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awar wegen Not und häuslichen Bwistes. Zwet von den Kindern sind bereits gestorben, die anderen dret und die Mutter liegen hoffnungslos darnieder.

Aerztliche Sprechstunde in Eisenbahnzügen. Die österreichische Staatsbahnverwaltung hat angeordnet, daß in den Schnellzügen zwischen der polnischen Grenze bei Podwolczynska und Karlsbad sowie anderen böh­mischen Badeorten zweimal in der Woche ärztliche Sprechstunden abgehalten werden. Diese sind jedoch nur von solchen Mitreisenden zu benutzen, die in der Bahn plöglich erkranten. Der Arzt hat im Zug ein besonde res Wagenabteil, welches auch äußerlich als ärztliches Sprechzimmer deutlich kenntlich gemacht worden ist. Wir werden demnächst, so schreibt die Medizinische Klinit", also in der erfreulichen Lage sein, neben den übrigen zahlreichen Spezialitäten den fahrenden Arzt" aufführen zu können und sehen schon im Geiste bereits ein großes weißes Schild an der Außenseite des Waggons als Attribut seiner Würde. Vielleicht findet sich darauf noch der besondere Hinweis, daß au­Berhalb der Strecke Konsultationen nicht angenommen werden". Inwieweit die Gebührenordnung hierdurch eine Aenderung erfährt, indem neben dem D- Zuschlag noch eine Dr."- Gebühr erhoben wird, bleibt abzu­warten.

Ein sonderbarer Bürgermeister. Ein eigenartiger Zwischenfall wird aus der französischen Gemeinde Caux in Departement Herault gemeldet. Der Bürger­meister wollte die Versetzung dreier Lehrer herbeifüh= ren. Da er feinen 3wed nicht erreichte, suchte er durch den Nachtwächter die Eltern gegen die Lehrer aufzuwie­acin, und es tam zu einem Streit der Schulkinder. Der Minister des Innern und der Unterrichtsminister be= schäftigen sich mit der Angelegenheit.

Ein kleiner unterschied. Taufe und Taufe ist zwet­erlei! Ein Weinhändler im Kanton Neuenburg wurde so erzählt mon der Tal. Rosch." kürzlich glücklt= cher Bater. Er ist auch Inhaber eines Cafees, und um die Tauffeierlichkeit ungestört begehen zu können, schrieb er an die Tür des Kaffeehauses: Wegen Taufe geschlossen". Dieselbe Inschrift las man nun, von der Hand eines wißigen aber boshaften Gevatters, Stunde später em Eingang seines Weinkellers.

eine

In welchem Alter darf man stehlen? Mit dieser eigentümlichen Frage hatte sich, wie berichtet wird, die­fer Tage ein bayerisches Gericht zu befassen. Auf der Anklagebant faß ein alter Sünder wegen Diebstahls im Rückfalle. Die Beweisfette war geschlossen, der An­geklagte gestand auch schließlich die Straftat ein. Ja," meinte der Vorsitzende zum Schluß voll moraltscher Entrüstung, schämen Sie sich denn nicht, in Ihrem Alter zu stehlen?!" Der Alte fah verstört drein; of= fenbar dachte er, der hohe Gerichtshof erwarte eine Ant­wort auf diese rhetorische Frage, und schließlich brachte er unter Stocken heraus: Ja, schaugns, Herr Bressa­dent, wiar t' s erichte Mol vor G'richt g'standen bin, woar i fuchzehn Jahr alt, und do hot scho der Richter a'fogt: Ja, schaamst Di denn nöt, in dem Alter zu Stehl'n? Un wiar t so im besten Alter, so a dreiß'g vierz'a Jahrin woar, do bin i aa vorm Richter g'stan­den und der hot mi aa g'fragt, wiar i dozu komm, in dem Alter z stehl'n. Un et bin t 75 Jahr alt und , Herr Bressadent, fragen mi' s selbige: Ja, er­laub'ns, in welchem Alter derf ma nacha ſtehl'n?" Der hohe Gerichtshof hat dem Angeklagten leider keinen Bescheid gegeben.

