rfügte.
Mart
wurde haben
eichische Reihe
Tädchen e Ver
it dem at fich schwer ziehen eines
Ber dürfte, finden.
nn in
atfran it lebt Mörder uß, die
polizet er wett wieder fie auf
ilber
haben, urde. o wird
furzem nd. Es
Mebende and der richtige 1 Erb
Ontel atte fich en. Es Suropa
nhatte ife ver
glüd
n. Die
denken, ren ge an elne
sonder
verschie
schwar, wenn Ibar in erfonen
erschte iederum Des frü beschäf
der die ruderet
Mark in nthaler"
8 Wor vahrung immern † Num
2 waren
Iten der
ach und em schon
n, teilte
ahr wie
n Num
316 000,
sich aneit nicht, rhängte. te Ein
der 1. wurde. B- Berlin hts auf
ngenieur
von 500
ei einem aurateur vei Gen
ahme der
and, daß
Grenze
Als fich
emerften
enen Re
er Waffe
Telt. Die
Sollte
as offene
atten so
Kinder
oße Zim
Mitglieder der Bande wurden zu schweren Zuchthausstrafen verurteilt.
Die Folgen der Pest in der Mandschurei. Die Charbiner Zeitung Neues Leben" schreibt:„ Aus mehreren Städten wird uns mitgeteilt, daß unter der Bevölkerung Elemente auftauchen, die ste gegen die Ruffen und Japaner aufwiegeln. Sie erklären, die Götter hätten die Pest nicht deshalb geschickt, damit alle armen Chinesen sterben sollten, wie dies auf den ersten Blick scheine, sondern um den Chinefen zu helfen, die weißen Teufel" und die Jopaner aus der Mandschurei zu vertreiben. Die Ruffer een schon angefangen, zu fliehen, und würden das Land ganz verlaffen, wenn die Chinesen die Pest gegen die verhaßten Fremdlinge weiter tragen würden. Diese verhaßten Eindringlinge, so predigen die Agitatoren, sind ins Land ge= lommen, wirtschaften da und verbieten den Chinesen, auf threm heimatlichen Boden sich frei zu bewegen, und sogar, im eigenen Hause inmitten der Familie zu sterben. Die Fremdlinge haben die chinesischen Götter beschmaht. Ste e- trachten fie als Spielzeug und schmücken ihre Häuser da= mit. Die Götter befehlen jedem Chinesen, sein Leben so lange nicht zu schonen, als ein Fremdling in der Mandschurei ist. Niemand solle sich impfen lassen, die Aerzte solle man nicht hören, Militär und Polizei nicht fürchten. Mit aller Energie soll man die Pest verbreiten, indem man Bestleichen in die Häuser leat oder die Kleider von Kranten usw. Die Götter wollen feinen Krieg, aber sie wollen die verhaßten Europäer züchtigen und sie veranlassen, die Mandschurei zu verlassen. Als Werkzeug zur Züchtigung baben die Götter die Chinesen gewählt, well sie so lange Jahre geschwiegen und sich gebeugt haben. Nur wenn sie ausharren und den Japanern und Europäern nicht helfen, werden sie die Herren werden."
Der Bart in England. Die Barttracht ist in den verschiedenen Perioden wohl mehr der Veränderung unterworfen gewesen als irgend eine andere Gewohnheit. Das merkwürdigste in der Geschichte der englischen Bärte ist öte Tatsache, daß in William Rufus' Zeiten alte Leute, die sich noch an die glattrasierten Gefichter, die zur Zeit des vorherigen Herrschers Mode waren, erinnerten, die langen Bärte als weibliche Verweichlichung der modernen Zeiten betrachteten. Und der Grund, weshalb die Leute sich den Bart wachsen ließen, war, daß cin stoppelipes Ninn deit Mund einer Schönen verletzte. Es ist noch gar nicht so lange her, als es nur vier Leute in Birmingham gab, die es wagten, sich einen Bart stehen zu lassen. Als sie zuerst sich in den Straßen zeigten, wurden sie von allen Seiten verhöhnt. Das erste Parlamentsmitglied, das einen Bart trug, war der Vertreter von Birmingham, Frederick Munz.
