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Deutscher Reichstag.

In der Situng am Dienstag wurde zunächst die Vor­Jage betreffend die bei einem obersten Landgericht einzu­legenden Revisionen in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten unverändert ohne Diskuffton endgültig angenommen.

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Eine neue Einkommensteuernovelle steht dem preußi­schen Landtag für das nächste Jahr nach einer Erklärung des Finanzministers bevor. Schon jetzt werden die Wün­sche der verschiedenen Parteien über deren Ausgestaltung vorgetragen. Ein Teil verlangt die Hinaufsehung der Steuerfreiheit bis auf 1200 Mart und Erweitern der Vorrechte für Kinderabzüge sowie die Erleichterung we­gen verminderter Einkommen. Ein anderer Teil dagegen lehnt dies sowohl aus wirtschaftlichen wie auch aus tech­nischen Gründen ab, denn dadurch müsse die Sicherheit der preußischen Einschägung notleiden. Wie es scheint, wer­den in dieser Hinsicht keinerlei Zugeständnisse zu erwarten sein.

Die braunschweigische Landesversammlung begann gestern die Beratung der Kommissionsvorschläge betreffend Abänderung des Wahlrechts zum Landtage. Die Debatte nahm zeitweise einen sehr erregten Charakter an. Die Ein­führung des Reichstagswahlrechts wurde als für Braun­schweig nicht geeignet bezeichnet.

Die Gründung eines Deutschen Chefverbandes soll, wie die Magdeb. 3tg." erfährt, nahe bevorstehen. Haupt­zweck des Verbandes soll es sein, die gesamte deutsche Prin zipalität, ganz gleich ob Fabrikant, Grossist oder Detail­list, zusammenzuschließen, um gegen die Ueberschwänglich­feiten in sozialpolitischer Hinsicht energisch Stellung zu nehmen." Voraussichtlich wird der Sitz des neuen Ver= bandes in Magdeburg sein.

Dann wurde in der zweiten Lesung der Novelle zum Gerichtsverfassungsgesez fortgefahren. Die juristisch- tech= nischen Einzelbestimmungen, die zur Verhandlung famen, gaben den Sozialdemokraten und auch den Freifinnigen An­laß zu Anträgen, die unverkennbar ein micht besiegbares Mißtrauen gegen die unabhängigkeit der Gerichte Ausdruck brachten und zu langwierigen Aussprachen führ­ten. Am weitesten gingen naturgemäß die sozialdemo­kratischen Anträge, nach denen it. a. über Amtsenthebung und Pensionierung von Richtern eine Zweidrittel- Mehr­heit des betreffenden Gerichtsplenums entscheiden und Bes hörden überhaupt kein Recht zustehen soll, Gerichtsentschei­dungen durch Rechtsmittel anzugreifen, die ferner auch die Bestimmungen über Kriegsgerichts- und Standrecht besei­tigen wollten. Sie wurden durchweg abgelehnt. Ein frei­sinniger Antrag Müller- Meiningen verfolgte die Tendenz, das Hilfsrichtertum sowohl bei den Zivil- wie bei den Straffachen einzuschränken. Er wollte das vorübergehende Bedürfnis, das für die Bestellung eines Hilfsrichters maß­gebend ist, als solches nicht mehr anerkennen, wenn es län­ger als ein Jahr dauert. Mit Bezug auf diesen letzteren Punkt wurde darauf hingewiesen, daß damit Richtern die Möglichkeit genommen werde, in ein Parlament einzutre­len, da, wenn sich infolge von Vertagung eine Session über ein Jahr hinzieht, eine Stellvertretung nicht mehr mög­lich sein würde. Der Staatssekretär Lisco wies die Un­durchführbarkeit des Antrags nach, insbesondere mit Rück sicht darauf, daß wir 686 Amsgerichte mit nur einem Rich­ter haben, und auch der Kommissar des preußischen Justiz­ministeriums legte überzeugend die auf organisatorischem Gebiet liegenden Schwierigkeiten dar. Dem Wunsche wür­de ohnehin soweit tunlich Rechnung getragen. Der Antrag Müller- Meiningen wurde, soweit er die Strafsachen be= trifft, mit geringer Mehrheit angenommen. Im weiteren drehte sich die Debatte um die durch die Reform meu eingeführte Bestimmung, wonach der Antrag des Staats­anwalts auf Ueberweisung der Sache an das Schöffengericht wegfällt, da er zu einer leeren Formalität geworden ist, insofern das Gericht, wenn es aus dem Ueberweisungsan­trage des Staatsanwalts dessen mildere Auffassung er= fennt, ohne weiteres dem Antrage entsprechen wird. Auch hter wollte man, allerdings vergeblich, um die Befugnis bes Staatsanwalts einzuschränken, den jetzigen mit unend­lich viel nußlosem Schreibwerf verbundenen Zustand auf­zecht erhalten. Die Debatte wurde dann noch einige Zeit fortgesetzt, bis man sich schließlich auf Mittwoch vertagte.

