Einzelbild herunterladen

einen gsbes

wes

Auf­

Orts:

mist

nites

war, rholt

eutsch

die

türz

bos:

sam Fischer

burde

Auf

Der:

erig ahn­

For:

I ge

stand

Il jes

die

Bes

häfte

ohne

Neu­

e ge Don

ulden wand

vors Damer hand­

lend­

See angen,

nam

3460 wird

Eifel

ne im

= Ma

gehalt

mt ein

laffen.

it zur

eine

hrend

m bei

, und

Insge

Er des

nberg­

tlosen

ist die

durch

iedene

Sache

Eelt.

it. Die

7. Ja

hzeitig

n Na­

r eini­

eftellte

1 einer

on im

and im

in Ge­

rbüßen

berfeld

alt ge=

ilkleid=

In vier

stand,

u fein.

d, das

ung zu

gte der

mmer."

Beute

ern."

lieber

Ling la­

fluges

schwun­

inbaren

ſes=

ter dem

900.

00

e Reise

Wallut­

hr tüch­

nir und

laffen.

über ben

chmeides

Damals

h₁

Ein Anarchistennest wurde in München ausgehoben. Beteiligt find 28 Personen im Alter von 20-30 Jahren, bie fich in einer Gastwirtschaft zur Abhaltung einer anar­chistischen Versammlung zusammengefunden hatten. Es sol­len belastende Schriftstücke gefunden worden sein.

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Ein Sohn Tolstois als Dramatiker. Die ruffisch- fran­zösische Vereinigung an der Pariser Universität führte am Montag das zweiaftige Schauspiel Marr" von einem Soh­ne Leo Tolstois auf. Das Stüd ist ein Revolutionsdrama, deffen Held von seinen Genossen den Auftrag empfängt, den Herrscher zu töten. Seine Schwester und Frau versuchen ihn von der Ausführung seines Planes zurückzuhalten. Aber er geht über die Liebe der Frau und der Leiche der Schwester dem Stele entgegen, das er für seine Lebensauf­gabe hält.

Der Erbauer des Achilleion gestorben. In Boscotrecase bei Neapel ist der bekannte italienische Baumeister Raffaele Carito gestorben. Garito hatte im Auftrage der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich das Achilleion auf Korfu in den Jahren 1889 bis 1891 erbaut. Nach dem Tode der Kaiserin ging das Achilleion bekanntlich in den Besitz Kaiser Wil­helms II. über.

Aus den Gerichtssälen.

Zigeuner als Eisenbahnattentäter. Wegen Gefährdung eines Eisenbahnzuges hatte sich gestern vor dem Schwurge­richt in Stargard in Pommern eine Anzahl von Zigeunern zu verantworten. Die Angeklagten hatten versucht, zwischen Treptow an der Rega und Kolberg einen Eilzug, der vor allem Badegäste beförderte, zum Entgleifen zu bringen. Die Zigeuner hatten sich in dem an der Strecke liegenden Wal­de versteckt, um nach der Katastrophe sofort den Zug und bie Verwundeten plündern zu fönnen. Das Attentat konnte jedoch noch im letzten Augenblick von einem Streckenfont­rollbeamten verhindert werden. In der Verhandlung war die Verständigung mit den Zigeunern, die sämtlich erklär= len, daß sie kein Deutsch verständen, sehr schwierig. Die An­geklagten wurden zu je vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Bier Jahre Gefängnis für eine Kindesmißhandlung. Die Fabrikarbeiterin Marie Krebs, die ihre achtjährige Etteftochter derartig mißhandelt hatte, daß das Kind starb, wurde vom Schwurgericht in Schweidnitz zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

Bestien in Menschengestalt. Das Kölner Schwurgericht befaßte sich mit einem scheußlichen Verbrechen, das acht Burschen, meist im Alter von 20 Jahren, an einem jungen Dienstmädchen verübt hatten, indem sie das von einer Ge­burtstagsfeier nach Hause eilende Mädchen überfielen und vergewaltigten. Alsdann bedrohten sie es mit Totstechen und raubten das Halbtote Mädchen aus. Die Burschen wurden zu schweren Zuchthausstrafen verurteilt. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß die den Ange= klagten zur Last gelegte Tat derart roh sei, daß sie sogar im Gerichtssaal, wo man viel gewohnt sei noch Entsetzen erregt habe.

Vermischtes.

