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Grootfontein auf verschiedenen Farmen die Wasser­leitungen zugefroren waren.

Ein erschütterndes Kindeswort bekam, so schreibt man der Münchener Lese", mein Freund, der Oberst Z., zu hören; ein Wort, das ihm das ganze Leben ver­bittert hat. Der Oberst war nach G. versezt worden und hatte dort eine Wohnung persönlich aufgenommen. Sein fünfjähriger Bub eilte die Treppe hinauf, fliegt durch alle Zimmer und findet in einem großen Saale ein Fenster, das bis zum Boden reicht. Jubelnd will er auf den vermuteten Balfon treten und stürzt auf die Straße hinab. Als das Kind knapp vor dem Verschet­den zum Bewußtsein tam und den Vater über sich ge= beugt sah, flüsterte es ihm zu: Papa, warum hast Du auf mich nicht besser acht gegeben?"

Die Raffenkämpfe in Georgia. Im nordamerikani­schen Staate Georgia hat sich der Haß der Weißen gegen die Negerbevölkerung in der letzten Zeit zum blinden Fanatismus gesteigert. Unter den Negern herrscht da­rüber große Aufregung und Furcht, da die Weißen, wie bereits gemeldet die Ermordung des Marschalls New­berry aus Jakin durch einen Negerprediger zu rächen fich verschworen haben. Bandenweise durchziehen die aufgeregten Farmer das Land und knallen die Neger nteder, wo und wie sie sie antreffen. Auf Kirchen und Schulen der Schwarzen wird der rote Hahn gesetzt. Seit Mittwoch abend sind sechs Neger getötet worden. Fitnf Logierhäuser, sechs Kirchen und vier Schulen sind in Flammen aufgegangen. Hunderte von Farbigen wur­den blutig gepeitscht. Die Neger fliehen in hellen Hau­fen. In ihrem wütenden Ausrottungswahn wollen die Weißen den ganzen Bezirk von der verhaßten schwarzen Rasse dermaßen säubern, daß nach Ablauf einer Woche in der ganzen Gegend kein Neger mehr anzutreffen sein soll.

Teuerungsstreik franzöfifcher Hausfrauen. In Maubeuge streifen die Hausfrauen wegen der Teue­rung der wichtigsten Lebensmittel, Butter, Milch und Eier. Die Händler mußten durch Boltzet und Truppen vor der Gewalttätigkeit der erbitterten Weiblichkeiten geschützt werden. Die Vorsitzende des Streiffomitees wurde verhaftet, aber wieder freigelaffen, worauf einige Händler sich zu einer Preisverminderung verstanden. Den Manifestanttunen huldigte der Ort mit Blumen­sträußen. In Rousies fielen Hausfrauen über einen Landmann her, der Eier und Milch führte. und zogen thn ganz aus. Er mußte im bloßen Hemd flüchten. In Douzies wurden Körbe voll Eter umgeleert und ble Butter gewaltsam den Händlern weggenommen.

Unterschlagungen von 400 000 Mart. Der fürzlich verstorbene Senator und Rechtsanwalt hlefeld in Gre­vesmühlen hat sich, wie gemeldet, Unterschlagungen in großem Umfange zuschulden kommen lassen. Von Tag zu Tag häufen sich, wie fett berichtet wird, die Nach­fragen von Leuten, die ihr Geld durch seine Vermitt= lung sicher untergebracht glaubten. Ihlefeld hat unter anderem Hypothefenſcheine eingelöst und sie nachher den Banken verpfändet, anstatt sie umschreiben zu lassen. Der Betrag der von ihm unterschlagenen Summen so­wie der für empfangene Warenlieferungen usw. nicht bezahlten Gelder soll sich auf 400 000 Mart belaufen. Manche kleine Rentner sind in Mitleidenschaft gezogen. So verliert z. B. eine Witwe thr ganzes Kapital. In Grevesmühlen und Umgegend ist die Aufregung groß, da Ihlefeld im öffentlichen und Vereinsleben an lei­tenden Stellen sehr hervortrat und in der Oeffentlich­feit für einen Mann in ansehnlicher Stellung gehalten wurde. Eine Gläubigerversammlung findet bereits am 23. d. M. ftatt.

