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Volkswirtschaftliches.

8ur Berhütung der Maul- und Klanenfenche hat das ReichspostamtAnordnung getroffen. Jeder Postbote, bem das Auftreten von Seuchen in seinem Bestellrevier bekannt wird, hat dem Poftamtsvorsteher Meldung zu erstatten, der sogleich die erforderlichen Maßnahmen trifft. In verseuchten Ortschaften soll den Landbrief­trägern das Betreten der verfeuchten Stallungen, Dung­stäffen usw. unter allen Umständen verboten werden. Auch das Betreten der Grundstücke, auf denen die Seu­che herrscht, ist möglichst zu vermeiden. Die Postsachen find tunlichst am Grundstückseingang oder durch die Fenster des Wohnhauses auszuhändigen, wobei eine Berührung mit dem Stallpersonal zu vermeiden ist. Unter besonderen Umständen können die Sendungen an Bewohner verseuchter Niederlassungen bei der näch­sten Bostanstalt oder Posthilfsstelle niedergelegt wer den, von wo sie von den Empfängern abzuholen find. Die Bestellung seuchenfreier und verseuchter Orte und Gehöfte tst tunlichst zu trennen. Dabet fönnen ver­feuchte Ortschaften von seuchefreien Niederlassungen ab­gegliedert und zu einem besonderen Bestellrevier zu­fammengefaßt oder feuchefrete Ortschaften vorüberge hend benachbarten Bostanstalten zugeteilt werden.

Wissenschaft, Kunst und Litteratur.

Neue Radiumversuche der Mme. Curle. In einigen Tagen wird die berühmte Chemikerin Mme. Curte, die bekanntlich an der Pariser Universität eine Professur bekleidet, nach Leyden kommen, um neue Radiumver­fuche anzustellen. Es handelt sich darum, festzustellen, welche Wirkungen das Radium bet niedrigeren Tem­peraturen hat.

Die Behandlung der Tuberkulose ist um ein neues Mittel bereichert worden, das sich eng an das von Ro­bert Koch gewonnene Alt- Tuberkulin anlehnt. Das neue Präparat, für das sich doch in der letzten Zelt seines Lebens außerordentlich interessiert hat, wird aus dem Alt- Tuberkulin dargestellt und unterscheidet sich von diesem dadurch, daß es teinerlet nachteilig wirkende Eiweißstoffe enthält. In der Deutschen medizinischen Wochenschrift berichten Prof. Jochmann vom Rudolf Birchom- Krankenhaus und Stabarzt Möllers vom Ju­stitut für Infektionskrankheiten, Kochs Mitarbeiter, über ihre Untersuchungen mit dem neuen Präparat, für die ausreichende Stiftungen aus der Robert Koch- Sttt­tung zur Verfügung gestellt waren. Danach eignet es fich wegen seiner milden Wirkung ganz besonders fitr Sellzwecke und gerade auch für solche krante, die nicht der Aufnahme in eine Klinik oder Heilstätte bedürfen. Weitere Beobachtungen über die Dauerhaftigkeit des Erfolges bletben natürlich abzuwarten.

Vermischtes.

Bu einem scharfen Rusammenstoß zwischen Schuhe Tenten und lärmenden Männern und Frauen fam es verflossene Nacht in der Nächelgasse in Göln, wo Row­btes einen großen Hund auf zwet Polizeibeamte hez­ten, die die Ruhe herstellen wollten. Nachdem der Hund bte Kleider der Beamten zerrissen hatte, versuchten die Erzedenten, die Beamten niederzuwerfen, worauf diese, nachdem inzwischen Verstärkungen herbeigeholt waren, mit blanker Waffe vorgingen und mehrere Personen so schwer verletzten, daß ste ins Hospital geschafft werden mußten. Auch zwet Boltzisten erlitten schwere Ver­legungen. Die Haupträdelsführer wurden verhaftet.

