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Vermischtes.
Der Generalfeldmarschall als Schullehrer. Der Lehrer Schulz in Harnefop in der Mart, dem dem Generalfeldmarschall Grafen Haeseler gehörigen Gute, ist zur Teilnahme an einem Turnkursus auf vierzehn Tage beurlaubt und die dortige Schule hätte nun während dieser Zeit geschlossen werden müssen. Um diesem Uebelstande vorzubeugen, hat sich die greise Erzellenz, deren Zuneigung zur Jugend bekannt ist, entschlossen, den beurlaubten Lehrer selbst zu vertreten. Der Feldmarschall versammelt täglich die Schuljugend in seinem Parte um sich, um sie während einiger Stunden zu unterrichten.
Die verkannte Jolierzelle. Bei der Straubinger Landtagserfazwahl wurde einem Wähler bedeutet, ec möge in den Jolterraum treten, um dort seinen Wahlzettel unbemerkt ins Kuvert zu stecken. Er folgt der Anweisung und setzt sich auf den dort bereitstehenden Stuhl. Wohl ein Dutzend anderer Wähler kommt, tritt in den Raum, geht und gibt die Wahlzettel ab. Nur der gute erste Wäh ler sitzt noch und kommt nicht. Endlich wird ihm doch das Warten zu bunt. Er steigt im Verschlag auf den Stuhl, lehnt sich über die Brüstung desselben und rust in das Wahllofal hinein: Wann tomm denn i d'ran?" Den Mann hätten sie eigentlich zum Abgeordneten wählen müssen, der so unverkennbares Talent hat für Dauerfizungen.
über die Sinnesänderung des Adventisten Naumann wird noch folgendes erzählt: Ein früherer Adventist, der jetzt einer anderen Sekte beigetreten ist, erhielt Einlaß, in die Zelle des Naumann und erzählte ihm, daß seine Mutter die größte Not leiden müsse, während er, der Sohn, die Jahre im Gefängnis verbringe. Das wirfte derartig auf Raumann ein, daß er den Adventisten den Rücken fehrte. Er schrieb an seine Angehörigen einen Brief, in dem es u. a. heißt:„ Ich bin bei gutem Gewissen nicht mehr Anhänger der Adventisten. Die Bibel birgt Geheimnisse, welche von Adventisten selbst, wie sie sagen, nicht verstanden merden, ja auch von den Propheten selbst nicht. Alle biblischen Schriften, die nicht an uns Heiden- Christen geschrieben sind, kann ich nicht zu Rate ziehen, weil sie an ein anderes Volt, unter anderen Verhältnissen und Gewohnheiten lebend, geschrieben sind. Ein geistliches oder biblisches Gebot für Beobachtung des Sonntags existiert nicht. Ich beobachte ein solches höchstens, als der weltlichen Obrigkeit untertan zu sein." Naumann gehorcht olso jezt. Zu den 2½ Jahren Gefängnis, die er noch abzubüßen hat, kommt noch die Bestrafung für etwa 50 Fälle der Gehorsamsverweigerung, die demnächst vor dem Kriegsgericht zur Aburteilung gelangen. Es ist aber wohl sicher, daß Naumanns Strafe sehr gemildert werden wird.
