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worden.

* Heuchelheim. Die wandernde Kreishaushalt­ungsschule für den Kreis Gießen beginnt dieser Tage einen sechswöchigen Stursus; es haben sich 24 Teilnehmerinnen gemeldet.

* Langgön 3, 30. März. Unsere Wasserleitung u. Kanalisation machen Fortschritte, so daß bereits mehrere Straßen mit Rohrleitung versehen sind. Wasser ist reichlich vorhanden, man entdeckte noch eine weitere gute Quelle, auch ist man auf der Spur nach dem Römerbrunnen in der Nähe der Quellfassung an der Landhöhe. Der hiesige neu gegründete Bürgerverein( unter Leitung der Molkereibesizer W. Frey und Konrad Velte) hat bereits eine große An­zahl Mitglieder, der Verein wird von der Gemeinde sehr begrüßt.

* Birtlar, 30. März. Gelegentlich des hier aus­gangs Juni stattfindenden Bezirkskriegerfestes des Bezirks Lich Hungen findet auch die Enthüllung eines Veteranen= dentmals in Gestalt eines Gedentsteines statt. Es sei an dieser Stelle erwähnt, daß auch zwei Mitglieder unserer Gemeinde an dem Chinafeldzug teilgenommen haben.

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Hungen. Am Mittwoch, den 6. April, findet im Rathause zu Hungen und am Samstag, den 2. April, im Rathause zu Grünberg ein Amtstag des Großh. Kreis­amts Gießen statt. Anliegen der Kreiseingesessenen aus den Amtsgerichtsbezirken Hungen, Lich und Nidda können am Amtstag in Hungen, Anliegen der Kreiseingesessenen aus den Amtsgerichtsbezirken Grünberg, Homberg und Laubach am Amtstage in Grünberg vorgebracht werden.

* Darmstadt, 30. März. Unter dem Vorsitz des stellvertretenden Vorsitzenden, Landtagsabgeordneten Bähr, fand hier die 52. Vorstandssitung der Landwirtschaftskam mer statt, in welcher u. a. zur Erledigung tamen ein An­trag Dr. Dehlinger- Weilerhof auf Beschäftigung von Stu­denten während der Ferien bei Landwirten. Dem Antrag wurde zugestimmt. Verschiedenen Anträgen auf Abgabe von Streulaub aus staatlichen Waldungen soll insofern näher getreten werden, als an die Regierung ein Ersuchen zu richten ist, es möge Streulaub aus Staatswaldungen auf Wunsch bei öffentlicher Versteigerung den Landwirten zu gänglich gemacht werden. Zu einem Antrag aus Handels­tammertreisen wegen Verzollung von Maissurrogat spricht sich der Vorstand dahin aus, daß Maissurrogate in de­naturiertem Zustande zollfrei eingeführt werden können, da diese Produtte als Futtermittel eine große Rolle spielen. Die revidierten Bestimmungen über Prämiierung von Obst­bäumen und Weinbergen wurden angenommen.

Dermischtes.

!! Ein interessanter Brief, der wohl ert ist, der Ceffentlichkeit bekannt gegeben zu werden, wird in einer Zeitung Oberhessens veröffentlicht. Er ist von einem Dienstmädchen geschrieben, das seinen Dienst ver­lassen hat und die Herrschaft ersucht, ihr die dort zurückge­lassenen Sachen zu senden. Der Brief ist Original und nicht etwa Dichtung.

Liwe Herrschaften

sind sie chut und schichen sie meine Chleider so Balit wie Meching ist mein Dienzt Buch und meine Charte meine Abffooste Chrafie und mein Bosch und schiben Achsen Bälig und sie sie mich so Lass ich mein schaffen mein Hänch Chleit schihen sie mir und Kopf Halztuch und meine Alte Chleiter und sich sei gut Bracken mein ein und stuen es auf die sandberger Bost da mit es en Sint und wenn sie sie nich schicken so blass ich den Watmeister schiken und Laz sie heulen.

Hoffentlich bereitet der Brief unseren Lesern vergnügte

Minuten.

!! Warum man auf Braunfam. Eine wahre Geschichte aus Hessen:" Wissen Sie, warum man bei der Neubesetzung des Finanzministeriums in Hessen auf Braun fam?" fragte ein Schalt seinen Freund." Nein? Dann will ich es Ihnen sagen: Um den Sat bilden zu können, dessen Anfangsbuchstaben mit den Anfangsbuchstaben der Namen der Finanzminister übereinstimmen, und der stets das Leit­motiv für hessische Finanzminister gewesen ist: Wir können Geld brauchen.'( Weber, Küchler, Gnauth, Braun)."