Ein Beitlerlegat. Daß Betteln keineswegs das un­einträglichste Geschäft tst und sich auch die auf diese Weise gesammelten Kleinen Beträge zu ansehnlicher Höhe summieren können, zeigte sich wieder vor fur­zem an einem Falle, der sich in Großwardein zutrug. Dort starb vor einigen Tagen im Alter von 75 Jahren der Bettler Simon Grünwald, der kein Bettleramt schon vor längerer Zeit niedergelegt hatte und als Koste gänger des Armenhauses in stiller Zurückgezogenheit lebte. Man kann sich wohl denten, wie groß die allge­meine Ueberraschung war, als sich nun nach seinem Tode herausstellte, daß der verblichene Bettler ein Ver­mögen von mehr denn 400 000 kronen hinterlassen habe. Davon fallen durch ein im Sachlaß vorgefun­denes Testament 200 000 Seronen der Kirchengemeinde zu. Unter überaus zahlreicher Beteiligung fand dieser Tage die Bestattung des" armen" Bettlers in cin Gh­rengrab statt.

Das Kocheramen der Braut. Das norwegische Bar­lament, das den Ruf genießt, den Frauenfragen beson­ders fortschrittlich gesinnt zu sein, hat sich schon mehr­fach damit beschäftigt, die Chefchießung von einer Ret­he von Vorbedingungen abhängig zu machen. Nun ha= ben die norwegischen Abgeordneten sich auch mit dem Blane beschäftigt, ein regelrechtes Hetratsexamen einzu­führen: fede Braut, die mit dem Geltebten vor den Al­tar treten will, muß vorher dem Staate den Nachweis erbringen, daß ste imstande ist, zu nähen, zu waschen und vor allem selbständig zu kochen. Diese Prüfung muß von reich und arm ohne Unterschied des Alters und des Standes abgelegt werden. Vor allem ist es die Küche, auf die die fortschrittlichen nordischen Volksver­treter bei den Erörterungen besonderes Gewicht legen, denn ohne gute Kost set keine eheliche Harmonie mög­Itch

Dem Verdienste seine Krone! Eine ungewöhnliche Ehrung erwiesen die Frauen von Kaltenwestheim, bet Jena der dortigen Hebamme anläßlich thres 25jährigen Dienstjubiläums. In dankbarer Anerkennung veret­nigten sich über hundert Frauen mit der Jubilarin im Ortswirtshause, wobei die Verdienste der weisen Frau" natürlich gebithrend hervorgehoben wurden. Im Anschluß hieran fand ein festlicher Umzug durch den Ort statt. An der Spitze des Zuges marschterte eine Musikkapelle, der sich die Frauen, mit der Jubilarin

meister und dem angesehensten Arzt der Stadt Bel­monte imRathaus tonferierten, versuchte ein Böbelhaufe das Gebäude zu stürmen. Die wittende Menge, meift freischende Frauen, gebärdete sich so drohend, daß die Beamten aus einer Sintertür fliehen mußten. Ein Teil der Menge verfolgte die Fliehenden, der Rest schlug im Rathause alles furz und klein. Den Gesundheitsbeam­ten gelang es, zu entkommen, und als die enttäuschten Verfolger zurückkehrten, rächten sie sich, indem sie das Haus des Stadtarztes zertrimmerten und alle Desin= fektionen und sonstigen Sauberkeitsmittel zerstörten.

Ueber den Plan der Erbauung eines neuen Kaiser: schlosses in Wiesbaden teilt die Frankfurter Zeitung mit, daß die städtischen Behörden in Wiesbaden sich kei­neswegs der Einsicht verschließen, daß in absehbarer Beit an die Stadt die Frage des Neubaues eines Schlos= fes herantreten werde. Das bedingen schon die Kurin tereffen. Die Anwesenheit des Kaisers fet von weit­tragendem Nußen und beeinflusse das ganze wirtschaft­Itche Leben der Stadt. Das Publikum fetze fich aus den zahlungsfähigften internationalen Kreisen zusammen, und die Stadt glaube Opfer bringen zu müssen, um sich ben alljährlichen Besuch des Ratsers weiter zu sichern. Das alte Stadtschloß, am alten Markt belegen, biete fetmen besonders angenehmen Aufenthalt. Die Stadt bestze in der Nähe des Neroberges ausgedehnten Grundbesitz. Die Mittel zum Neubau sollen im wesent­lichen aus dem Verkauf des alten Schlosses und des Paulinenschlößchens aufgebracht werden.

