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Aus aller Welt.

München. Die Abgeordnetenkammer bewilligte daß in 6 Millionen Mt. als erste Rate zum Bau eines Wal­

n den letzchenseekraftwerkes für die Elektrisierung der Eisenbahnen

em Martt

iegen und

erbunden.

und Abgabe elektrischer Straft an Private.

Der Landwirt und stellvertretende Ortsgerichts: borsteher Philipp Frizel von Dorheim stand wegen Urfundenfälschung unter Anklage. Er hatte nach Ab­schluß eines Teftaments noch eine Flurnummer einge­fügt. Bezüglich dieses Falls erging Freisprechung, da Da ihm das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit fehlte. gegen wurde er in zwei weiteren Fällen, in denen er Personen zugegen gewesen seien, trotzdem dieses nicht der Fall war, zu 1 Monat und 3 Tagen Gefängnis Die Strafe dürfte ihm aber bedingungs­verurteilt.

( Molly) Lied:" C'est le chic" galt, recht warm war, kann nur ein Fantast behaupten, daß sich die Besucher über die angeführten Mißstände höchlich gefreut hätten, wird nur ein Schmeichler wissen wollen, daß sich das Publikum un­ter solchen Voraussetzungen im nächsten Jahr an der Kasse um ein Billet für diese Sommer- Vorstellungen den Hals brechen werde, wird nur ein Optimist par ercellence pro­

bertreten. in Wien ein, wo er voraussichtlich zwei Tage lang beurkundete, daß die den Kaufvertrag abschließenden phezeien!

Geschirr

Wagen,

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ehrt.

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mit dem opol be:

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dem Ver aufig auf

Wien. Kaiser Wilhelm trifft am 20. September bleiben wird. In der Zeit vom 17. bis 19. September wird der Monarch bei dem Erzherzog Friedrich der Jagd obliegen. In der Zeit des Wiener Aufenthalts Naiser Wilhelms fällt die Feier seines 25jährigen Ju biläums als Inhaber des 7. Husaren- Regiments. Eine Deputation des Regiments wird Kaiser Wilhelm in Schönbrunn einen Ehrensäbel überreichen.

* Tromso e. Das Torpedo- Divisionsboot" Carmen" die bei tam Montagmittag mit Nachrichten von der arktischen Vor­expedition Zeppelins in Tromsoe an. Nach großen An- strengungen hatte" Carmen" Prinz Karls Vorland erreicht, wo die Mainz lag. Dort war alles wohl. Die Mainz" war nur mit großer Anstrengung aus dem Eise in Iſef= jord und Greenharbour losgekommen und lag bei der Groß­bay. ihre Die" Mainz" geht jetzt nach dem festen Eise; Fahrt nach Geönland hat sie aufgegeben. Graf Zeppelin hat noch feinen Ankerplatz für eine etwaige Luftschifferpe. bition gefunden. Die Expedition, deren Teilnehmer fich berhandelt. alle wohlbefinden, wird am 15. August nach Tromsoe zu

offengericht

ittio

Beranstalt

rücfehren.

er der Fla New York. Aus vielen Gegenden der Vereinig ten Staaten wird große Hite gemeldet; in New Yort sind ellung bes 12, in Pittsburg 6, in Philadelphia 4 und in Boston und hnen ein- Baltimore je zwei Todesfälle infolge Hitschlages zu ver­

1907015

hnung zu zeichnen. achft eine ) 3 wei Rennen, sowohl das Hauptfahren, wie der Aus­das Punttefahren gewann E. Rohmer auf Brennabor am Sonntag in Straßburg i. Els.; der Brennaborfahrer Du­rbor, daß bielczyf ging in Mainz aus dem 10 Kilometer- Rennen als erster Preisträger hervor.

ftlich gegen

)( Forst i. L. Aus dem Prämienfahren am Sonn­dautomaten tag, den 24. Juli, ging der Brennaborfahrer B. Wegener als Erster hervor.

omaten An­orden ist.

Bohnen. einftcome, geben hier Bahn nach

Der letzten

Aus dem Gerichtssaal.

Strafkammer.

Gießen, den 26. Juli.

Der Maurer Peter Meininger aus Ohmbach-= zum Ver brücken bettelte in Bad Nauheim, weshalb er ne­Die täglich ben einer Haftstrafe von 2 Wochen zur Ueberweisung der Nach an das Arbeitshaus verurteilt wurde. Wegen der letz­anfänglich teren Maßnahme legte der Angeklagte Berufung ein. It, ist rasch Er ist aber ein derart bielfach bestrafter Mensch, daß für ihn das beste ist, wenn er in dem Arbeitshaus eines anderen belehrt wird. Das Urteil wurde bestätigt.