Die Vorliebe für die Kinemathographentheater scheint, wie aus den Veröffentlichungen des Düsseldorfer statistischen Amtes hervorgeht, noch in starkem Wachsen begriffen zu sein. Es fanden im ersten Viertel des laufenden Jahres in Düsseldorf 1935 billettsteuerpflichtige Veranstaltungen statt, zu denen rund 890 000 Einzelfarten ausgegeben wurden. Von diesen steuerpflichtigen Einzelfarten entfielen 122 000 auf Theater, 110 000 auf Konzerte, 122 000 auf Spezialitätenvorstellungen, 91 000 auf verschiedene an= dere Darstellungen und rund 445 000 auf Kinemathographentheater und Lichtbildervorstellungen, gegen 283 000 im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Sauberes Papiergeld. Die Klagen über fünstlerische Mängel der neuen Hundertmarkscheine sind berechtigt, die Beschwerden über das unhandliche Format ebenfalls. Viel wichtiger aber ist das Verlangen, daß endlich einmal damit begonnen wird, alles unsaubere Papiergeld einzuziehen. Jahrelang wandern oft die Scheine von Hand zu Hand und befinden sich zuletzt in einem Zustande, der in hohem Grade unappetitlich ist. Sind die Scheine erst unansehnlich und beschädigt, dann verdoppelt sich die Zirkulationsschnelligkeit, denn schmutziges Papiergeld sucht jedermann gern wieder los zu werden. Es ist wiederholt darauf hingewiesen worden, daß die englischen Banknoten einfach und schlicht, aber stets sauber sind, weil die Bank von England die zurückkommenden Banknoten nicht wieder ausgibt, sondern durch neue Scheine ersetzt. In England find schmutzige Banknoten unbekannt. Will oder kann man in Deutschland nicht so weit gehen wie in England, so ließe es sich doch erreichen, daß alle Reichs- und Staatskassen angewiesen würden, unter feinen Umständen unsauberes Papiergeld wieder in den Verkehr zu bringen, jondern bei den Ausgabestellen gegen neue Scheine einzutauschen. Dann würde das unsaubere Papiergeld bald aus dem Verfehr verschwinden. Die Beliebtheit des Papiergeldes kann dabei nur gewinnen. Die verhältnismäßig geringen Her Stellungskosten dürfen kein Hindernis bilden, wenn es gilt, die schmutzig gewordenen Scheine durch saubere zu ersetzen.
Eine Hochzeit, die feine war, fand im Gasthaus„ Zum Hirsch" in Schwäbisch- Gmünd statt. Aus besonderen Gründen hatte die Braut am Vorabend der anberaumten Hochzeitsfeier ihre Mitwirkung abgesagt und die Eheschließung auf dem Standesamte abbestellt. Das fonnte aber nicht verhindern, daß die geladenen Gäste von auswärts und auch solche von Gmünd, die von der Abbestellung nichts wußten, zur Hochzeit erschienen und, einmal da, sich in das Unvermeidliche schickten und für sich feierten, so daß trok des Vorfalles bald eine lustige Gesellschaft beisammen war, die die Hochzeitsfeier abhielt und so den Wirt für seine Aufwendungen entschädigte. Das Heiterste an der Sache war, daß schließlich auch das Brautpaar, allerdings getrennt, bei dieser Feier erschien und sich ansah, was für Hochzeitsgäste sie gehabt hätten. Die als Hochzeitsgeschenke üblichen, in einer Schüssel gesammelten Geldgaben gingen dabei freilich in Wein und Bier auf. Auch der Aussteuerlieferant fand sich zur Gratulation mit sechs Mann ein und Holte seine Lieferung wieder ab, die ihm auch gutwillig ausgefolgt wurde.
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Die Dame auf der Straßenbahn. Der„ Augsb. Post3tg." teilt ein Leser die folgende Beobachtung mit: Wie macht's eine Dame, wenn sie auf der Elektrischen fährt?" Da macht sie's so: Sie setzt sich, öffnet ihre Handtasche, nimmt das Portemonnaie heraus, schließt die Handtasche, öffnet das Portemonnaie, nimmt einen Nickel heraus, Schließt das Portemonnaie, öffnet die Handtasche, legt das Portemonnaie hinein, schließt die Handtasche und gibt den Nickel dem Schaffner. Wenn sie dann den Fahrschein ge= nommen hat, so öffnet sie die Handtasche, nimmt das Portemonnaie heraus, schließt die Handtasche, öffnet das Portemonnaie, legt den Fahrschein hinein, schließt das Portemonnaie, öffnet die Handtasche, legt das Portemonnaie hinein und schließt dann die Handtasche. Kommt nun der Kontrolleur, so öffnet die Dame die Handtasche, nimmt das Vortemonnaie heraus, schließt die Handtasche, macht
das Portemonnaie auf, nimmt den Fahrschein aus dem Prtemonnaie heraus, schließt das Portemonnaie und gibt den Fahrschein dem Kontrolleur. Während der Kontrolleur prüft, öffnet die Dame die Handtasche, legt das Por temonnaie hinein und schließt die Handtasche. Der Kontrolleur ist fertig, die Dame öffnet also die Handtasche, nimmt das Portemonnaie aus der Handtasche, schließt die Handtasche, öffnet das Portemonnaie usw. unsw.
