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Stizzen aus Marotto.

Kleidung des wohlhabenden Mauren ist in Beschaffenheit ähnlich der des Landbewohners, doch je nach seinen Vermögens­verhältnissen reicher und schöner. Er trägt bunte Unterkleider aus feinstem blauen Tuche, bestehend aus kurzem Beinkleide, in Gold, Silber und Seide, gestickter Weste und Rock und darüber in malerischem Faltenwurf und gefälliger Farbenharmonie zwei Manteltücher, den ,, Soulhamm" und den ,, Djilabba", die er vielfach noch mit feinen, weißen Gazen umschlingt. Im Zollmagazin oder als Raid in der Richterbude an öffentlicher Straße auf weichen Kissen zu liegen, sich fächelnd, den vor ihm auf der Erde knienden streitigen Parteien bedächtigen Wortes seine mehr oder weniger weisen Ratschläge und Urteils. sprüche zu erteilen, gehört zu den höchsten seiner Wünsche.. Es kommt dabei gar sehr sein Geldbeutel in Betracht, denn solche Stellen muß er pachten; dafür gibt's aber die schönsten Hühner, Eier usw. die Fülle, denn er nimmt von den Leuten, was gerade sein Herz begehrt, und dabei wird er dick und fett. Das Leib. gericht jedes Marokkaners ist der sogenannte ,, Rouß- Rouß", welches er, um die Schüssel am Boden sitzend, mit der Hand zum Munde führt, da ihm Gabel und Tischmesser, wie auch Tisch und Stühle als unnütze Spiel­gegenstände der Europäer vorkommen. Selbst in meiner Pension, wo häufiger Araber besseren Standes von Freunden zu Tische ge laden wurden, blieben die Eßbestecke unan­gerührt neben den Tellern liegen. Als treuer Anhänger des Korans verachtet er den Alkohol; doch mancher ist schon von der " Zivilisation" angetränkelt. Er verabscheut den Alkohol nur solange er sich in Gesellschaft eines Glaubensbruders befindet, zu Hause aber, in seinem Seim, wehe der Flasche Wermut oder gar scharfen Absinthes, welche sich in seinem Besitze befindet. Aber auch in öffentlichen Tavernen fann man beobachten, wie mancher doch den Alkohol seinem Raffee oder grünen Tee vorzieht, jedoch nur heimlich: vor sich auf dem Tische hat er eine Flasche tühler Limonade stehen, während er unter der Bank oder auch auf derselben, mit seinem weiten " Djilabba" verdeckt, ein großes Glas Wermut usw. versteckt hält, um es in unbewachten Augen­blicken schnell zu leeren, während die Limonade nach Stunden noch fast unberührt dasteht.

gemessenen Schrittes und mit ernſtem Grabgesang: La ilaha ill allah Mohammed rasul illah"( Gott ist Gott und Mohammed ist sein Prophet) klingt es dumpf aus rauhen Männerkehlen als letzte Huldigung. Den Armen aber schleppt man fast ohne Begleitung im Laufschritt zum Grabe.

Marokkanische Regerin mit Brautgeschenken.

Der Bräutigam selbst darf seine Erwählte erst am Soch zeitstage sehen. Von einem zeltähnlichen Kasten umschlossen, sitzt sie auf einem Maultier oder Esel. Die runzelige Schwiegermutter trottelt, sich am Schwanze des edlen Tieres haltend, als Brautführerin oder An­standsdame mit ernster Miene hinterher, und unter ohrenzer­reißender Musik schmettern­der Holztrompeten wird die lnglückliche nachts beim Zauberlicht des Mondes und flackerndem Kerzen­schein ihrem zukünftigen Herrn und Gebieter zu­geführt. Mit größter Spannung erwartet der Bräutigam die ersehnte Braut, die er noch nie gesehen und von der man ihm soviel Gutes und Schönes erzählt hat. Entspricht sie seinen Erwartungen, empfängt er sie mit feurigem Kuß, ist sie aber häßlich, so denkt er demütig: ,, In schaallah mectoub"-" So steht es geschrieben im Rate des Herrn", und behält sie ohne Murren bei sich. Der glückliche Fatalismus des Ara­bers kennt keine Grenzen. Alles, das Gute und das Böse, kommt von Allah", und seines Gottes weisem Willen fügt er sich gerne als frommer Knecht. Der Tod ist eingekehrt in seine Familie. Tränen- und flagelos holt er die aus rohen Sölzern gezimmerte Bahre, hüllt den Leichnam in ein Tuch und ruft die Angehörigen und Freunde zusammen, und so bald wie möglich geht es auch schon hinaus in feierlichem Zuge, die Totenbahre auf den Schultern,

