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1832 am 8. Dezember in Osterdalen. Viele Male totge=| den Antrag des Prof. Luley, die Verhandlungen über diese schlagen zuletzt noch 1903, weil ich den König besuchte

aber nie ganz." Hinter diesen furzen Zeilen steht der ganze Mensch Björnson, der Dichter, der Kämpfer, der Po­litiker. Er war, wie keiner wohl, die Stimme seines Vol­kes, ein Mann von jenem kräftigen Schlage wie etwa Ernst Moritz Arndt einstmals für uns. So erklärt sich auch Björnsons allgemeine Volkstümlichkeit, weil er für die Kulturgegenwart der Staaten Europas ein scharfes Auge hatte und aus dieser seltenen Erkenntnis seinem Vaterlande neue Wege und Möglichkeiten idealer Vervollkommnung wies. Der nun Heimgegangene, der so lange und heiß mit dem Allbezwinger ringen mußte, wurde am 8. Dezbr. 1832 in Avifne in Osterdalen als Sohn eines Pfarrers ge­boren. Er besuchte dann die Mittelschule und die Real­schule in Walden und zum Schluß die Universität Christi­ania. 1903 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Björnsons Leben war eine bunte Fahrt. Schon als Stu­dent erprobte er sich als Feuilletonist und Theaterfritiker. Noch in seiner Sturm- und Drang- Periode ward er Dra­maturg und Theaterleiter, schließlich Redakteur. Von Ko­penhagen ging es nach Rom. Hier entstand die Sigurd Trilogie, die neben der Tragödie Halte Hulde" und dem Einafter Mellem Slagene"( in Deutschland unter dem Ti­tel Zwischen den Schlachten" mit größtem Erfolge aufge­führt) seinen ersten Ruhm begründeten. Wiederholte Aus­landsreisen, namentlich ein über sechs Jahre langer Aufent­halt in Paris gaben seinem Kämpfergeist jenen weitschau­enden Blick, wie ihn von den lebenden Dichtern großen Stils eigentlich nur noch Tolstoi hat.

Bürgerverein Gießen.

Da bekanntlich die Beratung über das Vorgehen bei den nächsten

Stadtverordnetenwahlen

in der letzten Hauptversammlung des Bürgervereins nicht zu einer endgültigen Beschlußfassung über diese Frage führte, sah sich der Vorstand des Vereins veranlaßt, seine, Mit= glieder zu einer neuen Versammlung einzuberufen, welche am Dienstag stattfand. In derselben ist der gewünschte Er­folg über eine klärende Aussprache auch nicht erzielt wor­den, da nur wenige Bürger der Einladung gefolg waren. Die Pflicht eines jeden Bürgers sollte es sein, an dem Wohl der Gesamtheit mitzuarbeiten und dementsprechend an

Angelegenheit zu vertagen, Abstimmung, welche mit 13 ge­gen 11 Stimmen die Annahme des Antrages ergab.

Der 2. Punkt der Tagesordnung: Verschiede ne s" entfesselte eine nicht minder rege Aussprache.