Unter falschem Namen zum Tode verurteilt. Wegen Raubmordes war vom Schwurgericht in Posen der angebliche Artist Kinzle am 17. Januar d. J. zum Tode verurteilt worden. Jetzt wird bekannt, daß der Raubmörder unter falschem Namen verurteilt worden ist. Die von ihm angegebenen Personalien passen vollständig auf einen in Südwestafrika ansässigen Farmer, dem der vielgereiste Taschenspieler, der nachherige Raubmörder, die Legitimationspapiere gestohlen und zu seinem eigenen weiteren Fortfommen benutzt hat. Unter dem falschen Namen ist der Verbrecher schon mehrmals wegen Diebstahls verurteilt worden und hat zuletzt eine Gefängnisstrafe in Potsdam abgebüßt. Gesetzlich ist nicht zulässig, daß ein zum Tode Verurteilter hingerichtet wird, dessen Personalien nicht mit zuverlässiger Sicherheit festgestellt worden sind. Da sich nun der Todeskandidat hartnädig weigert, seinen Namen zu nennen, auch alle Nachforschungen der Staatsan= waltschaft ergebnislos waren, muß mit der Vollstreďung des Urteils so lange gewartet werden, bis die behördlichen Ermittelungen Erfolg haben.
Aus dem Reiche der Technik.
Luftpropeller für die Kanalschiffahrt. Unter der Aufsicht der französischen Gesellschaft für Luftschiffahrt haben in diesen Tagen in Joinville auf dem Kanal, der die Marne mit der Seine verbindet, Versuche darüber stattgefunden, ob die Anbringung von Luftpropellern auf Schleppkähnen der Kanalschiffahrt Nußen bringt. Auf ein großes Kraftfahrzeug von 38 Meter Länge und 5 Meter Breite wurde ein besonders konstruierter Motor von 9 Pferdekräften gesetzt, der eine Luftschraube von 2,60 Meter Durchmesser antreibt. Die Versuche brachten überraschend günstige Resultate. Es zeigte sich, daß sofort nach dem Anlassen des Motors das schwerfällige Fahrzeug sich zu bewegen begann, und nach 80 Sekunden hatte es sein gewöhnliches Fahrtempo erreicht. Nach genauen Berechnugen stellt sich die neue Beförderungsmethode um rund 50% günstiger als die bisher angewandten Mittel, die Kanalfahrzeuge durch Menschen oder durch Tiere vorwärts zu bewegen.
Der Kronprinzenbesuch in Petersburg.
Schon jetzt sind die Vorbereitungen für den Besuch des Kronprinzen in Petersburg in vollem Gange. Der Kronprinz kommt bekanntlich zum Geburtstag des Zaren am 6. Mai des alten Stils in die russische Residenzstadt. Die Vorbereitungen zu seinem Empfang und das Programm für die Festlichkeiten anläßlich seines Besuches sind darum schon gewissermaßen durch die Tradition vorgezeichnet, da der Geburtstag des Baren sett altersher ganz bestimmte Feste und Feierlichkeiten verlangt. Er gilt als der größte sogenannte„ Stronsfeiertag". Diese Kronsfeiertage, zu denen auch die Geburtstage der Barin, der Barin- Mutter und des Großfürsten- Thronfolger gehören, werden in ganz Rußland vollkommen wie die religiösen Feiertage feftlich gefeiert. Besonders der Geburtstag des Baren gilt natürlich als der höchste Kronsfeiertag, für den auch durch die Hofetikette ein festes Beremoniell bestimmt ist, das diesmal nur eine Erweiterung erfährt. Nach den bisherigen Bestimmungen wird der Kronprinz in Wirballen von dem Galazuge des Baren abgeholt. In Wirballen erwartet thn ferner ein militärisches Gefolge unter der Führung zweier Generaladjutanten des Baren und unter der Beteiligung der deutschen Botschaft in Petersburg. Zum Empfang am Bahnhof wird die ganze kaiserliche Familie einschließlich sämtlicher in Petersburg anwesenden Großfürsten und Großfürstinnen anwesend