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nd ging, bevor sie die rettende Auste erreichte, eben­alls unfer. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat fie infolge der entfeßlichen Aufregung einen Herzschlag bekommen. Frau Herold war vermutlich zu weit hinaus geschwom­men und ist in einen Strudel geraten, der dann schließ fich auch den Tod des Sohnes herbeigeführt hat. Die Leichen der dret Ertrunkenen wurden schon nach fur­jer Beit ans Ufer geschwemmt und geborgen.

Dreißig Pferde gegen einen Güterzug. In der Nähe von unterbach bei Düsseldorf ereignete fich in der Nacht zum Sonnabend auf dem Bahngleis ein eigenartiger Unfall. Dort scheuten bet einer Nachtübung des Düffel­dorfer Wlanenregiments 30 Pferde der 5. Schwadron, die von einigen Ulanen am Bügel gehalten wurden. Ste rissen sich los und galoppterten auf dem Bahnglets etnem Güterzug entgegen. Ein Pferd rannte sich an der Lokomotive den Schädel ein, 22 andere wurden schwer verletzt, sodaß sie getötet werden mußten.

Familiendramen. In Nieferwitz bet Allen­ftetn erschoß der Arbeiter Krutti seine Frau auf der Straße. Ein zweiter Schuß auf seine Tochter ging fehl. Dann schoß sich Kruzki selbst eine Kugel in den Kopf, dte thn lebensgefährlich verlegte. Ein furchtbares Fa­miltendrama ereignete sich in Chemnitz in der Familie des Schlossers und Chauffeurs Bleiel. Die 26jährige Frau des Bletel begab sich in einem Anfall von Geistes­ftörung mit ihrem Kinde nach dem Hausboden und be­fahl thm, fich hinzulegen und die Augen zu schließen, worauf sie mit einem Belle den Hals des Kindes durch­hieb. Laut schretend bezichtigte sie sich dann selbst der Tat. In Plauen t. Vogtl. überfiel der Zimmermann Sager nachts seine Ehefrau und brachte thr mit einem Rasiermesser eine tiefe Wunde bet, so daß die Einge­weide bloßlagen. Dann versetzte er feiner 9jährigen Tochter einen tiefen Schnitt am Kopfe und ergriff die Flucht. Auf einem benachbarten Grundstücke schnitt er fich dann die Keble durch. Er hat die Tat in einem An­fall von Geistesstörung verübt.

Der falsche Graf Passy. In einem Cafee in der Berliner Friedrichstraße hatte vorgestern ein Gast in einem dort ſizenden Herrn den aus dem Heilbronner Untersuchungsgefängnis ausgebrochenen Hochstapler Schtemangt zu erkennen geglaubt. Als der vermutete Graf das Lokal verließ, folgte ihm der Beobachter und machte einen Schußmann auf ihn aufmerksam. Dieser verhaftete den Vielgesuchten. Auf der Polizetwache war man von der Aehnlichkeit des Sistierten mit dem Aus­gebrochenen überrascht. Man schenkte seiner Versiche­rung, daß er etn harmloser Netsender aus der Pro­vinz set, feinen Glauben. Erst durch die Arbeit des Erkennungsdienstes der Kriminalpolizei wurde gestern morgen festgestellt, daß von einer Identität des Ver­hafteten mit Bassy teine Rede sein könne. Der Ver­bächtige wurde entlassen.

Die gefährliche Pickelhaube. Aus Reims wird ge­meldet, daß ein der Militärfliegerschule von Betheny zugeteilter spanischer Offizier, welcher die in seinem Re­giment übliche Bickelhaube trug, mit einem französischen Offizter durch die Straßen promenterte. Der Spanter wurde trrtümlich für einen Deutschen gehalten und hatte bald eine laut fohlende Menge hinter sich. Auf Zure­den der Sicherheitsorgane begaben sich die beiden Offt­zlere in eine nahegelegene Kaserne, wo der Spanier Zt= vilkleidung anlegte.

