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Deutscher Reichstag.

Er.

mer hervor, als in den Rheinlanden, in deren Herzen die mächtige Industrie Deutschlands ansässig sei. Der neue stattliche Brückenbau spiegele ebenfalls die Bedürf= nisse und das Können der Zeit wieder. Schließlich sprach der Minister dem Kaiser den Dank aus für die Anregung, der der Bau die monumentale Ausgestaltung, den Namen und als herrlichsten Schmuck das Standbild des geliebten Kaisers verdanke. Der Minister schloß mit einem Hoch auf den Kaiser.

Gleichzeitig fiel unter Kanonensalut die Hülle des Denkmals. Die Majestäten besichtigten es und der Kaiser legte einen Kranz nieder. Dann setzten sich die kaiser­lichen Automobile über die Rheinbrücke nach Deutz in Be­wegung. Den Majestäten wurden herzliche Ovationen dar­gebracht. Abends fand im Gürzenich ein Fest mah I statt. Nach einer Begrüßungsansprache des Oberbürgermeisters Wallraf antwortete der Kaiser mit einer Rede,

Die Reichsversicherungsordnung ist am Montag in zweiter Lesung nach fünfzehntägiger Beratung erledigt worden. Es verblieb nur noch ein Teil des sechsten und letz­ten Buches, das vom Verfahren" handelt. Erwähnens­werte Debatten ergaben sich nicht mehr. Es wurden nur noch kurze Reden gehalten, in denen man sich auch auf so­zialdemokratischer Seite Beschränkung auferlegte. Einige Kompromißanträge, die kleine sachliche Verbesserungen, tell­weise nur redaktionelle Aenderungen enthielten, fanden ohne Zeitverlust Annahme, die sozialdemokratischen Anträge wurden abgelehnt. Es stand nur noch eine namentliche Ab­stimmung aus über Paragraph 1341, der das Beanstan= dungsrecht der Aufsichtsbehörde bei übermäßigen Aufwen­dungen für Heilverfahren( Bäder, Genesungsheime, Luft­furorte, Lungenheilanstalten usw.) vorsieht. Sie wurde im Laufe des Tages vorgenommen und ergab die Annahme des Kommissionsbeschlusses. Nach Erledigung der Reichsver­ficherungsordnung trat das Haus in die erste Lesung des Handelsvertrages mit Schweden ein. Staatssekretär Del: brück erläuterte seinen Wert für das Deutsche Reich. hob hervor, daß die Schwierigkeit für Deutschland dariu lag, daß Schweden auf der Grundlage eines neuen Zollta­rifs mit erheblich erhöhten Sätzen unterhandelte, der am 1. Dezember 1911 in Kraft treten wird. Ziffernmäßig set das Interesse Schwedens am Zustandekommen des Vertra­ges mit Deutschland größer als umgekehrt, aber es spiel­ten andere Handelspolitische Momente mit, das Interesse der Landwirtschaft wie der Industrie, die für gewisse Er­zeugnisse in Schweden ihr natürliches Absatzfeld haben, und vor allem müsse unserer Industrie der ungestörte Fortbezug der schwedischen Eisenerze bleiben, für die Schweden die nötigen Garantien in dem Vertrage geboten habe. So ba­lanzierten ungefähr die gegenseitigen Interessen an dem Vertrage. Der Staatssekretär nannte sodann die Vergünsti­gungen, die die deutsche Regierung erzielt hat und empfahl den Vertrag, der das Ergebnis einer Summe von Kompro­missen darstelle, zur Annahme, indem er Einzelauskünfte für die Kommissionsberatung vorbehielt. Abg. Speck( 3tr.) übte eine sehr abfällige Kritik: alle deutschen Forderungen seten an dem schwedischen Unannehmbar gescheitert. Die Bugeständnisse Schwedens seien praktisch belanglos, da sie fich auf Artikel bezögen, an denen die deutsche Industrie un­interessiert sei. Besonders bedenklich set der Mangel des mehrfach im Reichstag verlangten Zollschutzes für die Pfla­sterstein- und Preißelbeerindustrie. Für die Sozialdemo­fraten sprach, augenscheinlich in schwerkrankem Zustande, müde und matt, der Abg. v. Vollmar, der seit langer Zeit wieder einmal das Wort ergriff. Auch er bezeichnete den Vertrag als schlecht; daran sei namentlich die unglückliche Auswahl der Unterhändler im Gegensatz zu den schwedi­schen schuld. Abg. Rösicke( kons.) sprach gegen die Einfüh­rung kondensierter Milch und forderte Schutz der Fischerei gegen die schwedische Konkurrenz. Abg. Stresemann( natl.) sprach sich im allgemeinen für den Vertrag aus. Abg. Deser ( f. Vp.) nahm den Vertrag an und hielt Kommissionsbera­tung nicht für notwendig. Abg. Werner- Gießen( w. Vg.) verlas seine Rede gegen den Vertrag. Die Vorlage ging an eine Kommission. Der Präsident Graf Schwerin- Löwitz nahm darauf Anlaß, der französischen Regierung wegen des schweren Fliegerunglücks unter dem Beifall aller Abgeord­neten das tiefste Beileid auszusprechen. Am Dienstag steht die elsaßz- lothringische Verfassung auf der Tagesordnung.

