Ausgabe 
4.11.1911 Zweites Blatt
 
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Gießener Zeitung

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( Neueste Nachrichten)

alertetjährlich 1,20 m., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­Pfg.

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Enthält alle amfl. Bekanntmachungen

ausgabestellen vierteljährlich 90 Big. Erscheint Bürgermeisterei

Dienstags, Donnerstags, Samstags.

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der Großherzoglichen

Redaktion:

sowie vieler anderer

Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

( 2. Blatt)

Aus Stadt und Land.

Gießen, 4. November 1911. Hessische Schlachtungsstatistik. Nach der amtlichen Statistik über die Schlachtvieh- u. Fleisch­beschau wurden im Großherzogtum Hessen in den Mo­naten Juli, August und September 1911, bezw.( 1910) geschlachtet: 271( 258) Pferde, 3752( 4314) Ochsen, 388 Bullen, 9792( 9937) Rühe, 10 813( 11 282) Jung­rinder über 3 Monate alt, 22 387( 20 128) Kälber bis 3 Monate alt, 99 544( 86 791) Schweine, 2232( 3303) Schafe und 2432( 2432) 3iegen.

Einstellung von Einjährigen Freiwilligen. Zu den Truppenteilen, welche be­fugt find, am 1. April 1912 Einjährig- Freiwillige ein­zustellen, gehören innerhalb des 18. Armeekorps das 1. Infanterie- Regiment Nr. 81 zu Frankfurt a. M., das 2. Nass. Infanterie- Regiment Nr. 88 zu Mainz, das Leib- Garde- Infanterie- Regiment Nr. 115 zu Darmstadt ( nur Studierende der dortigen technischen Hochschule) und das Infanterie- Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 zu Gießen.

n Für den Lieder- und Klavierabend, den der Kon­zertverein nächsten Sonntag in der neuen Aula der Universität veranstaltet, hat er die hier wohlbekannte Sopranistin Frau Tilly Cahnbley- Hinten und Frau El­len Saatweber- Schlieper aus Barmen, die als Pianistin schon reichliche Lorbeern errungen hat, gewonnen.

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! Mainz. Bei dem demnächst beginnenden Acht­Tage- Rennen hat die Direktion die tägliche Fahrzeit auf nur 10 Stunden festgesetzt und zwar von Nachmittags 3 Uhr bis Nachts 1 Uhr. Es ist dies eine äußerst ver­nünftige Anordnung, die Fahrer erhalten eine reichende Nachtruhe und können täglich neu gestärkt in das Rennen eingreifen. Durch diese Maßnahme und das Engagement einer größeren Anzahl der bedeutend­sten Dauerfahrer des In- und Auslandes, der Renn= bahn sowohl wie der Landstraße, sind die scharfen Kämpfe vom ersten bis zum letzten Tage gesichert. Wir bringen in den nächsten Tagen die vollständige Liste der verpflichteten Fahrer.

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Auch eine Wählerversammlung. Die erste Landtagswahl auf Grund des neuen Wahlgesetzes für das Großherzogtum Hessen hat statt­gefunden. Es verläuft nunmehr die Wahl der Abge­ordneten nicht mehr so ruhig, wie dies der Fall nach dem früheren Gesez. Es ist ein großer Fortschritt in der Politik und sind dem Volk durch das Gesetz wei­tergehende Rechte zuerkannt worden. Von diesem Rechte wird aber auch eifrig Gebrauch gemacht, indem man mit den Vorbereitungen zur Wahl eifrig am Werke ist. Es werden von den verschiedenen politischen Parteien Ver­lammlungen in den Ortschaften abgehalten und so sollte auch in einem Orte in der Nähe Gießens vergangenen Sonntag eine Wählerversammlung stattfinden. Der Ein­berufer hatte nun das Ortsoberhaupt ersucht, die Ver­Sammlung in ortsüblicher Weise bekannt zu machen. Das Drtsoberhaupt, das anscheinend der betr. Partei ange­hörte, glaubte aber hierin einen großen Mißgriff der Er politischen Interessen zu finden, wenn man seinen po­litischen Gegnern die Versammlung bekannt gibt. unterließ deshalb die Bekanntmachung und bestellte die betr. Anhänger seiner Partei mündlich. Es erschienen nun auch die eingeladenen Gäste und das Ortsober= haupt. Auf Befragen der Einberufer, ob denn die Versammlung nicht im Orte bekannt sei und ob denn die Bekanntmachung nicht erfolgt sei, erklärte das Ortsober­haupt mit pflichtbewußten Worten: Ich hab un= fer Leut bestellt, die andern haben da= Gewiß ein vorsichtiger Po­bei nichts zu tun." Gewiß ein vorsichtiger Po­litiker.

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Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen.

Sonntag, den 5. November, 21. nach Trin.

Gottesdienst

In der Stadtkirche. Reformationsfest.

Kollekte für die Gustav Adolf- Stiftung.

Borm. 9% Uhr: Pfarrer Schwabe.

des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83.