!! Beglaubigung von Unterschriften unter Post vollmachten. In einem Bescheid an eine Handelstammer vom 17. Februar 1910 wird, wie im letzten Postamtsblatt" mitgeteilt wird, ausgeführt, daß die Beglaubigung von Unterschriften unter Postvollmachten und Abholungserklärungen durch den von einer Ham de ls= fammer als Stellvertreter des Vorsitzenden in dieser Beziehung bezeichneten geschäftsführenden Beamten( Han­delskammersekretär) keinem Bedenken unterliegt, sofern dem Beglaubigungsvermerk ein Abdruck des Dienstsiegels der Handelskammer zugefüdt ist.

*!* Wahrung des Geschäftsgeheim­nisses. Immer von neuem fehrt der Fall wieder, daß die neu angestellten Leute irgend eines Betriebes ihre ge­schäftlichen Erlebnisse aus den früheren Stellungen zum be sten geben. Die Schuid dafür trifft in vielen Fällen nicht bloß die betreffenden Angestellten, sondern auch den Ar beitgeber, dessen Verhalten manchmal eine große Neugierde bezüglich solcher Mitteilungen verrät. Dies gerade führt dazu, daß der Angestellte glaubt, die rechte Hand des Ar­beitgebers zu sein und es ist selbstverständlich, daß eine solche Vertraulichkeit nicht dazu angetan ist, den betreffenden Betrieb in die Höhe zu bringen. Denn hier hat der Ar­beitgeber ja jede Selbständigteit verloren. Also noch ein' mal: Es ist durchaus verwerflich, wenn sich ein Angestell­ter in seinem Betriebe durch Aeußerungen über die Ver­hältnisse aus seiner früheren Stellung einführt", und wenn, wie dies namentlich bei Mitteilungen über Konkurrenzfir­men geschieht, die Arbeitgeber auf derartige Plänkeleien eingehen, anstatt dem Betreffenden die Tür zu weisen. Denn aus solchen Vertraulichkeiten ergibt sich gewöhnlich nichts anderes als Streitigkeiten und Klagen.

Ans dem Gerichtssaal.

Straffammer.

Gießen, 29. März 1910. Der frühere Polizeisekretär Hermann Bilo hier, jest in Mainz wohnhaft, war von der hiesigen Stadtverwalt ung beschuldigt worden, für verschiedene amtliche Handlun gen widerrechtlich Gebühren erhoben und diese für sich ver­wendet zu haben. Weiter war ihm zur Last gelegt wor den, ausgeschiedene Aften des Polizeiamts Gießen verkauft und den Erlös mit anderen Bediensteten des Bureaus ge­teilt zu haben. Die gegen Bilo eingeleitete gerichtliche Vor­untersuchung hat zu dem Ergebnis geführt, daß durch Be­schluß der Straftammer vom 26. d. Mis. das Verfahren eingestellt wurde. Seine subjettive Schuld ist somit nicht erwiesen worden; objektiv lag die Angelegenheit so, daß Bilo durch die Tatsache, daß auch anderwärts Ve­amte ähnliche Nebeneinnahmen beziehen, sich zu seinem Vor­gehen berechtigt gehalten hatte.

Stadttheater Gießeu.

Dienstag, den 29. März. Basantasena.

Ein indisches Drama des Königs Sudrata in 5 Aften von Emil Pohl.