Das Kaiserpaar in Cöln.

in der er u. a. sagte: Ein gewaltiges Bauwerk ist es, dessen glückliche Vollendung uns heute hier festlich vereint, dazu bestimmt, dem Riesenverkehr der rheinischen Metropole zu dienen und seiner Entwicklung auf lange Jahre hinaus einen weiteren festen Stützpunkt zu geben. Baumeister, In­genieure, Handwerker und Arbeiter haben ihr bestes da= ran gesetzt, dieses Probestück deutscher Baukunst und Tech­nik in verhältnismäßig furzer Zeit herzustellen. Mit Dank und Anerkennung set ihrer aller gedacht, auch des genialen Meisters der Bildhauerkunst, der die Hohenzollernbrücke mit würdigem Schmuck gekrönt und uns die ritterliche Ge­stalt meines unvergeßlichen Herrn Vaters so trefflich vor Augen gestellt hat. Dent teuren Verewigten weiß ich es besonders Dank, daß er mir schon in der Jugend Gelegen­heit gegeben, den jeden Deutschen ans Herz gewachsenen sagenumwobenen deutschen Strom mit seinen Burgen und Städten kennen zu lernen und einige Jahre unter der kerndeutschen rheinischen Bevölkerung zu leben, deren Et­genart nur verstehen und würdigen kann, wer das Glück gehabt hat, thr näher zu treten. Die schönen Tage und Stunden, die ich als Bonner Student hier im ehrwürdigen Cöln zu ernstem Sudien und heiterem Frohsinn verleben durfte, gehören zu den angenehmsten Erinnerungen meines Lebens. Ich habe mich in Ihren Mauern stets heimisch gefühlt und bin auch der heutigen Einladung mit Freuden gefolgt. Eine besondere Befriedigung hat es mir aber sett Antritt meiner Regierung gewährt, wenn ich gleich meinen Vorgängern an der Krone mein landesväterliches Interesse bestätigen und zur freien Entwicklung und Ausdehnung der Stadt beitragen konnte. Stets hat sich bei der Entwicklung der Stadt neben einer ausgezeichneten Verwaltung die hohe Intelligenz, die kaufmännische Begabung und die zähe Ar­beitsamkeit der Cölner Bürgerschaft bewährt, deren Stolz auf ihre Kraft und ihre Leistung durch die Geschichte der Stadt gerechtfertigt wird. Meine herzlichsten Wünsche wer­den die Stadt auch i nZukunft begleiten.