Ein mißlungener Ueberfall auf einen Geldbriefträger, der an den Ueberfall auf den Geldbriefträger Eulenburg erinnert, beschäftigt jetzt die Berliner Kriminalpolizei. In der Breslauer Straße in Berlin wurde ein Mann beob­achtet, der dem Geldbriefträger Lemme vom Postamt 17 in mehrere Häuser folgte. Standen Leute vor der Haustür, dann machte er sich in scheinbar harmloser Weise auf der Straße zu schaffen. Einige Passanten folgten dem Ver­dächtigen und nahmen ihn in einem Hause fest, als er dem Briefträger gerade auf den Fersen folgte. Auf dem Po­lizeirevier entpuppte er sich als ein 23 Jahre alter Kauf­mann Karl Bengs. In seinen Taschen fand sich eine Schachtel mit gemahlenem Pfeffer und ein Brecheisen. Bengs machte den Versuch, alles in harmloser Weise zu er­tlären. Er gab an, daß er in der Breslauer Straße eine Geliebte gesucht habe, von der er nicht genau wisse, in welchem Hause sie wohne. Daß er sich im Besitz von Pfeffer befand, will er damit erklären, daß er für einen Freund Pfeffer verkaufen wollte, von dem er einige Proben

rhalten habe. Das Brecheisen will er zum Oeffnen von Kisten benutzt haben. Diese Angaben haben bei der Poli­zei wenig Glauben gefunden, sa daß Bengs vorläufig in Haft behalten wurde.

Kaufmann oder Handlungsgehilfe. Die Frage, ob eir faufmännischer Angestellter sich als Kaufmann bezeich nen darf, oder ob dieses Prädikat nur die ein Geschäft selbständig betreibenden Kaufleute führen dürfen, ist schon oft aufgeworfen worden. In Düsseldorf wurde sie vor ei­niger Zeit dadurch aktuell, daß der Magistrat auf Veran­lassung der Handelskammer die Standesamtsbeamten an­wies, nur bei selbständigen Kaufleuten die Bezeichnung ,, Kaufmann" in die standesamtlichen Bücher einzutragen. Es wurden infolgedessen Handlungsgehilfen entweder als solche oder je nach ihrer Stellung als Prokuristen, Kassie­rer, Buchhalter, Verkäufer eingetragen. während jedem kleinen Detaillisten, der ein Geschäft betrieb, die Bezeich­nung Kaufmann" zugestanden wurde. Auf eine Be­schwerde an den Minister des Innern hat dieser jetzt die Verfügung des Magistrats aufgehoben und angeordnet, daß von den Standesbeamten die Spezialbezeichnung bei kaufmännischen Angestellten nicht mehr zu verlangen sei, sondern jede berufsmäßig kaufmännische Person, wenn sie sich dem Standesbeamten gegenüber als Kaufmann be­zeichne, unter dieser Bezeichnung in das Standesamtsre­gister eingetragen werden müsse.

Das Skelett Johann Orths? Das Neuyorker Blatt ,, Gun" enthielt an: Montag folgende Anzeige: Zu ver­taufen das Stelett des Erzherzogs Johann Orth, Bruder des Kaisers Franz Josef von Oesterreich. Echt und in bestem Zustande. Man adressiere die Briefe an Brief­fasten 46 des Postamtes in Denver( Illinois, nicht Colo­rado.}"- Denver in Jllinois ist ein kleiner Ort von ei­nigen hundert Einwohnern, und der Inserent ist ein Dr. Siegfried, der sich in dem Orte als praktischer Arzt nieder­gelassen hat. Er will das Gerippe vor 12 Jahren er­worben haben. Das gerichtliche Verfahren, das, wie ge­meldet, vor den Wiener Gerichten zwecks Regelung der Hinterlassenschaft anhängig gemacht worden ist, hatte ihn veranlaßt, mit den österreichischen Behörden in Verhand= lung zu treten, die jedoch offenbar zu keinem Resultat geführt haben. Er weigert sich den Vertretern der Presse gegenüber, das Geheimnis, wie er in den Besitz des Ge­rippes gekommen ist und wie er seine Echtheit nachweisen werde, zu enthüllen.

