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die Leute en haben.

Gießener Zeitung

( Neueste Nachrichten)

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stertelfährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, fret ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­

der Großherzoglichen

msgabeftellen vierteljährlich 90 Pig. Erscheint Bürgermeisterei

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Dienstage, Donnerstags, Samstags. Redaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Nr. 224.

Telephon: Nr. 362.

Die Fortschrittliche Volkspartei

hale gestern, am Vorabend der Stichwahl= ruckten, nac lacht, noch eine Wählerversammlung in Urkunde ers Sins Garten einberufen, die sich gleich den vorhergeh­e Notar Jenen, zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte. Nach eini­6. Septemberger einleitenden Worten der Vorsitzenden, Justizrat en sind, in 3 und des bekannten Rittergutsbesitzers Becker­gebraucht Bethmannshagen, ergriff der freisinnige Kandidat Pro­b Jeff or Urst a dt das Wort. Er schilderte die politische ich günstige age im Reich und wies darauf hin, daß im Reichs­et ferner, dal fagt ein gemeinsames Vorgehen der beiden liberalen ten und Leute Bateien zustande gekommen sei. Die Ursachen, welche men und er fin gleiches Verhältnis in Hessen bisher verhindert ha­rordentlich we feien in der Struktur der Nationalliberalen Partei suchen. Diese habe mehr darnach getrachtet, ihre Dendate zu erhalten als sich ihre liberalen Prinzipien bewahren. Um ihre Zahl an Mandaten zu sichern, eweises bedajas jie, als ihr dies nicht mehr aus eigener Kraft ge­seren Angaben, die Hilfe der reaktionären Parteien angenommen. nicht übertrie daraus erwachsenden Verpflichtungen gegen rechts nd Ort angeten so im Laufe der Zeit die nationalliberale Partei auf ihre Rallionär verseucht. Sie müsse sich erst aus eigener treft daran heilen, um für die Fortschrittliche Volks­ch heure bündnisfähig zu werden. Vorläufig fönne man om den Nationalliberalen nicht erwarten, daß sie wei­tofrei e realtionären Bestrebungen der 1. Kammer einen teren Widerstand entgegenseze als in der vergangenen isnervi arbtagsperiode, geschweige denn mit aller Kraft für chweislich soldieroberung des an die Reaktion verlorenen Terrains n Fällen gebradampfen werden. Redner kam dann auf die Sozialde­eman diese Geko atie zu sprechen, tadelte den Versuch, diese als Bür­ten, bis die Gr 2. Klasse und als vaterlandslose, gefährliche Ge­en Sie heute le zu betrachten und zu behandeln. Er betonte, daß , Berlin WeWeltanschauungen der Sozialdemokratie zwar von ner des Freisinns grundverschieden sei, daß aber die­Bitte legte große Kampf der Geister noch weit im Felde he Erst müsse die Reaktion niedergeworfen werden Silfe der Sozialdemokratie. In dem dann folgen Postkar Rampf gegen die Weltanschauung der Sozialdemo­umsonst jei ihm um das Geschick der freisinnigen Weltan­Lung und ihrer Ideale nicht bange. Wer aber diese Geltung bringen wolle, den fordere er auf, ihm H., Berlin, ne: Stimme zu geben.

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Sebhafter Beifall folgte den Ausführungen des Kan­aten, worauf Rittergutsbesitzer Beder das Redner­betrat und bald die Zuhörer in seinen Bann ge= er hatte. Er wies zunächst auf einige im Gießener g kostenlos erzenger" erſchienene Wahlaufrufe von einem Arbeiter" fieben Wählern" hin, die den Sozialdemokraten einer Stimmenabgabe für Professor Urstadt abrie­Redner wies aus seinen eigenen Erfahrungen nach, olche Mittel jedes Mal ohne Erfolg in den drei hm mitgemachten Wahlen mit gleicher Parteigrup­ung wie hier versucht worden seien, aber auch noch erre. Dies zu beweisen, sei er in seinem Prozeß ver­est worden, obgleich seine Zeugen vor der Tür ge­den hätten. Dafür wolle er die Sache hier, wie er

undem die geschlossenen Fenster bei der unglaublichen Site Diese Weise seine still Angebetete feit Tagen nicht gefehen hatte, schwirrenden tleinen Gefellen, und da der August an furchtbarer Diese stand ebenso targte, so war die Situation allerdings teine angenehme. aus dem gegenüberliegenden Flat, der auf