sein. Das Spalter wird rein militärisch sein, da dafür das erste und zweite LeibgardeSchüßenregiment mit ihren Kommandeuren befohlen tft. In dem kaiserlichen Schloß werden das Achat- Jaspts und Berlmutterzimmer renoviert und geschmückt, und man kann barum annehmen, daß dieser Teil des Schloffes, der am besten ausgestattet ist, dem tronprinzlichen Paare als Wohnug dienen wird. Ihren Namen haben die Zimmer da= her, well ihre Wände mit den Steinen ausgelegt find, nach denen sie genannt sind. Am Morgen des Geburtstages des Baren findet ein feierlicher Kirchgang statt, an den sich der große Empfang und die Gratulationscour anschließt. An beiden Feierlichkeiten wird das kronprinzliche Paar tellnehmen. Um 4 Uhr nachmittags ist das große Galadiner in dem 40 Meter langen und 16 Meter bretten Marmorsaal angesetzt. An dem Galadiner nehmen außer dem fronprinzlichen Ehepaar nur die nächsten Angehörigen der Barenfamilie teil. Die große Parade, die zu Ehren der Anwesenheit des Kronprinzen veranstaltet wird, ist auf 11 Uhr vormittags angesezt. Der Abend wird mit einer Galaoper in der Kaiserlichen Oper beschlossen. Dies sind die hauptsächlichsten Bestimmungen für das Programm des Kronprinzenbesuches, das allerdings noch durch eine Anzahl von kleineren Festlichkeiten in den Familien der Großfürsten bereichert wird.
Der Nachlaß des Fürsten Georg.
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Nur über ein Gebiet von 840 Quadratkilometern, das, nach der letzten Zählung, 43 132 Menschen bevölkerten, herrschte der Fürst Georg zu Schaumburg- Lippe, der jetzt an der Seite seiner Väter die letzte Ruhe fand. Aber er war reicher als mancher weit mächtigere Monarch, fa, der reichsten einer in Deutschland. Er war nicht nur der einzige deutsche Fürst, der keine 3tvilItste bezog, er steuerte sogar aus seinem Privatvermögen jährlich zu den Einkünften seines Landes eine sehr bedeutende Summe, zwischen 200 000 und 300 000 Mart, bet, die zur Erhöhung der Beamtengehälter und zu anderen, nicht wentger nüßlichen Zwecken diente. Die Entstehung dieses Vermögens zeugt von dem vaterländischen Geiste, der stets in diesem Fürstengeschlechte rege war. Zu einer Zeit, als Deutschland ohnmächtig und zerrissen niederlag, sezten der Großvater und Vater des Fürsten Georg so sichere Hoffnung auf Deutschlands Zukunft, daß sie ihre Kapitalien nicht, wie andere thres Standes es taten, im Auslande, sondern in deutschem Grund und Boden anlegten. Fret Itch rechnete man damals auch noch nicht mit einer Lostrennung Desterreichs vom übrigen Deutschland. So be= saß der Fürst Georg in Mecklenburg einige Rittergüter, deren schönstes und größtes das Schloß Vitgest bei Lalendorf ist. Zwischen Stadthagen und Rinteln gehörte ihm die Hälfte des Kohlenbergwerks Obernkirchen, dessen andere preußischer Besiz ist. In Oberösterreich nannte er die Herrschaft Stenerling, deren Ländereien sich bis weit ins Hochgebirge dehnen, sein eigen, in Ungarn die Herrschaft Darda und in Slavonien die Herrschaft Veroecze. Von dem Werte dieser lettgenannten Liegenschaften ge= winnt man eine Vorstellung, wenn man hört, daß Darda allein von Kennern auf 40 Millionen Kronen tagiert wird. Ein Teil dieses Grundeigentums ist fürstliches Privatfideikommiß. Wie hoch das Gesamtvermögen des entschla= fenen Fürsten fich beläuft, entzieht sich der Schäzung und dürfte auch, auf Mark und Pfennig, schwerlich aus den Bestimmungen seines letzten Willens ersichtlich werden.