Ein Gymnasialten- Duell.

Ein Duell zwischen zwet Gymnasiasten hat in der Stadt Teichel bet Rudolstadt stattgefunden. Ein Ober­sekundaner wurde erschossen, ein Unterprimaner erlitt leichtere Verlegungen. Er brachte sich nach der Tat selbst zwei Schüsse bet und verlegte sich schwer. Die Ur­fache des Zweikampfes soll eine Tanzstundenliebe sein.

Ueber das Duell berichtet das Rudolstädter Tage­blatt folgende Einzelheiten: Der 18jährige Unterprima= ner Dießen ging am Sonnabend mit der Tochter eines Bürgers spazieren, begleitet von dem Untersekundaner v. Necker. Zwischen betden jungen Leuten bestand sett einiger Zeit des Mädchens wegen ein gespanntes Ver­hältnis. Als v. Necker während des Spazierganges eine Bemerkung über das Mädchen machte, die diese kränkte und Necker es ablehnte, sie zurückzunehmen, wurde er

Die militärische Lage in Tripolis.

Der letzte Teil der Staffel der italienischen Tripo­Itsexpedition, bestehend aus vierzehn Schiffen, ist nach offiziöser italienischer Meldung aus Trivolis am Sonn­tag mittag dort vor Anter gegangen, worauf sofort mit der Ausschiffung der Truppen begonnen wurde. Die vorher angekommenen Mannschaften sind bereits sämt lich auf dem festen Boden. Die Lage ist unverändert. Die Kriegsbeute, die die Italiener in Tripolis gemacht haben, ist recht bedeutend. So sind ihnen 20 Kruppsche Kanonen neuesten Modells mit Munition, 60 Mörser, 36 Schnellfenergeschütze Modell 1908 und 250 Geschütze andere Art, von denen ungefähr 100 noch verwendbar sind, in die Hände gefallen. Ferner wurden 60 Tonnen Pulver, 40 000 Patronen, 7000 Gewehre, 10 000 Revolver, eine gewaltige Anzahl von Handwaffen und 400 Kamele erbeutet. Nach einer Meldung aus Rom fostet der tripolitanische Spaziergang den Jtalte­nern bis jetzt 500 Millionen Lire.

Vom Kriegsschauplatz vor Tripolis.

Der türkische Minister des Innern erklärte, die Italiener haben bisher Derna nicht nehmen können. Die Stadt ist noch in türkischen Händen, dagegen ist Benghast genommen, aber die Italiener sind noch nir­gends in das Innere vorgedrungen, sondern halten sich überall an der Küste, die sie allerdings streng obser­vieren. Die Türfen und Araber kämpfen wie die Lö­wen, so daß in Derna selbst nach einem dreistündigen fürchterlichen Bombardement teine Italiener landen konnten. Ein faiserliches Frade sanktioniert ein Kampf­gesetz, wodurch ein hundertprozentiger Wertzoll auf alle aus Italien nach der Türkei eingeführten Waren ge­legt wird. Das Gesetz tritt sofort in Kraft.

Die Ruhe auf dem Balkan bedroht?

