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nen, ins Bereich des Möglichen gehört, daß nämlich Blauß unter die- Apachen gegangen sein tönnte, muß Glauß hat sich also wohl als sehr fraglich gelten. der polizeilichen Kontrolle in Paris, von der vor eint­gen Tagen berichtet wurde, zu entziehen verstanden.

Selbstmord eines Oberlehrers vor der Hochzeit. Selbstmord verlibte in Stolpmünde der 39jährige Gym­nasialoberlehrer Dr. Konrad Heym aus Görlig. Er war zu den Feiertagen mit seiner Braut in Stolpmünde ein­getroffen, um bet seinen zukünftigen Schwiegereltern Als Dr. Heym zu einer mit einen Besuch abzustatten. feiner Brauf und deren Eltern verabredeten Zusammen­funft nicht erschien, stellte man Nachforschungen in dem Hotel an, wo er abgestiegen war. Nach gewaltsamer Deffnung des verschlossenen Zimmers fand man auf dem Tisch einen mit Bleistift geschriebenen Zettel, auf bem er seinen letzten Willen fundgegeben hatte und zu­gletch durch die beigefügte Bemerkung: Ich gehe ins Wasser, meine Braut fann ich nicht glücklich machen", den Weg bezeichnete, auf dem man ihn zu suchen habe. Um Mitternacht fand man seine Leiche unweit der Ost­mole in der Nähe des Strandes. Ein Nervenleiden soll das Motiv zur Tat sein.

Die Millionenstiftung des Glashändlers. Aus Ko­penhagen wird geschrieben: In der hiesigen Destergade befindet sich schon über 150 Jahre ein bescheidener klet­ner Laden, über dessen Tür zu lesen ist Ronges Glas­handel". Die Inhaber dieses Ladens waren einmal aus Böhmen eingewandert. Der" alte" Ronge wurde in diesem Laden 103 Jahre, und im Januar des eben abge­laufenen Jahres starb nun plötzlich auch sein Sohn, der junge" Range, drei Tage vor seinem 90. Geburtstage. Dieser jung- alte Ronge war aber ein merkwürdiger Mann. Er machte sich aus Geld gar nichts; er meinte, es liege fein Segen darauf. Inzwischen aber vermehrte sich das kleine Vermögen, das er ererbt hatte, ein Brut­derserbe kam dazu, und schließlich besaß der bescheidene Glashändler in der Destergade über zwei Millionen, als deren Hüter er sich betrachtete. Nun ist über sein Ver­mögen auf Grund der letztwilligen Bestimmungen ver­fügt worden, und es ist nach Abzug von allerlet Lega­ten für Wohltätigkeitsstiftungen ein Glashändler Ron­ges- Fond gegründet worden, der nicht weniger als 1 600 000 kronen oder rund 1% Millionen Mark umfaßt und dessen Zinsen Hilfsbedürftigen aller Art, Studte­renden, besonders solchen der Musik, Musiklehrern, Künstlern usw. zugute kommen sollen. Das Andenken des Glashändlers wird auf diese Art in schönster Weise fortleben.

Der Tod des Blizrechners". Zum Tode Artur Griffiths, der durch seine Vorstellungen in Amerika eine große Berühmtheit erlangt hatte, wird aus Neu­york berichtet, daß er in einem Hotel in Springfield am Morgen tot in seinem Bette aufgefunden wurde. Die Aerzte nehmen an, daß er, obwohl er bet seinen ans Wunderbare grenzenden Leistungen mit großen Zahlen, die ihm das Publikum vorlegte, nur zu spielen schien, in Wirklichkeit doch außerordentliche geistige Auftren= gungen zu überwinden hatte, die einen Schlaganfall zur Folge hatten. Griffith, ein Farmerssohn, wurde vor vier Jahren in Indiana von einem Chifagver Journa Itsten entdeckt. Der damals 27fähre arbeitete flir 2 M. täglich und die Kost, als er der Aufforderung, eine Tournee zu unternehmen, folgte. Im Februar 1910 unterzog er sich einer Prüfung durch die Professoren der Harvard- Universität, die ihm Rechenaufgaben vorlegten, worauf er ihnen sofort ble Lösungen mitteilte; dann aber drehte der Geprüfte den Spieß um und gab den Professoren verhältnismäßig leichte Aufgaben, die die Gelehrten vollständig zum Schweigen brachten.