Eine Schlacht mit Zigeunern. Zu einer regelrech­ten Schlacht zwischen etner 8tgeunerbande und Bewoh­nern des portugiesischen Ortes Sao Bartholomäu ist es dort in den gestrigen Abendstunden gekommen. Seit einiger Bett hatte sich eine 3igeunerbande, die aus 250 Männern, Frauen und Kindern besteht, in der Nähe der Stadt niedergelassen und dort zahlreiche Einbrüche vertibt. Die Bewohner waren darüber so erregt, daß fie sich entschloffen, die Bigeuner aus ihrem Orte zu pertreiben. Ste umzingelten das Zigeunerlager und ga= ben mehrere Revolverschüsse auf dasselbe ab. Sofort griffen auch die Zigeuner zu den Waffen, so daß sich eine regelrechte Schlacht entspann. 30 3igeuner wurden schwer verletzt. Die anderen wurden von dem zur Her­stellung der Ordnung herbeigeetlten Militär verhaftet.

Carnegies Großmut. Ein Ungar mit Namen An­dreas Toth, der 20 Jahre unschuldig in einem amerika­nischen Zuchthaus verbringen mußte, wurde vor kurzem wieder freigelassen, weil es sich herausstellte, daß die Mordtat, wegen der er seinerzeit verurteilt worden war, von einem anderen verübt worden war. Toth war bis zu seiner Verhaftung in Carnegies Stahlwerken be= schäftigt gewesen. Als Carnegie, der Millionär und Philantrop nun hörte, daß er unschuldig ins Zuchthaus gekommen war, setzte er ihm eine lebenslängliche Ben­fion aus, da in den Vereinigten Staaten unschuldig Verurteilte keine Entschädigung erhalten.

Das Sterben der Maulwürfe. Eine sonderbare Be­gleiterscheinung zeitigt der dürre Sommer. Die Maul­würfe fommen aus der Unterwelt" herauf und laufen auf der Erde herum, als wenn sie von einem Fieber er­griffen wären. Besonders in der Dämmerung von 7 ühr ab sieht man sie in Mengen durch Wiesen und Aecker

" Frau Gräfin haben bereits nach der Komtesse ge= fragt," sagte das junge Mädchen.

Es lag etwas in dem Tone der Stimme, das Beate aufftel. Ste verließ ihren Platz am Fenster und näherte sich dem Tische.

" Was hast Dit nur?" fragte sie. Hast Du geweint?" Die Kleine schüttelte den Kopf und fuhr sich mit der Hand über die Lider.

" Ich geweint? Onein, ich habe nur vorhin in der Dämmerung genäht, und das verdirbt die Augen." Aber Beate Iteß sich nicht beirren.

,, Anna, sag, warum hast Du geweint?" " Ich glaube, Komtesse können mich nicht verstehen," Klang die Antwort. Sie haben es so gut, daß Sie gar nicht wissen, wie unsereinem zumute ist."

,, So, meinst Du, ich hätte es so gut auf der Welt?" fragte Beate von neuem, kannst Du mir für Deine Meinung irgendeinen Grund angeben?" fuhr ste letser fort.

Nun, Komtesse brauchen nur irgendeinen, nur den letfesten Wunsch zu äußern, so ist Seine Erzellenz der Herr Vater stets in der Lage, thn zu erfüllen." Beate lächelte.

Erfüllte Wünsche sind also Deiner Ansicht mach Glück? Nun, ich glaube nicht, daß das Schicksal Dir recht gibt. Doch im Ernst, Annchen, gestehe mir, was Dich drückt. Kummer hast Du? Sorgst Du Dich etwa um Deinen Liebsten?"

Die Kleine wurde dunkelrot.

Ich will Komtesse mit meinen Angelegenheiten nicht belästigen." " Du meinst wohl, ich könnte Dich wieder nicht ver­stehen?"