Tanzlehrer Will: Ich verstehe nicht, daß der Bürger­verein seine Versammlungen in sozialdemokratischen Blät­tern veröffentlicht, welche doch das Bürgertum in einer äußerst gehässigen Weise angreifen.- Architekt Müller: Jedenfalls wird auch die nächste Versammlung nicht zu ir­gend einem Beschluß kommen. Der schwäche Besuch brauchte uns nicht abzuhalten, die für die Stadtverordnetenwahlen zu ergreifenden Maßregeln zu beraten, da das Ergebnis der Verhandlungen für die abwesenden Mitglieder verbind­lich sein muß. Für die Wahlvorbereitungen würde es sich empfehlen, 3 Vorstandsmitglieder in den zu bildenden Wahlausschuß zu wählen, in den jeder politische Verein ebenso viele Mitglieder entsendet. Fabritant Horst: Da die Wahlen erst kurz vor ihrem Eintritt das nötige In­teresse erwecken werden, möchte ich bitten, von Verhand | lungen über diesen Gegenstand vorläufig abzusehen. Inbe­zug auf die Bemerkung des Herrn Will möchte ich erwäh­nen, daß z. B. der Vortrag über Die Arbeitsschule" von so allgemeinem Interesse war, daß der Vorstand nicht um­| hin konnte, die auf denselben verweisende Anzeige auch in dem sozialdemokratischen Blatt zu veröffentlichen.- Tanz­lehrer Will: Zweifellos trägt der Bürgerverein einen na­tionalen Charakter und aus diesem Grunde darf er feine Zeitung unterstützen, welche ihr Hauptaugenmerk auf die Stadtv. Vernichtung des nationalen Gedankens richtet. Tro ß: Die fraglichen politischen Vereine wissen sehr wohl, daß sie ohne den Bürgerverein nichts ausrichten können und werden daher mit unserem Verein ganz gern gemein­sam vorgehen. Kaufmann Althoff: Die Oberhessi­sche Volkszeitung" bringt fast in jeder Nummer Artikel, welche das Bürgertum in einer geradezu beispielslosen Weise verspotten. Diese offenkundige Feindschaft gegen alles vollkommen, Maßregeln zur Abwehr zu ergreifen und diese Bürgerliche berechtigt das Bürgertum in meinen Augen Zeitung nicht mehr durch Anzeigen zu unterstüßen. Mein Antrag geht dahin, dem Vorstand zu überlassen, ob für besondere Fälle die Oberh. Volfsztg." Anzeigen erhalten soll. Tanzlehrer Will: Mein Vorschlag geht noch einen Schritt weiter, nämlich: das Blatt überhaupt nicht zu un­terstützen. Lehrer Valentin Müller konnte sich den Ausführungen der beiden Vorredner nicht anschließen und wies u. a. darauf hin, daß der Bürgerverein doch auch der sozialdemokratischen Partei angehörende Mitglieder habe. Stadtv. Tro ß: Wenn die Sozialdemokraten dem Ver­ein beitraten, so waren wohl ganz andere Beweggründe als das Wohl der Bürger für diesen Eintritt maßgebend. Die sozialdemokratischen Blätter haben dem Bürgertum Tod= feindschaft geschworen und sollen deshalb unter keinen Um­ständen mehr Anzeigen des Bürgervereins erhalten. Prof. Luley: Ich trete der Ansicht des Stadtv. Troß vollkommen bei. Das Blatt bringt fast täglich Schmähar tikel über das Bürgertum, es wurde vor nicht langer Zeit darinnen mit Aasgeier verglichen, daher ist es Pflicht des Bürgervereins, der Oberh. Voltsztg." nicht mehr Anzeigen zuteil werden zu lassen. Fabrikant Hor st: Mitunter behandelte aber die Tagesordnung unserer Versammlungen Angelegenheiten, deren Bedeutung für die Allgemeinheit es wünschenswert erscheinen ließ, die betreffende. Versammlung auch in dem genannten Blatt bekannt zu machen. Antrag Will, die Oberh. Volksztg." nicht mehr durch Anzeigen zu unterstützen, wurde dessen ungeachtet mit gro= ßer Mehrheit angenommen. Hierauf schloß Fabrikant Horst die Versammlung, indem er den Anwesenden für ihr Er­scheinen dankte und den Wunsch aussprach, daß die nächste Tagung in der Bürgerschaft größeren Antlang finden möchte.

den Vorarbeiten zu den Stadtverordnetenwahlen einen re gen Anteil zu nehmen. Ebenso wie die Landtags- und Reichstagsverhandlungen tief in das öffentliche Leben ein­greifen, so führen die Beratungen in dem Stadtparlament sehr oft zu Beschlüssen, welche, wie bei der Festsetzung der Gemeindesteuern bezw. Einführung neuer Abgaben wohl mindestens eine ebenso weitgehende Wirkung wie die Neu­erungen auf dem staatlichen Gebiet äußern können. Wenn nun der Bürgerverein auf die Stadtverordnetenwahlen sein ganzes Augenmerk gerichtet hat, so darf man wohl sagen, daß er den Namen Bürgerverein" nicht zu Unrecht führt, und das Interesse der Bürgerschaft in höchst uneigennüßi-| ger Weise vertritt.

