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Bem fich gleichzeitig ein Logterhaus befindet, über. In furzer Belt ftand das Haus in hellen Flammen. Durch ben Wind wurde das Feuer auf eine an die Bäckerei anstoßende Holzveranda des Hotels" Berliner Hof" übertragen, und das vollständig trockene Holz wurde in furzer Zeit ein Raub der Flammen. Die sofort her­beigeeilte Feuerwehr von Helgoland und 200 Mann der Marinestation, die unter Lettung des Kommandanten Admiral Schröder an den Rettungsarbeiten teilnahmen, fonnten bei dem flotten Winde es nicht verhindern, daß das Hotel bis auf den Keller niederbrannte. Da das Feuer im Parterreraum der Bäckerei ausbrach, war es ben im oberen Stockwerk schlafenden Bewonnern nicht möglich, sich über die Treppe zu retten. Sie mußten da­her aus den Fenstern springen. Hierbei stürzte ein Hausdiener so unglücklich, daß er eine schwere Ver= legung am Rückgrat erlitt. Eine Handelsfrau Deck, die für wenige Tage in dem Logterhaus Quartier genom men hatte, brach ein Bein, während der Reisende Paul Regel einen Bruch des Handgelenks erfitt. Die obdach­Iosen Gäste des Hotels wurden von der Kurverwaltung anderweitig untergebracht und, da sie zumeist ihr Reise­gepäck verloren haben, neu equiptert. Der Schaden, den bas Feuer verursacht hat, wird auf mehr als 100 000 Mark geschätzt.

Die Rattenplage von Bökow. Von einer in er­schreckendem Maße zunehmenden Rattenplage werden das Dorf Bößow bei Berlin und dessen Nachbarorte helmgesucht. Bei Bötzow befinden sich die sogenannten " Mulberge", auf denen ein großer Teil der Berliner Müllabfälle ausgeschüttet, sortiert und zum Teil ver­arbeitet wird. Die seit etlichen Jahren von einer Ber= Itner Privatgesellschaft ausgeführten Schüttungen haben fast fleine Gebirge erstehen lassen, und auf diesen findet alles Ungeziefer, besonders die Ratten die mithelofeste in den warmen und ausgiebigste Nahrung. Jeßt ,.

Nächten kann man beobachten, wie ganze Heere- da= runter Exemplare von Kaninchengröße über die Bahndämme, wandern" und sich über die Umgegend zerstreuen. Trotz der bekannten Gefahren, die dte Existenz diefer Tiere in sich birgt, geschieht nicht das ge­ringste zur Ausrottung oder Bekämpfung dieser un­geheuren Maffen von Ratten.

Auf den Spuren des Ingenieurs Richter. Endlich ist es nach einer Meldung der rfft. 3tg." aus Kon stantinopel gelungen, eine Verbindung mit den Ent­führern des Ingenieurs Richter herzustellen. Nach den Mitteilungen des türkischen Unterhändlers in Kosana tellten sich die Räuber in zwei Gruppen, deren eine auf türkischem, die andere auf griechischem Gebiet weilt. Der Räuber Sterio bewacht Richter an einem vier Stunden von Kosana entfernten Ort. Augenblicklich schweben Verhandlungen über die Annahme des von Vertrauens­männern angebotenen Lösegeldes in Höhe von vier­tausend Pfund. Das zögernde Verhalten der Räuber tst auf die falsche Annahme zurückzuführen, der deutsche Vizekonsul befinde sich in Glassona, um mit den tür­ttschen Truppen die Verfolgung zu betreiben. Nachrich­ten über Richters Befinden fehlen. Die türkische Re­gierung hat Anweisung gegeben, die Verfolgungen vor­läufig ganz aufzugeben, um die Verständigung nicht zu erschweren. Es besteht die Meinung, daß die griechischen Grenzoffiziere mit den Entführern gemeinsame Sache gemacht haben.