Nun war es an Anna, zu lächeln.

D, was das betrifft, das verstehen die jungen Mädchen alle, also auch Komtesse."

wühlen, wo sie meist den Landleuten und Jungen zum Opfer fallen. Auf meinem täglichen Gange zur Stadt", so schreibt der Rheinisch- Westfälischen geitung" ein Le­fer, finde ich auf der Chauffee und in den Chausseegrä­ben zahlreiche Leichen von Maulwürfen, die überfahren oder erschlagen worden sind. Ich glaube nicht, daß hier eine Krankheit vorliegt, sondern vermutlich treibt der Hunger die Tiere herauf. Infolge der langen Ditrre find die Würmer und Kerbtiere, von denen die schwar­zen Gesellen leben, eingegangen und sie versuchen nun, über der Erde noch etwas zu erhaschen." Es wäre von Intereffe, zu erfahren, ob dieselbe Beobachtung auch an anderen Stellen gemacht worden ist.

Das Drama in Rendel.

In dem Orte Rendel im oberhessischen Kreise Friedberg hat, wie gemeldet, am Sonnabend morgen der 27jährige Landwirt Wilhelm Gunderloch mit einer Jagdflinte seine Schwiegereltern, den 56 Jahre alten Friedrich Eberhard und dessen 55jährige Frau Marie, bte 37jährige Tochter des Eberhard, Johanna, deren 27 Jahre alte Schwester Elise, mit welcher der Mörder felt fün fahren verheiratet war und seinen Schwager, ben 44jährigen Karl Wiesenbach, erschossen. Seine- bet­den Knaben von 4 und 3 Jahren, die am Ort der Tat waren, ebenso ein Mädchen seines Schwagers Wiesen­bach, verschonte der Mörder. Ueber die furchtbare Tat machte der Bürgermeister von Rendel etnem Vertreter der Frankfurter Kleinen Presse folgende ausführliche Angaben:

Ein verkommener, vom Alkohol verseuchter Mensch war nach planlosem Umberirren in der Welt, auch eine Beitlang von der Staatsanwaltschaft gehest, in sein Heimatsdorf zurückgekehrt und bat dort seine ganze Fa milie in wenigen Minuten getötet. Der Mörder war 27 Jahre alt und früher Landwrit und hat vor etwa fechs Jahren auch seinen Bruder Heinrich im Strett erschossen. Die Tat wurde ihm damals als Notwehr ausgelegt und er ging straffret aus. Da er sehr vermögend war, fonnte er all senten Passionen frönen er trant viel und lebte sehr verschwenderisch. Einige Zeit nach dem Morde an seinem Bruder Hein­rich heiratete er Elise Eberhard. Der Ehe entsprossen zwet Knaben, die erst vier und zwei Jahre alt sind. Die Ehewar nie glücklich; die Frau hatte ihn nur des Gel­des wegen genommen. Er ging feine eigenen Wege, so daß 3 wist und Hader im Hause an der Tages­ordnung waren. Es tam auch oft zu Tätlichkeiten, Gunderloch mißhandelte seine Frau. Vor 1% Jahren verließ er den Ort, weil die Staatsanwaltschaft thn ver­folgte. Bei dieser Flucht nahm er 56 000 Mart mit. Die Familie hörte nichts mehr von ihm, bis er Sonnabend nacht vollkommen unvermutet in einem Automobil wte= der in Rendel eintraf. Als der Schwiegervater des Mörders, der 56 Jahre Landwirt Friedrich Eberhard, in den Stall gehen wollte, gab der Mörder den ersten Schuß auf thn ab. Gunderloch, der ein ausgezeichneter Schüße gewesen sein muß, traf seinen Schwiegervater mitten in die Brust, so daß dieser sofort tot zu= fammenbrach. Der Mörder rannte nun in den Hof und gelangte durch ein schmales Pförtchen ins Haus. Auf Bem Vorplaze traf er seine 55 Jahre alte Schwieger­mutter Marte Eberhard, die ihm entgegenkam. Ste wollte offenbar threm erschossenen Mann zu Hilfe kom­men, da aber ereilte sie auch schon das todbringende Ge schoß. Nach der zwetten Tat rannte Gunderloch durch den Hauseingang und schoß seinen Schwager, den 44jährigen Karl Wiefenbach, der flitchten wollte, mitten auf der Straße tot. Seine Frau, Elise Gunderloch, die 27 Jahre alt war, und die Frau des auf der Straße ge­töteten Wiesenbach hatten sich im Zimmer eingeschlossen, aber auch ste sollten dem Mörder nicht entgegen. Durch ein Fenster schoß Gunderloch die Frau des Wiesenbach von der Straße aus tot, und jetzt fahdete der Mörder nach dem fünften Opfer, seiner eigenen Frau. An der Leiche der Schwiegermutter vorbet stürmte er in den ersten Stock, sprengte die Tür auf und schoß auf seine Frau, die auch sofort tot war. Seine beiden Kin­der und ein ein Vierteljahr altes Töchterchen seines Schwagers Iteß er ruhig im benachbarten Bimmer wet­ter schlafen und entfernte sich gelassen aus dem Hause. Durch die Schüsse geweckt, eilten Nachbarn herbet, um den Mörder dingfest zu machen. Da dieser aber feder­zeit schußbereit war, wagte es teiner, an ihn heranzu­kommen. Er entfernte sich rasch in der Richtung nach Gronau. Inzwischen war die Staatsanwaltschaft in Gießen benachrichtigt, die alsbald mit zahlreichen Polt= zeibeamten und einem Boltzethunde eintraf und die Verfolgung des Mörders aufnahm. Mitten in einem Felde auf einem Strohhoufen entdeckte der Hund Spuren des Mörders. Da die Gefahr bestand, daß Gunderloch abermals schießen würde, machte sich ein Gendarmeriewachtmeister schußbereit. Plöglich sprang der Hund avon und auf eine im Feld Itegende Masse zu. Es war der Mörder, aber tot. Mit seiner Waffe hatte er sich in den Mund geschossen und den ganzen Kopf auseinandergesprengt. In der Ortslchaft herrscht furcht= bare Erregung über die grausige Tat.

,, Nun, so beichte einmal, wer ist denn Dein Lieb­

fter?"

Annchen konnte nun wirklich nicht anders, als th= ren Kummer zu gestehen. Der österreichische Lakat, der, ehe er in den Dienst Sr. Majestät des Königs trat, hter tm Schlosse gedient, hatte es thr angetan.

Beate lauschte dem Berichte. Ste begriff das Mäd­chen, das von ihrem Liebsten entzückt war, vollkommen. Allein sie begriff nicht, warum diese sich zugleich grämte. Das Königliche Schloß und das des Grafen von Brühl lagen nicht so wett auseinander, daß sich die Liebenden nicht zuweilen sehen konnten. Die Entfernung konnte fie nicht kränken; was war es, das sie drückte? Endlich tam es heraus. Anna war eifersüchtig, sie zweifelte an der Treue des Geltebten...

Er hatte thr zwar die Ehe versprochen, allein etn Bursch' wie er, flott und ehrgeizig, schten er sich von seiner Zukunft ohne die Fessel der Ehe mehr zu ver­sprechen. Er machte nicht miene, sein gegebenes Wort einzulösen, und das war wohl der Kummer des Mäd­chens, wenigstens legte es sich Beate so aus.

Als die Kleine gegangen war, verließ Beate das Bimmer. Der Salon ihrer Mutter war leer, der Be­such mußte sich beretts entfernt haben. Sie fragte den Türhüter und erfuhr, daß Frau Gräfin in Gesellschaft der Frau von Einsiedel das Palais verlassen hatte. Er hatte die Wetsung erhalten, zu bestellen, daß Erellenz das Souper nicht im Hause einnehmen würden. As sich Beate nach threm Vater erkundigte, wurde ihr be­richtet, daß dieser zum Könige befohlen sei und bereits sett Stunden im Schlosse wetle.

