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Nummer 13.

Illustrierte

21. Juni 1911.

Welt- Rundschau

Verlag der Gießener Verlagsdruckerei Klein& Fischer, Gießen.

Jllustrierter Stadtanzeiger.

Sommertage

am Rhein.

risch belaubte Berge werfen ihre Schatten in den Rhein sungen, haben sich, auf Eseln sitzend, photographieren lassen

Fatih Belchite Berge werfen Meete in bem hellen Blau,( 50 Pfennig à Perſon), haben sich in den Buben zu beiben

in dem sich der klare Sommerhimmel widerspiegelt. Stolze Dampfer ziehen über den breiten Strom zu den sieben Bergen hin, schnelle Motorboote huschen hin und her, kleine, schlanke Ruderboote schießen hart am Ufer vorbei, breite, schwerfällige Rähne schaukeln träge auf den Wellen. Und wo immer zwei Schiffe aneinander vorbeistreichen, zwei kleine Boote sich kreuzen, da ist ein Grüßen und Winken, als seien es alles alte Be­kannte, die sich hier bei dem großen Sonntagskorso auf dem Rhein treffen. Das ist das alte Sonntags= leben am Rhein, so froh, so heiter wie die sommerfrohe Blütenpracht zu beiden Ufern des Stroms.

Königswinter am Fuß der sieben Berge ist der Mit­

Seiten des steilen Weges die üblichen" Andenken vom Drachenfels" gekauft, schließlich hat sich jeder noch einen der grünen Eichenlaubkränze umgehängt, wie sie auf allen Wegen von kleinen Knaben und Mädchen feilgeboten werden, und nun geht's zur letzten Nummer des Programms über: zur Rheinweinbowle. Die gehört unbedingt zu einem

Das Heidelberger Schloß in bengalijcher Beleuchtung.

telpunkt für das typisch rheinische Sonntagsleben. In den großen Hotels an den Landungsbrücken, da sitzt die elegante Welt und schaut dem Trubel zu, den jedes neu ankommende Schiff mit sich bringt. Extra- Dampfer bringen ganze Vereine aus Bonn, Köln oder Elberfeld. Ziel ist natürlich der Drachenfels. Von der Rhein­promenade her tönt's voll und kräftig:

Dort möcht' ich sein!

Dort möcht' ich sein!

Bei dir, o Vater Rhein, auf deinen Bergen.

ein Gesangsverein, der schon von seinem Ausflug zurück­kehrt. Die braven Sänger haben ihr ganzes Programm getreulich erledigt, sind bis oben auf die Ruine geklettert und haben in das schöne Rheintal hinabgeschaut und ge­

Sonntag am

Rhein. Und da gibt's so lauschige Plätzchen unter alten schattigen Bäumen und so gemütlich behäbige Wirte und so guten maiträuter­duftenden Trant. Mit knapper Not erreicht man schließ lich noch den Lum­pensammler", der die letzten Aus­flüglernach Bonn und Köln zurück­bringt...

,, Rhein, du bist's schuld, daß man bummeln muß!" Das schallt so überzeugungsgetreu aus dem nahen Lokal, wo eine Bonner Studentenschar sich um eine dickbauchige Bowle schart und dabei ein Kommerslied nach dem andern in die lauschige Sommernacht hinaussingt. Und wenn sie, nicht mit dem Lumpensammler, sondern spät nachts im Motor­boot zurückfahren, und das blasse Mondlicht auf den Bergen glänzt und in den Wellen glißert, dann schallt es träumerisch versonnen durch das Rauschen der Wellen: .Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, Daß ich so traurig bin.

Ein Märchen aus uralten Zeiten....

Und wie ein Märchen wird es ihnen einst in der Erinnerung vorschweben, das sonnig frohe Jugendleben am Rhein.

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Der heutigen Ausgabe liegt ein Prospekt von Dr. Ehrhard's Nerven- Nahrung, Visnervin" bei.