Ein Mann, der Vertrauen zur Obrigkeit hat, ist, wie aus München geschrieben wird, zweifellos der frühere Jm­presario Julius Höfeld. Im August klagte er nachts in einem Münchener Lokal seinen Tischgenossen, er habe kein Nachtquartier. Aus Ult riet ihm ein Gast doch den Mün­chener Oberbürgermeister v. Borscht anzutelephonieren; der werde ihm schon ein Quartier besorgen. Und richtig, Hö­feld Ilinaelte nachts 2 Uhr den Oberbürgermeister aus

dem Bett. Ein Nachtquartier bekam er zwar nicht, wohl aber vor dem Schöffengericht 70 Mark Geldstrafe. Für das Geld hätte er im feinsten Hotel übernachten und sich obendrein etliche Ferngespräche leisten können.

Das

Eine italienische Dorftragödie. In Senerchia bei Neapel ereignete sich eine Bluttat von fast antiker Tragik. Fast gleichzeitig waren nach langer Kerkerhaft ein junger Bauer und eine junge Bäuerin aus dem Kerfer entlassen worden. Der junge Mann hate aus Eifersucht seinen Va­ter, der seine Frau verführt hatte, und seine verführte Frau ermordet. Die fast gleichzeitig entlassene, sechsund­zwanzigjährige Bäuerin hatte ihrer Schwiegermutter, die fie allzusehr überwachte, den Kopf abgeschnitten. Paar, das sich durch Zufall fand, und durch Schicksalsfü­gung aufeinander angewiesen war, trat zum Entsetzen des ganzen Dorfes in ein Liebesverhältnis. Am meisten ent­rüstet darüber war die alte Mutter der Bäuerin, die ver­gebens den Liebhaber ihrer Tochter zu veranlassen suchte, das Verhältnis aufzugeben. Als keine Mahnung fruchtete, erwartete die alte Frau den Liebhaber in der Kirche beim Hochamt und schlug den am Altar Knienden von hinten mit einer Art nieder. Während alles floh, stellte sich die Mörderin den Gendarmen.

Ein deutscher Pfadfinderbund. Der Verein Jugend­sport in Feld und Wald" hielt Dienstag abend in Berlin unter der Leitung seines ersten Vorsitzenden Fabrikbe­sizers Georg Baschwitz eine Vorstandssigung ab, an der auch Vertreter der auswärtigen Vereine der Pfadfinderbe­wegung teilnahmen. Alle berichteten von einem Anwach­sen der Bewegung, die namentlich in den Kreisen der Boltsschüler Eingang gefunden habe. Auch die in Betracht tommenden Behörden Preußens und Bayerns hätten In­teresse für die Sache bekundet und Förderung zugesagt. Es wurde die Gründung eines Deutschen Pfadfinderbun­des" beschlossen, dem sämtliche auswärtigen Vereine bei­traten. Der neue Bund zählt bereits über 1000 Mitglieder aus allen Bevölkerungsfreisen.

Eine deutliche Ausdrucksweise. In einem Orte der Rheinpfalz hat ein Hausierer erklärt, die Gemeinderäte seien alle Efel, weil sie, wie er behauptete, ihre Namen nicht schreiben könnten. Das Schöffengericht zu Neustadt a. d. Haardt hat ihn deshalb zu 20 M Geldstrafe verur­teilt. In einem anderen rheinpfälzer Orte hat ein Bür­ger geäußert, die Hälfte der Gemeinderäte seien Esel, wo­rauf er zum Widerruf angehalten wurde. Da erklärte er, die Hälfte der Gemeinderäte seien keine Esel.

-

3m Harem eines indischen Fürsten.

Eine amerikanische Schriftstellerin, die vor wenigen Wochen ein fesselndes Werk über Indien herausgegeben hat, fann sich rühmen, zwei Wochen lang im Harem eines indischen Fürsten gelebt zu haben. In einem interessanten Aufsatz schildert sie ihre Beobachtungen und zerstört die phantastischen Vorstellungen, die der uneingeweihte Euro­päer gewöhnlich mit dem Begriffe eines orientalischen Ha­rems verbindet.