Fabrikant Horst eröffnete in Vertretung des erst später erschienenen Vorsitzenden Lehrer Valentin Müller die Versammlung, indem er die Erschienenen willkommen hieß und auf den Beschluß der letzten Versammlung hinwies, für die Stadtverordnetenwahlen eine neue Versammlung an­zuberaumen, die nun der Vorstand einberufen hat. Pro­fessor Luley: Leider hat die heutige Tagesordnung nicht das Interesse gefunden, welches sie in Anbetracht ihrer Wichtigkeit verdiente, da nur so wenige Mitglieder erschie nen sind. Es würde sich daher meines Erachtens nach em­pfehlen, die Verhandlungen noch einmal zu vere tagen, um die Angelegenheit zu einer günstigeren Zeit vor einem größeren Kreis von Zuhörern zur Sprache zu bringen. Fabrikant Horst wies demgegenüber darauf hin, daß der Vorstand glaubte, nicht so lange warten zu dürfen, bis die Wahlen vor der Tür stehen und jede Zeit zur Ueberlegung rauben. Zum Schluß bat er die Ver= sammlung, zu dem Antrag des Prof. Luley Stellung zu nehmen. Stadtv. Löber: Ich bin der Meinung, daß die Versammlung, da sie nun einmal einberufen ist, nicht ergebnislos verlaufen dürfe. Stadtv. Tro ß: Der sehr schwache Besuch der Versammlung läßt eine Vertagung auf eine günstigere Zeit angebracht erscheinen. Bezüglich des Verhaltens des Bürgervereins bei den Stadtverordneten= wahlen geht meine Ansicht dahin, daß es tunlich sei, nicht allein vorzugehen, sondern vielmehr mit den pol i tischen Parteien Verhandlungen anzuknüpfen, da diese Absonderung des Vereins zu einer Zersplitterung führen würde, die nur der Sozialdemokratie zugute käme. Gerade das Bürgertum wird von der Sozialdemokratie als Tod= feind betrachtet, während doch der Bürgerverein die Inte­ressen des Büegerstandes auf seine Fahne geschrieben hat. Auf Vorschlag des Fabrikanten Hor st erfolgte über

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Die Freundinnen.

Originalroman von Irene v. Hellmuth. ( Nachdruck verboten.)

,, Die Kathrine? Wo die jetzt ist, das kann ich dir gleich sagen," warf Friß lebhaft ein. Die ist Wirtschafterin bei dem Herrn v. Brandt draußen in Neunlinden. Ich glaube ich habe sie schon öfters gesehen und ich sage dir: alt ist die geworden, alt und dick und häßlich obendrein, nicht, daß sie dort Gelegenheit hat, Schäße zu sammeln. Ja, meinst du denn, daß wir jünger und schöner geworden sind in der langen Zeit? Bilde dir nur nichts ein, Friß!"

Die beiden Diener waren so ins Plaudern geraten, daß sie kaum bemerkten, wie die Zeit verging. Sie stan­den in einer sehr lebhaften Straße mitten auf dem schma­len Gehsteig, und mancher der zahlreichen Passanten är­gerte sich, daß er, um auszuweichen, auf die Straße hin­abtreten mußte. Mancher Puff und Rippenstoß gab Zeug­nis davon. Und endlich öffnete sich im Barterre des Hauses, vor dem sie standen, ein Fenster, und eine ſchel­tende Frauenstimme klang heraus:

,, Das hat a ber nun lang genug gedauert! Soll ich den Herren vielleicht einen Stuhl bringen, damit sie sich segen fönnen?"

Na, na, man wird doch noch zusammen plaudern dür­fen?" rief Friß giftig.

Ja, aber nicht gleich eine ganze Stunde! Da heißt es immer, die Weiber tratschen, wenn aber so ein paar alte Schwadronierer beisammenstehen, ist an kein Ende mehr zu denken!"