Paul Singers Vermächtnis. Der verstorbene Reichstagsabgeordnete Singer hat letztwillig seine Bar= tetgenossen Bebel und Heimann zu Erben eingesetzt mit der Bestimmung, daß der nach Abzug verschiedener Le= gate und eingegangener Verpflichtungen verbleibende Vermögensrest für die Bestrebungen, denen er fein Le­ben gewidmet hat, Verwendung finde. Diese Ausein­andersetzung ist nunmehr beendet; die beiden Erben haben den Vermögensrest in Höhe von 48 054 Mark 87 Bfg. der Parteikasse überwiesen.

Rohe Behandlung Choleraverdächtiger in Nenyork. In Neuyork find innerhalb 24 Stunden zwei Einwan­berer, eine Frau und ein Knabe, die aus Jtalten ta­men, an asiatischer Cholera aestorben. Das macht seit wenigen Tagen sechs Todesfälle, außerdem Itegen in dem Quarantäne- Hospital vierzehn Cholerapatienten. Andere werden als der Krankheit verdächtig, vorläu­ftg nur von jedem Verkehr mit der Außenwelt abge= schlossen. Die Sanitätsbehörde von Neuport gibt sich die größte Mühe, die Ausbreitung der Cholera in der Stadt zu verhüten, und die Konsuln der italienischen Häfen find angewiefen, alle nach Amerika abfahrenden Dampfer aufs strengste zu überwachen. Diefe Maßre­geln stoßen natürlich bei der unwissenden Einwande­rern auf Widerstand. Es sind jedoch Klagen gegen die Verwaltung der Quarantänestation erhoben worden, dte diese in einem sehr eigentümlichen Licht erscheinen laffen. Wärter sollen Kindern um thr Geschret zu en­den, Heftpflaster auf den Mund gelegt haben und sich anderer unbeschreiblicher Scheußlichkeiten schuldig ge= macht haben. Einwanderer_wurden angeblich gezwun= gen, ekelhafte Nahrung zu sich zu nehmen, und Frauen mußten sich die gröbsten Beleidigungen gefallen lassen. In Gegenwart vieler Auswanderer sollen die Aerzte dte Körper von Verstorbenen aufgeschnitten haben. Alle diese Greuel kamen durch die Untersuchung zutage, die ein von Gouverneur Dir ernannter Spezialkommissar veranstaltet hat.

Der Bankierssohn als Einbrecher. Aus London wird dem B. L.-A." gemeldet: Leutnant Karl von Mesmeyer, der Sohn eines norwegischen Bankiers, wurde in Neuport wegen elf verschiedener Einbrüche zwischen dem 1. Mat und 19. Junt d. J. zu zweien­halb Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Richter sus­pendierte das Uriell fedoch, als ihm des Angeklagten Anwalt garantierte, fein Seltent werde sofort zu seinem Vater nach Norwegen zurückkehren, wenn das Gericht Gnade für Recht ergehen lasse. Der innge Mann, der die Universität in Heidelberg und die norwegische Milt­tärakademte besucht hat, war durch die übermäßigen Kosten, die thm das gesellschaftliche Leben in Neuvork verursachte, auf die Verbrecherlaufbahn getrieben wor­den. In Häuser, in denen er abends souptert hatte, verschaffte er sich nachts mit dem Brecheisen Einlaß und raubte in weniger als zwei Monaten Gegenstände, die er für insgesamt 80 000 Mart verpfändete. Dieser Gentleman- Verbrecher" hielt sich einen schwarzen Spteßgesellen, der tym den Raub nach seiner Wohnung Bringen mußte.