Das junge Mädchen blieb in der Halle stehen. Ste befand sich heute in ganz eigentümlicher Stimmung. Ihr erschten das Haus, trotz seiner Unzahl von Lakaten und Dienern, die man auf der Treppe gewahrte, heute felt­sam öde und verlassen. Ganz anders denn sonst. In

Die Abenteuer eines Bankdirektors,

In Treptow bei Berlin ist der 38jährige Bank­direktor" Max Dost wegen zahlreicher Schwindeleten verhaftet worden. Dost, dessen Geschäftstätigkeit sich faft auf das ganze Reich erstreckte, befaßte sich in der Haupt­fache mit der Vermittlung von Hypotheken und Dar lehen, doch fam es ihm nur darauf an, die Provt stonen einzustecken. D., der zu Thun in Böh men gebürtig ist, betrieb ursprünglich eine Seneipe mit Mädchenbedienung. Dann wurde er Darlehnsvermitt Ter. Am 1. Oktober vorigen Jahres machte er in Trep­tom ein Banfgeschäft auf- und ernannte sich selbst zu dessen Direftor". Er verkündete pomphaft, daß sein Unternehmen mit 14 Millionen Grundkapi* tal" arbeite und englische Großbanken vertrete. Er mietete für einen erheblichen Preis drei Räume und stattete fie fehr elegant aus. Ein Laden diente als Kaffenraum; in dem einen der beiden Zimmer, die sich daran anschließen, arbeiteten vier Maschinenschreiberint nen, das andere war das Privatkontor des Herrn Dis reftors, der als nervöser Mann" wenig gestört sein wollte. Diesen Privatraum hatte Dost ganz besonders ausgeschmückt. Hier hingen die Embleme eines Fret maurerordens, dem er angeblich angehörte, die untritg Itchen Zeichen, daß man es mit einem anständigen und redlichen Manne zu tun habe. An Leute, die etwas unternehmen wollten, sandte Dost Offerten seiner Bank, die stets schon vorgeschrieben waren und nur noch aus gefüllt zu werden brauchten. Für die stets erforderliche Besichtigungsreise sowie für ein für die Transaktion notwendiges Gutachten stellte er im allgemeinen fol­genden Spesenanschlag auf, für den er zunächst eine Mart Schreibgebühr berechnete. Dann folgten Reisefpefen 25 M, Tagesdtäten fitr einen halben Tag 75 M, Gutachtengebühren, zusammen 101. Eine Post­anweisung lag zur Bequemlichkeit des Absenders gleich bet. Einige offensichtliche Betrügereten, deren fich der Verhaftete in der Provinz Posen schuldig gemacht hat, haben zu seiner Festnahme geführt.

Automobilkatastrophe in Irland.

Zehn Personen getötet, mehrere schwer verletzt.

Eine folgenschwere Automobilkatastrophe hat sich am Sonntag nachmittag in Irland ereignet. Ein Mo­toromnibus mit 33 Insassen rannte in Consett, wahr­scheinlich infolge Versagens der Steuerung, gegen einen Baum und wurde vollständig zertrümmert. Zehn Per­sonen wurden getötet, mehrere andere schwer verwundet. Eine spätere Meldung bringt folgende Einzelheiten über die Katastrophe:.

