Ben Mengen entschlossen, die an die Eisenbahner zum Selbstkostenpreis abgegeben werden sollen.
Die Eisenbahnverwaltung gewährt infolge der Zeuerung nicht nur Vereinen und Körperschaften bei Bezug von Kartoffeln, Möhren, Kohl und Futtermitteln Frachtermäßigungen, sondern auch Privat personen, wenn auf dem Frachtbrief der Vermerk " Zur Verwendung im Inlande" enthalten ist. Die Fracht ermäßigung beträgt bei Privaten 50 Prozent und bei Vereinen usw. 65 Prozent. Ein besonderer Antrag seitens der Privatpersonen ist nicht erforderlich.
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Kgl. Preußische Klassenlotterie. Die Erneuerung der Lose zur 5. Klasse 225. Lotterie muß mit Vorlegung der Lose 4. Klasse spätestens bis zum 4. November, abends 6 Uhr, geschehen sein. Auch müssen die Freilose zur 5. Klasse gegen Rückgabe der Gewinnlose 4. Klasse bis zum vorerwähnten Termine eingefordert sein.
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):( Warburg. Eine auswärtige Gesellschaft projektiert die Anlage einer gleislosen elektrischen Straßen bahn zwischen dem Bahnhof und der Stadt beziehungsweise Bahnhof Altstadt.
):( Marburg. Mit dem Neubau des„ Physikalischen Instituts, das von den hiesigen Studenten dringend gefordert wird, soll im nächsten Frühjahr begon nen werden. Geh. Konsistorialrat Dr. Mirbt, Prof. für Kirchengeschichte an unserer Universität, hat den Ruf nach Göttingen als Nachfolger Tschakerts angenommen. ):( Eschwege. Der Kreisausschuß des Kreises Kreises Eschwege hat mit Rücksicht auf den großen Schaden, den die Erdratten( Wühlmäuse) im Laufe der letzten Jahre an den Obstbaumpflanzungen angerichtet haben, beschlossen, für das Einfangen und Töten dieser Schädlinge eine Prämie von 1 Mark für jedes Stück zu bezahlen.
Es ist ein sehr häufig vorkommender Fall, daß Beamte zur Sicherheit von Darlehen ihr Gehalt abtre= ten oder verpfänden. In dieser Beziehung hat das Reichsgericht eine für Beamtenkreise außerordentlich interessante Entscheidung gefällt. Hiernach sind Verpfändungen und Abtretungen von Beamtengehältern im preußischen Rechtsgebiet ungiltig, da nach§ 163 Anh. zur Allgem. Preuß. Gerichtsordnung jede Verpfändung und Anweisung fester Besoldungen, Einkünfte und Pensionen ohne alle rechtliche Wirkung ist.
Dies
* Eine Aera für Schulreformen ist über Preußen hereingebrochen. Nach dem Fall des Extemporale wird jetzt der Erlaß des Kultusministers auf eine Verbesserung der Handschrift der Schüler hinzuwirfen, mit gleicher Genugtuung begrüßt werden. scheint u. E. nicht die Wurzel des Uebels zu treffen, weil die Schüler, besonders in den höheren Klassen, beim Nachschreiben die Vorarbeiten im„ Unreinen" aus Zeitersparnis schnell schreiben und so ihre Handschrift schlechtern. Dieser Uebelstand ließe sich aber leicht dadurch beseitigen, daß ein obligatorischer Unterricht in der Kurzschrift eingeführt wird.
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Lügen- Förster um sich verbreitet, dem sei die überaus lustige Lektüre empfohlen. Der zweite Teil( Preis Mt. 2.-) bringt vier längere Erzählungen mit erfreulicher
):( Frankfurt a. M. Die probeweise in den Straßen des Bahnhofsviertels an den Straßenlaternen der Straßeneinmündungen und-Ecken angebrachten Emailleschilder mit Straßennamen und laufenden Nummern der Häuser, haben sich gut bewährt und werden nun allgemein bei allen Straßen eingeführt.
Komit.
? Gedichte von Benjamin Körber. Pr. 2 Mt. Mit oft tiefernsten aber auch heiteren, sonnigen Farben hat der junge Dichter verschiedene Lebensgemälde ge
):( Kassel. Die zum Landkreis Kassel gehörigen Gemeinden haben beim Verkauf des Gemeindeobstes in diesem Jahre mehr eingenommen als im vergangenen Herbst. Der Erlös belief sich diesmal auf 20 036,10 Mark, während im Vorjahre 19 499 Mt. erzielt wur
Nachdem der südliche n Ueberlandzentrale. und der nordwestliche Teil der Provinz Oberhessen durch die Ueberlandzentrale Wölfersheim und Gießen mit elektrischem Strom versorgt werden sollen, sind nunmehr Bestrebungen im Bange, auch die beiden nordöstlichen Kreiſe Alsfeld und Lauterbach mit elektrischem Strom zu versehen. Man denkt dabei an den Anschluß der beiden Kreise an eine in Fulda projektierte Ueberlandzentrale, die in erster Linie den benachbarten preußischen Kreisen zugute kommen soll. Wegen des Anschlusses der beiden oberhessischen Kreise fand dieser Tage im Regierungs- Gebäude zu Bießen eine Vorbesprechung statt, an der u. a. die beteiligten Verwaltungsbeamten, die Bürgermeister von Alsfeld und Lauterbach, Baurat Schöberl- Darmstadt und ein Vertreter der Ueberlandzentrale Fulda teilnahmen. Bestimmte Beschlüsse wurden dabei noch nicht gefaßt.
den.