Der deutsche Kronprinz erkrankt? In Londoner diplomatischen Kreisen geht das Gerücht von einer Erkrankung des deutschen Kronprinzen. Wie der Preß- Telegraph" hört, handelt es sich um eine leichte Erkältung, die den Kronprinzen allerdings zwang, die Abreise von Kalkutta zu verschieben.

er schrieb: Suchet mich nicht, ihr werdet mich nicht finden. Ich scheide aus!"

Die Londoner Stenerbehörde ist von besonderem Glück begünstigt. Sie hat gestern die Erbschaftssteuer des sieben­ten Millionenvermögens, das in diesem Jahre seinen Be­sizer wechselt, eingezogen. Es handelt fich um den auf 1588 000 ftrl. bezifferten Nachlaß des Diamantenhändlers Anton Dunkles. Mehrere Stiftungen Dunkles sind auch nach Deutschland gefallen.

Ein Dynamitättentat beim Kriegerfest wurde in dem Dorfe Dzierzgowiß an der posenschen Grenze verübt. E erfolgte eine starke Explofton, durch die sämtliche Saal­fenster zertrümmert wurdenm. Eine mächtige Feuergarbe schoß durch die Fenster, Personen wurden aber nicht ver­letzt, da gerade eine Tanzpause eingetreten war. Zwei junge Burschen wurden als Täter verhaftet.

Das Parlament des feinen Tons hat am Dienstag wieder einmal Proben seiner Leistungsfähigkeit gegeben. Bei der Beratung des Hausterergesetzes fam es im öfter­reichischen Abgeordnetenhause zu stürmischen Zwischenfäl­len. Während der Rede des Abg. Mahler machte der christlich- soziale Abgeordnete Schmidt einen Zwischenruf, worauf Mahler erwiderte: Wenn Sie zu dumm sind, das zu verstehen, so kann ich nichts dafür." Das war das Signal zum Losbruch. Der christlich- soziale Abg. Schmidt rief: Sie sind ein Saujud, so ein ekelhafter, dreckiger Kerl! Nach weiteren Bemerkungen Mahlers, die in der herrschenden Unruhe unverständlich blieben, rief der all­deutsche Abg. Malik laut: Sie lügen, Lügner!" Mehrere christlich- soziale Abgeordnete stimmten sofort ein und rie­fen im Chorus: ,, Sie Lügner, Sauferl." Nun sah man, wie der Abg. Mahler dem Abg. Malik etwas zurief. Dieser stieß einige Abgeordnete, die ihn umgaben, zur Seite, Stürzte auf Mahler zu und stieß ihn mit der Faust vor die Brust. Im Hause herrschte tosender Lärm, der später von neuem einsetzte, so daß der Abg. Mahler seine Rede nur mit Mühe beenden konnte.

