Zur Arbeiter- Bewegung.
Sozialdemokratie und Krankenkassen. Einen lehrreichen Beitrag zu diesem vielerörterten Kapitel haben die Sozialdemokraten in der Ortskranken= tasse Offenbach a. M. geliefert. Seit 1900 hatte ein verdienter und für das Amt sehr geeigneter Mann, namens Jakob Streb, den Geschäftsführerposten inne. Er verstand es, die Stasse in wirklich gemeinnütziger Weise und zur Zufriedenheit der Mitglieder zu verwalten, sodaß er bei jeder Wiederwahl, zuletzt noch Anfang 1908, einstimmig wiedergewählt wurde. Das gute Verhältnis innerhalb der Ortskrankenkasse änderte sich jedoch in dem Augenblick, als der Geschäftsführer Strebim April 1908 aus der sozialdemokratischen Partei aus= trat und den bisher innegehabten Vorsitz im sozialdemokratischen Gewerkschaftskartell niederlegte. Von diesem Moment an war er in den Augen seiner bis= herigen Genossen auch nicht mehr fähig, die Geschäfte der Ortskrankenkasse zu führen. Durch eine systemati= sche Wühlarbeit, durch offene und versteckte Angriffe von sozialdemokratischer Seite wurde er buchstäblich hinaus geekelt und legte am 1. Dezember 1910 seinen Posten ,, freiwillig" nieder. An seine Stelle kam ein früherer Parteibudiker und Flaschenbierhändler, dessen Fähigkeiten im Verwaltungsdienst zunächst nur in der waschechten roten Farbe bestehen. Nun sage noch einer, daß die unschuldsvolle Sozialdemokratie jemals Parteipolitik in die Selbstverwaltung der Krankenkassen hineintrage! Die Folgen des sozialdemokratischen Klüngels in Offenbach zeigen sich jetzt darin, daß bisher zur Ortskrankenfasse gehörige größere Betriebe ausscheiden und eigene Betriebskrankenkassen gründen, wodurch die Leistungs fähigkeit der Ortskasse erheblich beeinträchtigt wird. Den Schaden haben somit nur die Mitglieder zu tragen, die sich dafür bei den sozialdemokratischen Fanatikern danken können.
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Bekanntmachung.
Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis.
Gießen, den 2. Februar 1911.
Bürgermeisterei.
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Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Oppenrod. In der Zeit vom Mittwoch, den 8. bis einschließlich Dienstag, den 14. Februar d. Js. liegen auf dem Amts= zimmer Großherzoglicher Bürgermeisterei Oppenrod das Hauptgeldausgleichungsverzeichnis zur Einsicht der Beteiligten offen.
Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Ausschlusses innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfrist bei Großh. Bürgermeisterei Oppenrod schriftlich einzureichen und zu begründen.
Friedberg, den 28. Jan. 1911.
Der Großherzogliche Feldbereinigungskomissar. Kirnberger, Gr. Kreisamtmann.
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