Der Harem ist alles andere, als sozusagen eine Samm­Iung schöner, liebenswerter Frauen; in den streng von der Außenwelt abgeschlossenen Gemächern Hausen mehr alte häß­liche Frauen als schöne Geschöpfe, und der Sinn der Be­wohnerinnen ist keineswegs darauf gerichtet, die Gunst des Herrn auf sich zu konzentrieren; es gibt ja fast gar keine Rivalität. Der Harem ist einfach die Familie des Maharad­scha, die Familie, die sein Vater ihm vererbt hat und die er hinnehmen muß als etwas Gegebenes, nichts anderes als etwa der Thron und die Herrschaft. Er kann wohl, wenn die Laune ihn dazu treibt, die Zahl der Haremsfrauen vergrößern, aber es ist ihm versagt, auch nur eine einzige jener Bewohnerinnen der Frauengemächer zu entfernen, die ihm unbequem oder unsympathisch ist. So kommt es, daß die Gemahlinnen des orientalischen Fürsten gewöhnlich nur eine kleine Minderzahl des Harems bedeuten, der sich in viel größerem Maße aus Tanten, Verwandten, aus den Müttern seiner Halbschwestern und schließlich der eigenen Mutter und Großmutter zusammensetzt. Die alten Zeiten, da die Feldherrn die schönsten Frauen des besiegten Fein­des als Trophäen mit heim brachten und ihren Fürsten als Beute darboten, sind längst vorüber, und die Art, wie heute hin und wieder eine junge Frau in einen Harem auf­genommen wird, hat gar nichts mehr von jener fernen Romantik, die einst um diese Frauengemächer spielte.

Nur eines ist geblieben: die strenge Abgeschiedenheit der Haremsbewohnerinnen und die träge Untätigkeit ihres Le­bens. Die Pflege ihres eigenen Körpers ist der einzige In­hait des Tages. Das Morgenbad, der wichtigste Teil des Tagewerks, wird zu einer umständlichen Zeremonie ausge= baut, die wenigstens zwei Stunden dauert; dann beginnt die Toilette. Ihre Hauptarbeit liegt in den Händen einer Masseuse, aber ein Europäer vermag sich keine Vorstellung davon zu machen, zu welcher Vollendung gerade der Orient diese Art der Körperpflege entwickelt hat. Die Abreibung erfolgt mit Hilfe von parfümierten, kostbaren Delen, die die Gemächer in einen schweren Dunst von Wohlgerüchen hül­len; wie die europäische Frau sich vielleicht am Abend zum Erscheinen in einer Gesellschaft rüstet, so bereitet sich die Orientalin für die tatenlose Leere des Alltags vor.

Kann die Orientalin die Früchte ihrer Körperpflege zei­gen? Es ist niemand da, der sie bewundert, und es bleibt nur eins, wodurch die Eintönigkeit des Tageslaufs sich un­terbrechen läßt: Essen. Man ißt aus Langeweile, man ißt, weil man schlechthin nichts anderes tun kann. Denn för­perliche Bewegung, Anstrengungen und Aufenthalt in frischer Luft sind den Haremsbewohnerinnen versagt; auf einem parfümierten Kissen liegend, silberne Schalen mit Leckerbissen und schwerduftende Liköre an der Seite, liegt sie da, starrt gleichmütig dem Rauche ihrer Zigarette nach oder greift allenfalls zu dem französischen Romane, der ne­ben ihr auf einem Tabourett liegt. Nur hin und wieder unterbricht eine Ausfahrt in die Kaufläden diese stumpfe Tatenlosigkeit; doch wenn die verhängten Sänften nahen, muß der Bazarbesizer die anwesenden Kunden schleunigst entfernen, denn kein Fremder darf im Laden sein, wenn die Haremsfrauen des Maharadscha einkaufen. Die liebste Beschäftigung bleibt aber das Spiel mit Edelsteinen, mit ungefaßten Rubinen und Smaragden, die man nachlässig durch die Hand gleiten läßt und lauscht, wie sie in silberne Schalen herabfallen.

Eisfiguren.

Gisfiguren nennt der geübte Schlittschuhläufer die kunst­vollen Spuren, die er mit der Kante feines Schlittschuhs auf die Eisfläche zu zeichnen versteht. Solcher Eisfiguren gibt es schon einige Zehntausende, so versichert uns die Sachverständigen. All diese vielen Schritte", Märsche", Rundläufe, Reigen" und" Eisscherze" mußten selbstver= ständlich eine feste Benennung erhalten. Die Aufgabe der Namengebung hat man sich nun im Reiche der Eislaufkunst teils mit sachlichem Ernst und Erfinderstolz, teils aber mit frischem Humor unterzogen namentlich hat man auch die Galanterie liebenswürdigerweise recht oft zu Worte kommen lassen. Auf solche Weise entsteht dann ein Mizi"- oder Minna- Marsch", ein Valerien- Achter", ein Paula­Schritt", ein Berta- Zwischenbogenachter", ein Adiwalzer" usw. Sehr beliebt aber ist, wie schon angedeutet ward, auch die Benennung einer Eisfigur nach ihrem Erfinder oder ihrer Erfinderin. So schuf z. B. Alfred Blatter den