Das Automobil war mit 33 Touristen besetzt und fuhr mit der normalen Geschwindigkeit von 15 eng­Itschen Meilen. Plötzlich versagte an einer abschüssigen Stelle die Bremse. Schließlich rannte das Automobil gegen einen Baum. Sämtliche Insassen flogen in wettem Bogen auf die Straße und zehn blieben sofort tot liegen. Die 22 anderen Infaffen waren meist schwer verlegt. Bei einigen ist teine Hoffnung auf Erhaltung des Lebens vorhanden. Der Führer des Automobils fam mit leichten Verlegungen davon. Der Chauffeur forderte die Passagiere auf, abzuspringen, aber nur der Kontrolleur folgte dieser Mahnung und blieb unverletzt. Die Passagtere hielten sich in ihrer Angst an den Sitzen feft. Der Wagen stürzte in eine tiefliegende Baum­schule und begrub die Passagiere unter sich.

Drabtnachrichten und neuestes.

Das Kaiserpaar in Stettin.

Stettin, 28. August. Das Kaiserpaar mit der Prinzessin Vittoria Luise traf heute vormittag um 10,30 Uhr im Sonderzuge hier ein. Auf dem Bahnhofe hat­ten sich u. a. eingefunden der Kronprinz, die übrigen faiserlichen Prinzen sowie die Spitzen der Militär- und Zivilbehörden. Nach der Begrüßung erfolgte der feier­liche Einzug in die Stadt.

Wo hält sich Richter auf?

Saloniti, 28. August. Der türfifche Geschäfts­träger von Glassona hat heute telegraphisch hierher ge­meldet, Ingenteur Richter habe die Reise über Serfid­sche nach Saloniti angetreten, wo er voraussichtlich Montag abend eintreffen wird.

Tollwutepidemie in Russisch- Polen.

Warschau, 28. August. Im russisch- polnischen Industriegebiet herrscht die Tollwut in bedenklichem Umfange. Während vorgestern bei Sielce allein 52 von einem tollen Hunde gebissene Personen nach Warschau geschafft wurden, hat man gestern 50 Personen aus Sosnowice dorthin überführt. In Salefowice wurde ein Mädchen von einem tollen Hunde gebissen. Nach einigen Tagen stellte sich bei ihm Tollwut ein und es starb unter furchtbaren Schmerzen. Während der Krankheit biß das Mädchen die Mutter und einige an= dere Personen.

den Räumen des Erdgeschosses, wo die Wirtschafts- und Domestikenstuben lagen, herrschte freilich Leben genug; doch wunderbar, sie fand das alles so unheimlich, so getsterhaft, fast, als gehöre sie nicht hierher..

Ste strich sich mit der feinen Hand leise über die weiße Stirn. Es war törtcht; derartigen Stimmungen durfte sie sich nicht hingeben; fort mit allen Träumen und Hirngespinsten!

Langsam erstieg sie die brette Treppe. Wieder überkam sie jenes seltsame Gefühl der Unsicherheit, es war, als schwankte es unter ihren Füßen, als set nir­gends fester Boden zu finden. Mechanisch ging sie wet­ter, hinüber in die Gesellschaftsräume, die, da man sie nicht benutte, heute nur schwach erhellt waren. Nur die Appartements, die speziell zum Gebrauche ihrer Mut­ter bestimmt waren, glänzten im Schimmer unzähliger Wachskerzen.

Das eine Bimmer war der Empfangsraum der Gräfin, das andere der gelbe oder kleine Musiksalon, so genannt zum Unterschtede von dem großen Konzert­saale. Das gräfliche Haus war sehr musikllebend und musitverständig, die Gräfin selbst eine Meisterin auf der Laute, während ihre Töchter das moderne Klavier bevorzugten.

Als die junge Komtesse in den prachtvollen Salon und an das offene Klavier trat, auf dessen Notenhalter ein Bachsches Stück lag, fühlte sie sich so unwiderstehlich davon angezogen, daß sie sich auf den kleinen Seffel fal­Ien Iteß und in die Tasten griff.

Die Musik übte den wohltätigsten Einfluß auf ste aus, sie wurde ruhiger, die Spannung in thren Zügen wich. Wie Sonnenschein huschte es darüber.

Fortsetzung folgt.)