In Erwartung der Ankunft des Kaisers und der Kal­ferin, die zur Einweihung der Hohenzollernbücke und gleichzeitigen Enthüllung des auf der Brückenrampe aufgestellten Denkmals Kaiser Friedrich III. am Montag in Cöln eintrafen, hatte die Stadt reichen Schmuck angelegt. Die Eisenbahnbrücke war von der Eisenbahnbe­hörde prächtig geschmückt, auch Deutz, das der Kaiser eben= falls berührt, hatte es sich nicht nehmen lassen, es der Mut­terstadt gleichzutun. Auf der Hohenzollernbrücke war vor dem riesigen Brückentor ein Kaiserzelt errichtet worden. Neben ihm hatte eine Anzahl Eisenbahnbeamter Aufstellung genommen. Auf Tribünen war ein enger Kreis geladener Gäste aufgestellt. Bei dem wundervollen Wetter machte der Festplatz mit seinem weiten Blick über den Rhein einen überaus imponierenden Eindruck. Bei herrlichem Wetter trafen der Kaiser und die Kaiserin gegen 5% Uhr nachmit­tags auf dem Cölner Bahnhof ein. Junge weißgekleidete Damen überreichten der Kaiserin und der Prinzessin Blu­mensträuße. Der Kaiser, die Kaiserin und die Prinzessin begaben sich sofort zur nahegelegenen Hohenzollernbrücke zur Eröffnung derselben und der Enthüllung des Denkmals Kaiser Friedrich III. Der Kaiser, welcher unter dem stürmischen Jubel der vielen Tausende am Dom vorbei zur Brücke hinausfuhr, schritt zunächst die Front der Ehren­kompagnie des 53. Infanterieregiments ab und begab sich dann mit der Kaiserin und der Prinzessin vom Eisenbahn­minister v. Breitenbach begrüßt, zum Kaiserzelt. Minister v. Breitenbach

nahm nun das Wort zu einer Ansprache, in der er u. a. ausführte: An feiner Stelle trete die Auflehnung des Ver­kehrs gegen Vorhandenes, aber unzureichendes ungestüt­

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3wei Kirschen an einem Stengel.

Roman von A. von Liliencron. ( Nachdruck verboten.)

Die Rheinfahrt des Kaiserpaares.

Die Betriebseinnahmen der preußisch- heffischen Staats eisenbahnen betrugen im April gegen den gleichen Monat des Vorjahres im Personenverkehr 10.1 Millionen 22.26% und im Güterverkehr 2.5 Millionen= 2.20% insgesamt mit Einschluß der Mehreinnahmen aus sonstigen Quellen 12.9 Millionen 7.77% mehr. Bei der Beur­teilung des Ergebnisses ist zu berücksichtigen, daß der April des laufenden Jahres infolge der Lage des Osterfestes drei Sonn- und Feiertage mehr und drei Werktage weniger hatte als der gleiche Monat des Vorjahres.

An dem Anlegeplatz des Festschiffes Kronprinzessin Cecilie", auf dem das Kaiserpaar abends die Rheinfahrt unternahm, war ein Triumphbogen errichtet, der in elek­trischem Licht erstrahlte. Als auf dem Dampfer die Kaiser­standarte hochging, lösten die im Hafen liegenden Schiffe Böllerschüsse zum Salut; gleichzeitig leuchteten viele Tau sende von roten Glühlampen am Dome auf und rings­Herum glänzten die städtischen und staatlichen Gebäude in bengalischem Feuer. Von der Südbrücke bis zur Stadt­grenze trugen auf beiden Stromufern Tausende von Sol­daten Magnesiumfackeln. Fünfhundert mit ebensolchen Lichtern versehene Turner bildeten Pyramiden. Auf ein Glockenzeichen und Lichtsignale von dem Kaiserschiff ging bet der Rheinau- Halbinsel ein prächtiges Feuerwerk in die Luft und auf dem Bismarckturm flammte eine gewaltige Benzolfackel auf. Nachdem die Kronprinzessin Cecilie" die Linie des etwa 80 Fahrzeuge zählenden Schiffsaufgebots passiert hatte, wandte sie sich stromabwärts. Nun wurde auch noch im Norden der Stadt ein Feuerwerk entzündet, in dessen Umrahmung die Illumination von Mülheim a. Rh. erschien. Nach etwa einstündiger Fahrt legte das Schiff wieder an, während von der Hohenzollernbrücke ein bunter Feuerregen niederging, der den Strom und das Städtebild in ein Meer von Licht tauchte.