Um die Welt in 40 Tagen. Der Plan des Pariser Journalisten Jaeger- Schmidt, der es unternommen hat, einen neuen Rekord der Reiseschnelligkeit aufzustellen und den Erdball in 40 Tagen zu umfreifen, scheint zu gelingen. Jaeger- Schmidt, der am 17. Jult von Ba­rts abreiste und am 26. August wieder eintreffen soll, ist am Freitag abend in Neuvork angekommen und bereits am Sonnabend frith nach Europa weitergefah­ren. Der hastige Retsende war am 12. August, von Yokohama kommend, in Vancouver eingetroffen und er­reichte Montreal am letzten Donnerstag. Er beabsich tigte ursprünglich, von dort mit einem Dampfer nach Liverpool zu fahren, aber die Streifgefahr auf den eng­lischen Eisenbahnen veranlaßte thn zu einer plötzlichen Aenderung der Route; er fuhr nach Neuyork und schiffte sich dort etn. Auf diese Weise wird er voraussichtlich Freitag abend in Cherbourg landen können. Auf der Fahrt über den Indischen Ozean brachte er den Kapitän des Dampfers Kaiserin von Japan" dazu, die Fahrt zu beschleunigen, und in der Tat traf das Schiff auch 14 Stunden früher in Voncouver ein. Aber die Hast war fruchtlos, denn Jaeger- Schmidt kam doch 4 Stun den zu spät, um den schnellen Transkontinental- Expreß zu erreichen, und mußte einen viel langsameren Zug nehmen. Trotzdem sind seine Chancen, in Paris wirk­lich noch am 26. einzutreffen, recht ginstig.

Die Verkehrsnot in England. Außergewöhnliche Szenen konnten am Sonnabend in und um Preston be­obachtet werden, wo Tausende von Ausflüglern, Män­ner, Frauen und Kinder, infolge des Strettes gestran­

König August und Königin Maria Josepha waren mit dem Empfange, der ihnen im Brühlschen Palais zuteil wurde, wohl zufrieden. Man saß im Speisesaale, freute sich an den munteren Weisen der sanft und ge­dämpft klingenden Musik und ließ es sich an der reich­besetzten Tafel wohl sein. Man reichte die erlesensten Speisen, man schenkte die köstlichsten Weine in die Kri­stallschalen. Bei jedem Gerichte wurden die Teller ge= wechselt, und sowie diese geleert, wurden sie von den Händen der Lakaten aufgenommen, weitergegeben, um dann durch die Fenster auf die Straße geschleudert zu werden. Man hörte, wie das kostbare Geschirr auf das Straßenpflaster aufschlug.

Der König schüttelte den Kopf über diese Verschwen­dung, dann meinte er: Lieber Brühl, Ste müssen sehr reich sein, um sich dergleichen leisten zu können."

Brühl vernetgte sich. Ich bin nur Ihr erster Die­ner, Majestät, und ein loyaler Mann. Ich will nicht, daß die Teller, davon mein König und meine Königin gespetst haben, je wieder von gewöhnlichen Sterblichen in Gebrauch genommen werden. Das widerstrebt met­nem Gefühl und Majestät wissen, man kann nicht wider feine Gefühle."

Die Herrschaften konnten nicht anders, denn dem loyalen Brühl Itebenswürdig zuzulächeln, und dieser fühlte sich, wie er sagte, durch dieses Lächeln für alle Mühe und für alle Kosten belohnt. Er brachte ein Hoch auf setne Gäste aus, und in dieses Hoch ftelen schmetternde Fanfaren etn.

Auf den Straßen aber stand eine gaffende Menge, Bettler in Lumpen, armseltges Volt, und schaute sehn­süchtigen Auges hinauf nach den Fenstern des Palais, fog die Bratengerüche ein, die aus den Küchen drangen, und horchte auf die Musik. Doch sowie ein Teller auf bte Straße geworfen wurde, entstand eine Bewegung. Hunderte von Händen streckten sich begehrend aus, um bas kostbare Stick, bevor es nußlos auf den Steinen

det waren. Die Leute tamen aus ihren verschiedensten Ausflugspläßen, wo fie die Sommerferien verbrachten und wollten nach ihrem Heim in Ost- Lancashire zuritd. Es gab jedoch keine Eisenbahnverbindung. Die meisten gehörten den Arbeiterklassen an, deren Geldbörsen in­folge der Ferienreise geleert waren, und sie mußten den Rückweg ungefähr 30 bis 50 Kilometer zu Fuß an­treten. Tausende von diesen fielen erschöpft auf dem Wege um und lagerten sich auf dem Felde. 3000 Leute wurden in Preston bewirtet und Telegramme nach den verschiedensten Ortschaften gesandt, die wiederum Wa­gen und andere Fahrgelegenheiten nach Preston schick­fen. Eine Frau schob ihren Kinderwagen 40 Kilometer weit.

