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Da

Der soziale Kampf in England.

Nach dem schweren Verfassungstampf, den Groß­britannien foeben erst mühsam beendet hat, hat ein neuer Konflikt das Land in Unruhe und Sorge ver­jezt. Es ist ein gewaltiger Lohnfampf ausgebrochen, bon dem man noch nicht sagen tann, welche Folgen er haben wird. Die gegenwärtige Streitbewegung über­teigt alle früheren Riesenstreifs. Die Hälfte des ge­famten englischen Heeres ist zur Aufrechterhaltung der Drönung aufgeboten worden. Die Zeitungen fordern besondere Antistreifgefeße. Die Verhandlungen zwi­schen der Regierung und den Eisenbahngesellschaften haben bisher zu feinem Ergebnis geführt. Man be­fürchtet, daß der Gesamtaus stand unmittelbar be­vorsteht, da die Gesellschaften gegenwärtig entschlossen find, die Forderung der Arbeiter auf direkte Berhand­lungen abzulehnen. Sollte die Drohung des General­streltes sich verwirklichen, so würden etwa 360 000 Mann von den im ganzen bet ben Eisenbahnen beschäftigten 821 000 Mann die Arbeit einstellen, und zwar beteiligen fich an dieser gemeinschaftlichen Attion nicht nur die leicht zu erfebenden ungelernten Arbeiter, sondern auch Lokomotivführer und Weichensteller.

Die Uurnhen im Streifgebiet.

Im Evertontal plünderten gestern nacht große Böbelhaufen einen Laden. Die Polizei besetzte nur den Distrikt, ohne den Laden retten zu können. Der Pöbel hatte alle Straßenlaternen ausgelöscht, Stacheldraht fn Kniehöhe über die Straßen gezogen und die Klap­pen der Kanalisation offen gelassen. Er zog sich dann zurück in der Absicht, die Polizei in die Falle zu locken, boch diese war auf ihrer Hut und blieb stehen, wo sie war. Der Magistratsbeamte mußte geholt werden und verlas die Aufruhratte, unter Bewachung durch berittene Boltzet. Eine Abteilung Soldalen und be= rittene Polizei attackierte den Mob einmal aufs andere mal vergeblich. In den Eingängen der engen Höfe waren start und mit Geschick angelegte Stacheldraht= barrieren errichtet worden, die bewiesen, daß sich mili­tärische Sachverständige unter den Aufrührern befinden.

In Liverpool tam es gestern abend abermals zu einem Kampfe zwischen Böbel und Soldaten. Zwei Aufrührer wurden dabei erschossen, andere wurden mehr oder weniger schwer verlegt nach den Hospitälern ge­bracht. Die Polizisten sind zum Teil mit Revolvern versehen worden und sollen außerdem auch Säbel er­halten. Man muß auf das Schlimmste gefaßt sein, denn in gewiffen Vierteln haben die Aufrührer die Straßen aufgerissen, Schanzen gebaut und Stacheldraht gespannt. Die immer härter werdende Not wird von den verbrecherischen Elementen der Stadt ausgenützt, um den Pöbel zu unglaublichen Gefeßlosigkeiten auf zuheben. Räubereien, Diebstähle, Plünderungen von Läden sind an der Tagesordnung, und ehe die Polizet oder das Militär in genügender Stärke an den bedroh­ten Punkten erscheint, find die Missetäter meist mit ihrer Beute verschwunden, und unschuldige Neugierige haben deren Verbrechen zu büßen. Der Böbel hat es so weit gebracht, daß verschiedene Straßenbahnlinien, Beren Angestellte nicht den geringsten Grund zur Klage hatten, den Verkehr einstellen mußten. Die Aufrührer entwickeln dabet eine eigenartige Methode. Ste bilden eine starte lebende Kette, die sich vor den anfahrenden Wagen aufspannt, so daß der Führer zum Halten ge= zwungen ist, dann springen sie auf den Wagen und zer­ftören die elektrische Leitung. Anderswo häuften fie Steine und Balfen auf die Schienen und zwangen die Basiaatere der angehaltenen Wagen, ihren Weg zu Fuß Fortzusetzen. So reihte sich Wagen an Wagen, bis die

Rundschau vom Tage.

Politisches.