In Desterreich neigt man zu der Annahme, daß eine energische Attion der ualienischen Flotte im Aegaischen Meer und der Levante, also an der Küste von Klein­asien bevorsteht, welche natürlich die Ruhe auf dem Balkan sehr gefährden würde. Unter dem Titel: Be­vorstehende maritime Aktionen Italiens im Aegäischen Meer" berichtet nämlich die Wiener Neue Freie Pr.": Die italienische Flotte dürfte in den nächsten Tagen in das Aegäische Meer abgehen. Anzeichen hierfür sind die Neutralitätserklärung der Insel Samos durch Jta­lien, aus Smyrna kommende Meldungen von ernster Bedrohning der dortigen italienischen Kolonte und an­dere Repressalten gegen Italien. In Italten scheint man trotz aller türkischen Versicherungen mit der Mög­lichkeit zu rechnen, daß die Boykottbewegung tatsächlich beginnen werde. Die italienische Ueberseeaktion gegen Tripolis ist im großen und ganzen beendet, und der größte Teil der Flotte tst an der tripolitanischen Küste entbehrlich geworden. Das ganze erste Geschwader wird im Hafen von Tobruk für eine Aktion im Aegäischen Meer und der Levante bereitgestellt. In Betracht kom­men die Bese Bung mehrerer Inseln des Ar­chipels und die Blodterung einzelner türkischer Hä­fen. Zur Befeßung eignen sich vor allem Rhodos, Chtos, Mytilene, Lemnos und Tenedos. Eine Besetzung von Samos würde den österreichtschen Handel, der Samos als Transitstation benützt, schwer schädigen. Die Türket verstärkte die Besaßungen der Inseln, doch ist deren Widerstandsfähigkeit gegen italienische Angriffe sehr gering, da die alten Befestigungen fast durchweg geschleift wurden. Italten wird offenbar auf einzelnen Inseln Matrosendetachements landen und die Zollämter befeßen. Die schwachen türkischen Besaßungen würden genötigt sein, sich in das Innere des Landes zurückzu­ztehen, wo sie aber keine militärischen Hilfsquellen fin­den. Gleichzeitig mit der Okkupation der Inseln würde die Blockade von Smyrna und anderen klein= astattschen Häfen erfolgen. Wenn auch diese Maßnah­men noch nicht den gewünschten Erfolg bringen, ist mit der Beschießuna der Befestigungen von Smyrna zu rech­nen, die vom Meere aus von mehreren Seiten ohne be= sondere Gegenmehr erfolgen kann. Eine Aktion gegen Saloniki dürfte der italtcntschen Regterung auch aus bestimmten Rücksichten nicht ratsam erscheinen.

von Dießen auf Pistolen gefordert. Dienstag früh 5 hr Im Kampf mit dem chinesischen Pöbel.

erschienen beide jugendlichen Gegner auf dem eine Stunde von Rudolstadt entfernten Kampfplate. Beide verabredeten ein Duell ohne Zengen, das bis zum Tode des einen Duellanten fortgesetzt werden sollte. Beim vierten Kugelwechsel traf die Kugel Dießens Necker in die Herzaegend. Dieser litt heftige Schmerzen und bat seinen Gegner, ihm einen Schuß in das Herz zit geben. Hierauf lud Dießen seine Bistole nochmals und traf seinen ehemaligen Freund tödlich. Er selbst hatte eine Kugel in den Oberkörper erhalten, schleppte sich aber fort und wurde von Waldarbeitern gefunden. Gestern abend erlag er ebenfalls seinen Verlekungen. Bet Necker wurden Abschiedsbriefe und ein Buch von Nietzsche, bet seinem Gegner Gedichte auf das junge Mädchen aefinden.

" War an jenem Tage, als Sie das bewußte tele­phonische Gespräch führten, irgend ein solcher Mensch auf dem Korridor?"

Das ist nicht leicht möglich. Wer zu uns kommt, wird durch die öffnende Dame gleich hier in diesen Warteraum geführt, in dem wir uns jetzt befinden."

" Hat immer dieselbe Dame das Amt des Oeffnens?" " Nein, es wechselt mit jeder Woche ab." Und wer hatte es in fener Woche?" Die Oberin warf wieder einen Blick in ein Buch und sagte: Schwester Marte."

" Kann ich die Dame sprechen?" Gewiß, fofort!"