Der Europa zunächst gelegene Hafen Marokkos ist Landja der Name wird je nach der Nationa­lität verballhornisiert in Tanger, Tangdsche und Teendschien, ob man nun Deutscher, Franzose oder Engländer ist.

Wer die Reise von einem deutschen oder holländischen Safen aus beginnen will, benutzt die Reichspostdampfer. Wer dagegen Marokko etwa auf der Seimreise von einem Ausflug nach dem Mittelmeer als Abstecher mitnehmen will, kann von Neapel, Genua oder Algier aus entweder die genannte Linie auf der Rück­reise oder die Linie des Norddeutschen Lloyd von Genua- Neapel nach New­York benutzen. Beide Linien legen in Gibraltar an, von wo aus man fast täglich Gelegenheit hat, nach Tandja hinüberzu­kommen.

Tandja selbst! Der Dampfer anfert auf der Reede; zahlreiche Barkassen, von Eingeborenen gerudert, legen an. Agenten der diversen Hotels bestürmen den Ankömm­ling. Wer nicht vorher mit den Boots­leuten das Fährgeld vereinbart, hat im Kahn und beim Landen oder später im Hotel die größten Scherereien. Auf der hölzernen Landungsbrücke kostet es einen Brückenzoll. Die Benutzung der kleinen, auf der Brücke laufenden Lowris kostet ebenfalls eine Kleinigkeit Dann muß ein Esel­treiber engagiert werden, der das Gepäck nach dem Hotel bringt. Ist man nicht orientiert, und hat sich nicht von vornherein für ein Sotel entschieden, so belege man jedenfalls nicht eher, als man das Zimmer gesehen und den Preis aus­gemacht hat. Feste Preise durchschnittlich 15 Mt. Pension pro Tag haben nur das englische Con­

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tinental Hotel und die deusche Pension auf dem Monte. Auch das billigere Hotel am Soco chico gegenüber dem deutschen Postamt kann empfohlen

werden.

in

Grundsätzlich aber versäume man nicht teinem Hotel vorher den Preis zu akkordieren. Ein be­liebter Trick ist der, daß der Pensionspreis jagen wir zwölf Münzeinheiten dem Spanier oder jedenfalls Spanisch­sprechenden berechnet wird in Pesetas( ca. 60 Pf.), dem Franzosen in Francs und

dem Deutschen und Engländer in Mart und Shillings. Vor allen Dingen versehe man sich möglichst schon in Gibraltar mit kleiner Münze. Ohne weiteres ist in Tandja das spanische Geld Zahlungsmittel. Dieses ist in Tandja Kurs­münze, speziell in den Hotels, auf den Damp­ferbureaus, in den Kaufläden. Wenn man dagegen mit Einge borenen Geschäfte macht, versichere man sich aus­drücklich, ob spanisches Geld oder Bassani", d. h. das von der marot. tanischen Regierung aus­gegebene, mit arabischen Schriftzeichen versehene Geld, gemeint ist. Der Duro Hassani ist durchschnittlich 10% minder­wertiger als der Duro Alvonso" das spanische Fünfpesetenstück. Im In­lande und in den Säfen am Atlantischen Ozean versteht es sich ganz von selbst, daß das Bassanigeld gemeint ist, und nur besonders gerissene Schlauberger, namentlich die sich den Fremden anbietenden Führer und Dolmetscher, versuchen mit der Kurs. differenz einen Schnitt zu machen. Was nun in Tanger anfangen? Wer Zeit hat, möge sich getrost einem Eseltreiber anvertrauen und sich die Sehenswürdigkeiten zeigen lassen.