Kaiser Franz Josef, der gretse Beherrscher der österreichisch- ungarischen Monarchie und der treue Ver­bündete des Deutschen Reiches und seines Herrschers, vollendet am Freitag den 18. August das 81. Lebens­jahr. Nicht nur den Völkern, die unter Franz Josefs mildem Zepter leben und unter seiner bald dreiundsech­algjährigen Regierung eine Blütezeit erreicht haben, wie nie zuvor, sondern auch uns Deutschen aus dem meima" nezieme cs, an diefent Tage mit unseren Glitch­und Segenswünschen dem ehrwürdigen Herrscher uns zu nahen, der sich stets auch als ein deutscher Fürst" ge­fithlt hat und der als Nestor der Fürsten dieser Erde die Ehrfurcht und Achtung aller Völker und Nationen genießt.

Reichskanzler v. Bethmann Hollweg ist am Don nerstag abend in Caffel eingetroffen. Zum Empfange war am Bahnhof der Gesandte Freiherr v. Jenisch er­schienen, der den Reichskanzler im Automobil nach Schloß Wilhelmshöhe geleitete, wo dieser Wohnung nahm. Der Staatssekretär von Riderlen- Wächter traf Freitag frith in Wilhelmshöhe ein. Er hatte am Don­

2)

Wetterwolken.

Roman von M. v. Buch. ( Nachdruck verboten.) Das ist aber doch kein Grund zum Weinen," rief die Kaiserin, bist Du närrisch geworden, Miral, oder hast Du noch etwas anderes auf dem Gewissen?"

,, Nichts, Majestät, nein, gar nichts. Wer weiß, ob ich ihn je wiederschau. Gar zu gern hätte ich ihn hier­behalten. Aber der Schlingel wollt nit. Partout mußt er in die Fremde. Warum? Well er das Neue für etwas Besseres hält als das Mte. Und heute reist der Franzl ab."

Damit hatte sie eine genügende Erklärung für ihre roten Augen gegeben. Maria Theresia, die selbst zwölf Kinder besaß, verstand die Muttergefühle der Kammer­frau, die nur diesen einen Sohn hatte, vollkommen. Amein sie, die mächtige Katserin, durfte ihre kostbare Beit nicht länger mit Plaudern verfäumen. Pflicht und Arbett riefent fie.

Der Leibpage erschien und meldete, daß der Kanzler, Graf Kaunis, zum Vortrag eingetroffen fet, und war der Vortrag vorüber, galt es, Audienzen zu erledigen. Dann erst gehörte sie ihrer Familie.

Maria Theresia nickte ihrer Kammerfrau gültig au, ehe sie majestätischen Schrittes über die Schwelle rauschte. Lafaien und Pagen riffen die Tür vor ihr auf. Ste ging über den Korridor und trat in ihr Arbeits­zimmer, in dem sich bereits ein mit großer Sorgfalt gekleideter Kavalier befand. Das war der österreicht­sche Kanzler, Graf Kaunitz. Ein Herr in den besten Jahren, schlank und geschmeidig, mit einem feinen, burchgeistigten Gesicht und blasser Gesichtsfarbe. Aber bie Blässe war nicht krankhaft, sie kam daher, daß der Graf, sofern er es hindern konnte, keine Promenade zu Fuß unternahm, sein Gesicht nie der frischen Luft

nerstag nachmittag noch eine Unterredung mit dem fran­zösischen Botschafter Cambon.

Der Termin für die nächsten Reichstagswahlen soll, wie verlautet, auf den 15. Januar festgesetzt werden. Das tönnte ungefähr stimmen.

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Nene Spionageaffären beschäftigen zurzeit die Mi­litärbehörden. In Würzburg wurde ein französi= scher Kunstmaler, der sich mit mehreren Artilleri­sten über die Zünder der Kanonen unterhielt, unter Spionageverdacht verhaftet. Der Maler hat auch die Leute zu weiteren Zusammenfünften bewegen wollen. Ueber eine noch in Dunkel gehüllte Spionageaffäre berichtet die Niederrheinische Volkszeitung": Einem Husaren des Krefelder Husarenregiments fam vor zwet Monaten der Karabiner abhanden. Da er über den Ver­bleib sich nicht ausweisen konnte, wurde er mit Arrest bestraft. In den letzten Tagen nun ging durch die Post in einem Batet verpackt der Karabiner an das Regiment ein, und zwar anonym aus Frankreich. Ueber den Sachverhalt verweigert das Regiment jede Auskunft, so daß Näheres nicht zu erfahren ist.

Die Unterstüßung der Tabakarbeiter, die durch das neue Gesetz beschäftigungslos geworden waren, hat am 15. August thr Ende erreicht. Es waren für diese Un­terstützung zunächst 4 Millionen vorgesehen. Später bewilligte der Reichstag noch einmal 750 000 Mark. Dann wurde das Reichsschazamt ermächtigt, auch in besonderen Fällen noch weitere Unterstützungen zu ge= währen, die über die gesetzlich bewilligten Mittel hin­ausgingen. Im ganzen sind etwa 6 750 000 Mart an Unterstützungen an Tabafarbeiter gezahlt worden.

