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Dies und Das

Der Grobian. Der Hausbesitzer Georg X., ein alter Mün­chener, stand vor einigen Jahren, wegen Beleidigung verklagt, im Gerichtssaale. In seiner Verteidigungsrede gab er seiner Unzu­friedenheit über diese verfeinerte Neuzeit kräftigsten Ausdruck und meinte u. a.: A Mensch, der den Bett'l- Leuten net a mal' s Brot abkaufen kann, nennt sich jetzt Kaufmann, a Kellnerin is a Servierfräulein, a Kocherl, die no net kennt, wenn' s Wasser sted', a Rochfräulein. Mit die Velozipeter is' bereits so weit, daß d' Packträger radeln und d' Handwerks­bursch'n per Rad fecht'n. Is' denn dös mehr a Welt? Und da sollt mer nir sag'n aa no'

dürf'n?"

Der Ankläger dieses wackeren Bürgers war ein Jüngerer Mann, der mit dem Beklagten beim Bier gesessen und über Marga­rinegesetz, bulga­rische Frage und andere Dinge poli­tistert hatte. Dabei war es zu Kon­flikten gekommen. Herr X. schlug auf den Tisch und rief: " Hansdampf tap­peter, dummer, fa­der, i bin scho' drei­mal so lang auf der Welt, wia Du Grünspecht, frühen­der hat so a Bua ohne Bart über­

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sein! Oder soll i bei eahn Unterricht nehma, für d' Stund zwoa Allarkl, weil er mein Sohn sein kunnt? Das is ja' s Kreuz heut­zutag, das alles verkehrt is!" Aber alle Ausführungen halfen nichts; der grade Mann wurde zu zehn Mark Geldstrafe ver­urteilt. Wütend hierüber bemerkte er:" Air mehr wird g'red't! net um hundert Mark sag' i mehrer a Wört!! no' a mal wenn mi' Daner politisch anred'n tuet, na' trink i aus und fahr mit der Ringlinie um die ganze Stadt, eh' i a Antwort gieb. Da

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!

et wundervollem Sonnenschein Gehts in den Maientag hinein Frischfröhlich und lebendig; Die Zeitung Trockenheit verhieß, Auch Schulzes Barometer wies Erfreulich auf Beständig". Der Kinder Jubilieren schallt, Und Wer hat dich, du schöner Wald" Hat alt und jung gesungen;

Mit Hurra geht es in den Busch, Und lustig wird mit Hasch und Husch Gelaufen und gesprungen.

dürfen, und heutzutag will dös Kalbl sein' Vatern was lerna!". Keiner der Streitsteile war zu einem gütlichen Ausgleich zu bewegen, der Kläger war auch durch diese Adoptivsohnesstellung zu sehr beleidigt und bestand auf Bestrafung des Beklagten. Betzterer war ziemlich kalt bei der Sache und stellte die beleidi= gende Absicht auf das entschiedenste in Abrede. Wie soll mer den nachher d' Leut anreden, i werd' doch net a jed's Wörtl z'erst wiegen müess'n? Solli denn sag'n: Sie g'scheidter Dumian, Ste versteh'n alles besser wie a Alter, weil's no' geasgrean

Diamanträtsel. A

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Gewitter kehren sich nicht sehr An den Bericht vom Tag vorher, Das zeigt sich neu als Wahrheit; Im Westen hob sich eine Wand, Und trotz der Sonne hohem Stand Verlor sie Glanz und Klarheit. Urplötzlich stürmt und strömt es los; Voll Schrecken machen klein und groß Sich flüchtend auf die Reise­Wie sie gelang, lehrt dieses Bild, Drum auf die Heimkehr breiten mild Wir einen Schleier leise.

G. v. R.

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müeßt'n ja die Zehn­

markstück grad so umanand flieg'n,

wenn mer nur auf a paar Wörtl zehn Mark zahl'n müeßt. Millionen Element, na' wart, jetz'n packen mer's anders an!" Damit war er zur Türe hinaus!

Heitere Ecke.

Boshaft. Da­me: Hier ist Ihr Ring. Ich bin zu dem Entschluß ge­kommen, nicht Ihre Frau zu werden. Unsere Verlobung ist also aufgehoben, und ich erwarte von Ihnen, daß Sie mir alles aus Ihrem Besitz zurücksenden, was mir gehört." Herr: Alles,

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was ich habe, ist eine Locke Ihres Haares und eine Photogra phie. Ich glaube, an der Photographie wird Ihnen nichts ge­legen sein, aber die Haarlocke werden Sie sich ohne Zweifel gern als Andenken aufbewahren wollen." Dame: Als Andenken woran?" Herr:" An die Zeit, als Sie brünett waren." Kindermund." Wer ist denn das?" fragte Tante Klara, auf eine Photograpie deutend, den kleinen Friß, der erst seit kurzer Zeit Hosen trug. Darauf der kleine Frizz:" Das bin ich, wie ich noch ein Mädchen war."

Unsere Rätselecke

Die Buchstaben in vorstehender Figur sind so zu ordnen, daß die mittelste senk­rechte Reihe gleichlautend mit der mittelsten wagerechten ist und die wagerechten Reihen folgende Bedeutung haben: 1. Konsonant; 2. geographische Bezeichnung; 3. Zierpflanze; 4. militärisches Befestigungswerk; 5. alte, schon in der Bibel genannte Waffe; 6. Fa­milienfest; 7. bekannte, gern gesehene Vö­gel; 8. Schmuck; 9. Empfindung; 10. Ne­

benfluß eines großen europäischen Stromes; 11. Ronsonant.

Scharade. ( Zweisilbig.)

Heb nicht das Eine zum Andern, Treibt dich nur Rachbegier. Trifft dich das zweite, du Aermster, Ists bald aus mit dir.

Ach, das Ganze im Handel Gilt nur selten noch hier. Meistens verlangen die Leute Tinte jetzt und Papier.

Auszählrätsel. NBENEHOTRTETL

Diese Buchstaben sind mit einer bestimm­ten Zahl derart auszuzählen, daß man immer bei dem ausgezählten Buchstaben wieder zu zählen anfängt, wobei kein Buch­stabe übersprungen werden darf, auch wenn er schon ausgezählt ist. Werden die Buch­

staben nach der Reihenfolge ihrer Aus­zählung aneinandergereiht, müssen sie ein bekanntes Sprichwort ergeben. Nachdruck der Rätsel und Aufgaben verboten. Die Auflösungen erfolgen in der nächst. Nummer. Auflösungen der Rätsel und Aufgaben in voriger Nummer:

Bilderrätsel: Konversationsstunde. Tauschrätsel: April Fanny.

Lyon, Nacht, Mähne, Rang, Faden. Arithmogriph:

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Last, Lust, Stahl, Stuhl.

Verantwortlicher Redakteur: Paul Dschmann, Verlag und Druck des Christlichen Zeitschriftenvereins, Berlin SW. 68. Alte Jakobstr. 129.

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Beilage zur Gießener Zeitung.

Für Abonnenten der Gießener Zeitung kostenfreie Lieferung. Ervedition: Seltersweg 83. Verlag Albin Klein.

u sonnenheller Frühlingstag,

Du weckst mit sanfter Güte,

Was auch im Herzen keimen mag,

Zu wunderholder Blüte.

Sonnenschein.

Da liegt die Welt so weit und licht, Liegt jedem Wunsche offen!

1910.

Du bangend Herz verzage nicht!

R. v. Gottschall.

Erfüllt wird all dein Hoffen.

Nach dem Gemälde von A. Lingner.