( Haus Brüder Schmidt.)

Samstag, den 4. November 1911.

Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Beichte u. hl. Abendmahl für die Matthäus- u. Mar­fusgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Montag, den 6. Nov., abends 8 Uhr: Versammlung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäus- Ge­meinde.

Mittwoch, den 8. Nov., abends 6 Uhr: Festgottes­dienst aus Anlaß des Jahresfestes des Oberh. Vereins für innere Mission. Pfarrer Wissig aus Bad- Nauheim. Donnerstag, den 9. Nov., abends 8 Uhr im Mar­tussaal: Bibelstunde( ausgewählte Psalmen). Pfarrer Schwabe.

In der Johanneskirche. Vorm. Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld.

Beichte und hl. Abendmahl für die Lukas- und Jo­Nachm. 5 Uhr: Pfarrassistent Schorlemmer. hannesgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfar­rer jeder Gemeinde erbeten.

Abends 7 Uhr: Versammlung der konfirmierten weib­lichen Jugend der Lukasgemeinde. Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im Johannessaal. Mittwoch, den 8. Nov., abends 8 Uhr: Bibelstunde Pfarrer Ausfeld. im Johannessaal.

Donnerstag, den 9. Nov., vormittags 10 Uhr im Johannessaal: öffentliche Jahresversammlung des Ober­hessischen Vereins für innere Mission. 1. Morgen- An­dacht: Pfarrassistent Schorlemmer. 2. Vortrag von Pfar­rer Wurm aus Stuttgart: Was fordert die Gegenwart von der Inneren Mission, und welche Forderungen hat die Innere Mission an unsere Gegenwart zu stellen". Batholische Gemeinde in Gießen Samstag, den 4. November. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Ge­legenheit zur hl. Beicht.

Sonntag, den 5. November. 22. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. von Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe.

Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: hl. Messe mit Predigt. Nachmittags 6 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht für die Abgestorbenen.

Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen.

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Geborene.

24. Bergmann Heinrich Bräuning, Zwillinge, Ka­roline und Gustav.

25. Postschaffner Karl Müller ein Sohn, Karl Konrad Georg.

25. Küfer Leonhard Schäfer eine Tochter, Marie. 26. Schlosser Wilhelm Rau ein Sohn, Adolf.

26. Spediteur Heinrich Schott eine Tochter, Anna Marie Susanne.

28. Glasermeister Wendelin Rothermel ein Sohn, Hermann Julius Heinrich.

28. Bauunternehmer Wilhelm Lindenstruth ein Sohn, Wilhelm Christian Heinrich.

29. Kaufmann Adam Wehrheim eine Tochter, Lotte.

31. Eisenbahngehilfen Wilhelm Eidmann ein Sohn, Alfred Otto Karl.

31. Hausburschen Konrad Schwab ein Sohn.

31. Taglöhner Christoph Heidelbach ein Sohn, Otto Clemens.

1. Lokomotivführer Jakob Engel eine Tochter, Anna Margareta.

Aufgebote.

27. Johannes Lipphardt, Lokomotivheizer, mit Christine Schröder, beide in Gießen. 28. Eduard Müller, Handarbeiter, mit Thun, beide in Erfurt.

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30. Eduard Krüger, Wagenführer, mit Lina Groß, beide in Gießen.

30. Karl Rinn, Hausbursche, mit Emilie Fleischer, beide in Gießen.

31. Ludwig Lesch, Wagenführer in Gießen, mit Elisabethe Martin in Hermannstein.

Nov. 1. Nathan, gen. Gustav Rosenthal, Kaufmann in Gießen, mit Adele Bloch in Nordhausen.

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1. Heinrich Rabenau, Schlosser, mit Katharine Henkel, beide in Gießen.

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 15 pfg.

die 44 mm breite Inseraten zeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichtett. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Telephon: Nr. 362.

23. Jahrg.

Eheschließungen.

Oft. 28. Willy Schreiber, Schlosser, mit Maria Mautz, beide in Gießen.

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Nov.

28. Georg Karn, Feldwebel, mit Margarete Schä­fer, beide in Gießen.

28. Ferdinand Debus, Bureaugehilfe, mit Alice Ulrich, beide in Gießen.

1. Wilhelm Klein, Universitätsgutspächter in Cal­dern, Kr. Marburg, mit Frieda Mogt in Cor­bach in Waldeck.

Gestorbene.

Oft. 28. Elisabeth Dorothea Margarete Mades, 19 J. 28. Elisabethe Brauer, geb. Lich, 58 Jahre alt. Nov. 2. Ludwig Georg Kaus, 1 Monat alt.

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Wollen Sie wieder schlank werden?