Der persische Erschah ermordet? In Teheran ver­lautet nach einer Reuter- Meldung, daß der frühere Schah ermordet worden set. Es liegt noch keine Be­stätigung des Gerüchtes vor, man weiß aber tatsächlich nicht, wo sich der Erschah zurzeit befindet.

Kleine Nachrichten.

Ein Technifer als Straßenräuber. Die Düsseldor­fer Polizei verhaftete den Technifer Bunsch aus Berlin wegen Raubes. Er hatte gesehen, daß eine Dame beim Bostamt einen Geldbetrag von 1200 Mark erhoben und das Geld in eine Ledermappe gesteckt hatte. Er ver­folgte die Dame, entriß ihr auf der Straße die Tasche und suchte zu entkommen, wurde aber bald verhaftet.

Im Badezimmer erschossen. Der Kommandant der Zivilgarde von Valencia ist von seinem Burschen im Badezimmer seiner Wohnung durch einen Revolver­schuß ermordet worden. Der Mörder tst geflohen und fonnte bisher nicht festgenommen werden.

Beim Nafieren vom Blitz erschlagen. In Toskana wurde ein Barbier vom Blize getroffen, während er gerade dabei war, einen Kunden zu rasieren. Der Un­glückliche stürzte fot zu Boden, während das Messer set­nen Händen entglitt.

Im Freiballon über die Apenninen. Der Freiballon " Basiliola" legte die Strecke Mailand bis Florenz in neun Stunden zurück. Er überflog dabei die höchste Er­hebung des Apenninengebirges und erreichte eine Höhe von 4650 Metern.

Drei Personen in einem Brunnen ertrunken. In Wald bet Solingen brach bei Reparaturarbeiten in et= nem Brunnen ein Gerüst zusammen. Der Klempner­meister Beerhaus, sein Sohn und ein Gehilfe stürzten in die Tiefe und ertranten.

Während eines Gewitters schlug der Blizz im Städt­chen Zawichost in Russisch- Polen in ein überfülltes isra­elitisches Bethaus ein und tötete und betäubte acht der dort Versammelten.

Ein großer Wettersturz wird aus dem Alpengebiet gemeldet. Bet 0 Grad ist auf den Bergen Neuschnee gefallen.

Um das Luftschiff Schwaben" zu sehen, ellten in Cannstatt die Arbeiter einer Maschinenfabrik auf die Blattform des Hauses. Dabet trat ein Arbeiter einen Schritt zu weit zurfict, fiel fiber die Plattform auf das 2' Glasdach, during co, sie auf eine Drentant und war jofort tot.

Eine der ältesten Einwohnerinnen Deutschlands ist die Lehrerwitwe Auguste Beck in Emmanuelssegen in Oberschlesien, die vor kurzem das 103. Lebensjahr voll­endete. Von ihren vier noch lebenden Kindern ist das älteste 80, das jüngste 67 Jahre alt.

Süttenbesitzer v. Vopelius- Sulzbach, Mitglied des preußischen Herrenhauses, ist gestern in St. Blasien ge­torben. V. stand als Besitzer der Glashütte Eduard Bopelius an der Spitze des 1880 von ihm selbst gegrün­beten Vereins rheinischer Tafelglashütten und lange Belt Direktor des Zentralverbandes deutscher In­bustrieller.

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Das bekannte Berliner Versammlungs- und Ver: gnügungslokal Kellers Nene Philharmonie" in der

auszusetzen pflegte. Alles in allem war er ein schöner Mann, der, was auch Maria Theresia zu schäßen wußte, die vollendeten Manteren des Weltmannes besaß. Nicht umsonst war er zwei Jahre Gesandter am Hofe zu Pa­ris gewesen.

Aber nicht nur mit den Formen, auch mit den diplo­mattschen Diensten des Grafen war die hohe Frau zut­frieden. Seiner Bemühung war es gelungen, die ge­spannten Beziehungen zwischen den Höfen von Wien und Paris erheblich zu mildern. G

Liebenswürdig reichte sie ihm die volle Hand, die der Günstling an seine Lippen führen durfte.

Beginnen Sie, Heber Graf," sagte sie und ließ sich auf den gepolsterten Sessel vor ihrem mit elfenbein­figuren ausgelegten Schreibtisch aus Ebenholz sinken.