Der vermißte Schädel des Karageorgewitsch. Sonn­tag vormittag ist in einem versteckten Geblisch des St. Marrer Friedhofes in Wien ein in Zeitungspapier ge­hüllter Totenschädel gefunden worden, der nach dem er­sten Augenschein wahrscheinlich der geraubte Kopf des Fürsten Alexander Karageorgewitsch ist. Bet dem Schä­del befanden sich auch noch die beiden fehlenden ober­sten Wirbelknochen. Am Sonntag sollte durch eine Kom­mission festgestellt werden, ob es sich wirklich um den feh­lenden Kopf handelt. Es wird vermutet, daß der Schä­del in Zeitungspapier erst vor kurzer Zeit von aut­ßen über die Friedhofsmauer geworfen worden ist, da der Friedhof gleich nach dem Gruftraub genau abgesucht worden war und es nahezu ausgeschlossent erscheint, daß hierbei das Baket mit dem Schädel übersehen worden fein könnte. Einer neueren Meldung zufolge ist festge= stellt, daß der am Sonntag in einem Gebüsch aufgefun­dene Schädel mit dem Schädel des Fürsten Alexander Karageorgievitsch identisch ist.

Wenn Frauen ranchen. Die Rechtsstellung der rau­chenden Frau wird jetzt in Chikago in einem Prozesse festgestellt werden, den Katherine Scott gegen ihren Erbräutigam Colonel Harry Sefton angestrengt hat. Der Colonel entdeckte eines Tages, daß seine zukünf= Hge Gemahlin bisweilen ihre Nerven durch Nikotin zut besänftigen pflegte, daß sie heimlich rauchte und er war barüber so empört, daß er die Verlobung auflöste. Die Folge ist jetzt eine Klage wegen Bruch des Ehever­

alle Gepflogenheiten des Aristokraten von altem Schlage forgfältigst zu wahren verstand.

Baron Dieskau rief dem Justizrat, einem älteren Herrn mit klugem, durchgeistigtem Gesicht und welt­männischen Formen, artig entgegen: Ste haben die Minute für uns sehr gut gewählt, mein würdiger Freund, und sind darum doppelt willkommen! Sehen Ste sich und frischen Sie Ihre Lebensgeister auf."

Der Justizrat dankte mit leichter Verneigung und ließ sich am Tische nieder.

,, Nehmen Sie sich ein Glas Portwein, er ist für ältere Mägen immer das beste am Morgen, glauben Sie meiner Erfahrung."

Der Jurist, der selt einem Menschenalter die Rechts­geschäfte der Majoratsherren auf Dieskau führte, nahm aber nur ein Glas Bordeaux und ein kleines Kaviar­brötchen.

,, Sie müssen mir schon gestatten, bei meinen ein­fachen Gewohnheiten zu bleiben, Herr Baron."

Aber sans gene, Teuerster, auf Dieskau lebt jeder­mann nach seinem Belieben. Hoffentlich bleiben Ste ein paar Tage bet uns?"

Meine Geschäfte gestatten mir leider keine Erho­lungspause."

" Ja, diese Geschäfte," seufzte der Baron, sie sind der Kummer meines Daseins. Aber wir verschieben alles auf morgen, Justizrat, nicht wahr?"

Ich muß in zwei Stunden wieder auf dem Rück­wege sein und es trifft sich deshalb sehr gut, daß Ba­ron Harald anwesend ist."

Ich begehre noch weniger von Geschäften zu hören als mein Vater," äußerte Harald, dessen Laune durch das Erscheinen des Juristen keineswegs gebessert war, in verdrießlichem Ton.

