denn nichts bot eine Gewähr, daß es nicht zu weiterem Blutvergießen, zu schweren Ausschreitungen: kommen werde".

Hoffentlich werden sich die Führer des Hirsch- Dunk ter'schen Bergarbeiterverbandes diese Auslassungen eines führenden Blattes der ihnen nahestehenden Partei mer­fen für den Fall, daß es den leitenden Persönlichkeiten des sozialdemokratischen Verbandes wieder einmal lüften sollte, die Bergarbeiterschaft des Ruhrreviers in einen Streif zu treiben und eine Kraftprobe zu veran­stalten, die letzten Endes nur die Vernichtung der übri­gen Arbeiterorganisationen zum Ziele hat.

ge

Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen. Gründonnerstag, 3. April. In der Stadtkirche. Abends 6 Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und

Markusgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfar­

rer

In der Johanneskirche. Vorm. Uhr: Vorstellung und Prüfung der Konfir manden aus der Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 7.45 Uhr: Beichte und hl. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde. Anmeldung vor her bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Pfarrer Ausfeld. Karfreitag, 4. April. In der Stadtkirche. Kollekte für die evangelischen Anstalten zu Jerusalem. Borm. Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Beichte u. hl. Abendmahl für die Matthäus- u. Mar kusgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Vormittags 11% Uhr: Kinderkirche für Matthäus- u. Pfr. Schwabe. Markusgemeinde gemeinsam. Abends 6 Uhr: Liturgischer Gottesdienst. Schwabe.

In der Johanneskirche. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.

Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Jo­hannesgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfar rer der Gemeinde erbeten. Nachm. 3 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Abends 6 Uhr: Siehe Stadtkirche.

Batholische Gemeinde in Girken Gründonnerstag.

Borm. von 5% Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. um 6 Ühr: Missionspredigt. Vorm. um 5.45, 7, 7% und 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.

Vorm. 9 Uhr: Hochamt; darauf Aussetzung des Aller­heiltgsten und Missions predigt. Von 10 Uhr vorm. bis 5 Uhr nachm.: stille Anbetung; darauf Andacht.

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