Drabtnachrichten und Deuestes.
Der Kaiser in den Reichslanden.
Narlsruhe, 6. Mat. Der Kaiser, der Großherzog und die Großherzogin von Baden sind heute vormittag 10 Uhr im Sonderzug nach Straßburg abgereist. Im Gefolge des Kaisers befindet sich auch der Reichskanzler.
Die Heimfahrt der Kaiserin.
Karlsruhe, 6. Mai. Die Kaiserin und die Prin zessin Viktoria Luise sind gestern abend 10 Uhr 40 Min. nach Wildpark abgereist, wo die Ankunft heute vormittag 11 Uhr erfolgte.
Der Geburtstag des Kronprinzen.
Berlin, 6. Mat. Daß der deutsche Kronprinz heute sein 29. Lebensjahr vollendet, gibt den Blättern Veranlas sung, der Beliebtheit zu gedenken, deren der Kaisersohn und seine Gemahlin sich erfreuen. Es ist Tausenden, so schreibt die Voff. Ztg., die sich von allem Byzantinismus frei fühlen, eine Freude, dieses jugendfrische Paar zu sehen. Hoffentlich werde die Trennung von Berlin durch die Uebersiedlung des Paares nach Danzig nicht von langer Dauer sein.
Eröffnung der Dresdener Hygieneansstellung.
Dresden, 6. Mai. Heute vormittag fand in Gegenwart des Königs, der Spizen der Behörden und der Ehrengäste die feierliche Eröffnung der internationalen Hygieneausstellung statt. Geheimrat Lingner hielt eine kurze Ansprache, worauf der sächsische Minister des Innern die Ausstellung im Namen des Königs eröffnete. Der König machte einen Rundgang durch die Ausstellung und begab sich dann nach dem Schloß zurück, wo aus Anlaß der Eröffnung der Ausstellung Frühstückstafel stattfand.
Eine amerikanische Intervention in Mexiko?
London, 6. Mai. Wie Reuters Bureau aus Washington gemeldet wird, soll in amerikanischen Regierungskreisen die Absicht einer Intervention in Mexiko bestehen. Es heißt, daß Präsident Taft mit den Kommissionen über die Frage, wie am besten amerikanisches und frem des Eigentum in Meriko zu schützen set, ein vollständiges Einverständnis erzielt habe. Es sei ratsamer, die amerikanische Regterung interveniere zum Schuße der ausländischen Interessen, als daß eine europäische Macht in Mexiko eingreife und die Monroe- Doktrin durchbreche.
Flucht eines Schmugglers.
Düsseldorf, 6. Mai. Vor einigen Wochen wurde in Duisburg ein Holländer aus Nymwegen verhaftet, der seit Jahren einen Zigarrenschmuggel nach Deutschland betreibt. Als der Verhaftete gestern dem Untersuchungsrichter in Cleve zugeführt werden sollte, gelang es ihm, seinem Transporteur zu entweichen und in einem bereit stehenden Automobil nach Holland zu entkommen.
Das Eisenbahnunglück bei Ratingen. Düsseldorf, 6. Mat. Zu dem Eisenbahnunglück wird noch gemeldet: Der bei der Entgleisung des Etlzuges getötete Beamte ist der Lokomotivführer Kummer aus Dortmund. Seine schrecklich verstümmelte Leiche fand man unter dem abgerissenen Gestell des Packwagens in den Boden eingewühlt. Schwere Kopf- und Gliederverletzungen erlitt der Hetzer Padur aus Dortmund und schwer verletzt ist auch der Regierungsbaumeister Eckardt- Essen, der auf der Lokomotive als revidierender Beamter mitfuhr. Von ben Passagieren find 6 leicht verletzt. Die Unfallstelle, über die nach 3 Uhr auch das Luftschiff Deutschland" hinwegfuhr, wurde nachmittags von Tausenden von Zuschauern belagert.
