Ausgabe 
18.11.1911 Zweites Blatt
 
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Gießener Zeitung

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Bezugspreis 40 pfg. monatlich

( Neueste Nachrichten)

sierteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­msgabestellen vierteljährlich 90 Pig. Erscheint Dienstags, Donnerstags, Samstags. Redaktion:

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Geltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

hen von Nr. 225. Ba

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Berit feinjinni

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( 2. Blatt)

tradhtungen Zum Mittelstandskongress des

und fraftvolle Mann u. Fr

Hansa- Bundes.

Die Verhandlungen des Mittelstandskongresses des des Stranjanja- Bundes vom 5. und 6. November haben die Er­geb. Mt. 4.5utungen, die an sie geknüpft worden sind, nicht nur fasserin versoll erfüllt, sondern noch weit übertroffen. Von allen diese kernige den hörte man aus den Kreisen der Teilnehmer, daß ie versteht Beratungen durch die vornehme, in ihnen zum Aus­reden, daß und gekommene Gesinnung, durch die Rücksichtnahme wind zu atmen andere Interessen und das Gemeinwohl und en Bildung filem durch die tiefgründige fachliche Art einen geradezu

von

vor

isternden Eindruck gemacht haben. Ein wesentlicher eil an diesem günstigen Verlauf gebührt dem Präsi­en des Kongresses, Herrn Ehrenobermeister Richt, Derka als Bertreter des Mittelstandes im Präsidium des

mpen, Knoche

Enthält alle amfl. Bekanntmachungen

der Großherzoglichen Bürgermeisterei

des Großherzoglichen Polizei- Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 85. ( Haus Brüder Schmidt.)

Samstag, den 18. November 1911.

ganze Gebiet der Handwerkerfragen. Beson­ders hervorgehoben muß hierbei werden, daß nach aus­führlicher Debatte und nach eindrucksvoller Empfehlung durch den Vorsitzenden der Berliner Handwerkskammer, Landtagsabgeordneter Rahardt, mit allen gegen sieben Stimmen der Beschluß gefaßt wurde, die Einführung des zweiten Teiles des Gesetzes betr. Sicherung der Bau­forderungen zu empfehlen. Das Präsidium des Hansa­Bundes wird sich also über diese Forderung des Kon­gresses schlüssig zu machen haben.

Ueber Konsumvereine und Beamtenkon­sumvereine referierte einer der anerkanntesten Vor­

kämpfer des deutschen Detaillistenstandes, der Präsident

Seine Ausführungen waren so wirkungsvoll, daß der Bremer Klein- Handelskammer, Herr Neddermann. Versammlung einmütig an das Präsidium des Hansa­Seine Ausführungen waren so wirkungsvoll, daß die Bundes das Ersuchen richtete, zur Frage der Konsum­vereine dahin Stellung zu nehmen, daß jede steuerliche und sonstige Bevorzugung der Konsumvereine zu be­seitigen und Beamtenkonsumvereine nur dort zuzulassen

dige.

atja- Bundes die Leitung der Verhandlungen über­men hatte. In kurzen, warmen und zündenden fing, Blet, giren schlug der bekannte Handwerkerführer sofort die beln, Betten, hige Tonart an, indem er erklärte, daß er keine par- seien, wo der Kleinhandel die Bedürfnisse nicht befrie und Silberfadpolitischen Erörterungen zulassen werde; die einzige Antiquitäten. fgabe des Kongresses sei eine würdige, sachliche und nberger, Gierlich Nutzen bringende Untersuchung und Aussprache eugen Sie sich die brennenden Mittelstandsfragen. Nach diesen ndsätzen ist der Ehrenobermeister Richt die nur 6 Me Tage streng verfahren und hat dadurch nicht entoir- Gloria- Sibe Erledigung der gewaltigen Tagesordnung ermög­it 3 stark. Kaps jondern auch jeden Mißton und jede persönliche kel, Ankerwerk, rje ferngehalten. end, genau gehe

ganzen

nur

ette und Anhänge Die Einführung des Kongresses in die sachlichen Ar­he. Gegen Nun hatte der Präsident des Hansa- Bundes, Herr Ge­6 Mark zollfrei. rat Riesser, übernommen. Er hob in seiner hin­Mich. Horowilden Art die großen allgemeinen Gesichtspunkte her­und ließ wieder seinen das Bürgertum aufrütteln­Kampfruf ergehen, endlich die Schlafkrankheit zu vinden. Stürmischer Beifall unterstrich seine Mahn­an den Mittelstand: Heraus mit der gienen Arbeit!