" Indessen ist es immer das Richtigste, die Wahr­Heit zu kennen und ihr kühn in das Auge zu sehen

sprechens und ein Schadenersatzanspruch von 25 000 Doll. Der Rechtsstreit, dessen Ausgang mit lebhafter Spannung erwartet wird, bringt eine Streitfrage in Fluß, die schon seit Jahren die amerikanische Frauen= welt beunruhigt. Die Aufregung begann, als seinerzeit ein Neuyorfer Schußmann eine Dame ohne weiteres verhaftete, weil sie auf der Straße eine 3igarette rauch­te. Die Antwort war damals, daß die Damen in den vornehmen Restaurants zu rauchen begannen, worauf die Restaurateure und Hoteliers übereintamen, ihren weiblichen Gästen das Rauchen nicht zu gestatten. Heute gibt es in Neuyork nur ein einziges vornehmes Re­staurant, in dem Frauen nach dem Diner beim Kaffee rauchen dürfen, und es ist bezeichnend, daß dieses Re­stauant stets überfüllt ist.

Kampf mit einem Bären. In einem Petersburger Blatte lesen wir: Am 24. Dezember stieß der Bauer Iwan Timoschin im Walde bei der Station Wyriza auf eine frische Bärenspur. Er begab sich nach wyriza und teilte den Bauern Peter und Ssemen Gorjunow seine Entdeckung mit. Die Bauern bewaffneten sich,

tangfifcheret. Der Seetana wird nach Japan geschickt, um dort verarbeitet zu werden. An der japanischen Kitste gibt es nur begrenzte Gebiete, wo sich Seetang findet; diese werden von der Regierung öffentlich aus­geboten und erzielen gute Preise. Die Japaner neh­men den Seetang übrigens richtig in Kultur, um die Seetanggebiete nach besten Kräften ausnuten zu kön= nen. Es soll sich dabet um eine Industrie handeln, die mit einem Rapital von Millionen arbeitet. Nach dem bereits angeführten Fischeretberichte gab es im Jahre 1903 in Japan 500 Fabriken, die Seetang verarbeite ten und daraus ein fifchletmartiges Produkt, Kantent genannt, herstellten. Dieser Tang wird durch Taucher gesammelt, die zwischen Mat und Oktober den Seetang ernten. Die Seetangfischer trocknen selbst die Pflanzen in der Sonne, dann stellt die Fabrik daraus eine aela­tineartige, weiße, durchscheinende Masse her, die zu Gelee- Suppen und Saucen in der seitche verwendet wird.

Timoſchin mit einer linte, die beiden anderen mit Ursache der Berliner Maffenvergiftungen.

etfernen Heugabeln und großen Küchenmessern. Lange trrten die Bauern im Walde umher, ohne den Bären zu finden. Schließlich trennten sie sich. Etwa fünf Mi­muten später vernahm Timoschin einen herzzerreißen= den Schrei. Er lief in die betreffende Richtung und fand feinen Kameraden Gortunow auf der Erde llegend und neben ihm den Bären, aus dessen Brust ein Blut­strom quoll. Ohne Zeit zu verlieren, riß Timoschin das Gewehr an die Wange und schoß den Bären nieder. Dann wandte er sich dem besinnungslos daliegenden Kameraden zu. Gorjunom erzählte, nachdem er wieder zu sich gekommen war, daß er ganz plöblich auf den Bä­ren gestoßen wäre, und daß das Tier sich sofort auf ihn geworfen hätte. Er habe dem Bären die Heu­gabel in die Brust gestoßen, dieser aber hätte sie zur Seite geschleudert und sich dann auf ihn gestürzt. Was weiter geschehen, wisse er nicht mehr. Man brachte Gorjunom ins Dorf, wo sich herausstellte, daß er nur verhältnismäßig leichte Fleischwunden davongetragen

hatte.