Das Glück des Sammlers. Einen fast tragikomischen Beitrag zur Psychologie des Sammlers liefert ein Fall, über den Petersburger Blätter berichten. Der berühmte Briefmarkensammler Stemmer in Petersburg besaß acht alte Marken, die er für die einzigen Exemplare dieser Art hielt. Sein Stolz auf diesen Besitz kannte keine Grenzen. und immer wieder mußte er seine Sammlerkollegen fühlen lassen, wieviel wertvoller seine Sammlung sei als alle an= deren. Einer seiner Freunde, der Fürst Trubeßkoi, verlor schließlich die Geduld, und bot durch Inserate eine ge= waltige Summe für die acht Exemplare jener Marke. Nach einigen Monaten bekam er von einem Händler auch ein Angebot, und kaufte die Serie für rund 26 000 Mart. Als er damit zu Stemmer eilte, war dieser wie vernichtet; die schönste Illusion seines Lebens war zerstört. Weinend be= schwor er den Fürsten, ihm die Marken zu überlassen, bot das Doppelte der Summe, und als er sie für 52 000 Mark auch endlich erhielt, schleuderte er sie in den Kamin und jubelte unter Tränen: Nun kann sich niemand rühmen, auch diese Serie zu besitzen, ich bin der Einzige auf der Welt."
Der ungelante Onkel Sam.
Kus Neuyork wird der
Frtf. Stg." geschrieben: Dieser Tage konnte sich eine Dame des Vorzuges rithmen, thren Namen in den Spalten der Beitungen unter großen Ueberschriften zu lesen. Es war dies Frau Roberta Hill, welche als erfte weibliche Person wegen Schmuggelns zu Gefängnis verastellt wurde. Bisher hat Onkel Sam, in dessen Bereich hic Damen ja große Vorrechte genießen, stets nur mit Gelsstrafen versucht, die holde, nach Europa reisende Weiblichkeit auf dem schmalen Pfade zu halten, den der Zolltarif für die heimkehrenden Amerikaner vorgeschrieben hat. Aber Geldbußen wirkten nicht, denn, so meinte der Bundesanwalt, solche müssen ja doch die Männer tragen; die Väter oder die Gatten. Und als nun Frau Roberta mit einem auf 6000 Dollars bewerteten Zobelpelz, den sie unter einem anderen Kleidungsstück an ihrem Körper verborgen hatte, an Land gehen wollte, wurde sie von den Zöllnern gepackt und von einem Richter, der ob des Antrags des Bundesanwalts, auf Gefängnis aut erkennen, beinahe weinte, zu 60 Stunden Haft verurteilt.
Wie unser Kaiser Leutnant wurde. Prinz Joachim, der sechste Sohn unseres Kaiserpaares, ist am 2. März vom Kaiser in die Leibkompanie des 1. Garderegiments zu Fuß in Potsdam als Leutnant eingeführt worden. Es wird nun von Interesse sein, wie unser Kaiser vor jetzt 34 Jahren zum Leutnant ernannt wurde. Es war am 9. Dezem ber 1877, als der damalige Prinz Wilhelm zur Leibkompanie des 1. Garderegiments zu Fuß kam. Die Einführung des Prinzen erfolgte durch den alten Kaiser in dem historischen Langen Stall". Der alte Kaiser hielt damals, wte üblich, an die Offiziere und Soldaten und an den Prinzen Wilhelm eine Ansprache, die mit den Worten schloß:„ Nun geh' hin und tue Deine Pflicht, wie es sich für einen preußischen Soldaten geziemt." Prinz Wilhelm wurde linker Flügelmann bei der 6. Kompanie. Sein Hauptmann und Kompaniechef war der Hauptmann v. Petersdorff, der als besonders gründlicher und energischer Offizier bekannt war. Die Kompanie, bei der Prinz Wilhelm stand, war 152 Mann start.. Prinz Wilhelm zeigte sich zur größten Ueberraschung der Mannschaften, die in ihm einen sehr bequemen Vorgesetzten zu haben glaubten, sehr bald seines gestrengen Herrn Hauptmanns, der energisch und gerecht war, würdig. Am ersten Morgen schon nahm er gründliche Besichtigungen der Mannschaftsstuben vor und feiner legte solchen Wert auf die exakte Durchführung des Dienstes wie gerade Prinz Wilhelm. So begann die militärische Laufbahn unseres jezigen Kaisers, der schon damals die militärischen Eigenschaf ten an den Tag legte, die ihn noch heute auszeichnen, und derentwegen er allen Soldaten als ein Muster soldatischer Pflichttreue gilt.