Langsam wanderten sie durch den ganzen Betrieb. Die gewaltigen eisernen Kaumaschinen, in deren Riesenmäuler die großen Basaltsteine geworfen wurden, die dann unter lautem Krachen von den starken Kinnbaden zermalmt wur­den, imponierten doch auch der Tante und ihrem Sohne. Sie ließen sich genau zeigen und erklären, wie die zer­fleinerten Steine nun in eiserne Trommeln fielen, die unter fortwährendem Drehen das Material sortierten. Nun ging es hinunter in den Bruch, wo die dröhnen­den Hammerschläge gegen die Eisenpflöcke sausten, die in das Gestein getrieben wurden, um es zu lockern.

Das sieht ja beinahe aus, als ob das aufgemauert wäre," meinte Julius und zeigte auf die Basaltpfeiler, deren eckige Säulen, hart aneinander gedrängt, den Ein­bruck machten, als ob da ein altes Gemäuer stände.

Um 11.05 Uhr erfolgte die Abreise de Kaiserpaares nach Station Wildpark, wo die Ankunft heute vormittag gegen 10 Uhr erfolgte.

Kathi gab zerstreut eine zustimmende Antwort, ihre Augen suchten auf dem Absatze der Wand die bekannte hohe Gestalt, aber sie erblickte sie nirgends, und das er­füllte sie mit Unruhe. Um vier Uhr kam die Glaskutsche, um sie mit den Verwandten zur Bahn zu bringen, und daß fte auf vierzehn Tage nach Friedenau fuhr, mußte sie ihm doch notwendig sagen. Es war ja ihre erste Reise, ihre erste Eisenbahnfahrt, und das erschien ihr als etwas so Hochwichtiges, daß sie der Sache in freudiger Spannung, aber auch mit heimlichem Herzklopfen entgegensah. Jezt, wo ste schon ihre Habseligkeiten in die alte Ledertasche der Mutter zusammengepackt hatte und die Reise nun gleich zur wirklichen Tatsache wurde, die sich für sie in den näch­ten Stunden abspielen sollte, beschäftigte sie alles, was ich darauf bezog, so ausschließlich, daß auch die kleinen etfersüchtigen Regungen, die Rosemarie wachgerufen hatte, von ihr vergessen waren.

Dem Bruchmeister machte es ein besonderes Vergnü­

Rundschau vom Tage.

Politisches.

Die Unterrichtskommission des preußischen Abgeordne tenhauses hat Petitionen von Lehrervereinen der Provinz Posen um Berücksichtigung der Amtszulage der Rektoren und Hauptlehrer in Posen und Westpreußen bei Berech nung der Ostmarkenzulage verworfen. In der Petition wurde geltend gemacht, daß allen anderen Beamten die Ostmarkenzulage vom ganzen Gehalt gezahlt werde, wäh rend die Petenten als Ostmarkenzulage 10 Prozent nur vom Grundgehalt und von den Alterszulagen erhalten, während die Amtszulage außer Berechnung bleibt. Ge­rade die Petenten arbeiteten in fleinen Orten, unter schwierigen Verhältnissen, so daß die Kürzung ungerecht­fertigt sei. Die Kommission beschäftigte sich ferner mit Petitionen um Erhöhung der Pensionen der sogenannten Altpensionäre. Die Kommission überwies sämtliche Pe­tionen der Staatsregierung zur Berücksichtigung.

Eine Herbsttagung des preußischen Landtags ist, wie im Abgeordnetenhause verlautet, von der Regierung in Aussicht genommen. Es ist beabsichtigt, den Landtag Mitte November zusammenzuberufen, um ihm das Wassergesetz mit dem Fischereigesetz zu unterbreiten.

Vorbereitungen zur Reichstagswahl. Der aus dem Landratsprozesse bekannte Gutsbesitzer Becker- Bartmanns­hagen wurde von einer Versammlung der Vertrauens­männer der Fortschrittlichen Volkspartei in Worms als Reichstagskandidat für den Wahlkreis Worms aufgestellt.

