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Verlag der Gießener Verlagsdruckerei Albin Klein, Gießen.
Illustrierter Stadt- Anzeiger
Tripolis.")
ripolis: das Thema der Gegenwart. Das epochemachende Ereignis für die Geographie Nordafrikas war die Eroberung Algiers durch die Franzosen; ihre Truppen überstiegen 1840 den nördlichen Kleinen Atlas und langten 1847 am Südfuße des Großen Atlas in der Dase Figig an der marokkanischen
Grenze an. Das reizte die Reiselust der Engländer von neuem, die seit 1845 die tripolitanische Provinz wieder als Stützpunkt für Erpeditionen ins Innere benutzten. In den Jahren 1845/46 be= reiste Richardson die Dasen Fessan, Ghadames, Rhat und entwarf den Plan zu
einem Vorstoß ins
Innere, nach dem Sudan. Mitte der
und erforschte den ganzen westlichen Sudan zwischen Kuka und Timbuktu. Später folgten Ed. Vogel, M. v. Beurmann, Gerhard Rohlfs, der von Tripolis seine Reisen als bester Kenner Nordafrikas antrat; auch Gustav Nachtigal begann 1869 seine erfolgreiche Forscherreise in Tripolis. Seit 1870
Straße in Tripolis.
50er Jahre begann Barth, der Hamburger Forscher, seine Entdeckerzeit in Nordafrika; er war durch Petermann und Bunsen veranlaßt worden( 1849), sich an der großen englischen Expedition zu beteiligen, die Handelsbeziehungen mit den mohammedanischen Reichen des Sudans anknüpfen sollte.
Im Jahre 1850 brachen Barth, Overbeck und Richardson von Tripolis nach Mursuk auf und zogen über Rhat und Tintellust nach dem Sudan. Richardson starb auf der ersten Reise, Overbeck auf einer zweiten; Barth, der erst Adamaua und die Nigermündung, dann das Nordostufer des Tschadsees erreicht hatte, kam auf der dritten Reise bis zum Reich Gando
*) Anläßlich des italienisch- türkischen Konfliktes dürften unsere heutigen Bilder von besonderem Interesse sein.
hat sich das Interesse, trotzdem in Nordafrika und der Sahara noch viel unerforscht ist, Südafrika zugewendet. Jetzt erst regt sich wieder das Interesse für die Straßen, von denen unsere berühmtesten Forscher ins Innere Afrikas zogen: Im Juli 1906 trat der Schweizer Hanns Vischer, in englischem Dienste, mit einer Expedition von Tripolis eine Reise an, die in Tibesti ihren Beschluß finden sollte. Dieses Unternehmen hat, soviel wir wissen, kaum mehr als in Gelehrtenkreisen Be
achtung gefunden. Anders verhielt es sich mit dem zwischen Frankreich und der Pforte in der ersten Augustwoche 1906 ausgebrochenen Grenzkonflikt, bei dem es sich um die politische Zugehörigkeit zweier kleiner Daſen des südalgerisch- tripolitanischen Grenzgebiets handelte, um die Dase Dschanet, ein Örtchen von 1200 Einwohnern an der Karawanenstraße, die von Ghat zum Tschadsee führt, und um die Dase Bilma, die, von 2000 Bewohnern bevölkert, den Mittelpunkt der sogenannten Kasuar- Dasengruppe bildet, die im Südosten von Dschanet zwischen Tibesti und dem Tschadsee zerstreut liegt. Tripolis und Barka sind bisher türkisches Wilajet gewesen. Tripolitanien hat am Küstenrand hauptsächlich
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