Kaunitz hielt Vortrag. Er sprach sehr gemessen, fast ein wenig pedantisch. Dabet zog er hin und wieder aus der Mappe, die er in der Hand hielt, verschiedene Pa­piere, die er seiner kaiserlichen Herrin vorlegte. Marta Theresia unterzeichnete sie entweder sofort, oder, falls fte genaueren Einblick in das Aftenstück zu nehmen ge­dachte, legte sie es beiseite.

Der Kanzler war zu Ende. Mit einer leichten Ber­neigung trat er einen Schritt vom Tische zuritd. Die Kaiserin blickte auf, fie hielt noch den Federkiel spielend in der Hand.

Wissen Sie, daß ich fast ein wenig enttäuscht bin, Heber Graf?" sagte fie, Sie hatten mir neulich ver­schiedene Andeutungen gemacht, daß ich sicher meinte, heute ganz besondere Neuigkeiten zu erfahren. Aber die gab es nicht."

Der Graf zuckte die Achseln.

Majestät, die Rückkehr des Kuriers aus England hat sich infolge des schlechten Wetters verzögert. Aber alles in allem genommen, erwarte ich von seinen Be richten und Briefen nicht mehr, als was ich bereits die

Köpenickerstraße tft in Bahlungsschwierigkeiten geraten. Die Paffiven werden ausschließlich der Hypothekenschul den auf 2 bis 300 000 Mart geschäßt.

Keine Spur von Richter. Der türkische Minister des Aeußern fragte bei den türkischen Vertretern t Sofia an, ob in Bulgarien irgendeine Spur von In genieur Richter entdeckt worden sei. Der Vertreter ver neinte.

Im Effener rheinisch- westfälischen Elektrizitätswerk fam gestern im Hauptkabelschacht Feuer aus. ganze Versorgungsgebiet war mehrere Stunden ohne Strom. Die großen Zechen und Werke suchten durch Umschalten den Schaden zu beheben.

Die

Vermischtes.

Ein blutiges Drama im Trierer Garnisonlazarett Rhein.- Westf. 3tg." schreibt: Beutnant Chamier Gliszinsky vom Infanterieregiment Nr. 29 lag seit eini­gen Tagen als Leichtverleßter im Trierer Lazarett. Gestern nachmittag traf sein 29 Jahre alter Bruder, ein Kaufmann aus Hannover, bei ihm ein. Beide be fanden sich allein im Krankenzimmer, als plötzlich ein Schuß frachte. Der Leutnant war durch einen Schuß in den Hinterkopf durch seinen eigenen Bruder getötet worden. Angeblich liegt der Grund zur Tat auf inter­nem militärischen Gebiet. Der Täter wurde verhaftet; er soll Reserveoffizier fein. Wie verlautet, gab der Kaufmann v. Chamier- Gliszinsky beim Verhör an, daß er auf den Bruder erst auf dessen ausdrücklichen, wieder Holten Wunsch den tödlichen Schuß abgegeben habe. Mit dieser Aussage stimmt überein, daß der junge Of­fizier geistig nicht normal war, weshalb er in das Las garett eingeliefert worden war, und demnächst den Dienst quittieren sollte. Nach einer anderen Lesart ging der grausigen Tat ein heftiger Streit zwischen den Brit dern voraus. Der Kaufmann machte in den letzten Tagen dem Leutnant heftige Vorwitrfe darüber, daß er jetzt aus dem Heere austreten müsse. Der Erschossene hat frither in Berlin einen Selbstmordversuch gemacht. Der andere Bruder will die Absicht gehabt haben, nach der Tat auch sich selbst zu erschießen.

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Ein Zuchthäusler, der nm ein Tobesurteil bittet. Ein eigenartiges Gesuch hat ein Einbrecher, der jetzt eine vierjährige Zuchthausstrafe in Brandenburg ver büßt, an die Staatsanwaltschaft gerichtet. Das Gesuch lautet: Aus Anlaß des nächsten Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers und Königs von Preußen bitte ich um Fürsprache eines Todesurteils. Ich bin wiederholt mit Gefängnis und Zuchthaus bestraft und möchte nut die letzte Strafe des Verbrechertums kennen lernen." Es ist anzunehmen, daß die Sehnsucht nach der letzten Strafe des Verbrechertums nicht dem Lebenstberdruß des Gesuchstellers entspricht, sondern vielmehr die Sehn­sucht nach der Freiheit. Der Betent hat wohl angenom men, daß ein derartiges Gesuch die Staatsanwaltschaft veranlassen wird, ihn auf seinen Geistesaustand unter­suchen zu lassen, und daß er eventuell auf Grund eines psychiatrischen Gutachtens aus dem Zuchthaus entlassen werden würde. Die Staatsanwaltschaft hat aber weder ein Todesurteil befürwortet, noch eine psychiatrische Untersuchung veranlaßt.