Die große, schlanke, vornehm aussehende lunge Dame, die von der Oberin herbeigerufen wurde, ent­sann sich, an jenem Tage mehrere Bittende eingelassen zu haben. Sie wußte aber nicht mehr, wieviel männ= liche oder weibliche Personen es gewesen waren. Da waren kleine und große, Männer und Frauen, Ver­schämte und Verbitterte, Verkommene und solche, denen man es deutlich anmerkte, daß sie einst bessere Tage ge­sehen hatten.

Ste müssen aber doch wissen, Fräulein, ob gerade an jenem Nachmittag, zu der Zeit, als telephontert wurde, jemand hier im Warteraum war. Es handelt sich um die Bestellung der Schwester Magdalene zum Regierungsrat von Marleben."

Ste dachte angestrengt nach. Jetzt erinnere tch mich!" rief sie endlich. Es war an einem Donnerstag. Ich hörte das Gespräch und auch die Bestellung und le dte Frau Oberin der Sicherheit halber noch einmal aut die Adresse wiederholte."

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" Wie kam es, daß Sie das alles so deutlich hörten?" Und es war noch jemand hier im Zimmer?" Die Tür hier war nur angelehnt, und dort wurde alemilich laut gesprochen."

" Jawohl. Kurz vorher war ein großer, blonder

Im chinesischen Ausstandsgebiet schetnen Leben und Eigentum der Fremden jetzt Soch ernsthaft gefährdet zu sein. Nach einer Meldung aus Titngtau stand ge­stern das Landungskorps der deutschen Kriegsschiffe Leipzig"," Tiger" und" Vaterland" zusammen mit der aus Deutschen Hankaus bestehenden Freiwilligenkom­pante im Straßenkampf mit dem chineft­fchen Böbel.- Es ist schwer, aus der kurzen Mel­dung sich ein Bild davon zu machen, was in Hankau eigentlich vorgegangen ist. Die Funtentelegramme der vor Sanfau liegenden Kriegsschiffe haben offenbar die ausführlichen Meldungen überholt, und bis diese dann etntreffen, wird man sich gedulden müssen. Doch ist mohl anzunehmen. daß auch die Landunastorns der an­

Mensch eingetreten, der sich als stellenloser Tischler aus­gab. Leider konnte ich ihm keine Stelle nachweisen, und so gab ich ihm für sein Seelenhell ein paar Traktate und sagte, er solle wiederkommen."

" Ist er wieder hier gewesen?" Nein."

" Können Sie ihn mir genau beschreiben?" " Das ist mir nicht möglich. Es kommen zu viele, und da verwechselt man leicht einen mit dem anderen." Glaub's wohl! Dann danke ich Ihnen vielmals, metne Damen!"

Wetde begab sich sofort nach der Villa von Mar­leben. Das schmucke Haus lag still und friedlich da, und es war nichts von dem furchtbaren Drama, das sich vor kurzem hier in der Nacht abgespielt haben mußte, zu merken. Der Gärtner Marx arbeitete im Vorgarten und umwickelte die Rosenstöcke zum Schutze gegen die bevorstehende Kälte mit Stroh.

Weide.

Ist Herr von Marleben zu Hause?" fragte ihn Jawohl, Herr Kommissar. Im 3immer im ersten

Stock."

Wetde Iteß sich durch Auguste, dte wieder ganz ver­gnügt aussah, anmelden, und Frizz kam thm oben in der offenen Tür entgegen und führte thn ins Zimmer. Nun, Herr Kommissar? Bringen Sie etwas Neues? Haben Sie eine Spur gefunden, oder sind Sie schon auf bestimmter Fährte?"

Der Beamte zuckte mit den Achseln. Vorläufig sehe ich noch nicht ganz klar. Sagen Sie mir, weshalb hatten Ste, nachdem eine Schwester aus dem Beatricen­heim hierherbestellt worden war, am Nachmittag wie­der abbestellt?"