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nuch schon an einigen anderen Stellen gemacht habe, tlich vorbringen. Redner beschuldigt nun unter na­tlicher Nennung die in der Angelegenheit handeln wichtigeren Personen, die konservative Partei, daß im Bommern im Wahlkreis Greifswald- Grimm die ialdemokraten mit zwei braunen Lappen und die finnigen mit einem für Stimmenenthaltung zu ge­nan versucht hat. Ferner versprach ein dritter Ab­nister einem Arbeiter 1 Mk. für jede nicht abgegebene aldemokratische Stimme. Redner kam dann auf ußerung des Wahlaufrufes der Nationalliberalen prechen man solle einen unabhängigen Kandidaten

let und führte aus, wenn es wirklich in Hessen Fall sei, daß ein Beamter politisch nicht unabhängig Enne, so müsse man gerade deshalb Urstadt wäh= un darin Aenderung zu schaffen. Sehr interessant ten sich die Ausführungen Beckers über die kon­the Partei in Preußen. Der Kampf mit ihr sei und beschwerlich, doch habe er den Vorteil, daß der ter in vollem Umfange Farbe bekenne. Redner be­este den bei der Finanzreform so berühmt geworde­Familiensinn" an der Hand eines Antrages der mativen betreffend Fideikommisse. Dort wird klipp flar ausgeführt, diese Einrichtung bezwecke die Er­rug und Erhaltung des Glanzes einiger hervorra= Familien auf Kosten der anderen. Zur Begrün­ber Ablehnung eines geheimen, direkten Wahl­für Elsaß- Lothringen und Preußen werde preußischen Junkern die preußische Eigenart" ins geführt, die es mit sich bringe, daß der Preuße lich wählen könne. Redner entwickelte eine andere

von

des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberheffens Expedition: Seltersweg 83.

sowie vieler anderer­

( Haus Brüder Schmidt.)

Freitag, den 17. November 1911.

( Gießener Tageblatt)

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4prozentige Lohnerhöhung erhalten.

23. Jahrg.

Um Kartoffeln beim Ankauf für den Haus­fache Verfahren empfohlen: Man zerschneide eine Knolle halt auf ihre Güte zu prüfen, wird folgendes ein­und reibe beide Stücke aufeinander; wenn dieselbe gut und mehlig ist, so kleben die beiden Stücke zusammen und es zeigt sich an den Rändern und an der Ober­fläche ein leichter Schaum. Wasser darf selbst beim Druck tein Tropfen ausfließen. Wo dies der Fall ist, kochen sie sich wässerig und schmecken schlecht. In der Farbe soll das Fleisch weiß sein und etwas in das Gelbliche spielen. Von ganz gelbem Fleisch behauptet man, daß sich die Knollen meistens nicht gut kochen.

Auffassung von der preußischen Eigenart. Er schildert| 20 Pfg. zu gewähren. Die Bahnarbeiter sollen eine mit packenden Worten die Tage Friedrichs des Großen vor Leuthen gegenüber dem dreimal so starken Feind Messieurs, dort steht der Feind, wir werden ihn an= greifen, Pardon wird nicht gegeben!" Diese Worte zeu gen von schlichter Heldengröße, von wahrer preußischer Eigenart". Aber diese preußische Eigenart" sei nicht ge­storben, sie sei auf den Feldern der großen deutschen Kriege zur preußisch- deutschen Eigenart" geworden. Sie offenbare sich auch nicht nur auf den Schlachtfeldern. Der Gelehrte in seiner Stube, der in treuer Wachsam feit und angespannter Aufmerksamkeit für das Wohl und Wehe hunderter sorgender Führer an den Hebeln der dahinrasenden Maschine, der Matrose im schwanken­den Mastkorbe, der fleißige Arbeiter an seinen Geräten, sie alle seien Träger der preußisch- deutschen Eigenart". Diesem Umstand aber hätten wir es zu verdanken, daß unserer Reich einen so überwältigenden, riesenhaften Auf­schwung genommen. Man habe nicht mit Unrecht ge­sagt, wir hätten unsere Siege durch den deutschen Schul- sicherung, die der bestehenden Invalidenversicherung an­meister gewonnen. Dem könne man hinzufügen, daß gegliedert ist, werden neue Invalidenmarken herausge auch in den Schlachten des Weltmarktes die deutschen geben. Ein besonderer Beitrag wird für diesen neuen Siege mit Hilfe des deutschen Schulmeisters gewonnen Versicherungszweig nicht erhoben, sondern die bisheri­feien. Darum müsse man mit Freuden dem Manne die Stimme geben, der mit aller Kraft dafür eintreten gen Beiträge für die Invalidenversicherung sind ent­werde, dem deutschen Schulmeister seine freie, unabhän- sprechend erhöht, so daß sich die Säße wie folgt stellen gige Stellung zu bewahren oder zu erkämpfen. Der werden: Lohnklasse 1 16 Pfg.( zurzeit 14 Pfg.), Klasse Redner kommt dann ebenfalls auf die Sozialdemokra- 2 24 Pfg.( 20 Pfg.), Klasse 3 32 Pfg.( 24 Pfennig), tie zu sprechen und hebt auch hervor, daß eine Nieder- Klasse 4 40 Pfg.( 30 Pfg.), Klasse 5 48 Pfg.( 36 Pfg.). werfung der Reaktion ohne Mitwirkung der äußersten Die neuen Marken sollen schon im Dezember zur Aus­Linken, ohne den Großblock unmöglich sei. Die Natio­nalliberalen würden sich an diesen Gedanken gewöhnen