Der Wassermangel infolge der tropischen Size ist in den Höhenlagen der Eifel zu einer Kalamität gewor den, die geradezu gesundheitsgefährlich zu werden droht. Die Landbewohner, die zurzett vollauf mit der Ernte beschäftigt sind, milfsen das Wasser stundenweit her­holen. Aermeren Leuten ist es nicht möglich, sich das nötige Wasser zu beschaffen. Von Gemeinde wegen ist deshalb ein besonderer Wassertransport organisiert worden. Man entnimmt das Wasser oft stehenden Ge­wässern und Bächen. Es treten vielfach Krankheiten nach dem Genuß auf, obwohl Typhus bisher nicht kon­stattert worden ist. Es dürften aber schwere Erkran­fungen nicht ausbleiben.

Beim Ringkampf schwer vernnolückt. Einen ver­hängnisvollen Ausgana nabm ein Ringkampf, der in einem Restaurant in Reinickendorf bet Berlin von zwet jungen Leuten improvisiert wurde. Der Arbeiter Bader und der Maurer Nelder aus Berlin hatten sich dort mit noch anderen Gästen über Ringkämpfe unterhalten. Während des Gesprächs rühmte fich B. feinem Freunde gegenüber seiner förperlichen Ueberlegenheit und for­derte ihn schließlich zu einem Ringkampf heraus. Dabet fam Bader so unglücklich zu Fall, daß er mit dem Hin­terkopf auf die Kante, eines Ttfches aufschlug und be­sinnungslos zu Boden sank. Der Verunglückte, der eine schwere Kopfwunde und eine Gehirnerschütterung erlitten hatte, erhielt von einem in der Nähe wohnen­den Arzt Notverbände und wurde dann nach dem Kran­fenhaus überführt.

Der Mann der hundert Wunden". Von Amerika tommt die Nachricht des Todes William Laidlaws, des Mannes der hundert Wunden". Laidlaw war der un­freiwillige Held eines Ereignisses, das seinerzeit die ganze Welt in Aufreanna fette. Im Dezember 1891

Erst nach längerer Zeit dachte Frau Uchatscheff an den Brief, den ihre Mutter ihr gab; sie las:

,, Meine liebe Anna!.

Ich schreibe Dir aus Hannover, aus Evas retzen­dem Heim. Hammer hat sich außerhalb der Stadt etn prächtiges Haus gekauft, umgeben von Gärten; Evchen waltet darin als liebliche Herrin. Ihr Töchterchen, das Thekla heißt, gedeiht gut und ist der besondere Lieb­Iing der Großmama. Ich freue mich alle Tage des Glückes dieser harmonischen Ehe; reges geistiges Leben ist im Hause meines Schwiegersohnes vertreten. Eva und Benno haben dieselben Interessen und besprechen alles miteinander, es sind beides Dichternaturen.

Auch Klara und Rosen passen in anderer Art eben­so trefflich zusammen; ein zweiter Sohn ist in Lachs­dienen geboren. Meinen beiden Jüngsten geht es gut, ebenso Lina, dte jetzt die Pension fast allein lettet; ich werde alt, meine Anna, der Körper ist nicht mehr ela­stisch wie in der Jugendzett, da tut es wohl, auszu­ruhen.

Mein Alfred hat sich in Petersburg Ruhm und Ver­mögen erworben; er siedelt aber demnächst nach Berlin über, wo er die große Nervenanstalt des Professors 3. übernimmt. Ich bin darüber sehr glücklich." Es folgten Erkundigungen nach Karla und ihrem Kinde und mit herzlichen Grüßen schloß der Brief.

Karla faltete Frau Grotenbachs Schreiben zusamt­men, dann saß sie lange regungslos da. Etn matter Sonnenstrahl brach durch die grauen Wolfen, aber bald schoben sie sich wieder zusammen. Frau Uchalscheff seufzte, sie erhob sich und rief ihren Sohn, langsam gin= gen sie nach Strandhof zurück.