erſtidter
Feniter.
ht.
itten."
ich habe
döffnete
im Felde
nds heim.
i wir fie
ob sie zu
mir night
Jein foll
der," rief
gefehen?"
rüd. Der
i zu thme
die Glode
Mann, bem
Neujahrgeschenke während der Belagerung von Paris. Georg Cain, der bekannte Schilderer Alt- Pariser Lebens, veröffentlicht im„ Temps" Erinnerungen an den Pariser Winter der Kriegsjahre 1870/71. Von besonderem Interesse ist eine Aufzählung der Neujahrgeschenke, die seine Mutter während der Belagerung erhielt. Er und sein Bruder, damals noch junge Bürschlein, brachten ihr am Neujahrsmorgen ein ziemlich großes Stüd Schweizerkäse, für das fie ihre ganzen, nicht unbeträchtlichen Ersparnisse hatten anlegen müssen. Dann kamen die Geschenke der Freunde des Hauses: Gemüsesträuße, in welchen Möhren und Rüben dte Rosen ersetzten und Selleriefüße das„ Grün" bildeten; ein mit den französischen Farben geschmücktes Tönnchen mit geselscuer Butter; zwei Liter Linsen in einem herrlichen geschnitten offer, der aber ganz sicher weniger kostete als bte Pinien; wet Gefäßchen mit Marmeladen; ein Blumenfohltopf; ein Pfund Bärenwürstchen; ein Stück von„ Castor", dem damals geopferten Elefanten des zoologischen Gartens; ein halber holländischer Käse; dret TreibhausLumen das Geschenk eines weltfremden Professors der Nafurwiffen chaften; und schließlich eine Gans, das Geschenk nes retchen Gönners, der, wie die Familie Catn später exfuhr, für den Vogel 145 Fr. bezahlt hatte.
Was der Anblick eines Krönungszuges fostet. Die Seelen der Londoner Hausbefizer schwelgen in phantastischen Träumen, die Krönungstage rüden näher und damit die Hoffnung, aus der patriotischen Opferwilligkeit der Neugier Kapital zu schlagen. In den Straßen, die der Krönungszug pafsieren soll, find die Mietsforderungen ins Märchenhafte gestiegen; in diesen Tagen, so berichtet eine eine englische Wochenschrift, hat ein glücklicher Hausbesitzer sein Heim für den Krönungstag etnem reichen Amerikaner für nicht weniger als 20 000 Mart vermietet. 20 000 Mark für einen Tag! Die Kollegen dieses glücklichen Vermieters werden durch diesen Abschluß keineswegs in Bescheidenheit bestärkt. In der Tat werden für die Häuser am Großvenor Square für die kommende Saison ganz unerhörte Mieten gefordert, und wer den Sommer in einem bequemen Hause in dieser Gegend verbringen will, muß mit Mietspreisen von 50 bis 100 000 Mark rechnen. In Belgravia fann man für die Sommermonate fein kleines Haus 23 000, tein größeres unter 30 000 Mark mieten. Aber es eint, daß die Londoner Hausbefizer in ihrer patriotischen Begeisterung die Opferwilligkeit der Bürger überschäßen. Die Agenten schütteln den Kopf und erklären, daß fast tetne Mietsabschlüsse mehr zustande kommen, sie scheitern an den exorbitanten Forderungen. Diese Märchenmieten," so versichern die Fachleute, werden nur den Erfolg haben, daß die Gäste entweder die Hotels aufsuchen oder überhaupt nicht nach London kommen." Immerhin hat man bei der Krönung der Königin Viktoria und auch bei der Krönung König Eduards einzelne Siße oder Fenster zu ansehnlichen Preisen vermieten fönnen; die Neugierigen zahlten 400 bis 10 000 Mark für die Gelegenheit, die prunkvolle Zeremonie sehen zu können.