Ueber die Reise des Kronprinzen wird uns weiter aus Berlin gemeldet: Es ist klar, daß der Kronprinz nicht ohne Gefährdung seiner Gesundheit aus den Tropen direkt nach feiner deutschen Heimat zurückkehren kann. Der Kronprinz wird daher einen Aufenthalt von mehreren Wo­chen, voraussichtlich in Gemeinschaft mit der Kromprin zessin, im Süden Europas wählen, bevor er die Rück­fehr nach Berlin antritt, doch ist über die Wahl dieses Uebergangsaufenthaltes, wie die N. G. C." aus zuver­läfftger Stelle erfährt, zur Stunde moch nichts bestimmt. Die Behauptung, der Kronprinz werde schon mehrere Mo­nate nach seiner Rückkehr Deutschland abermals verlassen, um den zweiten, der Pest wegen unterbliebenen Teil seiner Retse nachzuholen, entbebrt jeglicher Begründung.

Rundschau vom Cage.

Politisches.

Ein Kaiserbesuch beim Papst? Auf der in der ersten Hälfte des Monats März stattfindenden Reise des Kaisers nach Italien ist, wie der Frankfurter Zeitung berichtet wird, auch ein Besuch beim Papst in bestimmte Aussicht genommen.

Beim Baumfällen erschlagen wurde im Forstrevier Frauenwalde im Thür. Wald der 58jährige Holzhauer Müller. Ihm wurde von einer nach der falschen Seite hin stürzenden Buche der Brustkorb eingedrückt. Müller war sofort tot.

Einen Mordversuch in der Trunkenheit machte der 24jährige Student Pelzer aus Dortmund, der seit Weih­nachten die technische Hochschule in Darmstadt besucht. Er besuchte dort nachts eine Wirtschaft und wurde, als er schwer bezecht war und sich ungebührlich benahm, auf die Straße gesezt. Er eilte nach Hause, holte einen Revolver und gab auf den Writ einige scharfe Schüsse ab. Eine Ku­gel streifte den Wirt. Pelzer wurde verhaftet.

Das Verhältnis zwischen Spanien und dem Vatikan ist neuerdings ein sehr gespanntes. Der völlige Bruch mit dem Vatikan wird in Madrid allgemein für unver­meidlich angesehen. Der spanische Ministerpräsident Ca­nalejas hatte gestern eine Unterredung mit dem päpst­lichen Nuntius, in der er ihm in bestimmtester Form den Entschluß ankündigte, die Kirchenfrage, wenn nötig, auch ohne die Zustimmung des Vatikans zu regeln.

Die Mehrheit im preußischen Abgeordnetenhause. Nach dem augenblicklichen Mitgliederverzeichnis des preu­ßischen Abgeordnetenhauses verteilen sich die einzelnen Parteien so, daß Konservative und Zentrum mit Aus­schluß sogar der Freikonservativen eine Mehrheit bilden fönnen. Sie haben zusammen über 250 Stimmen. Die absolute Mehrheit beträgt 222 Stimmen. Eine andere Mehrheit mit Hilfe der Konservativen mit Ausschluß des Zentrums ist nur dann möglich, wenn Nationalliberale und Freikonservative sich mit den Konservativen vereini­gen. Es würden dann statt 250 Stimmen mit dem Zen= trum sogar 268 Stimmen sein. Die Freisinnigen, die Po­len, Sozialdemokraten und die fraktionslosen Mitglieder zählen zusammen 60.

Der Familienschmuck der Wallutjeffs.

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Selbstmord ans Angst vor der Steuereinschätzung ver übte in Gera ein 60 Jahre altes Fräulein, das ein Ver­mögen von 50 000 M besaß, indem sie sich in der Elster er­tränkte. Die Selbstmörderin war sehr geizig und fürchtete, durch die neuen Gesezesbestimmungen für dieses Mal be­sonders scharf herangezogen zu werden.

Ein amerikanisches Spionagegesetz ist vom Repräsen­tantenhaus in Washington gestern verabschiedet worden. Darin wird das Photographteren und Zeichnen von Kriegsschiffen, Werften und Befestigungen verboten. Die Strafe beträgt tausend Dollar Geldstrafe, bis zu mehreren Jahren Gefängnis, und, wenn die Information an eine fremde Macht verkauft wurde, zehn Jahre Gefängnis.