Der Kampf gegen die Fliege. Der Stadt Chicago gebührt der Ruhm, zuerst den Kampf gegen die gemeine Seusfliege energisch aufgenommen zu haben. Seit der letzten gelben Fieber- Epidemte in New Orleans im Jahre 1905 haben die Amerikaner eine große Geschick= lichkeit in der Bekämpfung schädlicher Infekten entfaltet. So werden denn auch fetzt in Chicago in den öffentlichen Barks und an anderen Bläßen stark vergrößerte lebende Photographlen von Fltegen vorgeführt, wie diese thre bazillenbeladenen Betne auf Eßwaren abstreichen. Tau­fende von Bürgern laufen mit einem Abzeichen im Knopfloch herum mit der Inschrift Swat the fly", auf Deutsch übertragen etwa Klappe die Fllege". Auch in anderen Tellen der Vereinigten Staaten wird die Cam­pagne betrieben und bei einem Bretsausschreiben im Fliegentöten in Worcester, Massachusetts Iteferten 232 Bewerber 10 Fässer Fliegen ein. Der Steger in dem Wettstreit um den Preis von 400 M. war ein 12jährt­ger Junge, der 100 Liter mit 1 219 000 Itegen(!) ein­fteferte, die er in Fallen eigener Erfindung gefangen hatte.

Rache der Köchin. Ifts wahr, daß Du Deinem Ge­freiten abgeschrieben hast?"- Ja- und den Brief hab' i' net zu'pappt, damit's die ganz' Kompanie Iefen fann."

noran, anſchloſſen. Vor den Wohnungen der erſten Zum Eisenbahnunglück bei Müllheim.

flegebefohlenen der Hebamme, die an der Feier nicht teilnehmen konnte, sowie vor dem Hause der tüngsten" Kundin fanden Ständchen statt, worauf dte Feter thr Ende fand.

Sine Refordreise um die Welt. Der Pariser Jour­Spitz hat, wie aus Parts gemeldet wird,

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1 uhr 45 Minuten über Moskau eine Welt augetreten, auf der er den bestehenden Re­ford Reise um die Erde" zu schlagen gedenkt. Vou will er sich unter Benutzung der schnell­ften und Dampfer über Wladiwostok nach Tsuru­ga, roma, von da über den Stillen Ozean nach Vancouve, dann nach Quebeck begeben, um von dort fiber Liverpool nach Paris zurückzukehren. Jager- Svizz hofft, die Weltreise in etwa 40 Tagen zu vollenden. Den Weltreisereford hält gegenwärtig der Franzose Gaston Sttealer mit 63 Tagen.

Opfer der Reinlichkeit. Eine lustige Geschichte von Märtyrern der Reinlichkeitsbewegung trifft aus St­allten ein. Die italienische Regierung hatte jüngst eine Anzahl von Beamten nach der Insel gefchickt, um die Säuser der ärmeren Bewohner der Städte zu desin­flateren und den Leuten Anweisung zur größeren Rein­lichkeit zu geben. In den meisten Orten wurden sie jedoch mit passiver Feindseligkeit empfangen, Ste sich freilich in der Stadt Belmonte recht unangenehm aktiv bemerkbar machte. As die Herren mit dem Bürger­

Sehr schwer verlett liegen noch drei Personen dar­nieder, bet den übrigen Schwerverlegten besteht Aus= ficht auf Besserung. Unter den Toten ist eine Frau noch immer nicht erkannt. Sie steht im Anfange der drei­ßiger Jahre. Man vermutet, daß die Frau aus der Umgebung von Göppingen stammt. Die Beseitt= gung der Wagentrümmer und der Lokomotive ist noch immer nicht beendet, obwohl ein großes Auf­gebot von Eisenbahnarbeitern und Militär dauernd an Ber Unfallstätte tätig ist. Der Betrieb fann trotzdem zweigleifig weiter geführt werden. Gleich nach dem un­glück wurde vielfach die Vermutung ausgesprochen, daß die im Bau begriffene Unterführung aus Eisenbeton nicht sachgemäß behandelt worden set und zur Kata­strophe beigetragen habe. Aus fachtechnischen Kreisen wird aber fest nach näherer untersuchung auf das Be­stimmteste diese Vermutung als unzutreffend bezeichnet. Die Eisenkonstruktion bat gehalten und nur die Ränder sind nachträglich beschädigt worden. Die Unterfit= chung über das Unglück ist immer noch nicht abge= schlossen. Vom Zügpersonal befindet sich niemand in Haft.