Abbestellt? Aber das ist ja gar nicht der Fall ge= wesen! Und die Pflegerin ist ja auch eingetroffen." Hm. Aber nicht die richtige."

deern Mächte, obwohl davon in dem Telegramme nichts gesagt ist, an dem Kampf gegen den Pöbel teilgenom men haben.

Von den genannten dret deutschen Schiffen ist Leipzig" ein geschützter Kreuzer von 3250 Tonnent Wafserverdrängung und 286 Mann Besatzung. Das Schiff führt zehn 10,5 Zentimeter- Geschütze und zehnt 3,7 Bentimeter- Maschinengeschüße, die zum Teil gleich den vier Maschinengewehren des Schiffes an Land zur Verwendung gelangen können. Das Kanonenboot Tiger" hat einen Besaßungsetat von 125 Mann. Seine Bewaffnung setzt sich aus zwei 10,5 gentimeter- Geschüt­zen und sechs 3,7 Zentimeter- Maschinengeschützen zu­fammen. Vaterland" ist ein speziell für den Dienst auf dem Yangtse erbautes Flußkanonenboot mit 45 Mann Besaßung und einer Bewaffnung von je einem 8,8 Ben­timeter- und 5,2 Zentimeter- Geschütz. Das Landungs­forps auf allen drei Schiffen beziffert sich auf etwa 200 Mann. Die aktive deustche Freiwilligenkompanie zählt 70 Köpfe, mit Reserven aber ungefähr das Doppelte.

Daß von Anfang an trotz der beruhigenden Versi­cherung der Revolutionäre, sie würden die Fremden nicht belästigen, von seiten der europäischen Regierun­gen weitgehende Vorsichtsmaßregeln zum Schuße ihrer Staatsangehörigen getroffen sind, stellt sich nach den Jüngsten Vorfällen als eine wohlbegründete Maßnahme heraus, und bei dem einmütigen Zusammenarbeiten aller Nationen, das glücklicherweise durch Eifersüchte­leten nicht getrübt ist, besteht die Hoffnung, daß es ge­lingen wird, die Fremden vor den Revolutionären und dem noch gefährlicheren Pöbel in Sicherheit zu bringen. Zum Verständnis der Sachlage in Hankau mag eine furze Schilderung der Dertlichkeit dienen. Hankau ist genau wie seine Schwesterstadt Wutschang von einer Umfassungsmauer umgeben. Innerhalb dieser Umfas­sungsmauer bietet sie nichts Besonderes, denn das In­nere der Stadt unterscheidet sich wenig von dem ande­rer chinesischer Großstädte. Nur am Flusse, wo sich die Europäerniederlassungen, der Bund", befinden, herrscht das regste Leben. Der Bund ist eine Brachtstraße, die sich, von einigen Querstraßen unterbrochen, drei bis vier Kilometer am Flusse entlangzieht. Alle thre Ge­bäude sind wahre Paläste mit Blumengärten davor. Hier wohner die Missionare, die Konsuln, und vor al­fem die Kaufleute der verschiedenen Völker. In Hankau haben England und Frankreich zuerst, und seit dem Jahre 1895 auch Deutschland, Konzessionen bekommen. Die Hauptgüter, die hier verfrachtet werden, sind Tee, Tabak, Seide, Medizinalwaren, Baumöl, Hanf Häute, Wachs, Galläpfel und Reis, und die Einfuhrgüter, die von hier ins Land kommen, Baumwollwaren, Wolle, Metalle, Opium, Zucker, Petroleum und Farbwaren. Die bedeutendste Rolle unter allen diesen spielt der Tee, der in der Handelsstatistik mit einer Riesenzahl weit obenan steht.