Im Juni war Tante Annas Haus wieder voll be­fett.

Auch Hammers tamen mit ihrer Kleinen, nach län­gerer Zeit sahen die Pflegeschwestern sich wieder.

erhielt Ruffel Sage, der getzigste Millionär von ganz Amerika, den Besuch eines Anarchisten namens Nor­croß, der eine große Summe Geldes verlangte. Als Sage zauderte, drohte Norcroß ihm, eine in einer Reise­tasche mitgebrachte Bombe zur Explosion zu bringen. Sage fah sofort, daß mit seinem Besucher nicht zu spaßen war." So viel Geld habe ich nicht hier, aber ich werde meinen Buchhalter herbeirufen, um es zu holen," redete fich Sage heraus und drückte auf den elektrischen Knopf. Wenige Augenblicke später trat der Buchhalter Laidlaw in seines Chefs Privatbureau. Sage erfaßte den ah­nungslosen Mann bei den Schultern und schob ihn wie ein Schild zwischen sich und Norcroß; dieser mochte sich wohl in einer Falle glauben, denn im nächsten Moment warf er die Reisetasche zu Boden. Ein fürchterlicher Krach! Unter den Ruinen fand man den über und über mit Wunden bedeckten Körper Laidlaws und daneben den vom Numpfe geriffenen Kopf des Anarchisten. Ruffel Sage war fast unverletzt geblieben. Es dauerte Lange, ehe Laidlaw von seinen zahlreichen Wunden ge­nesen war. Vergebens waren alle seine Bitten an Sage um Unterstüßung. Da wurde der Millionär, der sich mit dem Leibe feines Buchhalters geschützt hatte, von diesem auf Schadenersatz verflaat; aber der Fall war so etgenartta, daß das Gefen feine Abhilfe bieten konnte. Trotzdem sprachen die Geschworenen Loidlam 160 000 Mark Schadenersatz zu. ber ein höheres Gericht ver marf das Urteil wieder. Laidlaw Fränkelte und fiechte dabin. Sage starb vor ihm und hinterltek feine Mil­Itonen feiner Fraut, die indeffen auch nichts für das Onfer threa Gatten tot! Laidlaw tft in aroßer Armitt dahin geschieden. Er hinterläßt eine Witwe und einen Sohn.

Wieber ein neuer amet. Schott mieder ist ett neuer Komet. 1911 genannt. entdeckt morden. Nach einer vorläufigen Bahnhoftimmune findet feine orikte Connennähe int Monemher statt. n hitte. mte Mrna feffor Berherich in der Naturmiffenschaftlichen Bunde fchon", mitteilt. der Comet in ofinftiner Steluta schont im Sentember mit Fretem ne fichthar felt und viel= Yetcht fogar ein.ornber nmet" morden.

Der Automobilunfall des Brinzon Heinrich.

Das Automobil des Prinzen Seinrich von Breit­Ben. in dem sich der Prinz. fein hlutant Corvetten­fapitän von Usedom und ein Chauffeur befanden. Ist am Mittwoch vormittag in der Nähe des oldenburgt= fchen Städtchens Gloppenburg verunalitet. Das Fahrzeua fuhr gegen einen Baum, wobei der Chauffeur einen Schädelbruch erfitt, während Kavitän von 1fe­dom mur leichte Verletzungen davontrug und Prinz Heinrich selbst fast unverletzt blieb. Ueber den Unfall werden heute folgende Einzelbetten gemeldet:

Gegen 10 Uhr brach auf der Chauffee nach Clop­penburg die Lenkstange des vom Prinzen selbst gesteit­erten Automobils in dem Moment, als er einem an­beren Automobil ausweichen wollte. Sterdurch wurde das Fahrzeug steuerlos, schlug mit dem rechten Hinter­rad an eine Birke und landete schließlich, ohne sich zut überschlagen, fenſetts des Chauffeegrabens. Der Adju­tant des Brinzen, Korvettenfapitän von Usedom, so­wie der Chauffeur Hars wurden aus dem Wagen ges fchlendert. Während ersterer nur leichter verletzt wurde, erlitt der Chauffeur einen Schädelbruch. Der Prinz tam mit unbedentenden Hantabschürfunaen davon, ab­gefehen davon, daß seine letoung Defefte erlitt. Der. vordere Tell des Automobils ist völlig zertrum= mert. Ein Automobil, in dem ein Dr. Oskar Trop­Tomis aus Hamburg zufällig vorüberkam, fuhr auf Bit­ten des Prinzen nach Cloppenburg, um von dort ärzt­liche Hilfe zu holen. Der Prinz blieb bei dem verwun deten Chauffeur und leistete ihm die erste Hilfe. Aus der Umgebung stellten Hilfsberette Personen ein Ge­svann zum Transport des Chauffeurs zur Verfügung. 11m 1 11hr 30 Minuten wurde der Schwerverlette ins Gloppenburger Krankenbaus eingeliefert. Der Prinz blieb vorläufta in Cloppenburg. Abends zwischen 9 und 10 Uhr traf auch Brinzeffin Heinrich von Preußen von tel fommend, mtt Automobil in Cloppenburg ein. Die Aerzte hoffen, den Chauffeur am Leben zu erhalten. Er ist noch bewußtlos.

Drahtnachrichten und neuestes.

Der Kaiser auf dem Großen Sande bet Mainz. Mainz, 11. August. Der Katser traf von Wil­helmshöhe tommend heute früh 6 1hr an der Wärter­bude 39 der Strecke Mainz- zen ein. Nach Begrüßung des Großherzogs und der Großherzogin von Heffen sttea der Kaiser zu Pferde und begab sich nach dem Großen Sande. wo er eine Truppenübung abhtelt. Die Uebung war um 7% Uhr beendet. Nach einem Parade­marsch setten sich der Kaiser und der Großherzog an die Spize der Fahnenkompante und führten diese zum Großherzoglichen Schloffe.

Das Befinder les Basites sehr ernit.

Rom, 11. August. Vita" meldet, daß der Zu­

Wie schön ist es bei Dir, Tante Anna," sagle Eva, , ich wollte Dir doch mein Töchterchen zeigen; tst fte nicht Iteb? Aber warum ist Karla so seltsam, oft steht ste traurig aus, dann zwingt sie sich wieder, lustig zu sein. Hat sie etwas, was sie quält?"

Frau Grotenbach ahnte den Grund mit dem zärt­lichen Mutterherzen, aber sie vermied es, darein zu reden.

Waldenberg, der auch eines Tages in Strandhof erfchten, fah fest wohler aus; er war etn stattlicher Vierziger, früh verwitwet und besaß in Mecklenburg schöne Gitter. Im häufigen Zusammensein mit Frau Uchatscheff hatte er sie lieben gelernt, er sehnte sich wie­der nach einer glücklichen Häuslichkeit und war ent= schlossen, um die Hand Karlas anzuhalten. Wennt er nur gewußt hätte, ob er hoffen durfte? Das Betragen der jungen Witwe war sehr wechselnd, bald freundlich und hetter, dann aber wieder tatt und gleichait!! ig, oft umflorte sich ihr Auge und sie versant in Schweigen, und doch lag feine Spur von Gefallsucht in Karlas Wesen.

Wird es mir glücken, ihr Herz zu erobern?" Mit dieser Frage kam Waldenberg nach Rügen, er wollte vorher prüfen, ehe er das entscheidende Wort wagte.

unerwartet traf Dr. Alfred Grotenbach etnes Ta­ges ein. Er öffnete die Gartenpforte zu Tante Annas" gastlichem Hause, wo man immer willkommen war. Helles Lachen und fröhliche Stimmen schlugen an setit Ohr; die junge Gesellschaft spielte Luftfegei; Alfred hatte die weiße, schlanke Frauengestalt Karias sogleich erlannt. Wer war aber der stattliche Mamu neben ihr, mit dem fie lebhaft sprach? Instinktiv fühlte Alfred, daß es ein Bewerber um thre Gunst sei. Frau Haideck fah Grotenbach zuerst und begrüßte ihn.