So ein Drache", murmelte Franz, schickte sich aber doch an, weiter zu gehen. An der nächsten Ecke blieben sie wieder stehen.

Friß erinnerte sich der verschiedenen Aufträge, die ihm Fräulein Maja erteilt hatte und drängte: Ich muß jett wirklich eilen, habe mich ohnehin schon zu lange auf­gehalten!"

fest.

Aber so pressant wird es doch nicht sein." Franz hielt den wiedergefundenen Freund am Aermel

Der

An die Beratung schloß sich ein gemütliches Beisam­mensein, das u. a. den bemerkenswerten Vorschlag des Stadtv. Troß brachte, in den Zeitungen einen Aufruf an die Vereine zu erlassen, welche sich an der Stadtverordne tenwahl beteiligen wollen.

Parlamentarisches aus Hessen.

ge

Der Finanz ausschuß der zweiten Kam mer sette am Dienstag seine Beratungen fort und es w den zunächst die schriftlichen Berichte über eine Anzahl der letzten Woche beratene Gegenstände entgegengenomme und genehmigt. Die Anträge Ülrich, in denen u. a. fordert ist, daß die Volksschullehrer als staatliche Beamt zu betrachten seien, und die außerdem die unentgeltlich Lieferung der Schulbücher, sowie die Erziehung besonder befähigter Kinder auf Staatskosten fordern, wurden abge lehnt, nachdem die Regierung sich auf ihre früheren Aus führungen zu diesen Fragen bezogen hatte.

Jedenfalls hat der Bürgerverein durch seine Stellung­nahme zu der Sozialdemokratie gezeigt, daß er auf na­tionalem Boden stehe und daß er gewillt sei, diesen natio= nalen Charakter auch bei den Stadtverordnetenwahlen nicht zu verleugnen. Wir können uns der Befürchtung des Stadt­verordneten Tro ß, daß das Aufstellen eigener Kandida­ten durch den Bürgerverein zu einer Zersplitterung führen würde, nur anschließen. Der den Sozialdemokraten gün­stige Ausgang so vieler Reichstagswahlen sollte doch end­lich das Bürgertum über die Gefahr belehren, die demsel ben von sozialdemokratischer Seite droht. Umso mehr ist es daher zu begrüßen, daß die Stadtverordnetenwahlen aller Voraussicht nach die Reihen der nationalen Bürger geschlossen finden, und damit einen Ausgang verbürgen werden, der den Interessen des Bürgerstandes vollkommen entspricht. = h=

,, Da hab' ich nun vor lauter alten Erinnerungen die Hauptsache vergessen", hub er wieder an. Also was mich am meisten interessiert: glaubst du nicht, daß mein Herr in dein Fräulein verliebt ist? Ich vermute nämlich, daß etwas derartiges dahinter steckt."

Fritz machte sein pfiffigstes Gesicht.

Lokales.

Gießen, den 28. März 1910.

* Zum Kaiserbesuch in Gießen. Wie mu nachträglich bekannt geworden ist, hat der Kaiser bei seinem Aufenthalt in Gießen an den Großherzog eine äußerst herz liche Drahtnachricht gesandt, die wir hiermit im Wortlaut wiedergeben:

,, Verliebt kann der Herr Walter schon sein, aber ob gerade in Fräulein Maja Reinau, das bezweifle ich, denn bei unserem Hause sah ich ihn nie. Eher könnte ich glau­ben, daß

,, Sun, was?" drängte Franz, als der andere schwieg. ,, Ach, ich weiß doch nicht, ob ich darüber sprechen darf." ,, Mir kannst du alles anvertrauen, ich bin stumm wie das Grab", beteuerte Franz.

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" Es ist mir eine große Freude, Dir mitteilen fönnen, daß Meine 116er heute vorzüglich abgeschnit haben; das Regiment war in jeder Beziehung ausgezeic net! Ich bedauere sehr, daß die Umstände verhindert haben, Dich heute hier begrüßen zu können. Du hätte sicherlich auch Deine Freude gehabt! Herzlichen Gruß Der Empfang in Gießen wie immer sehr herzlich und begeistert. gez. Wilhelm." ** Der Großherzog empfing am 27. April u a. den Oberst v. Müller, Kommandeur des Kaiser- Re­giments, den Oberstleutnant Heuer, den Major von Soden­stern und den Leutnant Müller- Hempfing von demselben Regiment.