Die Schulden des Hauses Braganza. Die Höhe der vom portugiesischen Königshause fontrahierten Schul­den ist von der parlamentarischen Kommission mit 22 Millionen Mart festgestellt worden. Zur Deckung dieser Schuldenlast werden jedenfalls die Güter der Familie Braganza beschlagnahmt werden. Es ist ferner festge= stellt worden, daß seit 1898 von der föniglichen Famille über 155 Millionen Mark zu nicht festzustellenden Zwecken verausgabt wurden.

Ein origineller Verein für Zeppelinfahrten hat sich Stuttgart gebildet. Der Verein hat den Zweck, die Zep­pelinluftschiffahrt in Deutschland praktisch insofern zu fördern, als der Gesamtbetrag der Mitgliederbeiträge nach Abzug der Verwaltungskosten zum Ankauf von Fahrscheinen für Zeppelinluftschiffe verwendet wird. Diese Fahrscheine werden dann unter den Mitgliedern verlost, so daß für den Beitrag von sechs Mark im Jahr jedermann Chancen hat, einmal im Jahr in einem Luftschiff zu fahren.

Carusos Reklame- Erkrankung. Das Geheimnis von Carusos problematischer Erkrankung der Stimm= bänder ist endlich enthüllt, und das Schreckgespenst et­nes Caruso, der nte mehr die Bühne betreten könnte, vernichtet. Die gefühlvollen Herzen, die schon bereit­standen, das tragische Los des brühmten Tenors zu be­weinen, dürfen ihre Tränen zurückhalten, Caruso selbst hat in Rom einem amerikanischen Korrespondenten den Schleier des Geheimnisses enthüllt. Auf Grund der Aufklärungen Carusos, der den aufregenden Folgen der Krankheitsgerüchte mide geworden ist, darf der Besu­cher mit Ermächtigung des Sängers erklären, daß alle Gerüchte über ein Stimmleiden Carusos unbegründet sind und auch stets unbegründet waren. Die alarmie= renden Nachrichten über seine Stimme sind einzig und allein zu Reklamezwecken von dem Preßagenten des Sängers fabriziert worden, der seinerzeit Caruso dazu überredete, sich dieses Tricks zu bedienen.

Mit einem neuartigen Kommißbrot sollen während der Herbstmanöver bet verschiedenen Truppenteilen Versuche angestellt werden. Das Neuartige daran be­steht nicht in einer neuen Zusammenseßung des Meh­les, wie seinerzeit bei den sogenannten Caprivi- Broten, oder in einer besonderen Backart, das Mehl zu dem neuen Kommißbrot wird vielmehr, wie der Berliner Bär" mitteilt, nach einem neuen Verfahren gemahlen. Dieses Mahlen hat eine erhöhte Ausscheidung von Klete zur Folge, wodurch eine größere Ergiebigkeit des Mehles und eine gesteigerte Nahrhaftigkeit und Schmackhaftigkeit des aus ihm hergestellten Brotes er­ztelt werden soll. Der Mindergehalt an Klete soll auch zur Folge haben, daß sich das Brot länger frisch hält, aber trotzdem einen geringeren Prozentsatz an Wasser besitzt. Diefer Umstand wäre für die Verwendung des Brotes im Feldzuge von größter Bedeutung, da es dort oft schwer hält, den Truppen frisches Brot zuzuführen. In einigen Garnisonbäckereien wird dieses Brot bereits sett einiger Bett Hergestellt.

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Schutz gegen Erkältung

bet plötzlichem Witterungswechsel.

Nachdem die Statistik getreulich registriert hat, wte vtele Personen durch die Hize frant und elend gewor­den sind, wird sich ihr wahrscheinlich in der nächsten Beit ein reiches Arbeitsfeld dadurch bieten, daß sie zählen kann, wievielen Menschen der plößliche Witte­rungsumschlag Schaden an der Gefundheit gebracht hat. Man muß sich gegen solche Wetterstütrze schützen, will man nicht wirklich Erkältungen und Krankheiten davon­tragen. Die unerhörte Size in den letzten vier Wochen hat die Menschheit verlettet, so leicht wie nur irgend denkbar gekleidet zu gehen. Männer und Frauen war­fen alle lästigen und beengenden Hüllen fort, es wurde faft ein Sport damit betrieben, so wenig wie möglich anzuhaben. Für den Körper ist das natürlich der Ideal­zustand. Wir sind aber nicht abgehärtet genug, um die­fen Jdealzustand auch dann zu ertragen, wenn die Temperatur sinft.