Der vormals reiche, aber durch die weitgehendste Wohl­tätigteit verarmte Brahmane Karudatta liebt die ebenso schöne wie edelmütige Bajadere Vasantasena, in deren Her­zen für ihn eine nicht minder große Zuneigung erwacht ist. In einer schwülen Gewitternacht gestehen sich die beiden ihre gegenseitige Liebe. Bald darauf will es aber das Unglück, daß Vasantasena durch eine Verwechselung ihrer Sanfte mit einer anderen in die Gewalt des Schwagers des Kö­nigs gerät, der ihr schon seit längerer Zeit nachstellt. Nach einer längeren Auseinandersetzung treibt die abweisende Halt ung Vasantasenas den Wüstling schließlich dazu, die Ba jadere bis zur Bewußtlosigieit zu würgen, welche der At­tentäter auch wirklich für tot halt. Um den Verdacht von sich abzulenten, schiebt derselbe die Schuld auf den Brah­manen Karudatta, welcher auch den Mord eingesteht, aber nur um einem durch den Tod Vasantasenas freudlos ge= wordenen Leben zu entgehen und um gleichzeitig durch das Unterlassen seines Alibibeweises seinen Freund Ariaka zu retten. Den letzteren hatte der König Palaka verhaften lassen, um den ihm geweissagten Sturz durch denselben vor­zubeugen. Der Gefangene befreit sich jedoch und tritt an die Spitze der in dem Lande sich immer mehr ausbreiten­den Verschwörung gegen Palaka in dem nämlichen Augen­blick, in welchem Karudatta einer der hervorragendsten Füh­rer derselben, zum Richtplatz geführt wird. Inzwischen hat sich die totgeglaubte Vasantasena eingestellt, doch der racheschnaubende Schwager des Königs wünscht dessen un= geachtet den Tod des Brahmanen, der erst in dem letzten Augenblick von den Verschwörern befreit wird, welche in­zwischen den König Palata gestürzt und den Hirten Ariaka auf den Thron erhoben haben. Ariata zeigt sich gegen die Verdienste Karudattas dadurch dankbar, daß er die einer niederen Kaste angehörige Vasantasena in die Kaste der selbe zu seiner Gattin zu machen. Brahmanen erhebt und damit Karudatte instand setzt, die­

Das Drama führt eigentlich den Namen Mrittschhala­tika, zu deutsch Tonwägelchen, doch hat es Emil Pohl als angezeigt erachtet, in seiner ziemlich freien Bearbeitung die­sen Titel in das ja auch besser auszusprechende Vasantasena zu verwandeln. Das Stück besitzt verschiedene Mängel, wel­che auch Emil Pohl nicht auszuschalten wußte. So erscheint die gegen den König Palata angezettelte Verschwörung im Hinblick auf die allzugeringe Betonung der Schattenseiten des Königs zu wenig berechtigt, während die Heimtücke und Verschlagenheit des Schwagers des letzteren an vielen Stel­len in einer für unsere Zeit recht drastischen Weise hervor treten. Diesen Mängeln tann das Werk jedoch ebensogroße Vorzüge gegenüberstellen, welche in erster Linie in der prachtrollen Charakterisierung der beiden Hauptpersonen Basantasena und Karudatta liegen, bei der der Dichter so recht die Eigentümlichkeiten des indischen Volkes hervorzu­heben wußte. Nicht minder gut wirkt dann auch die le bendige Handlung, welche den Zuschauer in fortwährender indischen Dramen feinen tragischen Ausgang nimmt. Kurz­Spannung erhält, obwohl sie gleich dem Stoff der anderen um Vasantasena" verdient es, auch in unserer Zeit noch gespielt zu werden und das sehr gut besetzte Haus bewies durch seinen stürmischen Beifall nicht minder wie sehr es die Aufführung des Stückes zu schäßen wußte, welches doch so interessante Aufschlüsse über die damals gerade auf dem Höhepunkt stehende dramatische Dichtung der Inder erteilt.

Die bewährte Regie des Herrn Gühne versagte auch diesmal nicht sondern wußte für eine in jeder Hinsicht ein­wandfreie Aufführung zu sorgen und die Zeit des Stückes, das 6. Jahrhundert nach Christi Geburt, auch in den De­forationen und Kostümen trefflich zur Geltung zu bringen. Eine prächtige Leistung war Herrn Mary' Karudatta, welche in ihrer ausgezeichneten Charakterisierung zu den besten Leistungen des Künstlers gezählt werden darf. Mit ihm rang Fri. Koch als Bajadere Valantasena um die Palme, die ganz besonders die Zärtlichkeit des liebenden Mädchens zum Ausdruck zu bringen wußte. Frl. Ney als Mandanita entzückte ferner ganz besonders durch ihre na­türliche Frische, während nicht minder großen Beifall Herr Volck als Maitreja erntete, dessen vortreffliches Spiel na mentlich im 4. Aft gefiel. Dank der zielbewußten Kunst der übrigen Spieler errang das Stück einen durchschlagen­den Erfolg und sicherlich wird die demnächst stattfindende Wiederholung in noch weiteren Kreisen des Publikums An­flang finden. ―h­

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Das Neueste vom Taa.