Heute übermittelt der Draht die folgenden wette­ren Mitteilungen aus Hankau:

Berlin, 18. Oktober. Der Kommandant des Kreuzers Leipzig" meldet aus Hanfau: Der gestrige Tag und die Nacht sind ruhig verlaufen. Die Auf­ständischen haben sich zurückgezogen. Der britische Ad­miral ist hier eingetroffen und hat als rangältester Of­fizter das Oberkommando über die gesamten Streit­fräfte der Fremden zu Wasser und Lande übernommen. Das Fehlen jeder weiteren Mitteilungen über den Zu­sammenstoß des Landungskorps mit dem chinesischen Pöbel wird hier dehin gedeutet, daß der Zusammen­stoß kurz und nachhaltig, aber ohne Bedeutung gewe­fen ist. Hankan, 18. Oktober. Heute morgen 7 Uhr wurde das Feuer links der Bahnlinie bei Hankant er­öffnet. Aus Hanyang wurden Geschütze nach Wutschang geschafft. Es gewinnt den Anschein, als hätten die Auf­ständischen den geeigneten Zeitpunkt verpaẞt.

Nach dieser Meldung scheint der Kampf vor Han­kau begonnen zu haben und die Regierungstruppen Herren der Situation vor Hankau zu sein. Die Stärte der Truppen beträgt 4000 Mann unter dem Befehl des Admirals Sah.

Drabtnachrichten und Deuestes.

Wohltätige Stiftung.

Karlsruhe, 18. Oktober. Prinzessin Wilhelm von Baden hat aus Anlaß thres 70. Geburtstages dem Komitee zur Errichtung eines Wöchnerinnenheims 100 000 Mart überwiesen.

An Trichinose erkrankt. Danzig, 18. Oftober. Im Dorfe Radomno bet Deutsch- Eylav sind zwölf Personen nach dem Genusse trichinösen Fleisches schwer erkrankt. Ein Mädchen ist bereits gestorben.

Reise des Prinzen Joachim nach Brag. Prag, 18. Oktober. Prinz Joachim_von Preu­ßen, des Kaisers jüngster Sohn, wird am Donnerstag hter erwartet als Gast d.3 Grafen Sylva- Tarouca, des= fen Tochter an diesem Tage einen Gardeleutnant het­ratet.

Er erzählte genau, was er von der falschen Dia­fonissin wußte.

Friz faßte sich an die Stirn. Dann steckt jener Mensch, den ich bet thr gesehen habe, jedenfalls mit ihr unter einer Decke."

"

Was für ein Mensch?" fragte Welde betroffen. Als ich am Tage vor fener verhängnisvollen Nacht die Krankenpflegerin aus ihrem Zimmer rief, fand ich bet ihr einen Mann, den sie als ihren Bruder bezeich­nete."

Und das sagen Sie jetzt erft?" rief Welde vor­wurfsvoll.

"

Weil sie so harmlos tat, glaubte ich ihr und schenkte dem Menschen weiter keine Beachtung."

Der Kommissar sah thn verständnislos an. Es war thm unbegreiflich, wie es Menschen geben könne, die nicht jeder Sache und jeder Person, die ihnen begegnet, die schärfste Beachtung widmen. Ihm genügte ein Blick, um sich das Aussehen eines jeden unauslöschlich ein­zuprägen, und er hielt es für unfaßbar, daß es bet ant­deren anders sein könne.

Ich will Ihnen sagen, Herr von Marleben, wie er ungefähr ausgesehen hat," erklärte er. Er war ein großer, blonder Mensch, dessen Füße und Hände von respektabler Größe und dessen Schultern breit waren. Ist's nicht so?"

Ja, so scheint er mir im Gedächtnis zu sein. Einen Eid möchte ich jedoch nicht darauf ablegen. Ich bin darin vorsichtiger und gewissenhafter als sehr viele Leute, die sogleich bereit sind, alle möglichen und un­möglichen Aussagen mit der größten Bereitwilligkeit zu beschwören. Aber Ste kennen ihn wohl schon? Ihre Beschreibung läßt es wenigstens vermuten."

( Fortsetzung folgt.)