Die Ersatztassen in der Privatbeamtenversicherung. Der dem Reichstag soeben zugegangene Entwurf eines Versicherungsgesetzes für Angestellte weist Abweichungen von der Veröffentlichung des Reichsanzeigers" über die Ersatkassen auf. Danach bestimmt der Bundesrat auf An­trag, daß Ersagtassen zugelassen werden. Die Kassen müssen vor Verkündung des neuen Gesetzes errichtet sein und ausschließlich Versicherungspflichtige der Unterneh­mungen, für die sie errichtet sind, aufnehmen. Die Kassen­leistungen müssen den reichsgesehlichen Leistungen minde­stens gleichwertig und in dieser Höhe gewährleistet sein. Die Beiträge der Arbeitgeber müssen den reichsgesehlichen Arbeitgeberbeiträgen ziemlich gleichkommen; besondere Zuwendungen sind dabei anzurechnen. Den Versicherten muß bei der Verwaltung der Kasse und bei der Entschei­dung über die Gewährung von Kassenleistungen den Vor­schriften des Gesetzes entsprechend Mitwirkung eingeräumt sein.

gen, den Herrschaften aus der Stadt alle Einzelheiten der Brucharbeit zu erläutern, und dies benutzte Kathi, um auf ihre eigene Hand Entdeckungsreisen anzustellen. Ihr praktischer Verstand führte sie den richtigen Weg. Dem Hans wird der Eisenpflock stumpf geworden oder die Hacke abgebrochen sein, ich will ihn in der Bruchschmiede suchen, dachte sie und schlüpfte dahin.

Richtig, dort stand er, und sie traf es gut, denn eben hatte er mit dem Schmied an seinem Handwerkszeuge ge­arbeitet. Augenblicklich war für ihn weiter nichts zu tun, und er wartete nur, daß seine Sachen fertig würden.

,, Du, Hans, hüt fahr ich mit de Verwandte nach Frie­denau, das is ganz dicht bi Berlin!" Kathi war von hinten an ihn herangekommen und hatte ihn am Aermel gezupft.

ste ab.

Ernste Erkrankung des Präsidenten Diaz. Wie New­york Herald aus Meriko meldet, ist der Gesundheitszustand des Präsidenten Diaz äußerst ernst. Die Aerzte befürchten eine Blutvergiftung.

" Geh doch, red fein närrisches Zeug," wehrte er Sie aber beharrte, die reine Wahrheit is, und hüt noch futschiere ich ab, von Horka aus mit die Isenbahn." Ihre Augen leuchteten dabei vor Vergnügen.

-

Immer noch zweifelnd sah er sie an. Du­das Mädel vom Dorfe nach de Großstadt? Da kennst Dich ja

nimmer aus!"

Kleine Nachrichten.

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Ein teurer Tropfen. Bet der jüngsten Weinversteige­rung auf dem Schloßgute des Prinzen Friedrich Heinrich von Preußen zu Reinhardshausen bei Erbach wurden für das beste Faß 1904er Erbacher Herrenberg 13310 M gezahlt, d. t. für das Liter 45 M. Das ist der höchste Preis, der fe für Wein Erbacher Crescenz gezahlt wurde.

Ungetreuer städtischer Kassierer. Nach Revision der städtischen Hauptkasse zu Mülheim( Ruhr) wurde der 39­jährige Kassierer Tleve verhaftet. Er soll im Laufe der letzten Jahre 45 000 M unterschlagen haben.

,, Die Tante und der Vetter werden mir's schon bef­bringe, was ich da zu tun und zu lasse hab," schwazte ste, eifrig bemüht, ihn rumzureden", denn es lag ihr daran, daß er ihr beistimmte und sich mit ihr freute.

Die Wellmansche Ballonhülle gefunden? Ein Tele­gramm aus Neuyork meldet nach London, daß der transat­lantische Dampfer Celtic" auf dem Ozean eine Ballon­hülle hat schwimmen sehen. Man nimmt an, daß es sich um die Reste des Ballons von Wellman handelt, der, wie erin­nerlich sein wird. im Oktober v. J. bei einem Versuch, den Ozean zu überqueren, verunglückte.

Doch er blieb nachdenklich, fast verdrossen, wie es ihr scheinen wollte. Ja, beibringe werde sie Dir schon alles mögliche, was Du da tun und lasse sollst," meinte er nach einer fleinen Pause, aber ob's gerad was is, was mir an Dir gefalle tät, das glaub ich nimmer."