Dresden, 30. März. Gestern Abend ist der dreizehnjährige Sohn des Tischlermeisters Kaiser in Bau­ten in der Wohnung des Leutnants Rasch vom 103. In­fanterie- Regiment er mor det aufgefunden worden. Dem Kinde war die Kehle durchschnitten. Gleichzeitig hat sich der Bursche des Leutnants, namens Rödner, mit dem Te­sching des Offiziers auf dem Militärschießstande erschossen. Man vermutet, daß der Bursche an dem Knaben ein Sitt­lichkeitsverbrechen verübt hatte.

* Hamburg, 30. März. Der Durchschlag des östlichen Elbetunnels gestaltete sich zu einem feierlichen Atte, an dem zahlreiche städtische Persönlichkeiten Hamburgs teilnahmen. Senator Westpfahl beglückwünschte in einer Rede, die den Verlauf der Bauarbeiten schilderte, die Stadt zum Gelingen des Wertes. Bemerkt zu werden verdient, daß dieses überhaupt der erste große Unterwas­sertunnel auf dem Kontinent ist.

Großes Eisenbahnunglück.

Durch ein folgenschweres Eisenbahn- Unglüd, das sich gestern nachmittag bei Mülheim a. Rhein ereignete, ist schweres Leid über eine Anzahl von Familien gebracht worden. Als Ursache ist das Ueberfahren des Haltesignals durch den Expreßzug festgestellt worden. Nach amtlichen Angaben beläuft sich die Zahl der Toten auf 19. Ferner sind 39 Soldaten und zwei Schaffner schwer verletzt, eine größere Anzahl von Personen ist leichter ver­lett.

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Das Brandunglück in Ungarn.

* Budapest, 30. März. In Oetörito herrscht Totenſtille. Die Opfer der furchtbaren Katastrophe ruhen auf dem fleinen Ortsfriedhofe. In den letzten 2 Tagen wurden nach Angabe des reformierten Seelsorgers 286 Leichen und viele Leichenreste beerdigt. Von den Toten waren 238 aus Deförito, 48 aus der Umgebung. Von den 60 Schwerverletzten sind bisher 24 gestorben, viele von den übrigen ringen mit dem Tode. Die Beileidstundgeb­ungen des deutschen Kaisers und der Stadt Wien Medizin. und techn. Drogen, Chemikalien, Materialwaren, Chemische Spezialitäten eigener Fabrikation.

Otto Schaaf, Gießen,

Gegründet 1883. Seltersweg 39. Fernspr. Nr. 45. Klein- und Großhandel. Auskunft über chem. technische Fragen.

haben einen tiefen Eindruck gemacht, und mehrere ungari­sche Mätter veröffentlichen den deutschen Text der Kaiser­depesche.

Neues Schneewetter.

Leider hat das Osterwetter bei uns nicht lange an­gehalten. Der gestrige und der heutige Tag brachten ein Wetter, das recht winterlich zu nennen ist. Eine blendend weiße Schneedecke hat gleich einem Mantel all die keimen­den Pflänzchen eingehüllt. Ein rechtes Aprilwetter, in dem Regen mit Schnee und Sonnenschein abwechselten.- Auch aus anderen Orten liegen Schneemeldungen vor:

* Herborn, 30. März. Auf dem Westerwald ist neuer Schneefall eingetreten. Es schneit, als ob wir mit­ten im Winter wären.

* Wien, 30. März. In ganz Niederösterreich herrscht Schneetreiben; die Straßen Wiens sind mit Schnee bedeckt. * Budapest, 30. März. Aus dem ganzen Lande, besonders dem Norden und Osten, werden Schneefälle und Temperaturen bis minus 6 Grad gemeldet. Der Schaden an den Obstkulturen ist groß.

Frühling?

( Frei nach Geibel.)

Und drängt der Frühling noch so sehr, Und stehn in seinem Zeichen Natur und Menschheit ringsumher Der Winter will nicht weichen! OCI

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Folgst du der Sonne hellem Schein Und ihrem stillen Locken,

Mensch, so hülle fest dich ein In Pelz und warme Socken

91.

Denn draußen bläst der Sturm mit Macht Aus eisig- faltem Norden

Und sucht des jungen Lenzes Pracht Schnell wieder hinzumorden! 200

Der Erde neu erwachtes Grüng Weiß nicht, wie ihm geschehen maili Es wollt zu holder Lust erblüh'n, Muß nun in Frost vergehen. dm Anstatt mit bunter Blumen Schare Mit Veilchen und Maiglöckchen, Schmückt sich Natur in diesem Jahrt Mit weißen Schnee'es Flöckchen. ursp Doch still, wie es auch friert und schneit, Mensch, gib dich zufrieden!