Fez von der Vogelperspektive aus gesehen.

nach Stirling, dem einstigen Buen retiro der schottischen Könige. Das Schloß klebt wie ein Adlernest auf einem hohen Felsen. In seinen Mauern birgt es den herrlichen gotischen Palast James V., und es war hier, wo James II. in einem Wutanfall den Earl of Douglas erstach. In un­mittelbarer Nähe von Stir­ling liegen die Ruinen der Cambuskenneth- Abtei.

Last not least- Glasgow, das die zweite Stadt des britischen Reiches genannt wird. Glasgow ist die indu­strielle und kommerzielle Metropole Schottlands. Ab­gesehen von seiner alten Kathe­drale bietet die Stadt jedoch

Jm Lande der Romantit.

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des Clyde und des Forth vordringen konnte, wo die tapferen Pikten und Schotten eine undurchdringbare Mauer bildeten.

Die Geschichte Schottlands beruhte bis zum Mittel­alter größtenteils auf den Legenden der gälischen Barden. Seitdem liegen jedoch authentischere Überlieferungen vor, die einen Begriff von den

friegerischen Wirren im Lande bis zu der Mitte des 18. Jahr­hunderts geben.

Stuart

Es seien hier nur die Namen von Macbeth, John Baliol, William Wallace, Robert Bruce und Maria erwähnt, um an Schottlands historische Romantik zu er­innern. Macbeth ist durch Shakespare unsterblich ge­macht worden; das Geschick John Valiols, dem Schottlands Krone und Zepter auf dem Kirchhofe von Strathkedro entrissen wurde und der in den Tower von London eingesperrt

St. Giles Kathedrale zu Edinburg.

keine historischen Sehenswürdigkeiten; sie ist in ihrem Äußern durch und durch modern geworden. Glasgow ist in erster Linie heute eine wichtige Hafenstadt mit bedeutenden Reedereien und einem großen Handelsverkehr. In Langside bei Glasgow ver­

lor Maria Stuart ihre letzte Schlacht, ein Verlust, der mit ihrem Tode durch Henkershand endete..

Von Glasgow können eine große Anzahl herr­licher Ausflüge nach den Seen und Buchten unter­nommen werden. Zu den be­

liebtesten Dampfertrips gehört die

Tour nach Kyles of Bute".

Hier auch einige Worte über

Die weltberühmte 2, km lange Forthbrücke bei

um etwa 40 km abfürzt.

wurde, erregt zurzeit besonderes Inter­esse, weil nach seinem Sturze der schottische Krönungs­diamant von Scone nach London gebracht wurde und seitdem bei den Krö­nungen der englischen Monarchen eine Rolle spielt. Auch die Erinne­rung des großen schottischen Nationalhelden William Wallace, dem ein prächtiges Denkmal in Stirling gesetzt wurde, wird fortleben. Der Name Stirling ist auch mit John Bruce

den schottischen Charakter. Zwar Queensferry, die den Weg von Goinburg nach Dundee eng verknüpft, da er in der Nähe des herrscht im Äußern ein Unterschied

zwischen den Nord- und Südschotten, aber im Grunde

genommen stimmen die schottischen Charaktereigen schaften überein.

Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Un­abhängigkeit und Gastfreundschaft lautet die allgemeine schottische Devise. Dem Fremden mag der Schotte zuerst abweisend erscheinen, aber bald wird er einsehen, daß dies nur auf einer ge­wissen vorsichtigen Reserve beruht und bald verschwindet.

Ortes mit nur 40000 Clans das 100000 Mann starke englische Seer geschlagen hat. In der Umgebung von Stirlings befindet sich ferner das Schlacht­

Selyrood Palast.

Schottland spielte bereits in den rö­mischen Zeiten eine bedeutende Rolle, als die Schotten erfolgreich den Legionen des Agricola gegenüberstanden, der nur bis zu den Ufern

feld von Lauchse­burn, wo James III. sein Waterloo fand. Und Maria Stuart, deren tra­gisches Schicksal eng in die deutsche dra­matische Literatur übergegangen ist, so­wie das traurige Los ihrer unglücklichen Nachkommen, James und Karl Eduard! Schottland hängt Süden und Süd- Osten

im

mit England durch einen 110 km breiten Isthmus zusammen, auf dem sich die Landesgrenze vom Solway- Firth und der Mündung des Est nordostwärts des Tweed hinzieht.