unter
Angenehme Beschäftigung. A.:„... Was tut denn unser Freund Maier, seit er die große Erbschaft gemacht hat?" B.:„ Er setzt Fett an."
Galgenhumor. Verschuldeter Lebemann:„ Das Leben tst furchtbar komisch! Je schlechter es mir geht, um so besser leb' ich."
Aus dem Reiche der Technit.
Eisenbahnen in Mont Blanc- Höhe. Die höchste Eisenbahnlinie der Welt besitzt nach einer Zusammenstellung, die sich in der Zeitung des Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen findet, die Antofagasta- und Bolivische Eisenbahngesellschaft. Von Autofagasta steigt die Hauptlinie dieser Bahn stetig auf eine Länge von 360 Kilometer und er= reicht dadurch bei Ascotin eine Höhe von 3965 Meter. Auf viele Meilen läuft die Bahn in einer Seehöhe von 3660 Meter hin. Die ganze Strecke von Antofagasta an der Küste von Chile bis Oruro in Bolivien ist 942 Kilometer lang; obgleich sie eine Spurweite von nur 76 3entimeter hat, verkehren doch auf ihr sogar Schlafwagen. Diese Hauptlinie ist aber noch nicht die höchste Strecke des Netzes. Von thr zweigt bei Ollague eine Bahn nach Collahuasi ab, deren Gleise eine Höhe von 4820 Meter über dem Meeresspiegel erreichen. Durch eine andere Zweigbahn von Rio Mulato nach Potosi, eine Meterspurbahn, die im Bau begriffen ist, wird auch die letztgenannte Bahn voraussichtItch noch übertroffen werden. Man erwartet, daß hier die Höhe von 4880 Meter erreicht oder gar noch überschritten werden wird. Die nächsthöchste Bahn zu sein, darf wohl die Oroya- Eisenbahn für sich in Anspruch nehmen. Dann folgt die Peruanische Südbahn, die bei Portez del Cruzera eine Höhe von 4473 Meter erreicht. Auf der ArgentinischChilenischen Transandenbahn beträgt die größte erreichte Höhe 3200 Meter, immerhin noch eine recht außergewöhn= liche Höhenlage für eine Eisenbahn.
Die mächtigste Frau der Welt.
Wenn es wahr ist, daß das Geld die Welt regiert, so muß notwendigerweise der reichste Mann auf dieser Erde die größte Macht besitzen. Und reicher ist, wie man weiß, von allen Lebenden niemand als Mr. John D. Rode= feller. Hieraus ergibt sich die zwingende Folgerung, daß die Frau, deren Willen Mr. Rockefeller sich beugt, von allen ihres Geschlechts die mächtigste ist. Ja, sie ist eigentlich das mächtigste aller menschlichen Wesen. Man würde sich nun täuschen, wenn man glauben wollte, daß Mrs. Rockefeller, die Lebensgefährtin des Milliardärs, diesen Ruhmestitel für sich in Anspruch nehmen darf. Es scheint vielmehr, daß sie nur einen geringen Einfluß auf ihren Gatten hat. Nein, die Frau, auf deren Urteil Mr. Rockefeller soviel Wert legt, daß er ihm oft das seinige unterordnet, ist seine Privatsekretärin. Sie heißt Miß Adam und man rühmt ihr nach, daß sie nicht nur außergewöhnlich klug und geschäftserfahren ist, sondern auch einen Charakter von fast männlicher Entschlossenheit und eine unbeugsame Energie be= fizzt. Die riesige Korrespondenz ihres Herrn geht durch ganz ihre Hände. An jedem Morgen sieht sie die nach hunderten zählenden Briefe durch und wählt nach freiem Ermessen diejenigen aus, die nach ihrer Ansicht wert sind, von Mr. Rockefeller selbst gelesen zu werden. Es ist nur ein verschwindend kleines Häuflein, das dieser Ehre für würdig gehalten wird. Die übrigen