,, Guten Abend, gnädige Frau," sagte der junge Arzt

i unb verneigte sich sehr tief vor Karla. Ste wurde sehr

stand des Papstes sich gestern abend verschlimmert habe. Der Papst habe auch einen Ohnmachtsanfall gehabt und der Leibarzt, der ständig bet ihm set, soll ihm eine Ein sprigung gemacht haben. Die Nacht verbrachte der Papst ruhig. Die Schwaben und Parseval 1" Friedrichshafen, 11. Auguſt. Das Luftschiff " Schwaben" unter Führung Dr.Erfeners ist heute frith 6,35 Uhr mit neun Passagieren an Bord zur Fahrt nach Frankfurt aufgestiegen. Um 9,05 Uhr schwebte das Luftschiff über Frankfurt und wandte sich dem Taunus zu. Nach einer furzen Schleifenfahrt über dem Taunus nahm die Schwaben" die Richtung nach dem Frant furter Luftschiffhallenplay, wo fie um 10% uhr glatt landete. Nach einstündigem Aufenthalt stieg das Luft­schiff zur Fahrt nach Wiesbaden auf.

Mainz, 11. August. Das Luftschiff Parseval 1", das in der Nacht von Metz abgefahren war, erschien um 9,20 Uhr über Mainz, als die Parade vor dem Kaiser bereits feendet war und die Truppen zur Stadt marschierten Das Luftschiff manövrierte darauf über dem Schloß und landete dann mit Hilfe des Eisenbahnt­regiments hinter dem Krematorium.

Kleinbahn und Automobil.

München, 11. August. Bet Türkheim in Schwa­ben wurde das Automobil des Kunstradfahrers Georg Bock aus Neubrandenburg beim Kreuzen der Bahn­Iinte von einem Zuge der Wörrishofener Lokalbahn er­faßt und umgeworfen. Bock, der den Wagen selbst steuerte, und seine Frau wurden in weitem Bogen her= ausgeschleudert. Die Frau wurde tödlich verletzt, der Mann fam ohne Schaden davon, ebenso das zwetfährige Kind, das hell unter dem umgestürzten Wagen lag. Berliner Getreides und Schlachtviehmarkt.

Die am 9. August zu Ende gegangene Berichts­woche hat in ihrer zweiten Hälfte wiederum eine scharfe Aufwärtsbewegung auf dem Getreidemarkte gebracht. Im Auslande stiegen die Weizennotierungen hauptsäch­lich infolge der Preissteigerung in Rußland, dessen Er­port in den letzten Jahren ausschlaggebend für die Ge­staltung am internationalen Weizenmarkte geworden ist. Als weitere Motive wirkten an den internationalen Märkten auf Weizen preissteigernd Meldungen über erhebliche Schädigungen der Frühjahrsweizenernte in den Vereinigten Staaten von Amerifa und Kanada durch den schwarzen Rost sowie Gefährdung der in­dischen Reisernte durch Dürre. Am Berliner Markte mußte man sich natürlich dem Beispiele des Auslandes anschließen, zumal auch die heimischen Verhältnisse ge­nugsam einer Preiserhöhung förderlich sind. Zwar war das Angebot an Inlandsware infolge der frithen Ernte ziemlich reichlich, aber wegen der durch den niedrigen Wasserstand start behinderten Schiffahrt waren die Händler zum Teil außer Stande Ware rechtzeitig her­beizuschaffen, um früher eingegangene Lieferungsver­pflichtungen zu erfüllen. Sie waren daher vtelfach zu anztebenden Preisen zu Deckungen gezwungen. Die hauptsächlich treibende Kraft war aber die infolge der noch immer unvermindert andauernden Hitze drohende Mißernte in Kartoffeln und die Gewißbett eines be­vorstehenden Mangels an Futtermitteln. Der unter fol­chen Umständen steigende Verbrauch an Brotgetreide erklärt zur Genüae die beträchtliche Erhöhung der No­tierungen für Brotfrucht. Für Lieferung int Septem­ber stellten sich die Preise: Weizen 204,75 M, Roggen 171,75 M, Safer 168,75 M. Mais 154,00 M