Literarisches.
meißelt.
? Jst Hühnerhaltung gewinnbringend?" Dies ist der Titel eines, in dieser Teuerungszeit vielen Familien willkommenen nützlichen Volksbüchleins, her ausgegeben von Joh. Schilling. Preis 80 Pfg. Berlag von G. Soltau in Flensburg. Dasselbe beweist eingeh ends, daß Hühnerhaltung sehr gewinnbringend ist.
?„ Heimweh." Drama in 4 Aufzügen von Sch. Fuchs. Preis brosch. Mt. 2.-. In diesem Drama sehen wir Menschen, die Heimweh haben. Nicht jenes Heimweh, das sich nach dem Lande der Kindheit sehnt, sondern jenes andere, ungleich mächtigere, das nach der wahren Heimat unserer Seele verlangt, beherrscht ihr Tun und Lassen.
?„ Einsame Welt." Neue Verse von O. Orlishausen. Preis broschiert 2 Mt. Diese Verssammlung ist die Ernte mehrerer Jahre, aus der jemand redet, der das zu werden verspricht, was in unserer Zeit so sehr viele sein wollen und so wenige sind: Ein Dichter und eine Persönlichkeit.
? James Cook, der Märtyrer seines Forschungsbrangs der ihn wiederholt in ferne Länder und auf zuvor von Europaem nie oder nur ganz vereinzelt betretene Eilande weit unten im Süd often des Erdballs trieb, hat von jeher viel Bewunderer feines Tagebuchs Meine erste Weltreise" gefunden. Und mit Recht, denn dieses Buch zählt seit seinem ersten Erscheinen sechs Jahre vor del Verfassers Tod, also seit 138 Jahren, zu den Standard- Werken, zu den bleibenden Büchern der Gattung Reisebeschreibung, an der neuerdings wahrlich fein Mangel mehr ist. Die höchft feffelnde Darstellung, das ursprünglich- originelle Moment daran und nicht zuleßt die burch manchen späteren Reisenden bestätigte hobe Suber lässigkeit dieser Schilderung haben Cooks Buch zu einem Liebling des Lesepublikums gemacht, der das auch bleiben wird. Die Schwe bacher'sche Verlagsbuchhandlung in Stuttgart bat daher einen recht glücklichen Griff getan, als sie dieses Werk jezt unter Einreibung in ihre verdienstvolle Sammlung Kulturgeschichtliche Dokumente in trefflicher Ausstattung mit Beigabe von vorzüglichen Abbildungen nach alten seltenen Stichen jüngst zu wohlfellem Preise( brosch M. 3.60, geb. M. 4.50) herausgab, und verdient dafür den Dan! des Publikums, der sich in recht reger Kaufluft für diesen Band beftens betätigen kann.
? Kaiser Rotbarts Erlöser. Epos von Peter Zenz. Preis 2 Mt. Unsere schöne Literatur weist unserer Heroen und unseres Volkes in den Zeiten der eine stattliche Zahl von Werken auf, die die Großtaten Zusammenschweißung des Reiches schildern; dagegen fehlt es noch an einem dichterischen Werke, das die Neugestaltung von Kaiser und Reich inmitten der kriegerischen Ereignisse des Jahres 1870-71 zum Hauptgegenstande hat. Diese Lücke füllt Kaiser Rotbarts Erlöser
aus.
? Bauern, Förster und andere Spikbuben geschichten, von Heinrich Gustav.( Mt. 2). Der erste Teil umfaßt sieben Erzählungen. Wer ländlichen Humor nicht abgeneigt ist, die so ein
dem alter
Mitbürger!
Geschäftliches.
)( Allgemeine Teuerung ist wieder ein mal das Losungswort des Tages! Am meisten davon betroffen ist wohl, infolge der anhaltenden Dürre dieses Sommers, die Butter. Geradezu unerschwinglich sind die Preise, die in den größeren Städten heute schon ver langt werden und die im Laufe dieses Winters aller
Voraussicht nach noch weiter steigen dürften. Für die
weitesten Kreise des Publikums wird es immer mehr zu einer unabwendbaren Forderung, sich nach Ersatzpro dukten umzusehen. Erfreulicherweile stehen solche in hoher Vollkommenheit zur Verfügung in Palmin( Pflan zenfett) und Palmona( Pflanzenmargarine), die sich ja seit vielen Jahren ständig steigender Beliebtheit in der besseren und bürgerlichen Küche erfreuen. Dabei fostet Palmin nur 75 Pfg., Palmona 90 Pfg. pro Pfund.