Es sind zum Glück ja allezeit Zwei Tröster dir beschieden:

0: o

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Halt warm, wenn es dir bangt und graut Vor'm grimmigen Gebärden

Des Winters, deinen Ofen traut!- Auch wird's noch Frühling werden!!

Geschäftlimes.

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Zur Bekämpfung des Hederichs. Die Verunkrautung der Felder durch Hederich bildet in vielen Gegenden eine sehr lästige Plage für den Landmann, da dadurch die Ernten oft um ein Beträchtliches herabgedrückt werden. Durch zahlreiche Versuche ist der Nachweis bracht worden, daß man den Hederich in erster Linie durch sachgemäße Bodenbearbeitung, Fruchtfolge und Düngung be­fämpfen fann. Es kommt eben darau an das Wachstum der Getreidepflänzchen so zu fördern, daß sie sich schnell und fräftig entwickeln und den Hederich im Wachstum bald Vorjahre in verschiedenen Gegenden durchgeführt wurden, überflügeln. Gelegentlich von Düngungsversuchen, die im konnte man die Beobachtung machen, daß die Haferfelder, die vor der Saat eine Stickstoffdüngung mit schwefelsaurem Ammoniat erhalten hatten, keinen Hederich aufwiesen, wäh­rend daneben liegende Haferfelder, die nur mit Stallmist und die nur mit Kali und Phosphorsäure gedüngt worden waren, ein vollständiges gelbes Aussehen, hervorgerufen durch Hederich, zeigten. Das vor oder bei der Saat ge= gebene schwefels. Ammoniat stellte den Haferpflänzchen schon bei Beginn des Wachstums ausreichende Stickstoffmengen zur Verfügung, sodaß sie schon von vornherein zu einem träftigen Wachstum veranlaßt wurden und auch die einge­tretene längere Trockenperiode leichter überstanden. Diese Be­obachtungen sollten die Landwirte veranlassen, auf Fel­dern, die stark durch Hederich, Ackersens 2c. veruntrautet sind, auch das hier angegebene Mittel zu versuchen und durch eine kräftige Düngung des Hafers mit schwefels. Am­moniaf von 50-100 Pfd. auf den Morgen vor oder bei der Saat zur Beseitigung des lästigen Untrautes beizutra­gen und somit die Erträge zu erhöhen.

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Literarische

# 1191

Das neue Mahn- und Klageverfah­Was jeder Geschäftsmann, ob Kleinhandwerker oder Großtaufmann, Prinzipal oder Angestellter unbedingt wissen muß, um sich vor den Machenschaften, Schiebungen 2c. der Schuldner zu schüßen, zeigt: Dr.jur Ed. Karlemeyer, " Ohne Rechtsanwalt Forderungen eintreiben Außenstände retten, raffinierte Schuldner stets erfolgreich fassen." Das neue Verfahren vor dem Amtsgericht. Mit Anweisungen und Schriftsäßen nebst Tabellen. Preis 3 Mt. ( Porto 20 Pfg.). Verlagsanstalt& milAbigt, Wies­baden 35. Deutsche Singvöger in Nordame rita. Vor etwa 20 Jahren hat sich, wie die Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens" mitteilt, im Staate Ore­gon eine Gesellschaft gebildet, die sich das Ziel sette, deut­sche Singvögel in Nordamerita einzuführen. Ueber den Erfolg brachten amerikanische Zeitungen die Mitteilungen, daß in den Jahren 1889 und 1892 etwa 400 Paare fol­gender Singvogelarten aus Deutschland eingeführt worden sind: Singdrosseln, Schwarzamseln, Feldlerchen, Waldler­chen, Stieglite, Buchfinten, Zeisige, Hänfünge, Dompfaffen, Streuzschnabel, Stare, Rotfehlchen, Goldammern, Wachteln, Schwarzplättchen und Nachtigallen. Von den in Freiheit gesetzten Vögeln sind nur die Nachtigallen und Schwarz­plättchen zugrunde gegangen, alle anderen haben sich start vermehrt.

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Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.

Die Deutsche Ammonial- Verkaufs- Vereinigung in Bo chum hat der heutigen Ausgabe einen Prospett bei­legen lassen, der für Landwirte besonders von großem In­teresse ist.

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Vanillinzuckeros

atselz! 43 Schoten Vanilla