Die meisten Erkältungen kommen des Nachts, und zwar in einer fühlen Nacht, die einem allzu heißen Tage folgt. Man darf niemals in einem Raume schla= fen, in dem Gegenwind herrscht. Es genügt, wenn in einem Zimmer nachts die Fenster geöffnet sind, die Tit­ren mögen ruhig geschlossen bleiben. Selbst wenn in

zersprang, in Empfang zu nehmen. Der Glückliche, dem dies Kunststück gelungen, und der den Teller ver­kaufen würde, hätte Monate lang ohne Sorgen leben können. Und manch einer, der hier stand, hatte sett Monaten keinen Bissen Fleisch mehr gekostet.

Aber es blieb vergebliches Bemühen, das Porzellan zu erhaschen; Teller auf Teller wurden auf die Straße geschleudert, die teuren Scherben auf den Pflastersteinen mehrten sich...

Die Majestäten saßen an einem besonderen Tische, der auf einem erhöhten Podium stand. So überblickten sie den Festsaal, in dem die Gesandten, die Minister und ein paar Kammerherren saßen.

Der österreichische Gesandte erhob sein Glas, um dem preußischen Kollegen, einem noch jüngeren Manne, dem Freiherrn von Malzahn, im perlenden Champag­ner zuzutrinken. Auf gute Nachbarschaft," meinte er.

Malzahn verbeugte sich höflichst: Stets der Ihre." Und dann trank der Oesterreicher dem französischen Gesandten zu, und Malzahn sah, wie die beiden sich verständnisinnig anblickten und sich zulächelten. Es lebe die Freundschaft!" ſite Malzahn biß sich leicht auf die Lippen, er wußte Bescheid. Man hatte sich von seiten Frankreichs und Desterreichs erstaunliche Mühe gegeben, das zwischen beiden Staaten geschlossene Bündnis, das im Luft­schlosse der Marquise Pompadour am 1. Mat 1756 un­Allein eine terzeichnet worden war, geheimzuhalten. gewisse Kenntnis war doch davon in die Kabinette Hell­höriger Diplomaten gedrungen.

Es galt nun, Näheres, Genaueres von diesem Ab­kommen zu erfahren.

Malzahns feine Nase hatte bisher nach allen Rich­tungen umsonst gespürt.

Die Sache war und blieb ein Geheimnis, ein Ge­heimnis, das allerdings in der Luft schwebte; aber wie

der Nacht ein Temperaturstura eintritt, wird es dem Menschen schon deshalb nichts schaden, weil in dem Zimmer noch die Glut des Tages Itegt und durch das Fenster nur frische Luft, nicht aber gleich die ganze Kälte eindringt. Da es anzunehmen ist, daß die augen blickliche fühle Witterung nur furze Zeit anhalten wird, so set dieses zur Vorbeugung für den nächsten Tem peratursturz gesagt. Die Kleidung wird selbstverständ­lich sofort der Witterung angepaßt werden missen. Je doch darf man in dieser Beziehung auch nicht zu weit gehen, sich nicht zu warm anziehen, damit man durch eine zu große Transpiration nicht in Gefahr kommt, sich von neuem zu erfälten.

Die falten Duschen, die dem Körper soviel Frische und Erholung brachten, möge man möglichst, wennt man sich einmal daran gewöhnt hat, beibehalten. Nach der Dusche erfolge eine ordentliche Frottierung des Kör­pers bis man ganz warm geworden ist. Auch die Nah rungsaufnahme muß der fühlen Jahreszeit entspre chend eine andere sein, dem Körper Nährstoffe zufüh= ren die ihm Wärme verleiben. Das Uebermaß an fal­tem Wasser, das wir in der letzten Zeit alle zu uns ge= nommen haben, soll möglichst ausgeglichen werden durch warmen Tee und warme Getränke, vom Alkohol dagegen ist möglichst abzuraten. Das Gute, das die Wärmeperiode mit sich gebracht hat, die vielen falten Abwaschungen, die gesteigerte Reinlichkeit, das sollten wir entschieden beibehalten. Sehr viele Menschen berich­teten, daß sie sich troß der großen Hitze sehr wohl ge­fühlt hätten, und dies einfach aus dem Grunde, well sie ihren Körper so sehr gepflegt haben. Vermehrte Pflege ist ebenso gut eine Vorbeugungsmittel gegen Er­fältungen, wie große Vorsicht. Der jähe Uebergang ist durchaus geeignet, den Körper abzuhärten.

Sat man sich vielleicht eine fleine Erkältung zuge­zogen, so darf man durchaus nicht ängstlich bemüht sein, durch warme Decken und übermäßige Vorsicht die Er­fältung niederzubannen. Im Gegenteil, es kann jetzt so recht das Abhärtungsprinzip einsetzen, indem man sich bei einem kleinen Schnupfen nicht abschrecken läßt, feine Luftbäder und falten Waschungen fortzusetzen. Mau wird die Genugtuung haben, im Winter wieder­um vor veränderten Wetterverhältnissen oder plötzlich auftretenden Regen, Schnee usw. sehr wenig zu leiden zu haben.