Die Rachegelfiste der Neger. Die vor einigen Tas gen gemeldete, an einem Neger in Goatesville( mis­fourt) durch Rösten am Pfahl verübte Lynchiustiz bat die schwarze Bevölkerung der Gegend in ungeheuere Aufregung versetzt. In Versammlungen schwören die Neger, Nache an den Weißen zu nehmen, besonders an den 40 mastierten Männern, die den Neger aus dem Gefängnis holten und an den Pfahl fuüpften, Wieder­vergeltung zu fiben. Man befürchtet eine regelrechte Schlacht zwischen den Negern und Weißen in Coates­ville. Die Stadt ist daher militärisch besetzt worden und ein verstärktes Aufgebot von Konstablern bewacht die vor dem Orte gelegenen Landhäuser der Weißen. Da die Erregung unter der schwarzen Bevölkerung je­doch ständig zunimmt, alaubt man faum, daß noch so strenge Maßnahmen diese von einem Racheaft werden abhalten können.

Millionärsfreuden. In Los Angeles in Kalifor­nten ist der Einsiedlermillionär" E. P. Phipps gestor­hen, mit hit ein Sondering aus sent aucie ber amerikanischen Multimillionäre geschieden, der seit Jah­ren unter dem Wahn litt, beständig von Mitaliedern der Schwarzen Hand" verfolat zu werden. Er be wohnte daher im Hotel Van Nuys" ein besonderes für thn hergerichtetes Zimmer, dessen eisenbeschlagene T- ren und vergitterte Fenster von Eindringlingen nicht au öffnen waren. Seit acht Jahren hatte er diefes große Gemach nicht verlassen. Nur wenigen Bekannten und Geschäftsfreunden, sowie feinem Diener John war der Zutritt gestattet. Test fit er eines natürlichen Todes estorben. Keine Bombe der Schwarzen Hand" hat thn ins Jenseits geschafft.

Revolverattentat auf einen Boftbeamiten. Einen Mordanfall verübte Dienstag nachmittag in Dissen ( Prov. Hannover) der Berainvalide Gobec aus Erpen. Er drang mit einem fünffach geladenen Revolver in

Ehre hatte, Eurer Majestät mitzuteilen. Seten wir auf unserer Hut. Eine Freundschaft zwischen England und Preußen fann uns viel verderben, und ich fürchte, die Freundschaft ist gesichert..."

" Bah," machte die Kalferin, Sie sind ängstlich ge­worden, lieber Graf. König Friedrich, mein erlauchter Gegner während zweter Kriege, ist wahrhaftig nicht der Mann, um Bundesgenossen zu gewinnen. Alle Welt be­trachtet ihn mit mißtrauischen Augen, Neid ist das beste Isolierungsmittel... glauben Sie..."

Kaunitz blickte seine Gebieterin ernst an. " Dieser soi- disant Rönig von Preußen hat zwet nicht zu unterschätzende Bundesgenossen, und das ist sein Geist und seine Armee. Gegen diese Bundesge nossen kämpft nur die erbrüdende Uebermacht erfolg reich, und kämpfen wir, muß der Erfolg sicher sein, sonst ist eben alles verloren. Er, der aus der Krone Eurer Majestät den Edelstein Schlesien gebrochen hat.." " Nicht für immer, Kaunis," warf die Raiserin ein, Schlesten erobere ich zurüc

Und wann, Majestät, wann?" Die Kaiserin beachtete den Einwurf nicht. Sie wiederholte: Schlesien erobere ich zurück. Darauf habe ich mir das Wort gegeben."

So wollen wir es einlösen, Majestät, rief Raunth. Ich hatte beretts neulich die Ehre, Eurer Majestät zut bemerken: die Zeit ist nahe, mehr als das, es ist hobe Beit und der Moment gekommen, um mit dem Feind Abrechnung zu halten. Unser Heer ist trefflich gerfistet, der Staatsfädel gefüllt. Wir haben Bundesgenossen gewonnen, die kleinen deutschen Reichsfürsten stehen fast alle auf unserer Seite. Für uns ist das mächtige Rußland, will sagen, Raiserin Elisabeth, und was Sach­fen anbetrifft, so brennt König August darauf, fich an ben Preußen zu rächen. Die Bett ist günstig. Später? Mein Himmel, wer weiß, ob da nicht in Eurova Kom­

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