iteber die Ursache des Eisenbahnunglücks befragt, erklären Bahnbedienstete, daß der Lokomotiv­führer zu spät gesehen habe, daß der zug auf einem falschen Glets fuhr. Infolge des plötzlichen Brem­

sens erfolgte ein au starfer Nud, die Wagen prallten aufeinander und stürzten gerade über der Ueberführung, dle gegenwärtig auf dem Müllheimer Bahnhof neu eingerichtet wird, in den Hohlraum. Von den Ver vnglückten am schwersten getroffen ist der witrttember gische Missionar Pfleiderer, der sich mit seiner ganzen Familie im Suge befand. Sein einziger Sohn ist tot, zwet Töchter find schwer und eine andere Verwandte tödlich verlegt. Der Missionar blieb zwar unverletzt, ist aber vor Schmerz völlig gebrochen.

Rückgang der Eisenbahnunfälle, Tötungen und Verlegungen.

Wie der Inf." mitgeteilt wird, ist die Zahl des Eisenbahnunfälle, die sich ganz wohl niemals werden vermeiden lassen, in den letzten Jahren doch erheblich zurückgegangen, da die Sicherheit auf den Eisenbahnen durch die Vervollkommnung der technischen Apparate immer größer wird. Die Zahl der Entgleisungent betrug im Jahre 1900 in Deutschland 634, während es nur 486 im Jahre 1909 waren. Zusammenstöße fanden 391 im Jahre 1906 und 305 im Jahre 1909 statt. Bet Unglücksfällen famen 120 Reifende im Jahre 1906, 110 Reisende im Jahre 1908 und 124 im Jahre 1909 um. Die Zahl der verletzten Personen ging von 602 im Jahre 1906 auf 508 tm Jahre 1909 zurück. Die Summe der getöteten und verletzten Beamten und Arbeiter tit größer als die der Reisenden. Aber auch hier ist eine Abnahme festzustellen. Es wurden 709 Ar­beiter und Beamte im Jahre 1906 getötet, 611 im Jahre 1908 und535 im Jahre 1909. Verletzt wurden 1543 im Jabre 1906, 1497 im Jahre 1908 und 1391 im Jahre 1909. Es läßt sich also auf allen Gebieten der Eisent­bahnkatastrophen ein Rückgang feststellen, der von Jahr zu Jahr größer wird, und der sicherlich nur auf die ständige Bervollkommnung der Maschinen und auf die Schulung des Personals zurückzuführen ist. Im An­schluß set mitgeteilt, daß die Eisenbahn folgende Sum men für Unfallverlegte zu zahlen hatte: 15,85- Itonen Mark im Jahre 1906, 17,42 Millionen im Jahre 1907, 20,16 Millionen im Jahre 1908 und 18,90 Mil­Itonen im Jahre 1909.

Eine Eisenbahnkatastrophe in Merifo.

Auch in Merifo hat sich gestern eine schwere Eisens bahnkatastrophe ereignet. Bet der Stadt Morelta fand infolge falscher Weichenstellung ein Zusammenstoß zweier Eisenbahnzige statt, wobei vierzig Passagiere getötet und über sechzig verleßt sein sollen.

Drabtnachrichten und neuestes.

Drei Personen auf einer Bootsfahrt ertrunken. Schwerin, 19. Jult. Bei einer Bootsfahrt, die fünf unverheiratete Sellner des Kurhauses Zippendorf heute früh in angeheitertem Zustande auf dem großen See unternahmen, fenterte das Boot und die fünf In fassen fielen ins Wasser. Einer fonnte sich durch Schwimmen retten, ein zwetter wurde von hinzuellen­den Personen gerettet, die dret übrigen ertranken. Die Revolution auf Saitt.

Göln, 19. Jult. Die Köln. 3tg." meldet aus Neuvork: Nachrichten aus Port au Prince zufolge haben die Revolutionäre die Regierungstruppen geschlagen. Unter den Ausländern herrscht große Beunruhigung. Das haitische Kriegsschiff Antoine Simon" ist fampf­unfähig gemacht worden.

Blutige Wahnsinnstat.

Straßburg, 19. Jult. In Balbron( Unterel­saß) hat eine Frau namens Katharina Wilhelm aus Ludwigshafen in einem Anfall von Geistesgestörtheit threm kleinen Kinde den Leib aufgeschlitzt und sich selbst sechs lebensgefährliche Stiche in den Unterleib beige­bracht.