Ingenieur Richter aufgefunden.

Vier Monate in Gefangenschaft.

Die gestern aus Konstantinopel verbreitete Met­dung, daß das deutsche Konsulat sich in direkter Füh lung mit den Entführern Richters befindet und daß dessen Befreiung unmittelbar bevorstehe, hat sich be­wahrheitet. Ingenieur Richter ist wohlbehalten auf­gefunden worden. Er hat vier Monate in der Ge­fangenschaft türkischer Räuber verbracht. Ein Tele­gramm meldet uns über die glückliche Rettung Richters: Saloniki, 23. August. Der entführte Ingenieur Richter aus Jena ist wohlbehalten aufgefunden worden Er wird über Cosan nach Saloniki gebracht werden.

Drahtnachrichten und neuestes.

Die neue portugiesische Verfassung proklamiert. Lissabon, 23. August. Die Nationalversamm lung genehmigte heute endgültig den Wortlaut der Ver­fassung. Die neue Verfassung wurde sodann unter gro­Bem Betfall proflamiert.

Die Cholera in Konstantinopel. Konstantinopel, 23. August. An der Cholera sind gestern 55 Personen erkrankt und 28 gestorben. Beilegung des Straßenbahnerausstandes in Saar­brücken.

Saarbrücken, 23. August. Die Straßenbahner haben in einer gestern abend abgehaltenen Versamm­lung beschlossen, heute die Arbeit wieder aufzunehmen. Es ist ihnen eine elfstündige Arbeitszeit und eine Lohn­erhöhung bewilligt worden.

Für die Vervollkommnung des Aeroplans als Kriegsmittel.

Paris, 23. August. Die Großindustriellen Gebr. Michelin haben Preise von 150 000 Francs für die­jenigen Flieger ausgesetzt, die aus einer Höhe von 200 Metern die besten Ergebnisse im Schleudern von Ge­schossen erzielen.

Ein fünfjähriger Mörder.

Bukarest, 23. August. Auf dem vorgestrigen Abendkorso in Galab wurde der 14jährige Mittelschit­ler Jonescu von dem 5jährigen Mutanu gestellt, weil er, Jonescu, die Schwester des Kleinen nicht anständig gegrüßt hätte. Jonescu wies den 5jährigen Knirps ab. Darauf zog diefer ein Messer und versette dem Jonescu drei Stiche in den Leib und fünf in die Herzgegend. Er brach sofort tot zusammen.

das fassen, das verborgen in den Geheimfächern und Schränken fürstlicher Archive lag? Dreimal glücklich der, der in diese Atten Einblick gewinnen konnte...

Der König hörte den Trinkspruch der Gesandten. Es sah aus, als wolle er sein Glas erheben, allein seine Manschette aus Valenztennesspizen, die aus dem Aer­mel seines braunen Samtrockes fiel, war ihm im Wege.

Das Glas stürzte um, und das rote Rebenblut, das die heiße Sommersonne auf dem Schieferboden von Burgund gekocht hatte, ergoß sich über den weißen Da­mast des Tisches.

Der den König bedienende Leibpage bekam einen Ietchten Schreck. Was sollte er tun? Das war ein Fall, der in dem Hofdienstreglement eines Königlichen Pagen, das er am Schnürchen auswendig wußte, doch nicht vor­gesehen war. Und der Häßliche Fleck wurde größer und größer, er verdarb den ganzen Anblick der Tafel.

In dem Augenblick aber wurde der Page beiseite gedrängt. Mit einer wunderbaren Geschicklichkeit wur­den Gläser und Teller von dem verdorbenen Gedeckt ge= hoben und geschoben und der Fleck mit einer Serviette Das geschah alles so schnell, so selbstverständlich, so ruhig, daß der Schaden geheilt war, ehe die Tischgesell­schaft ihn noch bemerkt hatte.

Einen Augenblick schaute sich die Majestät um. Ste sah einen jungen, intelligent blickenden Menschen, in den Brühlschen Farben gefletdet, der bescheiden zurück­trat und dem Edelknaben den Plaz, von dem dieser ver­drängt worden war, zurückgab.

König August flüsterte dem Bagen zu: Frag er nach dem Namen dieses Menschen. Ich will thn wis­sen." Dann war der Vorgang vergessen.

( Fortsetzung folat.)