,, Na, na," machte Friz. Er mochte in früheren Zei­ten wohl gegenteilige Erfahrungen gesammelt haben, denn er schwieg hartnäckig.

Ich möchte nur wissen, wie du zu dieser Frage tommst?" begann er endlich ablenkend.

** Vom Regiment. Auf dem Truppenübungs­plaz Griesheim fand am Montag und Dienstag durch den kommandierenden General v. Eichhorn eine Besichtigung des dort bekanntlich seit etwa 8 Tagen weilenden Kaiser- Regi ments statt, die zur vollsten Zufriedenheit des Generals ausfiel. Die Ankunst des Regiments in Gießen wird jeden falls noch im Laufe des heutigen Nachmittags erfolgen. Landwirtschaftstammer.

Ja, siehst du, irgend etwas ist da passiert! Als wir hierher famen, da war mein Herr so vergnügt, so lustig und übermütig, wie ich ihn nur selten gesehen. Das hat aber nicht lange gedauert. Eines Tages kommt er heim mit einem so finsteren Gesicht, daß man sich rein hätte fürchten können; wirft den Hut in die eine, den Stock in die andere Ecke, fährt sich durch die Haare und brummt unverständliches Zeug vor sich hin. Dann sett er sich seufzend aufs Sofa und schreit nich an: ,, Wenn iemand kommt, ich bin nicht zu Hause, hörst du? Ich bin für keinen Menschen zu sprechen!"

Zu der von der Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Hessen in Aussicht genommenen landwirtschaftlichen Studienreise nach Dänemark und Schweden liegen schon zahlreiche An meldungen vor. Diejenigen Landwirte, welche an dieser

in landwirtschaftlicher Beziehung hochinteressanten Reise noch teilzunehmen beabsichtigen, sind gebeten, ihre Anmeldung umgehend an die Landwirtschaftskammer in Darmstadt ein­zusenden.

** Landwirtschaftlicher Verein. Der landw. Verein für den Kreis Gießen hatte am Dienstag seine Mitglieder zu seiner diesjährigen Hauptversammlung eingeladen. Nach dem Rechnungsbericht für 1909 erreichten die Einnahmen die Höhe von 1317,73 Mt., während die Ausgaben 1316,35 Mt. betrugen. Das Vereinsvermögen be lief sich auf 795,95 Mt. Der Voranschlag für 1910 schließt in Ausgaben und Einnahmen mit 1103,38 Mr. ab. Die Vorstandswahl ergab die Wahl des Provinzialdirektors Dr. usinger zum 1. Vorsitzenden, während Kreisamtsge hilfe Schuch Rechner wurde. Die Verhandlungen schlossen mit einem Vortrag des Kreisveterinärarztes Dr. Knell über das Reichsviehseuchengesetz, welcher lebhaften Beifall erntete.

* Prüfungsstatistit. In dem fürzlich abge haltenen Termin unterzogen sich 7 Kandidaten der Staats prüfung für das höhere Forstfach. Einer erhielt die Note sehr gut, fünf bestanden mit der Note im ganzen gu und einer mit genügend". Vier hatten ihre Vorbildung ir einem Gymnasium und drei in einem Realgymnasium er halten.

!! Von der Jag d. Infolge der günstigen Wit terung im ersten Vierteljahr 1910 ist der erste Ritz Hasen gut durchgekommen, wie aus allen Teilen Hessen- Nassaus und Hessens gleichmäßig berichtet wird. Auch die Feldhüh ner und Fasanen sind bis jetzt gut durchgekommen.

* Eine unnatürliche Mutter. In das Spi | tal wurde ein 3jähriges Kind eingeliefert, das von einer unbekannten Frau auf der Treppe eines Hauses ausgesetzt wurde. ** Vom Tage. Der Student, der, wie bereits gemeldet, dieser Tage einen Selbstmordversuch verübte, ist am Dienstag seinen Verletzungen erlegen.