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Mach Riessers Rede stand es für alle sofort fest, daß for Kongreß nicht in engherziger und kurzsichtiger Jn­effenvertretung untergehen, sondern seine Beschlüsse von er höheren Warte aus fassen würde. Die Referate ren durchweg so gut wie erschöpfend und die Aus­ahen, die über die einzelnen Fragen erfolgten, brach­Einzelheiten in einer Fülle, wie sie bisher kaum be­

Einen durchschlagenden Erfolg für den Hansa- Bund bedeutete das Referat des Herrn Oberbürgermeisters Knobloch über das Submissionswesen und den vom Hansa- Bund ausgearbeiteten Gesetzentwurf zur reichsgesetzlichen Regelung des Submissionswesens. Nur eine Stimme der Anerkennung erscholl für diese schwie­

rige Arbeit des Hansa- Bundes aus der Versammlung, die denn auch in einer einmütig gefaßten Resolution ihren Dank an den Hansabund Ausdruck gab.

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Einen würdigen Abschluß fand der Kongreß durch das Referat des Herrn Kommerzienrats Schmahl- Mainz über den Ausbau unseres gewerblichen Bil­dungswesen s. In plastischer Klarheit ergab sich aus den Ausführungen des Redners die Notwendigkeit einer stetigen Verbesserung der Vor- und Ausbildung des gewerblichen Nachwuchses und der Weiterbildung der schon in verantwortlicher praktischer Tätigkeit findlichen Kaufleute und Handwerker. Kommerzienrat Schmahl sprach nur aus, was der ganze Kongreß von Anfang bis zu Ende empfunden hatte, wenn er darauf hinwies, daß der Gewerbestand die engste Fühlung zum Geist und zur Bildung der Zeit aufrecht erhalten und sich aller Vorteile bedienen müsse, die die moderne Ent­ein glänzendes Seitenstück zu der Riesser'schen Forderung: Vorwärts, nicht rüdwärts!

narien Edelrolet worden ist. Die Hebung des kleinge- widlung mit sich bringe. Das ganze Referat war was es gibt), Stablichen Kredites war das Thema, das an

5-15 M., zahm, anfangend bis 20 Mart.

Spitze stand. Der Direktor des Hansa- Bundes, enbürgermeister Knobloch, und der als Sachverstän­en weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus be­

Bretschmere Stadtrat Jung- Neiße trugen umfassende Unter­

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Freuden

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ungen darüber vor und hatten die Genugtuung, aus Bersammlung zu hören, daß ihre Gedanken über­befruchtend gewirkt haben. Die Meinung des Kon­ging dahin, daß das Borgunwesen durch alle nen mitellen, das irgend wie praktisch erscheinenden Mittel bekämpft der Kredit des Mittelstandes vor allem durch die berung des Genossenschaftswesens gehoben werden ja Die Frage der Diskontierung der Buchforderun­blieb offen. Aufgabe des Präsidiums des Hansa­des soll es sein, die Förderung des mittelständischen Flechten weſens weiter zu klären und einer praktischen Lö­zuzuführen.

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P. H.

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aber

potheken vorrätige Fragen des Detailhandels besprach

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11sgezeichneten Vortrag der Vorsitzende des Zentral­inbowse man zurici bijes für die Geſamtintereſſen des Deutſchen Ein­

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das beste

ndels im Hansa- Bunde, Herr Dr. Köthner, der als stellvertretender Präsident des Kongresses fun­Er stellte die Notwendigkeit fest, das Sonder­tunwesen, die Wanderlager, den Kreditbetrug und nlauteren Wettbewerb zu bekämpfen, und konnte en, daß das Präsidium des Hansa- Bundes seine terung hierbei zur Verfügung gestellt habe. Auch Barenhausfrage schnitt der Referent in vorurteils­Weise an und bewirkte dadurch, daß eine restlose le über alle Detailhandelsfragen erfolgen konnte. Bon ebensolcher Gründlichkeit war das Referat des Klempnermeisters Barschat- Königsberg über das

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Hervorzuheben ist noch, daß der Mittelstandskongreß des Hansa- Bundes sich einmütig dem Protest schlossen hat, den der Vorstand des Zentralausschusses für die Gesamtinteressen des deutschen Einzelhandels im Hansa- Bunde sofort nach den Teuerungsdebatten im Reichstage gegen die den Groß- und Kleinhandel herab­würdigenden Vorwürfe des Reichskanzlers und des

preußischen Landwirtschaftsministers erhoben hat. Die

Wirkung ist ja auch nicht ausgeblieben, die Regierung befindet sich schon auf dem Rückzuge, und Unterstaats­sekretär Richter hat zugegeben, daß entgegen den Acu­Berungen des Kanzlers im Reichstage, den Kleinhandel die Schuld an der Teuerung nicht träfe. Es bestätigt sich sonach die alte Erfahrung: sich wehren bringt Ehren! Der Hansa- Bund wird auch für den Mittelstand weiter auf dem Posten sein, wenn es gilt, unberechtigte An­griffe abzuwehren.

Boithuriums Magloffen.

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( Gießener Tageblatt)

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