Blatter- Zwischenbogenachter", Alexander Diaman.cot den " Alexander- Rebenachter", ein Fräulein Minni Sommer er­fand die Sommer- Figur" und gemeinsam setzten zwet Wiener Eiskünstler den Dinstl- und Jofl- Flügelachter" in die Welt. Dann werden für die Eisfiguren namentlich auch gern sachliche Bezeichnungen gewählt die auf das auf der Eisfläche entstandene Linienbild oder auch mit auf die zur Ausführung der Figur erforderlichen Körperbewegun gen Bezug nehmen. Da kennt man z. B. einen Hornschritt, einen Schnabelschritt, einen Brillenschritt, einen Gegen­schlingenwendungsschritt, einen Gegenwiegenhornschritt, ei= nen Gegendreierschritt usw.

Nicht uninteressant sind auch die Namen der verschie denen hübschen" Rebenfiguren". Es gibt nämlich außer einer einfachen", einer doppelten", einer vierfachen" und einer gekreuzten vierfachen Rebe" auch eine Wiener Ne­be", eine Kalifornische Rebe", eine Schnabel- Rebe" eine " Birkel- Rebe" usw. Außerdem heißt ein Eisrundlauf auch der Reben- Amerikaner". Aus Gesundheitsrücksichten sehr zu empfehlen scheint die Ausführung eines anderen Rund­tanzes zu sein. Er soll eine massage ähnliche Wirkung auf den Körper ausüben und träg darum den Namen der Antihypochonder". Und während wieder ein anderer Rund­tanz die melancholische Bezeichnung Die Dornenkrone" führt, heißt ein lieblicher Wiener Eisreigen, bei dem die Partner sich einander nähern und dann wieder fliehen, sehr charakteristisch Das Kokettieren". Ein anderer Reigen er hielt den interessanten Namen Der Unbewußte". Eine Dame erfand noch einen Schnörkel dazu und so haben wir nun außerdem noch einen unbewußten mit Schlinge". Gleichzeitig von einer Dame- einer Wienerin ward der schelmische Spitzbubenachter" ersonnen. Wienerinnen waren es auch, die sich eine Reihe überseeische" Figuren widmen ließen. z. B. die Figuren Bagamojo"," Timbuk­tu"," Uganda"," Sansibar".

Schließlich gibt es auch noch eine Reihe von Eis­scherzen". Da lernen wir Heren- und Affentänze", aber auch Lilienstengel" und" Fltederblüten" kennen; oder man führt uns das von Holletschek erfundene 3opfflechten" vor. Eine sehr hübsche Scherzfigur ist auch der Walfisch". Dem Umriß des Tieres werden sogar durch Wendungen auf bet­den Füßen zwei Linien beigefügt, die die beiden ausgesto­Benen Wasserdampfstrahlen darstellen. Dieser Walfisch ist, wie Holletschef in seiner Kunstfertigkeit im Eislaufen" an­gibt, schwäbischer Herkunft. Er stammt aus Heidenheim in Württemberg.

Drabtnachrichten und neuestes.

Der Schlußakt einer Familientragödie. Berlin, 12. Januar. Gestern nachmittag wurden det Ruhleben aus der Unterspree die zusammengebundenen Lei­chen einer etwa 30jährigen Frau, eines 8-10jährigen Mäd­chens und eines 6jährigen Knaben geborgen. Die Leichen waren mit einem Kilogrammstück beschwert. Die Persona­lien konnten noch nicht festgestellt werden. Es liegt zweifel­los Selbstmord vor.

Verhaftung eines Postdefraudanten. Berlin, 12. Januar. Der nach Unterschlagung von etwa 95 000 Mark von Bonn geflüchtete Obertelegraphenassistent Hutanus soll gestern abend in einer hiesigen Restauration in der Chauffeestraße verhaftet worden sein. Ausschreitungen der streikenden Berliner Fensterreiniger.