Kriminalroman von Freifran G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) " Wollen Sie Goldfly sehen?" fragte Mabel ,,, wir fönnten eine kleine Spazierfahrt machen, die Umgegend von Rose- Cottage ist sehr schön. O! und ich muß Ihnen auch unser Treibhaus zeigen; es blühen eben schöne Maz­schall- Niel- Rosen darin. Ich finde, daß Sie viel öfter her­kommen müßten, Mr. White."

Sie eilte ihm voran in den Stall.

Kleine Nachrichten.

Aus den Gerichtssälen.

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Verurteilung wegen Majestätsbeleidigung. Die Straf fammer in Duisburg verurteilte am Dienstag den sozial-' demokratischen Gewerkschaftssekretär Otto Hahnke aus Ber­lin wegen Majestätsbeleidigung zu vier Wochen Gefängnis. Der Angeklagte hatte in Duisburg in einer Volksver­sammlung, in der ein Vortrag über Kaiser und Volt" ge, halten wurde, in die Erörterung eingegriffen und, fnüpfend an eine angebliche Aeußerung des Kaisers, cin großer Teil des deutschen Volkes set englandfeindlich ge­finnt, schwere beleidigende Worte gebraucht. Der Staatsans walt hatte 3 Monate Gefängnis beantragt.

Der jüngste Kaisersohn, Prinz Joachim, wird, wie die " Voss. Zig." meldet, am Donnerstag als Leutnant in das 1. Garderegiment z. F. zum aktiven Dienst eingestellt werden.

Das Miliärluftschiff M. 3, das am Dienstag mittag in Gotha zur Fahrt nach Metz aufgestiegen war, ist gestern nach guter Reise abends 6,20 Uhr an seinem Bestimmungsorte glatt gelandet.

Mehrere schöne Wagenpferde und zwei niedliche Bo­nys standen dort. Die junge Amerikanerin trat in den Verschlag eines Goldfuchses und liebkoste seinen schlanken Hals. Das ist mein Reitpferd", sagte sie, ich werde es Herausführen lassen, damit Sie es besser sehen können. Und hierneben ist Black, ein feuriger Rappe, den sollen Sie reiten, wenn Sie uns das nächste Mal besuchen, Mr. White. Leider sind Sie heute nicht im Reitanzug."

An schwarzen Pocken sind bisher in Duisburg 7 Per­sonen erkrankt. Am Montag wurden insgesamt 300 Per­sonen, darunter über 200 Kinder, der Impfung unterzogen. Insgesamt wurden 7 Familien in folierbaracken unter­gebracht.

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Fahrlässige Tötung durch Schnapsverkauf. Die Straf­tammer in Frankfurt a. D. verurteilte einen Gastwirt, der einem Arbeiter so viel Schnaps einschenkte, daß er am mäch sten Tage an Alkoholvergifung starb, wegen fahrlässiger Tötung zu einem Monat und seinen Kellner zu einer Woche Gefängnis.

Wegen Betrugs verurteilte Eisenbahnbeamte. Vom Schwurgericht in Halle wurden am Dienstag der Bahn­streckenschaffner Karl Grimm aus Halle und der Schlaf­wagenkontrolleur Fritz Meisel aus Berlin abgeurteilt. Grimm hatte auf Stationssperren die Fahrkarten, die ihm von Reisenden an der Sperre abgegeben waren, nicht geliefert, sondern Metsel nach Berlin geschickt, der die Karte an die Eisenbahndirektion sandte. Er tat dies unter int schem Namen und gab an, er wolle das Geld zurückerstatter haben, da er an der Reise verhindert gewesen wäre. Die Durchlochung der Karten führte er darauf zurück, daß erst auf dem Bahnsteige der Hinderungsgrund zu der Reise eingetreten set. Der Betrug fam schließlich heraus, nnd es wurden Grimm zu einem Jahre drei Monaten Gefängnis und zwei Jahren Ehrenrechtsverlust und Meisel zu 1% Jahren Gefängnis und zwei Jahren Ehrenrechtsverlust verurteilt.