werden in zwei Kategorien geteilt, in die Kategorie der Briefe, die Miß Adam nach ihrem Gutdünken beantwortet, und die Kategorie derer, auf die überHaupt keine Antwort erfolgt, und das sind die zahlreichsten. Mr. Rockefeller läßt seine Sekretärin nach ihrem uneingeschränkten Belieben entscheiden, da er unbedingtes Vertrauen in ihren Verstand und ihre Zuverlässigkeit setzt. Manchmal kommt es indessen vor, daß es seinen Freunden oder Bekannten gelingt, ihn bei zufälliger Begegnung, einem gelegentlichen Gespräche für irgend ein Unternehmen zu interessieren, und daß er ihnen seine Mitwirkung zu sagt, ohne Miß Adam gehört zu haben. Aber er tut keinen wirklich bindenden Schritt, bevor er sie gefragt hat, und wenn sie der Ansicht ist, daß die Joee, für die man ihn ge= winnen wollte, nichts taugt, so sagt sie es ihm mit der größten Offenheit und erreicht fast immer, daß er seine Zusage zurückzieht. Woraus man wieder einmal ersieht, daß eine fluge Frau, wenn sie es nur richtig anfängt, mit jedem Manne fertig wird.
Das höchste deutsche Kloster im Winter.
Die meisten Klöster auf deutschem Boden liegen behaglich in der Ebene, wenige nur auf Bergeshöhen. Die höchste Lage hat ein Franziskanerkloster- es erhebt sich auf dem Kreuzberg beim unterfränkischen Städtchen Bischofsheim in der Rhön. Der Kreuzberg ist mit 932 Meter der zweithöchste Gipfel der Rhön. Von oben erschließt sich ein prachtvolles Panorama, das einen stattlichen Teil Mitteldeutschlands umfaßt. Im Sommer genießt das Auge die lachende Pracht fruchtreicher Fluren, aber im Winter die erschütternde Großartigkeit der grausamen Dede.. Freilich, leicht ist der Aufstieg in der falten Jahreszeit nicht, denn die Rhön, und besonders ihr vom Kreuzberg beherrschter Teil, ist rauh und unwirtlich; die Klosterleute, die 72 Meter unterhalb des Gipfels in ihrem Bau hausen, fönnen ein Lied von ben winterlichen Drangsalen singen. Der Boreas braust und heult und klagt, eisige Nebel wallen und weben. Schnee= stürme pettschen gegen die Mauern, knarrender Frost zau= bert Eiszapfen aufs Dach, das Thermometer sinkt tiefer und tiefer unter Null- bis auf 10, 15 und 20 Grad- und die armdicken Eiszapfen am Dach verlängern sich zu anderthalb und zwei Meter. Für die Gewalt, mit welcher der Sturmwind einherfegt, ist es bezeichnend, daß ein gewaltiges, 23 Meter hohes Kreuz, das schon seit mittelalterlicher Zeit den Gipfel frönt, im Laufe der letzten hundert Jahre wieder
holt geknidt worden ist. Am furchtbarsten war oer Orran am 16. Oktober 1882: er brach das Kreuz, als ob es nicht aus mächtigen Baumstämmen, sondern aus Latten gezim mert sei. Der Schnee erreicht eine solche Höhe, daß die sechs oder acht Fratres einen großen Teil des Winters von den Bewohnern unten im Tal vollständig abgeschlossen sind, denn selbst der Verkehr auf Schneeschuhen, von denen man im Winter 1901 zum ersten Mal Gebrauch machte, läßt sich nicht immer durchführen. Eine Schneelage von 1,20 bis 1,50 Meter gehört nicht zu den Seltenheiten; es hat schon Winter gegeben, da die weiße Mauer bis zum ersten Stockwerk des Klosterbaues anwuchs. Auch kommt es vor, daß im Januar und Februar Gewitter losbrechen und in den Schnee und das Eis strömende Regenfluten senden.