Wollen Sie Ihre breiten Hüften, Ihren starken Leib, Ihr Doppelkinn auf eine ganz einfache und naturgemäße Art und Weise wieder loswerden? Wollen Sie Ihre Korpulenz, die Sie nicht nur unschön macht, die Ihnen auch von Tag zu Tag lästiger wird, die Ihre Kräfte doppelt verbraucht, die Sie vorzeitig alt macht, wieder beseitigen? Warum sorgen Sie dann aber nicht dafür, daß die ebenso unschönen wie lästigen Fettpolster zum Verschwinden kommen? Sie wissen vielleicht noch garnicht, welche Erleichterung es für einen Storpulenten bedeutet, wenn er einige Pfund Fett verliert. Oder haben Sie vielleicht schon einmal mit einer der so zahlreich gegen die Korpulenz empfohlenen Sturen, die unfehlbar" wirken sollen, trotz strengster Befolgung der vielen dabei gegebenen Angaben und Verhaltungsmaßregeln gar keinen oder doch nur einen ganz vorübergehenden Erfolg gehabt? Dann ist es natürlich kein Wunder, wenn Sie glauben, weil Sie jetzt noch korpulent seien, müßten Sie es auch bleiben, und ein wirklich probates Mittel gäbe es nicht. Und doch gibt es ein solches Mittel, und dasselbe hat sich durch die mit ihm erzielten geradezu erstaunlichen Erfolge die Gunst der Aerzte im Sturm erobert. Das Mittel unterscheidet sich allerdings grundsätzlich von allen bisher dagewesenen und hat vor allen Dingen den ganz eminenten Vorteil, daß seine Anwendung nicht einmal etwas kostet. Dieses Mittel ist kein Geheimmittel und keine die wissen­schaftliche Kritik scheuende Kurpfuschermedizin, enthält auch weder Jod noch Schilddrüsen- Ertratt, noch Blasentang oder eines jener barbarisch wirkenden Abführmittel, die den Darm ruinieren und weit mehr Schaden als Nutzen stiften. Es bedingt auch keine fostspielige und dabei völlig zweckloje Badereise, keine qualvolle Einschränkung der Nahrung, feine Hunger-, Durst- oder Schwitz­Es reguliert vielmehr auf fur, feine Massage oder dergleichen. eine ganz andere, bisher wenig bekannte Weise die gesamte Ver­dauung; es reinigt und desinfiziert den Darm und verbessert damit das Blut; es entlastet und stärkt das Herz und greift in feiner Weise den Eiweißbestand des Körpers an. Es bringt lediglich das überschüssige Fett zum Einschmelzen, vernichtet aber auch gleichzeitig die so überaus schädlichen Darmfäulnisbakterien, die eine Quelle zahlreicher Leiden und nicht zuletzt die Ursache Dabei hat es nicht die allergeringste der Fettleibigkeit sind. schädliche Nebenwirkung und wirkt auch nicht wie andere Ent­fettungsmittel( sofern sie überhaupt wirken!) schädigend auf die Ganz im Gegenteil, die Haut, die sonst Haut und den Teint. bei Entfettungskuren oft welt und gelb wird, erhält durch die gründliche blutreinigende Wirkung des Mittels eine rosige, jugend­frische Färbung und wird straff und elastisch. Der starke Leib und die breiten Hüften verschwinden bei seiner Anwendung schon bald, der früher schwerfällige Gang wird wieder leicht und elastisch, das ganze Aussehen jugendlicher. Sturz, es ist ein ge­radezu ideales Mittel, mit dem bei bestem Wohlbefinden ohne jede Berufsstörung und ohne strenge Diät mit Leichtigkeit Ge­wichtsabnahmen von 20 und mehr Pfund sich erzielen lassen. Und das Alles, wie gesagt- ohne Kosten.

Die erste Anregung zur Schaffung des Mittels gab bereits vor ca. 40 Jahren der russische Leibarzt Dr. Th. Carell; vervoll­tommnet wurde es aber erst seit ganz guter Zeit durch die An­regungen, die der für seine wissenschaftlichen Forschungen mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Bakteriologe und Arzt, der Leiter des weltberühmten Pasteur- Instituts in Paris, Professor Dr. E. Metschnikoff, hierzu gab. Seine frappanten Wirkungen sind seither von allen Aerzten und Laien, die es anwandten, mit Worten höchster Anerkennung gepriesen worden.

Wollen Sie da noch zögern? Wollen Sie nicht wenigstens einen kleinen Versuch mit diesem Mittel machen? Wollen Sie sich nicht zum mindeſten unsere ausführliche, hochinteressant ge­schriebene Broschüre Die Entfettungstur der Zukunft", die wir nebst einer Probe des Mittels fostenlos und franko jedem ein­senden, der uns für Porto usw. M. 0,20 in Briefmarken ein­sendet, kommen lassen? Wir sind sicher, daß schon diese kleine Probe Sie vollauf davon überzeugen wird, daß wir nicht ein Wörtchen zu viel behauptet haben, und daß Sie, wenn Sie die Broschüre aufmerksam gelesen haben, nicht eher ruhen werden, bis Sie wenigstens einen Teil Ihrer übermäßigen und gesund­heitsschädigenden Körperfülle beseitigt haben werden.

Yoghurt- Centrale

Dr. J. Schaffner& Co., Berlin- Grunewald.