Die Spielleidenschaft in Frankreich. Neue Belege für die Tatsache, daß die Spielleidenschaft in Frank­reich trotz aller gegen sie getroffenen Maßnahmen stän­dig im Zunehmen begriffen ist, Itefert ein Abgeordneter, der dieses Gebiet zu seinem Spezialstudium gemacht und der Kammer ein reiches Bahlenmatertal vorgelegt hat. Danach sind die Summen, die in den einzelnen See­bädern im letzten Jahre umgesetzt worden sind, aanz ungewöhnlich groß. So sind z. B. in Enghtest 9 Mill. Fr., in Nizza 8% Mill. Fr., in Vichy 4% Min. Fr., in Trouville 4 Mill. Fr. gewonnen worden. Entspre chende Summen sind auch an Trinkgeldern von den Spielern verausgabt worden, in Enghien 1737 000 Fr wovon der Ober- Croupier allein 55 000 r. innerhalb sechs Monaten verdient hat, in Vichy 782 000 Fr. und in Trouville 858 000 Fr. Der Abgeordnete beabsichtigt, der Kammer ein neues Gesetz gegen diese Sptelwut vorzulegen

Explosionskatastrophe auf einem Bahnhof. Wie ein Telegramm aus Paris meldet, eretanete sich auf dem Bahnhof von Philippville ein schrecklicher Unglücksfall. Dort explodierte die Maschine eines Güterzuges in dem Augenblick, als der Zug nach Constantine abfahren folite. Die Lokomotive wurde durch die Explosion voll­ständig zerstört. Der Heizer und der Lokomotivführer wurden durch die Gewalt der Explosion 50 Meter weit von der Unglücksstelle fortgeschleudert, wo sie mit zer= schmetterten Gliedern tot Itegen blieben. Auch der Zug­führer sowie mehrere Bahnhofsbeamte haben Verleẞ­ungen davongetragen. Die ersten Wagen des Gutter­zuges sind vollständig zerstört, und die Güter, die sich in ihnen befanden, verbrannt.

Bergung von 280 Toten nach fünfzehn Jahren. In der Bevölkerung Oberschlestens ist die Erinnerung an die furchtbare Grubenkatastrophe. die vor fünfzehn Jah­ren auf dem Kohlenbergwerk Möbius" bet Myslowit stattfand, wieder wach geworden. Man erwartet, wie ants Breslau gemeldet wird, in den nächsten Tagen die Bergung der Letcher von 280 Bergleuten, die in der Grube tief im Schoße der Erde ruhen. Vier Wochen lang hatte man seinerzeit unermüdlich an ihrer Ret­tung gearbeitet. Vergeblich! Schließlich mußte das Bergwerk unter Wasser gesetzt werden. So blieb das Grab der Braven geschlossen, bis vor zwei Jahren die Gewerkschaft die Erlaubnis erhielt, den Betrieb wieder aufzunehmen. Jest sind die Arbeiten so weit, daß die Bergung der Leichen bevorstehen. Infolge des luftdichten Abschlusses sind sie wahrscheinlich aut erhalten.

Seetang als Nahrungsmittel. Ein Bericht des ame­rikanischen Fischereibureaus weist darauf hin, daß in den Tangmassen des Meeres ungeheure Mengen von Nahrungsstoffen ungenußt vorhanden seten. An der amerikanischen Küste es handelt sich um die Neu­England- Staaten wird allerdings beretts fett 1885 Seetang gefischt und für manche Zwecke, auch für die Verarbeituna zit Nahrungsmitteln, ausgenutzt. An der Kalifornischen Seltste treiben Chinesen und Japaner See=

,, um Gott, Iteber Justizrat, Ste haben eine Miene, die imstande ist, die beste Frühstücksstimmung zu ver­derben."

Die eherne Notwendigkeit zwang mich, Ste auf­zusuchen, Herr Baron, da mein Brief unbeantwortet blieb und ich doch Ihre Meinung kennen muß."