So führen die Klosterbrüder vom November bis zum April ein hartes, weltabgeschiedenes Leben. Nach den Andachtsübungen in der von einem Turme gekrönten Kirche beschäftigen sie sich mit häuslichen Arbeiten, an denen es nicht fehlt, denn zur Beherbergung und Bewirtung der Pilger und Touristen, die von Anfang Mai bis zum Herbst in großer Zahl eintreffen, muß alles wohlvorbereitet sein Im geräumigen Refektorium mit seinen Brunnen, Del gemälden, Singvögeln und Pflanzen, und in den Gast- un Fremdenzimmern ist es urgemütlich. Wer Muße hat, besichtigt die sehr interessante Sammlung der in der Rhön vorkommenden Gesteinsarten oder durchblättert die bis ins 18. Jahrhundert zurückreichenden versereichen Fremdenbücher. Die Schlafzimmer für die Gäste und die Zellen der Mönche liegen oben im ersten Stockwerk. Aus der großen Küche können hundert Personen gespeist werden. Ihr Bier brauen die Fratres im eigenen Brauhause. Kegelbahn, Blumen- und Gemüsegarten mit lauschigen Plätzchen fehlen nicht. Und im Hintergrunde wölbt sich der Buchenwald, im Winter halb vergraben im Schnee, aber im Sommer ein prächtiger Dom. Wenn der Sturm nicht tost, dringt in die Einsamkeit und das Schweigen zeitweise nur der Klang des Klosterglöckleins. So steht der Bau in Sturm und Wetter schon seit den achtziger Jahren des 17. Jahrhun derts. Als Filialisten der am schönen Main Hausenden Dettelsbacher Franziskaner halten die Klosterleute auf dem Kreuzberg das Andenken an den heiligen Kilian wach, der nach der Eage mit seinen Begleitern im Jahre 668 eine auf dem Gipfel des Berges stehende Bildsäule der Diana um gestürzt und den heidnischen Franken das Evangelium gepredigt haben soll. Am 8. Jult, dem St. Kilianstage, ziehen Tausende zum Gipfel hinauf, um dem Heiligen ihre Ver ehrung darzubringen ein geräuschvolles, festliches Leben und Treiben, das zur Dede des Winters im schroffsten Ge gensate steht.
Drabtnachrichten und neuestes.
Eine neue Stiftung des bayerischen Prinzregenten. München, 4. März. Der Prinzregent hat 100 000 Mark zu einer Stiftung für Pensionen an tüchtige und bedürftige Künstler gespendet. Rumänische Offiziere auf dem deutschen Militärflugplatz.
Berlin, 4. März. Die von der rumänischen Regierung zum Studium des deutschen Flugzeuges entsandte Militärkommission, bestehend aus drei Stabsoffizieren, stattete ge stern nachmittag dem Flugplatz Johannistal einen Besuch ab.
Portugiesische Verschwörer.
Lissabon, 4. März. Zu der in Brasilien entdeckten Verschwörung portugiesischer Monarchisten, an der auch der frithere Marineminister Branco beteiligt ist, wird noch gemel det: Durch gestern beim Ministerium eingelaufene Privatbriefe wird die Meldung von der in Rio de Janeiro ent deckten Verschwörung der Monarchisten bestätigt. Das Hauptglied des Komplottes scheint der kürzlich aus Portugal ausgewiesene Erminister Branco zu sein. Minister Machado gab offiziell bekannt, daß er die Untersuchung der Sachlage der brasilianischen Polizei übergeben habe.