Ihre Augen röteten sich. Wenn's andere Leut ge falle tut, warum braucht's denn just Dir zuwider sein?"

Massenaussperung von Textilarbeitern. Wie aus Mün­ster gemeldet wird, sind gestern alle organisierten Arbeiter in sieben Orten des Münsterlandes ausgesperrt worden. Etwa 10 000 Arbeiter und Arbeiterinnen werden davon be­troffen.

Er hörte nicht auf ihren Einwurf, sondern fuhr, seine Gedanken weiter spinnend, fort: Weißt, Kathi, in de

Eine traurige Statistik. Einer soeben veröffentlichten Statistik zufolge sind im verflossenen Jahre in England 119 Personen des Hungertodes gestorben, davon allein 54 in der Grafschaft London.

Ein deutscher Flieger abgestürzt. Der Mater Theile­Bernburg unternahm einen Aufstieg mit einem selbstkon­struierten Flugapparat. In einer Höhe von etwa 10 Me­ter überschlug sich der Apparat. Theile stürzte zur Erde und wurde schwer verletzt.

Eine schwierige Ballonlandung ereignete sich gestern in Platten bei Karlsbad. Die Gondel des Ballons, der dem Dresdener Luftschifferverein gehörte, schleifte auf dem Bo­den. Eine Dame und ein Herr fielen heraus, wobei die Dame leicht verletzt wurde. Der Ballon verfing sich in den Bäumen des Waldes und wurde nur mit Mühe ge­borgen.

Eine Flugkatastrophe, die in ihren Einzelheiten an die Pariser Katastrophe erinnert, hat sich am Sonntag in der russischen Stadt Karst zugetragen. Dort ist ein Aeroplan in die Menschenmenge gefallen, wobei hundert Personen Großstadtrummel paßt Du hinein, wie das Lammel in a Wulfsherd."

Nun aber wurde sie böse. Schau, ganz so dumm wie a Bäschaf ist die Kathi nimmer nit, und so bös und bär­beißig wie die Wulfe seien sie auch nit in Berlin. Ich hab doch die Tag die Großstädter kenne lernt, die seien arg fründlich und manierlich und denkens nit dran, daß sie anen verschlingen wullt."

Hans Ruland richtete sich stramm auf. Kann sin, daß sie nit uf den Fleck zuhapsche, aber' s weiße Fell vom Lamel kann da böse Flecke friege. Wenn Du denn partu hin willst, denn ist das Din Sach, aberst mach, daß Du hem fummst; wie lange willst denn bleibe?"

Vierzehn Tag," lautete ihre Antwort.

Der Bursche fuhr auf. So lange willst Dich amüsiere und Din Mutter allein verdiene lasse, das fümmt mir fu­rios vor und kann mir nimmer nit gefalle."

,, Aber mir gefallt's," plagte Kathi dazwischen ,,, und ich mein, Du gönnst mir's bloß nit, daß ich mal heraus­fumme tu und mir's anschau, wie's wo anders zugeht." Hans Ruland zog die Luft durch die Zähne, das gab einen eigentümlichen pfeifenden Ton. Kathi kannte das, es war ein Zeichen, daß ihn etwas sehr und zwar unan­genehm erregte. Sie pflegte dann meist einzulenken oder ihn durch ein herzliches Wort zu beschwichtigen. Diesmal war sie aber nicht so gesonnen. Er gedachte wohl gar, ihr die ganze Reise verleiden zu können, aber das sollte ihm doch nicht gelingen! Die Hände in beide Rodtaschen gesteckt, erklärte er: Sie habe Dir richtig das Köpfle verdreht mit ihrem Ge­wäsch von de Großstadt. Na, wanns Du denn durchaus fein Ruh gibst, dann tu nach Din Gelüst; aber das sag ich, der Hans Ruland, Di, wanns Du wirklich so lang weg­bleibe tust, dann solls mich nit wundernehme, wenn Du an­ders heimfummst, als Du gegange bist.' s wird dann schon so was hange gebliebe sin von solch 3eug, was nit hierher pakt. drum rat ich Dir, machs kurz mit Din Besuch."( F. f.)

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