,, Aber Harald, tch hatte Dich doch gebeten, diese Sache zu erledigen." Diese Worte Klangen fast vor= wurfsvoll.

,, Wollte es auch, chere père- aber es kam aller­let dazwischen-"

Es sind doch eigentlich Deine Geschäfte! Können wir es nicht auf den Nachmittag verschieben, Justiz­rätchen?"

Herr Baron, meine Pflicht zwingt mich, den näch­sten Zug zur Rückreise zu benutzen."

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Na, dann schteßen Sie los, wenn es durchaus setn muß stecken Ste sich aber erst eine Zigarre an! Was war denn eigentlich mit dem Briefe, Harald?" ,, Weiß ich's?" brummte dieser und goß ein Glas Rheinwein hinunter.

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Ich habe mich bemüht, Herr Baron, in Ihrem und der Ihrigen Interesse Frist von Ihren Gläu­bigern zu gewinnen, um das Aeußerste abzuwenden aber nach einer von diesen gestern getroffenen Ueber­einkunft steht die Katastrophe unmittelbar vor der Tür!"

Ach, wie denn? Welche Katastrophe?"

,, Wie ich aus Ihrer Ueberraschung leider ersehe, haben Ste mein Schreiben nicht der wünschenswerten Beachtung gewürdigt. Es liegt nämlich der Antrag vor und derselbe wird zweifellos vor dem Richter durch­gehen das Majorat Dieskaut port einem durch das Gericht zu ernennenden Gläubigerausschuß auf so lange verwalten zu lassen, bis sie darauf lastenden Schulden getilgt sind. Von einer Beschlaanahme und Versteige=

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Zu der Vergiftungsaffäre im Städtischen Obdach in Berlin ist heute folgendes mitzuteilen: Nachdem man bereits am 27. d. M. festgestellt hatte, daß bei mehreren Asylisten außer den typischen Vergiftungserscheinungen wie Krampfanfällen, Vergrößerung der Pupille, auch Erbrechen und Durchfall eingetreten waren, erörterte man auch die Frage, ob nicht noch andere Ursachen hier im Spiele feten. Durch Umfragen stellte Kriminalkom­missar Toussaint fest, wo die Obdachlosen ihren Schnaps und ihre Lebensmittel tauften. Er entnahm den Vors räten Probeit und übergab sie dem Vorsteher der Staats lichen Anstalt zur Untersuchung von Nahrungs- und Genußmitteln sowie Gebrauchsgegenständen, Regie­rungsrat Prof. Dr. Juckensc. Dieser stellte fest, daß der Schnaps aus einem Schanklokal in der Danziger Straße große Mengen von Methylalkohol enthält. Dort beschlagnahmte Kommissar Toussaint dret Ballons die­ser Flüssigkeit. Als Lieferant wurde der Drogist Julius Scharmach in Charlottenburg, Wallstraße 42, ermittelt. Kommissar Toussaint begab sich Sonnabend mittag in das Scharmachsche Geschäft und sagte dem Inhaber auf den Kopf zu, daß er größere Mengen Methylalkohol als Schnaps verkauft habe. Scharmach leugnete so lange, bts man im Keller einige Ballons mit Methyl- Alkohol auffand. Er gab zu, Schnaps aus% Menthylalkohol und Eindrittel Sprit hergestellt und als Sprit verkauft zu haben. Als weiteren Verkäufer nannte er einen Gast­wirt in der Frankfurter Allee. Auch bei diesem wur­den größere Mengen des Getränkes beschlagnahmt, eben­so auf dem Güterbahnhof in Westend. Betont muß da­bet werden, daß diese Gastwirte in gutem Glauben, ret­nen Sprit erhalten zu haben, ihn noch mit Wasser ver­fetzt haben. Die dret Lokale sind vorläufig polizeilich geschlossen worden, ebenso der Laden Scharmachs. Er selbst wurde festgenommen und der Staatsanwaltschaft übergeben. Er wird sich zunächst wegen Bergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz und wegen Betruges zu verantworten haben. Ob ihm auch fahrlässige Tötung zur Last gelegt werden kann, ist noch fraglich, da die Ansichten über den Grad der Schädlichkeit des Methyl­alkohols sehr weit auseinandergehen.