Berlin, 12. Januar. Bei der Fensterreinigungsanstalt Berliner Glaserinnungsmeister im Südosten Berlins ist ein Streit ausgebrochen, und von den streikenden Angestellten find schwere Ausschreitungen verübt worden. Etwa zwan­zig Arbeitswillige sind von diesen schwer verletzt worden. Arbeitswillige wurden von den Streifenden mit Schlagrin­gen und Stöcken mißhandelt. Einige erhielten auch schwere Messerstiche. Die Ursache des Streiks soll darin zu suchen sein, daß die Arbeiter eine Lohnerhöhung gefordert haben, welche insgesamt 35 000 Mark für die Firma ausmachen würde.

Einsturz einer Fabrikwand.

Mainz, 12. Januar. Gestern nachmittag stürzte in der Delfabrik von Röder in Budenheim plöblich eine Wand ein, wodurch die in den oberen Etagen in Säcken lagernden Delbohnen nachstürzten und einige am Deltrichter im Par­terre beschäftigten Arbeiter unter den Trümmern begruben. Der 50jährige verheiratete Wirt und Fabrikarbeiter Hein­rich Schmidt wurde von den herabfallenden Steinen und Säden getötet, während der 22jährige Fabrikarbeiter Schlä­fer schwer verletzt wurde.

Verhaftung eines flüchtigen Stadtrats. Kaiserslautern, 12. Januar. Der nach bedeutenden Unterschlagungen flüchtig gewordene sozialdemokratische Stadtrat Wolf ist in Hamburg verhaftet worden.

Verdorbene Konserven für die russische Armee. Petersburg, 12. Jan. Der Hauptfonservenlieferank des Kriegs- und Marineministeriums in Wladiwostok, Va­lenti, hat sich beim Beginn der Revision der Konservenliefe rungen erhängt. Es wurde festgestellt, daß die von Valentt gelieferten Konserven seit langen Jahren verdorben waren und zahlreiche Erkrankungen unter dem Militär hervor riefen. Die Revision wird abermals ein Panama" auf­decken, bei dem wiederum viele Beamte der beteiligten Ref= forts schwer fompromittiert sind.

Racheakt verführter Frauen. Krakau, 12. Januar. In Galizisch- Stanislowo verübten drei Frauen ein Bombenattentat auf einen steinreichen Ein­wohner, einen berüchtigten Frauenverführer, und verletzten thn tödlich.

Die Opfer der Cholera in der Türkei. Konstantinopel, 12. Januar. Nach einer amtlichen Statistik sind seit dem 13. September insgesamt 1309 Chole­rafälle vorgefommen, wovon 785 tödlich verliefen. Spanien befürchtet einen Eisenbahnerausstand. Madrid, 12. Januar. Der Minister des Innern hat die spanischen Eisenbahndirektionen aufgefordert, ihn unverzüglich zu benachrichtigen, falls eine ungewöhnliche Bewegung unter dem Eisenbahnpersonal beobachtet wer­den sollte. Alle Gouverneure wurden ersucht, Mitteilung zu machen, falls die spanischen Bahnangestellten versuchen sollten, ihre ausständigen portugiesischen Kollegen zu unter­ſtützen.

Ein neues Goldland.

London, 12. Januar. Wie aus Georgetown( Britisch Guiana) gemeldet wird, ist in dem Grenzgebiet von Britisch­Guiana und Venezuela ein neues Goldland entdeckt worden in einem Distrikt namens Wonamu. Verschiedene hundert Goldsucher find bereits auf dem Wege dorthin und Berichte von außerordentlich reichen Goldfunden sind in Georgetown eingetroffen. Es war Gefahr vorhanden, daß Streitigkeiten zwischen den Bewohnern der englischen Kolonie und den Venezolanern entstehen könnten. Infolgedessen entsandte der Gouverneur von Britisch- Guiana ein starkes Polizeiauf­gebot in jenen Distrikt, aber die letzten Nachrichten melden, daß bis jetzt alles ohne Zwischenfall verlaufen ist. Aller­dings ist der neue Golddistrikt nur unter größten Schwie rigkeiten zu erreichen, und die bittersten Entbehrungen sind gewöhnlich das Resultat der Reise. Wie ferner gemeldet wird, sind Nahrungsmittel sehr knapp.

Bandel und Verkebr.

18 Milliarden Postscheckverkehr. Der Postüberwei fungs- und Scheckverkehr der Reichspost hat im abgelau fenen Jahre 1910, dem zweiten seines Bestehens, einen Uma satz von nahezu 18% Milliarden Merreicht. Es ist dies fast das Doppelte des ersten Jahres 1909. Damals hatte der Umsatz 9821 Millionen, im letzten Jahre dagegen fast 18460 Millionen betragen.