müssen. Redner habe überall in letzter Zeit einen eigen­artigen Zug im deutschen Volke bemerkt: es wolle nicht mehr so weiter regiert werden. Der verstorbene König Eduard 7. von England habe seinen neuen Premier, der als solcher in einem Wahlkreis gewählt sein muß, mit den Worten empfangen: Sie haben das Vertrauen des Volkes, also auch meines". In England, das nicht auf einer so breiten Basis der allgemeinen Volksbildung ruhe wie Deutschland, habe man die freisinnigen Ideen im Kampf mit der Reaktion zur Geltung gebracht. Auch in Deutschland sei dieses möglich. Der Liberalismus müsse in dem großen Wahlkampfe von dem furor teu­tonicus ergriffen werden, dann könne er die Reaktion niederringen. Redner wies dann zum Schluß ebenfalls darauf hin, daß die für Urstadt" abgegebenen Stimmen nicht der Person gelte, sondern gegen ein ganzes reak­tionäres System, das niedergestimmt werden müsse von dem Liberalismus, der für Freiheit und Fort­schritt kämpft. Jeder müsse sich flar werden, ob er dieser Weltanschauung zum Siege verhelfen wolle. Dann sei die Losung gegen die Reaktion und alle, die sich nicht reinlich von ihr scheiden: Dort steht der Feind. Wir müssen ihn angreifen. Pardon wird nicht gegeben!"

Minutenlanger Beifall folgte den zündenden Wor­ten des Redners. Nach einer kleinen Pause wurde in die Diskussion eingetreten, in der nur zwei Mitglieder

* Neue Invalidenmarken. Mit der am 1. Januar 1912 in Kraft tretenden Hinterbliebenenver­

gabe gelangen. Die nicht verwandten Bestände der al­ten Marken werden von den Versicherungsanstalten ge= gen bar zurüdgenommen. Versicherungspflichtig ist je­der vom vollendeten 16k Lebensjahre gegen Gehalt oder Lohn beschäftigte Arbeiter, Lehrling, Geselle, Dienst­bote, Handlungsgehilfe, Betriebsbeamte, Werkmeister 2c., sofern ihr Jahresarbeitsverdienst den Betrag von 2000 Mark nicht übersteigt. Für nur freien Unterhalt Be­ſchäftigte sind versicherungsfrei.

n Die Nachricht, daß die vermißte Marie W. von Liederbach, die hier die Aliceschule besuchte, als Leiche aus der Lahn geländet sei, hat sich als irrtümlich her­ausgestellt und beruht auf einer Verwechselung. Die Vermißte ist bis heute nicht aufgefunden.

o Langen. Dem hiesigen sozialdemokratischen Wahlausschuß wurde ein Teil der Wahlkasse im Be­trage von 136 Mark in der Nacht entwendet. Einen noch größeren Betrag, der am gleichen Orte aufbewahrt wurde, ließ der Dieb sonderbarer Weise liegen.

o Friedberg. Unsere Gewerbeakademie feiert am 17., 18. und 19. d. Mts. ihr 10jähriges Bestehen.

o Alsfeld. Das Projekt einer Eisenbahn von dürfte seiner Verwirklichung bald näher rücken. Die end­Alsfeld nach Niederaula mit Abzweigung nach Schlitz gültige Entscheidung des preußischen Eisenbahnministers über die Linienführung Alsfeld- Eifa und damit über den eigentlichen Beginn der Arbeiten ist in Kürze zu erwarten.

auch

der sozialdemokratischen Partei das Wort ergriffen. Der erstere von ihnen befürwortete nach einigen kurzen Wor­ten die Stimmabgabe für Professor Urstadt. Der andere Aus dem Rheingau. Ein Weingutsbe­Redner, Beckmann, betonte in etwas längeren Aus­sizer in Winkel ließ alle vom Heu- und Sauerwurm be­führungen die Notwendigkeit, sich der politischen Situa= Bütte tion anzupassen und mit der Fortschrittlichen Volkspar- fallenen Trauben sammeln und tat sie in eine tei gegen die Reaktion und ihre Begünstiger Front zu machen. Seine Partei stehe den erwähnten Aufrufen im Gieß. Anz." der 7 Wähler" usw. fern. Er fordere alle Parteigenossen auf, Mann für Mann für Professor Urstadt zu stimmen.

"

In seinem Schlußwort spann Justizrat Metz die Schlachtlosung des alten Frizz noch etwas weiter aus im Sinne der Fortsetzung: Das Kavallerie- Regiment, das nicht sofort einhaut Er sei der Ansicht, daß viele Freisinnigen aus Gründen persönlicher Rücksicht= nahme in der Hauptwahl der Urne fern geblieben seien. Dieses Verhalten sei tadelnswert. Er hoffe, daß dies­mal alle ihren Mann stehen würden und die Fort­schrittliche Volkspartei zeige, daß sie sich auch aus eige­ner Kraft durchsetzen könne.

Aus Stadt und Land.

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geholt 1.00 MI. Gießen, 17. November 1911. * Teuerungszulagen bei der Eisen­bahnverwaltung. Infolge der zunehmenden Verteuerung aller Nahrungsmittel hat die preußische Eisenbahnverwaltung beschlossen, sämtlichen unteren Bahnbeamten bis auf weiteres eine tägliche Zulage von