Die drohenden Unruhen in China. Petersburg, 4. März. Nach Wladiwostoker Meldungen wird dort täglich der Ausbruch eines Boreraufstandes erwartet. Die dort erscheinenden Blätter empfeh len ihren Regierungen, rechtzeitig Hab und Gut ihrer Landsleute zu schützen und dazu Militär aufzubieten. In Mukden und Umgebung wird eine starke Agitation gegen die Europäer betrieben. Massenproflamationen fordern da= zu auf, die Europäer zu vertreiben, indem man ihnen Bestkranke in die Wohnungen legt. Große Chungusenbanden tauchen auf, ebenso zahlreiche Flüchtige aus dem Pestgebiet Die englische Regierung will für Südchina Militär auf bieten.
Spanien und der Vatikan.
Madrid, 4. März. Das Verhältnis Spaniens zum Va tikan hat durch die scharfe Sprache der letzten vatikanischen Note, wie vorauszusehen war, eine bedeutende Verschlechterung erfahren. Die Antwort der spanischen Regierung weist die Forderungen des Papstes entschieden zurück. Die Regierung erklärt energisch, Spanien beanspruche das Recht, ohne äußere Einmischung Gesetze zu geben. Der König hieß die Vorlage des Vereinsgesetzes gut und sie wird noch im Laufe des Monats im Parlament eingebracht werden. Wahlausschreitungen in Rumänien.
Bukarest, 4. März. Anläßlich der Parlamentswahlen fanden in Bezeu blutige Straßenerzesse statt, in deren Verlauf drei Personen durch Revolverschüsse getötet wurden. Eine konservative Versammlung, in der der Unterrichtsminister sprach, wurde von der Opposition gesprengt, so daß die Polizei den Saal räumen mußte. Auf der Straße fam es dann zu blutigen Schlägereien. Der Bürgermeister von Bezeu und zwei andere Personen wurden dabei durch Schüsse getötet. Polizei und Militär zu Fuß und zu Pferde mußte die Demonstranten mit der blanken Waffe auseinandertreiben und die Ruhe wieder herstellen.
Schwerer Unfall auf einem Flugplak.
Madrid, 4. März. Bei den Schauflügen eines französischen Aviatikers streifte dessen Apparat das Publikum, wobei eine Person getötet, vier schwer und drei leicht verletzt wurden. Der Aviatiker blieb unverlegt..
Madrid, 4. März. Das Unglück auf dem hiesigen Flugplatz trug sich folgendermaßen zu: Als der Flieger zwet oder drei Meter sich vom Erdboden erhoben hatte, riß die Menge in dem Glauben, daß der Abflug bereits bewerkstelligt sei, die Schranken um und drängte in die Bahn. Plöblich senkte sich das Flugzeug wieder herab und geriet in die Menge, wobei durch die Flügel der Schraube einer Frau der Kopf fast abgerissen wurde. Zwei Militärperso= nen, ein Priester und ein hoher Beamter wurden am Kopf schwer verletzt.
Sensationeller Freispruch.
Paris, 4. März. Der 15jährige Guillemett, der kürzlich den Liebhaber seiner Mutter erschlagen hatte, weil dieser die Mutter grausam mißhandelte, ist von dem Schwurgericht in Versaille freigesprochen worden.
Ein deutscher Deserteur.
o Paris, 4. März. Auf dem Boulevard Sewastopol wurde gestern nachmittag der deutsche Deserteur Karl Rider vom 28. Infanterieregiment, gebürtig aus Crefeld, verhaf tet. Er hatte auf dem genannten Boulevard einem daher kommenden Manne Uhr und Kette entrissen. Bald darauf versuchte er einen Gemüsegärtner zu berauben. Radfah= rende Polizisten holten ihn ein und nahmen ihn fest. Ein Pestfall in Odessa.
Odessa, 4. März. In einem Vorort der Stadt ist ein Fall von Pest festgestellt worden.
Der enttäuschte Nordpolfahrer. Washington, 4. März. Der Senat hat den Antrag, Peary wegen seiner Verdienste um die Entdeckung des Nordpols zum Konteradmiral zu ernennen, abgelehnt