Am Grabe Singers auf dem Friedhof in Friedrichs­felde bei Berlin fanden sich am Montag Tausende von Per­sonen ein, um die Grabstätte zu besichtigen oder nachträglich Kränze utederzulegen. Es sind nach ungefährer Schäßung 3000 Kränze am Grabe niedergelegt worden. Ungefähr 50 000 Menschen sollen das Grab besucht haben. Die Maul: und Klauensende ist am Dienstag abermals auf dem Berliner Schlachthof festgestellt worden. Es wur­den sofort die nötigen Sicherheitsmaßregeln getroffen. Vermißt wird der Erste Staatsanwalt Richard in Cöln. Man nimmt an, daß er Selbstmord begangen hat, da er be= reits früher eine Zeitlang in einer Heilanstalt war. Für feine Familie hat Richard einen Zettel hinterlassen, auf den

Nachdem der Fuchs gebührend bewundert worden war, befahl Miß Lionel dem Reittnecht, die Pony- Equipage an­zuspannen, die sie selbst kutschierte. Gegen zwei Stunden dauerte die Spazierfahrt. Mabel ließ es sich angelegen sein, ihrem Gaste die an hübschen Aussichtspunkten reiche Umgegend zu zeigen. Sie unterhielten sich so angenehm, daß ihnen die Zeit wie im Fluge verrann.

Bei ihrer Rückkehr nach Rose- Cottage fanden sie Be­such vor. Mit einem hellen Jubelruf umarmte Mabel eine reizende junge Frau.

nach einer halben Stunde gefielen ihm die Bekannten des Hauses, und er beschloß, ihnen einen Besuch zu machen. Es war gut, wenn er in der Gesellschaft Anknüpfungen suchte, wenn er mit verschiedenen Menschen zusammenkam. Die Hoffnung, Mabel bei der Freundin öfter zu sehen, fiel nicht minder ins Gewicht.

Meine Jugendfreundin, Amy Brook, und hier ihr Mann, Mr. Fred Brook," stellte sie das Paar vor. Amy das ist Mr. Robert White, von dem ich Dir schrieb, und mit dem ich die Reise von Toulon hierher gemacht habe." In verbindlicher Art begrüßten Herr Brook und Frau den Fremden.

White war zuerst etwas verstimmt über den Besuch. Gern wäre er allein mit Mabel geblieben: aber schon

Eure Hochzeitsreise habt Jhr wohl bis zu den Nia­garafällen ausgedehnt?" fragte Mabel. O, Mr. White, die müssen Sie auch noch kennen lernen! Wollen wir zusammen hinreisen?"

Vermischtes.

Ein Abenteuer des Kronprinzen. Aus Kalkutta wird dem B. L.-A." folgendes Geschichtchen gemeldet: Die Ur-, sache, weshalb der Kronprinz nicht zu dem Fest der Ein­geborenen in Lucknow fam, war, daß er sich mit einem Au­tomobil auf eine längeren Tour begeben hatte und dabet den Weg verlor. Er bog an der unrechten Stelle ab, und der ihm folgende Stab fuhr in einem zweiten Automobil auf der Straße weiter. Später hatte des Kronprinzen Au­tomobil eine Panne, und Eingeborene sammelten sich um ihn und boten ihre Hilfe an. Plötzlich durchbrach eine Kuh den Kreis der Neugierigen und stieß eine alte Frau zu Boden. Der Kronprinz brachte dann das Automobil un­ter Obdach und bestieg mit seinem Chauffeur ein Fluß boot, in dem er eine furze Streche fuhr. Auf einem Leis terwagen fuhr er schließlich nach einer kleinen Eisenbahn­station, von wo aus er dem englischen Generalleutnant in Lucknow telegraphisch Mitteilung von seinem Abenteuer machte. Die Nacht hindurch fuhr er in einem gewöhnlichen Eisenbahnwagen und kam frühmorgens wieder in Lucknow an. Das Abenteuer hat dem Kronprinzen viel Spaß ge= macht, besonders weil es ihm Gelegenheit aab, das Land zu

Diese Aufforderung wurde so natürlich hervorgebracht, es lag nichts zudringliches, Herausforderndes darin. Sehr gern," entgegnete White, ich bin aber durch meine Agentur gebunden. Sobald ich frei bin, stelle ich mich Ihnen zur Verfügung, Miß Lionel."