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Reichstag dieren, als Dr. Becker­

ahnern und inigen Tagen and geführt.

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weise erlassen werden.

Die Landwirte Konrad Völker und Heinrich Engel aus Heegheim hatten sich gegenseitig wegen Be­leidigung berklagt. Völker hatte Engel einen Spitz­buben genannt und ihm den Vorwurf des Diebstahls gemacht, während Engel vor Völker ausgespuft hatte und dabei rief:" Pfut Teufel, so'ne schlechte Gesell schaft!" Ersterer befam am Schössengericht 5 und letzterer 15 Mark Geldstrafe. Das Urteil wurde von der Straffammer bestätigt.

Die vorliegende Zeitung, unabhängig in jeder Be zichung, mit vielen amtlichen Bekanntmachungen und guten Lokal- Nachrichten, kostet

monatlich 30 Pfg.

und 10 Pfennig Trägerlohn.

Was ich hier ausspreche, gilt nur von der Operetten- Aufführungen; was ich überhaupt über das vergangene Jahr 1909-10 zu sagen habe, demnächst.

Hermann Norden hatte diesmal ganz annehm­bare Bühnenbilder geschaffen und fand sich mit der Rolle des Impresario ganz gut ab. Sein auf die Hälfte gekürz tes Lied: Ja, nur ein Impresario" sang er recht flott und war vielleicht neben Grete Brill der einzige, der mit seinem lustigen, leichten Tönchen über das unbestimmte Niveau der anderen emporragte. Jedoch als Regisseur ist er auch für Entgleisungen der Schauspieler verantwortlich zu machen. Daß Vandergolds Taschentücher, sämtlich schmutzig, in der Wäsche sind, Fritz Seybold( armer Jonathan) erlaubte sich diese sehr stilgemäße Entgleisung ist ein fauler Witz, der vielleicht auf einer Schmiere bei den Zulufaffern pas­sieren fann. Dies und ähnliches nennt man aus der Rolle fallen, und dieser Vorwurf ist in meinen Augen der größte Vorwurf für einen Schauspieler die wenigsten unserer Schauspieler fönnen oft vergessen, daß sie Theater­spielen", das Publikum vergessen manchen, daß es Theater­spielen" sieht! Meist gibt man diese Vorwürse an die Dich­ter, Komponisten weiter; Wedekind machts umgekehrt und hat vielleicht Recht!

Den vorteilhaftesten Eindruck machte unstreitig Grete Brill; sie sang und spielte die" Molly" flott, fesch und chic! Sie ließ Rasse, Temperament, Talent, gewandteg Spiel zusammenwirken, daß man den ausgezeichneten Vor­

Die Berichterstattung ist zuverlässig. Abonnementsbestellungen nehmen zu jeder Zeit trag ihres Liedes: C'est le chic!" doppelt wohltuend em entgegen alle unsere Agenten, Träger und

Die Expedition Gießen, Seltersweg 83.

Stadttheater Gießen.

Dienstag, den 26. Juli 1910.

Der arme Jonathan.

Operette in 3 Aften von Wittmann u. Bauer. Musik von C. Millöcker.

Gerade diese Operette veranlaßte mich, deutlicher viel­leicht als bisher an die Direktion des Stadttheaters die

In einer Wirtschaft zu Ober. Wöllstadt kam es zwischen einem Versicherungsbeamten und den Mau­rern Heinrich und Franz Meifinger und dem Heinrich Frage zu richten: Josef Hof zu einer Rauferei, die damit endigte, daß der erftere unter Mißhandlungen vor das Lokal befördert wurde. Trotzdem 7-8 Leute an der Mißhandlung be. teiligt waren, hielt das Schöffengericht nur für erwie­sen, daß sich die obengenannten beteiligt haben. Franz Meisinger wurde wegen Körperverlegung zu 40 und die anderen zwei zu je 20 Mark Geldstrafe berurteilt. Hof und der Verletzte als Nebenkläger fochten das Urteil an; es wurde aber bestätigt.

Am Abend der Rückkehr des Grafen von Jlben­stadt, gab es in den Wirtschaften Freibier. Als die Köpfe recht erhitzt waren, gerieten die Burschen von Jlbenstadt mit denjenigen von Burggräfenrode in Streit, wobei ein Weißbinder verletzt wurde. Eine Anzahl Burschen wurden wegen Körperverlegung vor das Schöffengericht gestellt und der Landwirt Franz Hau­mann erhielt u. a. eine Geldstrafe von 40 Dart, wo­gegen er Berufung einlegte, indem er behauptete, nicht dabei gewesen zu sein. Er hatte sich aber nach Angabe es Gewiffen, des Verletzten an der Mißhandlung beteiligt, weshalb seine Berufung zurückgewiesen wurde.

gend auf und Küche bin dchen herein. fie scharf und ater, Mädel

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fie zu wiffen Herzen!" offen. Dann

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Die Weiterverhandlung gegen den Lehrer Fted rich Rockel in Münzenberg, der während seiner tigkeit zu Lanzenhain einen Schüler gezüchtigt hat, daß er blaue und schwarze Striemen davontrug, endigte mit Verurteilung des Angeklagten wegen lleberschreitung des Büchtigungsrechts zu 30 Mark Geldstrafe.