Die fortschrittliche Volkspartei hat innerhalb des Landtagswahlbezirkes Gießen- Wiesek bei den letzten Reichstagswahlen über 2200 Stimmen erhalten, gege noch nicht 1000 Nationalliberalen. Sie erhebt also mit Fug und Recht Anspruch auf die Vertretung Gießens in der hessischen Kammer. Aber nicht nur auf Grund der Zahlen. Die Partet darf von sich auch behaupten, daß sie während des letzten Landtages den Kampf für
Gerechtigkeit und Volksfreiheit
wader gefämpft hat, und sie ist dabei von der„ auchliberalen" Bruderpartei fast in allen Fragen im Stich gelassen worden,
wo es galt, die Volkskammer gegen erhöhte Machtansprüche der Herrenkammer zu verteidigen,
wo es galt, die Uebergriffe des Ultramontanismus abzuwehren,
wo es galt, das städte- und kulturfeindliche antisemitische Agrariertum zu bekämpfen.
In dieser Tatsache, daß die Nationalliberalen im Kampf gegen rechts bersagt haben, liegt der tiefe Grund dafür, daß es zu einer Verständigung zwischen d beiden Parteien nicht gekommen ist, und nicht in persönlichen Zänkereten oder in unserer Haltung zu der Sozialdemokratie. Wir erklären wiederholt, daß wir ein Bür nis mit der Sozialdemokratie nicht eingegangen sind, und wir weisen darauf hin, daß keine Partei so schneidig wie wir den großen Prinzipienkampf mit der Sozialdem fratte geführt hat nnd führt. Aber wir halten es für unwürdig einer liberalen Partet den Gegner mit Ausnahmegesetzen zu bekämpfen und teilen mit den Nationall calen anderer deutscher Bundesstaaten die Ueberzeugung, daß eine Gesundung unserer politischen Verhältnisse nur eintreten wird, wenn es gelingt, die Sozialdemofco zur positiven Mitarbeit heranzuziehen oder dabei festzuhalten.
Wir brauchen im Landtag aufrichtige tapfere Männer, die nichts für sich begehren, deren Herz dem Volf gehört. Solche Männer gibt es in jebem Beruf in jedem Stande, und wir wissen, daß auch die Gewerbetreibenden Gießens es verurteilen, wenn man, dem Vorbilde der Agrarter folgend, die einze Inen Berufskla gegeneinander ausspielt. Hat doch selbst der Ortsgewerbeverein sich unlängst einen Oberlehrer zum Vorsitzenden gewählt und ist es doch allen politisch Interessierten farnt, daß wir feine Ständewahl, sondern eine Staatsbürgerwahl vorzunehmen haben.
Es handelt sich nicht um die Personen, nicht um eine Kandidatur Urstadt" oder eine Kandidatur Klingspor", sondern um eine Entscheidung über die politi Gesamtauffassung, die auf der einen Seite von Männern wie Gutfleisch und Korell, auf der anderen Seite von solchen wie Osann und v. Heyl vertreten wird. glauben gern, datz auch der Kandidat der hiesigen Nationalliberalen den ernsten Willen hat, in liberalem Sinne zu wirken, und seiner Partet wieder Itberalen Geist zuhauchen; aber was dem Abg. Pagenstecher mißlungen ist, wird auch ihm faum gelingen. Auch er wird es nicht vermeiden fönnen, wieder zurückzutreten oder auch Fällen mit seiner Partei zu stimmen, wo es seiner Parteileitung nüßlich erscheint, den antisemitischen Bauernbündlern einen Gefallen zu tun, deren Hilfe man, ach nötig hat, oder den Bundesgenossen des Herrn Dr. Becker, der mit Zentrumshilfe als hessischer Nationalliberaler in den nächsten Reichstag wieder einzuziehen h Dann heben sich die beiden Gießener Stimmen einfach auf, und es ist, als wären wir nicht vertreten.
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Darum betrachten Sie die Taken der Nationalliberalen im letzten Landtag ganz unbefangen, überlegen Sie die Wichtigkeit der Aufgaben des nächsten 2 tages und dann gehen Sie hin und helfen Sie, daß unsere liebe Vaterstadt den Ruhm bewahrt, daß in ihren Mauern eine gut fortschrittliche, freigesinnte Bürgerschaft wo Wählen Sie den Kandidaten der fortschrittlichen Volkspartei, den Stadtverordneten
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Herrn Prof. Otto Urstadt in Giesser
Der Verein der fortschrittlichen Volkspartei.
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