In der schlaflosen Nacht, die auf die Zusammenkunft mit Jim folgte, dachte Robert an dieses Versprechen.

chen zu gewinnen. Müßte sie nicht stolz sein auf seinen Erfolg, der gewiß in den amerikanischen Zeitungen be= sprochen werden würde? Von nun an wollte White mehr persönlich einzugreifen suchen und Jim nur die Neben­rolle spielen lassen. Der Zufall sollte ihm am nächsten Morgen hold sein.

Würde er es je ausführen können? Bevor er den Mörder entdeckt und festgenommen hatte, gewiß nicht! Erst dann durfte er seinen persönlichen Interessen nachgehen. White war sich klar geworden, daß er die junge Amerikanerin liebte, und seit ihrem letzten Bei­sammensein setteder Gedanke, daß auch er ihr nicht gleich­giltig war, sein Herz in Aufruhr. Aber er sagte sich auch, daß er wenig Aussicht hatte, die reiche, viel umworbene Erbin zu erringen. White war für europäische Begriffe wohlhabend. Von Hause aus begütert, hatte er seinen Beruf nur aus Interesse an der Sache erwählt; die reichen Honorare, die ihm nach glücklich zu Ende geführten schwie­rigen Kriminalfällen zuflossen, bildeten ein kleines Ver= mögen; aber was bedeutete das gegen die Millionen der Miß Lionel! Und doch, und doch! White sagte sich mit einer gewissen Zuversicht, daß, wenn es ihm glückte, den Mörder zu fassen und den Schmuck der Gräfin Wal­lutjeff seinem rechtmäßigen Eigentümer zurückzuerstatten, dak er dann vielleicht Aussicht hätte, das geliebte Mäd­

Auf dem Wege zum Schneider, bei dem er einen vollständigen Reitanzug bestellt hatte, ging White durch eine Seitenstraße, die weitab von dem Hauptverkehr der Stadt lag. Es war eine stille, weniger belebte Straße, zu deren Seiten keine hohen Pruntbauten standen. Läden mit bescheideneren Auslagen befanden sich dazwischen. White schenkte ihnen keine besondere Aufmerksamkeit. ,, Welch schöne Diamanten," sagte eine Frau im ein­fachen Anzuge zu einer andern, ich wünschte, ich besäße sie, dann brauchte ich nicht mehr zu nähen." Die Frauen gingen weiter. An ihre Stelle trat White vor das fleine Schaufenster des Goldschmiedes.

,, Wahrhaftig, es sind die Steine aus dem Familien=" schmuck," dachte er, ,, es sind die Ohrgehänge, die zu einer Nadel und zu einem Ringe umgearbeitet wurden. Ich verstehe mich auf den Schliff; er ist alt und in Rußland entstanden. Er ist früher modern gewesen, jetzt macht man es anders."

White ging in den Laden und bat den Juwelier, einen gewissen Mr. Arcton, ihm die beiden Gegenstände zu verkaufen.

Das kann ich nicht," versetzte der Goldschmied, Ring und Nadel sind bei mir von einem Unbekannten bestellt worden. Es waren ein Paar Ohrgehänge, die ich in der gewünschten Art umarbeiten mußte. Hier, mein Herr, wollen Sie vielleicht beides ansehen; ich könnte ihnen ebensolche Schmucksachen anfertigen." Mr. Arcton legte dem vermeintlichen Käufer die Schmucksachen vor. White warf einen scharf prüfenden Blick darauf.

( Fortiekung folgt.)

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