Preise des städttschen Schlachtvteh­Marktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige ausgemästele, höchsten Schlachtwertes, ungefocht 81-84 M., 6) junge, fleischtge, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 76-82 M., c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 70-72 M. 2. Bullen: a) vollfleischige, ausgewach­sene höchsten Schlachtwertes 73-80 M, 6) vollfleischige jüngere 70-76 M, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 64-68 M. 3. Färsen und ühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwer­tes bts- M., b) vollfletschige ausgemästete ühe, höchsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren 63-70 M., c) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 62-65 M., d) mäßig genährte Kühe und Färsen 57-60 M., e) gering genährte Kühe und Färfen bis 61 M. f) gering genährtes Jungvieh( res­fer) M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 93-129 M., 6) feine Mastfälber 97-103 M. c) mittlere Mast- und beste Saugkälber 83-95 M., d) geringere Mast- und aute Saugfälber 75-84 M. e) geringe Saug­fälber 55-73 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und fün­gere Masthammel 76-84 M., b) ältere Masthammel, ge= ringere Mastlämmer und aut genährte iunge Schafe 68 bis 74 M., c) mäßig genährte Hammel und Schafe 53 618 70 M. 6. Schweine: a) Fettschmeine über 3 Bentner Lebendgewicht 59 M., 6) vollfleischige Schweine 240 b13 300 Pfund 58-59 M., c) vollfleischige 200-240 Pfund 58-60 M., d) vollfleischige Schweine 160-200 Pfund 56-59 M., e) vollfleischige Schweine unter 160 Pfund 55-56 M., f) Sauten 51-53 M.

blaß und lehnte sich gegen einen Baum, thre Hand ruhte flüchtig in der seinen und sie sagte einige Höfliche Worte; dann stellte sie Waldenberg und Grotenbach ein­ander vor.

Heimlich beobachtete Alfred Frau Uchatscheff, wäh= rend er mit den Nichtspielenden plauderte.

,, Ste ist noch schöner geworden," dachte er ,,, nur hat fie einen trotzigen Ausdruck um den Mund, der früher nicht da war."

Karla redete Grotenbach nicht an, sie schien nur für Waldenberg Auge und Ohr zu haben, und als die Par­tte beendet war, entfernte sie sich mit ihrem Verehrer, denn daß er es war, verrtet sein ganzes Auftreten, dte Bewunderung in seinem Gesicht.

Spät abends erst fand Alfred Gelegenheit, fich Frau Uchatscheff zu nähern; sie erschrat, als sie aus der Villa Petersburg tretend, von ihm angeredet wurde. Hatte er auf sie gewartet?

Darf ich mich Ihnen anschließen, gnädige Frau?" fragte der junge Arzt.

Ein dumpfes Grollen lag in seiner Stimme. Bitte," verfeste Starla etfig.

Sie schritten nebeneinander durch die Rosenpracht des Gartens; etn süßer, schwerer Duft steg aus den Blumenfelchen empor, wie ein Zauber wehte es um ste. Endlich brach Alfred das beklemmende Schweigen. Es geht Nicolat gut?" fragte er.

" Ja, Herr Doktor, er tst frisch und gesund gewor= den."

Und wie befinden Sie sich, gnädige Frau?" O, mir fehlt nichts!"

Das freut mich."

( Fortsetzung folgt.)