,, Ist recht, gnädiger Herr", sag' ich drauf. ,, Halt's Maul!", schreit er dann wieder. " Ich sage dir, was ich seitdem alles gewesen bin, in keinem Lexikon ist es zu finden! Und seit dem Tage sigt er, guckt ins Leere und erklärt, nicht singen zu kön tönnen; troßdem wir alle Tage das halbe Theaterpersonal im Hause haben. Vom Theaterdiener aufwärts bis zum Herrn Intendanten, Regisseur und wie sie alle heißen mögen, waren sie alle schon da. Herr Walter aber er­klärt einfach, vollständig heiser zu sein, obwohl es gar nicht wahr ist. Denn wenn er heiser wäre, fönnte er nicht so schreien und ich hätte längst den Doktor holen

!! Saaten stand im Deutschen Reich. Der Saatenstand im Reiche im Monat April war folgender( wo bei 2 gut, 3 mittel bedeutet): Winterweizen 2,2( Vorjah 3,1), Winterspelz 2,1( Vorjahr 2,7), Winterroggen 2,4 ( 3,0), lee 2,3( 2,8), Luzerne 2,4( 2,7), Bewässerungs wiesen 2,3( 2,8), andere Wiesen 2,7( 3,1). Die Witterung im Winter war im allgemeinen recht mild und für die Ent wickelung der Saaten sehr geeignet. Auch das Frühjahrs

müssen. Du kannst dich darauf verlassen, dahinter stedt etn Weib, ich verstehe mich auf solche Geschichten. An dem Tage, wo mein Herr so kreuzfalsch nach Hause kam, da muß etwas passirt sein, aber was? Das bring ich nicht heraus, wenn ich auch noch so sehr aufpasse. Aber fo fanns nicht weiter gehen. Ich habe nicht Lust, fortwährend Blizableiter zu sein, und wenn ichs nicht der gnädigen Frau zu lieb täte, dann wäre ich schon lange auf und davon.

Friß machte nach den letzten Worten des Freundes einen solchen Saß, daß die Vorübergehenden ihn verwun dert und kopfschüttelnd betrachteten. Offenbar glaubten sie, daß es in dem Oberstübchen des Alten nicht ganz richtig sei.

So' ne Schlechtigkeit, so' ne Niederträchtigkeit, das will" ich aber meinem Fräulein stecken,- dieser Zipfel der will uns Hasenfrab und Zierbalg schimpfen," räson­nierte er aufgebracht.

,, Aber was ist denn los, was hast du denn eigentlich?" fragte Franz selbst aufs Höchste erstaunt über das seltsame Gebahren des Freundes.

,, Na, du sagtest doch eben von der gnädigen Frau? Also der Mensch hat eine Frau und wagt es, an dern nachzuschleichen? Na, mein Fräulein soll sich wundern!"

Franz lachte laut auf über das Mißverständnis; dann beeilte er sich, es aufzuklären. ,, Aber nein, nein, mein Herr ist ja noch so jung

er war noch nie verheiratet!"

,, Nun, und die gnädige Frau?" " Das ist doch seine Mutter!"

" So, so kennst du denn die?" Na, natürlich!"

Frizz schaute sich etwas ängstlich um, ob nicht etwa wieder so ein Drache" wie vorhin in der Nähe sei; denn Franz fuhr eifrig fort: Das muß ich dir in aller Gile noch schnell erzählen: Nämlich, mein Herr, der heißt gar nicht Walter; so stehts nur auf dem Theaterzettel. Ich stand bei seinen Eltern in Diensten schon seit langer Zeit Und der Herr Hermann, was mein Herr ist, der wollte durchaus Sänger werden."

( Fortsetzung folgt.)

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* Assenh Franz zu Solm nes. Sie war i jüngste Kind des Affenheim und de Schönberg geboren * Darmst schiedenen Staatsa fich zuletzt hier au Ersparnisse und

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