In Aerztekretsen steht man ötesen angeblichen Ver­giftungen mit Methylalkohol noch sehr ffeptisch gegen­über. Man ist hier vielmehr immer noch der Ansicht, daß es sich nur um Fischvergiftunaen handelt. Während in Ungarn und Rußland Todesfälle infolge Methylal­foholvergiftune bekannt geworden stud, hat die deut­sche medizinische Literatur keine derartigen Fälle zu ver­zeichnen.

Die Zahl der unter Vergiftungserscheinungen Erfrankten betrug bis zum Vormittag des Neujahrsta­ges 161, von denen 71 gestorben sind. Nachdem die Lo­fale geschlossen find, in denen die Scharmachsche Mi­schung verkauft worden war, ist ein Rückgang, wenn nicht ein Stilstand er Vergiftungsfälle zu verzeichnen.

Grausamfeiten an Russen in Bersien.

Die Petersburger Telegraphenagentur berichtet folgende Einzelheiten über Grausamkeiten, die an rus­sischer Soldaten in der Umgebung von Täbris verübt wurden: Am Donnerstag find in Täbris drei von Per­fern entfehlich verstümmelte Leichen von Grenadieren des Mingrelregiments aufgefunden worden, ferner in einigen Häufern die Ueberreste verbrannter Leichname russischer Soldaten. Vorgestern wurde auf dem Hofe des Gebäudes des Generalgouverneurs ein russischer Sol­hat tot ausgegraben, der augenscheinlich lebend begra: ben worden var. Der Körper wies feinerlet Spuren einer Verwundung oder Erdrosselung auf. In die Let chenkammer des russischen Detachements in Läbris sind aus verschte Senen Stadtteilen insgesamt neun Leichen yon russischen Grenadieren eingeliefert worden, von denen drei heute aus dem Hofbrunnen der Polizeiver= waltung neben dem Gebäude des Generalgouverneurs herausgezogen worden waren.

rung der Möbel und Kunstwerke usw. hat man auf meinen Antrag vorläufig Abstand genommen."

Der Jurist hatte diese Ausführungen ruhig und ge­schäftsmäßig gemacht.

Die beiden Dieskaus saßen schweigend da. Der Baron starrte den Justizrat mit unverkennbarem Stau­nen an.

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Ja aber Iteber Justizrat ich verstehe nicht Gläuberausschuß, Verwaltung Versteige­na, was soll das alles?-Dieskau ist doch un­antastbares Majorat-"

ganz rung

Unzweifelhaft, Herr Baron, die Gläubiger können darum auch nur aus dem Reinertrag der Liegenschaften befriedigt werden."

Ja, wie denn? Zum Henfer, haben wir denn mehr Schulden, als wir bezahlen können?"

Ein leichtes Lächeln spielte um des alten Justizrats Lippen bei dieser natven Frage des Majoratsherrn. Ich werde Dir das auseinandersetzen, Papa," warf Harald ein.

Nein, bitte, unser Freund Justizrat wird wohl eine vornehme Handbewe­beffer unterrichtet sein," gung seines Vaters brachte ihn zum Schweigen. Nach der Aufstellung der Gläubiger beläuft sich die Schuldenlast des Majoratsherrn von Diestait auf nahezu achthunderttausend Mark."

AH

hm- so-"

Der alte Herr sah aus wie jemand, der plößlich wahrnimmt, daß er an einem gefahrdrohenden Ab­grund steht, so lebhaft malten sich peinliche Ueberra­schung und Angst auf seinem Gesicht.

Harald faute mit finsterem Gesicht an seinem Schnitrrbart.

( Fortfehung folgt.)