Landung des Erfahs in Persien.

Zeberan, 19. Jult. Der ehemalige Schah von Persien, der bisher in der Verbannung lebte, ist plöß­Itch auf persischem Boden gelandet. Die Landung er­folgte am Stafpischen Meer. Er stand mit feinen Ge­treuen im Lande seit langer Zelt in Verbindung und die persische Regierung weiß, daß er in der letzten Zeit mehr denn je Intriguen gegen Persien angezettelt hat.. Seine Geheimagenten wiegeln in einigen Provinzen die Bevölkerung auf. Andere Anhänger des Schahs landeten mit großen Vorräten an Batronen in Baku. Kein deutsches Ariegsschiff vor Agadir? Tenerifa, 19. Jult. Der Kreuzer Berlin ist nach der afrikanischen Küste zurückgekehrt. Das Kano­nenboot Eber Itegt hier vor Anfer.

Bandel und Verkehr.

Frankfurt, 17. Juli. Viehmarktpreise vom 17. Jult. Preise für 1 Zentner: Rinder: A) Ochsen a) vollflet­schige ausgemästete höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt( Lebendgewicht) M. 46-54,( Schlachtgewicht) M. 82-93, die noch nicht gezogen haben( ungefocht)( Le­bendgewicht) M. 48-51,( Schlachtgewicht) M. 86-88, b) junge fleischige, nicht ausgemäftete und ältere ausge­mästete( Lebendgewicht) M. 41-44,( Schlachtgewicht) M. 75-80, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere ( Lebendgewicht) M. 38-41,( Schlachtgewicht) M. 70-75, B) Bullen. a) vollfleischige ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes( Lebendgewicht) M. 40-44,( Schlachige­wicht) M. 66-73, b) vollfletschige jüngere( Lebendgew.) M. 35-39,( Schlachtgewicht) M. 58-65, c) mäßig ge­nährte jüngere und gut genährte ältere( Lebendgewicht) M30-31,( Schlachtgewicht) M. 54-56. C) Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes( Lebendgewicht) M. 42-45,( Schlachtae­micht) M. 75-81, b) vollfleischtae ausgemästete Stübe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgewicht) M. 40-43,( Schlachtgewicht) M. 74-80, c) 1. wenig gut entwickelte Färsen( Lebendaewicht) M. 38-42,( Schlacht gewicht) 73-81, do. 2. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte Jüngere Kühe( Lebend gewicht) M. 33-40,( Schlachtgewicht) M. 61-74, b) mäßig genährte Kühe und Färfen( Lebendgewicht) M. 27-32,( Schlachtgewicht) M. 54-84, e) gering ge­nährte ühe und Färsen( Lebendgewicht) M. 18-26, ( Schlachtgewicht). 41-59. Kälber. a) feinste Mast ( Vollmilch- Mast) und beste Saugtälber( Lebendgewicht) M. 57-59,( Schlachtgewicht) M. 95-98, 6) mittlere Mait und aute Sangfälber( Lebendgewicht) M. 50-55, ( Schlachtgewicht). 85-93, c) geringere Sauafälber ( Rebendgewicht) 40-49,( Schlachtgewicht) M. 68 bis 83. Schafe. 2) Stallmastschafe: a) Maftlämmer und Jüngere Masthämmel( Lebendgewicht) M 42,( Schlacht­gewicht) 88. b) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Lebendgewicht)-6) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Lebendgewicht) ( Schlachtgewicht) M Schmeine: a) vollfletschige Schweine von 80-100 lar. Lebendgewicht( Lebendae­micht) M. 46-49,( Schlachtaemicht) M. 50-62, b) voll= fletschige Schweine unter 80 far. Lebendgewicht( Re­bendgewicht) 46-49,( Schlachtgewicht). 59-61, c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 gr. Lebend­gewicht( Lebendaewicht) M. 46-49,( Schlachtgewicht)\ M. 59-62, 5) vollfleischige Schweine von 120-150 gr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M. 45-48%,( Schlachtae­wicht) M. 56-60