1) Warum wählt sie gerade solche Operetten aus, wie sie der Spielplan dieser Sommer- Saison zeitigte? 2) Welche Gründe sind maßgebend, gewähnlich im letz­ten Afte solch' ungewöhnliche Striche vorzunehmen? präsentant Millöckerscher Operettenkunst gewählt wurde, ver­Ad. 1: warum gerade Der arme Jonathan" als Re­stehe ich nicht ganz; wenn man nun einmal diesen Kom­ponisten, dessen Werke, wenn auch leicht, flüssig, graziös, so doch jeder Tiefe entbehren, zu Gehör bringen wollte, hätte eine glücklichere und sichere Hand nach dem Bettel-. studenten" gegriffen.

Ad. 2: wenn nun einmal diese Operettenmusik, die in Joh. Strauß ihren oft gehörten, unübertroffenen Meister fand, durchaus aufgetischt werden soll, dann bitte vollstän dig. Soll ich mich einmal über ein ödes, inhaltloses Mach

werk, das kaum einen Daseinswert hat, überhaupt nicht den entferntesten künstlerischen Anspruch auf Lebendürfen er­heben darf, langweilen, dann kann ich dies teure Vergnü­gen auch 20 Minuten länger aushalten; ich will es sogar, weil ich im anderen Fall als Entschädigung für die ver­lorenen oder gewonnenen 20 Minuten nur den Aerger über Halbheit und Unfunst einstecke! den beiden ersten Aften will ich schweigen; daß man sich aber erfühnt, im 3. Aft die drei ersten Gesangsnummern furzerhand in die Versenkung fallen zu lassen, das finde ich, mich vorsichtig auszudrücken, sehr rücksichtslos, dem zahlenden Publikum gegenüber.

=

Von den Strichen in

Daß der Beifall, abgesehen von dem, der Grete Brill'a

pfand.

Elsa Rosarita( Harriet) war für die Amerita­nerin zu deutsch, für die Akademikerin zu gesetzt, dagegen stand ihr die erfältete Primadonna im Riesenhut sehr gut. Hans Wernert plagte sich mit dem lebensüber= drüssigen Vandergold ab; ganz nett sang er das Duett mit Elsa Rosarifa: Immer noch schwebt vor meinem Blick" ( 1. Aft). Doch sein Matrosenlied( 3. Akt), zwar recht flott gesungen, rief nur schwachen Beifall hervor.

Frizz Seybold spielte mit seinen Späßen, brachte wieder zu unrecht seine schablon- mäßige Stellung an: rech­tes Bein etwas vor, auf Fußspiße gehoben, mit Geste, die sagen will: Das bin ich!"

Frizz Tymian wiederholt sich in seinen zappeli­gen Bewegungen ständig; ganz automatisch fehren dieselben Verrenkungen wieder.

Lore Scholz zeigte als bemoste Jungfer ihre Kunst, forsch zu sein im Ton und Bewegung einer Waschfrau, die die Hände in die Seiten stemmt und loslegt- und ihre Kunst im Trinken; doch konnte nach ihrer Bewegung der Krug nicht weiter als bis zu ein Drittel gefüllt sein, wenn anders nach ihrer Bewegung des Ansetzens zu schlie ßen, das edle Naß sie nicht über und über begießen sollte. Ich habe bisher selten einen Mimen getroffen, der auf der Bühne richtig zu trinken verstünde.

Die heutige Aufführung hinterließ in mir, und sicher­lich nicht in mir allein, einen sehr wehmütigen Zug; ich verstehe es manchmal sehr gut, wenn Menschen über Thea­ter und Kunst spötteln, wenn sie es einen besseren Girtus ( schlechthin verallgemeinernd) schelten! Daß man solche Stücke, wie manche der bisher gegebenen, noch aufführt, ja bellatscht, zeugt von Urteils- und Geschmacklosigkeit un­serer heutigen Theaterleute und Besucher, daß man sie überhaupt aufführt, beweist einen Tiefstand, dessen wir uns schämen sollten. H. F. O.

Verantwortlich: Albin Klein, Gießen.

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