Cöln, 6. Mat. Zu dem Eisenbahnunglück erfährt die Kölnische Zeitung", als Ursache set zweifellos das zu schnelle Fahren in der außerordentlich scharfen Kurve, in der das Unglück geschehen, zu betrachten. Die nach Düsseldorf fahrenden Börsenbesucher erklären, daß sie jedesmal mit Zittern und Zagen diese Strecke gefahren seien. Auch gestern hatten verschiedene der Herren thr Bedenken wegen des überschnellen Tempos und äußerten, daß die Sache nicht gut abgehen könne. In demselben Augenblick erfolgte auch schon die Entgleisung.
Ein Bahnhofsvorsteher vom Zuge überfahren und getötet. Trier, 6. Mai. Bei einer Inspektion des Bahnkörpers wurde der Bahnhofsvorsteher Blum von der Station Kruchten von einem luxemburger Güterzug erfaßt und auf der Stelle getötet.
Das Geständnis eines Mörders. Göln, 6. Mai. Vor drei Monaten wurde in einem Steinbruch der Eifel die schrecklich zugerichtete Leiche eines Dienstmädchens gefunden. Man nahm Lustmord an. Bisher war es nicht möglich gewesen, den Täter zu ermitteln. Jetzt hat sich ein junger Landwirt aus Danzig, der auf dem benachbarten Gute als Eleve tätig ist, der Polizei gestellt und eingestanden, den Mord verübt zu haben.
Tödlicher Automobilunfall.
Freiburg i. Br., 6. Mai. In der Nähe von Freiburg fuhr ein Automobil, das einem Radfahrer ausweichen wollte, gegen einen Baum. Der Wagen wurde zertrümmert, ein Insasse, ein Ingenieur, getötet.
Selbstmord eines Geschwisterpaares.
Agram, 6. Mai. Aus Schmerz über den Tod seines Vaters, eines Gymnasiallehrers, erhängte sich ein 19jährtger Gymnasialschüler. Als seine Schwester die Leiche sah, stürzte es sich aus dem dritten Stockwerk in die Tiefe hinab, wo sie mit zerschmetterten Gliedern tot liegen blieb.
Schwerer Grubenunfall.
Brüssel, 6. Mai. Auf dem Gelände der Grube Cockerill ist ein Eisengrüst im Gewicht von 30 000 Kilogramm zusammengebrochen. Fünf Frauen, die Kohlen suchten, wurden getötet und drei schwer verletzt.
Wahlrecht für die englischen Frauen.
London, 6. Mai. Im Unterhause wurde ein Antrag eingebracht, das Haus sollte in die zweite Lesung der Bill betr. Ausdehnung des Wahlrechts auf alle Frauen, die einen selbständigen Haushalt führen, eintreten. Die Bill würde etwa einer Million Frauen das Wahlrecht geben. Die zweite Lesung wurde mit 255 gegen 88 Stimmen be= Schloffen, aber man glaubt allgemein, daß der Entwurf keine Aussicht hat, Gesezeskraft zu erlangen.
Bandel und Verkebr.
Frankfurt, 4. Mai. Viehmarktspreise vom 4. Mat. Preise für 1 Zentner Kälber: a) Doppellender, feinste Mast ( Lebendgewicht) M 00-00,( Schlachtgewicht) 00-00, 6) feinste Mast( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Lebendgewicht) M 60-64,( Schlachtgewicht) M 100-107, c) mittlere Mast und beste Saugkälber( Lebendgewicht) M 55-59, ( Schlachtgewicht) M 93-100, d) geringere Saugkälber( Lebendgewicht) M 50-54,( Schlachtgewicht) M 85-92. Schafe: A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgewicht) M 42,( Schlachtgewicht) M 88, b) ältere Masthämmel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe( Lebendgewicht) M 00-00,( Schlachtgewicht) 00-00. Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 47-49. ( Schlachtgewicht) M 60-62, 6) vollfleischige Schweine unter Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 46-47, ( Schlachtgewicht) M 59-60, c) vollfleischige Schweine von 100-120 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 47% bis 49,( Schlachtgewicht) M 58-60, d) vollfleischige Schweine von 120-150 Kilogr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 48 bis 49%,( Schlachtgewicht) M 59-61.
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